12/12/2022
Es ist das Letzte November Wochenende und die kalte Jahreszeit hat begonnen. Der Moment wo sich die Berliner Bevölkerung zurück zieht und sich gemütlich unter die Decke auf dem Sofa mümmelt und das Wochenende genießt.
Das klingt ja schön und gut, jedoch zelebrieren die Squash-Verrückten Mitglieder vom SC Fit-Fun Berlin ihre Freizeit anders. Im Angesicht einer gemeinschaftlichen sportlichen Herausforderung, machten sich die begeisterten Sportliebhaber auf den weg ins Airportsquash und Fitness-Center am Flughafen in Tegel um Ihren Clubmeister zu küren.
Die Beteiligung am Turnier war auf einem Rekordhoch. Mit 28 Teilnehmern war es eindeutiges Zeichen dafür, wie gesund der Verein ist und daß eine rege Teilnahme im Club herrscht. Dazu muss gesagt werden, dass der Verein derzeit 2 Regionalliga-Mannschaften stellt und ein super Niveau an den Tag legt.
Das Turnier beginnt mit einer spannenden ersten Runde.
Die Spiele waren umkämpft, jedoch setzten sich die Favoriten durch. Stephan Gausmann, an 1 gesetzt, spielte gegen unseren Neuzugang aus Reinland-Pfalz, Marko mit 2:1 durch. Der ein oder andere hatte schon einen Ausrutscher vermutet, jedoch setzte sich die Fitness des Favoriten durch.
Max Schaber an 2 gesetzt spielte gegen einen der ehemaligen Leistungsträger und hoch geachtetes ehren Mitglied Markus Rauls. In 2 hart umkämpften setzten, wo bei sich der Veteran beinahe einen Satz ergaunerte Setzte sich auch hier der Favorit durch.
Unser Neuzugang und Garant für die Mannschaft Cornelius Radermacher setzte sich mit seiner überragenden Reichweite und Fitness gegen seinen Kontrahenten Daniel Schimanowski durch. Manch einer sagt; er habe die Finesse eines Roger Federers im Squashcourt, leider muss ich aus erster Hand berichten: Cornelius spielt unorthodox und unfair. Dies war auch ein durchgehendes Thema im Turnier und kam mehrheitlich von den loosern.
Unser Veteran Ilkay Koҫak, der Osmanische-Wadenbeißer, genießt das Privileg der Gewinner in der ersten Runde mit einem Freilos. Danach spielt er gegen unsere neue Vereinskollegin Farida, Welche selber in der Jugend auf internationaler Ebene erfolgreich die Ägyptische Flagge gehisst hat und nun uns mit Ihrer technisch perfekten Spielweise erfreut. Sie gewann den ersten Satz und es bahnte sich an, dass dieses Spiel eins der Spannendsten werden könnte, jedoch verletzte sich Farida im 2. Satz bei einem Stand von 3:2
An dieser Stelle ist leider bekannt zu geben, das Farida sich mit vollem Einsatz gegen ihren Kontrahenten verletzt hat. Dieses Ereignis trifft uns schwer und wir bekunden unsere Anteilnahme, wünschen Ihr alles Gute bei Ihrer Genesung und freuen uns auf Ihr baldiges Wiederkommen im Squashcourt.
Einer der Favoriten für das Turnier Diego Delgado konnte zum Glück für seine Kontrahenten nicht teilnehmen. Diese spanische Fregatte hätte das Turnier um einiges in den Spitzten Platzierungen bereichert und aufgewühlt.
In der Zweiten Runde steigerte sich das Niveau natürlich. Hier spielten nun Sieger gegen Sieger und der Platz um die vorderen Plätzte begann nun ernst zu werden.
Stephan Gausmann spielte gegen Jens Hoffman, welcher mit schnellen Angriffen aus den hinteren Ecken des Courts und qualitativ sehr guten Gegenstopps, den ersten Satz spannend gestaltete um mit einem 11:8,knapp den Satz für sich entschieden hatte. Der zweite Satz war dann eine etwas klarere Geschichte, da der Favorit seine Gegner mit hohem Tempo, aggressivem Pressing unter Druck setzte und so Fehler erzwingen konnte. Mit einem 11:6 geht der Satz und das Spiel an Stephan.
Cornelius spielte gegen unseren Französischen Kapitän der Mannschaften, welcher sich zum kommenden Jahr von uns verabschiedet, mit einem geschmacklosen 11:1. Nach so einer Unsportlichkeit würde auch ich das Land verlassen und nicht zurückblicken. Cornelius hatte kein Erbarmen mit seinem Vereinskollegen und schickte ihn auch im zweiten Satz gewaltsam auf die Bretter. Dieses Spiel fand auf den hinteren Courts der Anlage statt, wo es auch hingehörte.
Max Schaber spielte gegen einen unseren langjährigen Leistungsträger der Regionalliga Jens Fischmann, welcher auch selber gerne durch Deutschland führ, um unseren Club auf den deutschen Ranglisten zu vertreten.
Jens Fischmann bewies in seinem Spiel in der vorherigen Runde, das noch eine Menge Feuer und Kampfgeist in ihm steckt als er unser Nachwuchstalent Rufus in einem schweren und kontroversen Spiel bezwang. Hier eine Gratulation, mit diesem Ergebnis hatten wohl die wenigsten gerechnet.
Ilkay traf an dieser Stelle wohl das schwerste los mit José Ramón Torregrosa. Hier trafen Fitness, Ehrgeiz, Durchsetzungsstärke und Kampfgeist auf einander. Es war schwer einen Sieger hier vorherzusagen, da José jede freie Minute auf dem Squashcourt zu verbringen scheint und Ilkay mit seiner Bundesligaerfahrung ein wirklich gutes Squashspiel zelebriert.
Es standen nun also Qualität gegen Kontinuität sich gegenüber. Der erste Satz ging an José mit 11:7, welcher ein furioses tempo an den Tag legte und mit seinem Feuer den Court in Brand setzte. Diese Intensität hielt bis in die Endphasen des zweiten Satzes an und es schien alles klar zu sein, als José mit 10:5 führte, jedoch fand Ilkay seine Klasse und Kampfeswillen, welches Ihn bis in die Deutsch Premiumklasse geführt hatte, und er fand einen Weg das Spiel, mit einer atemberaubenden Aufholjagt noch zu drehen. Er entschied den dritten Satz durch Qualität und gewissenhaftes Spielgeschick mit 11:9 für sich, und bewies das Squash auf Spitzenniveau eine mentale Schlacht ist, welche mit Finesse geführt werden muss.
Die Viertelfanal spiele waren gespielt, nun ging es ans Eingemachte. Die Halbfinalspiele standen vor der Tür. Das erste waren Turnier Favorit Stephan Gausmann gegen den Neuzugang und Leistungsträger Cornelius Rademacher.
An dieser Stelle soll gesagt sein das nun jedem klar war das Cornelius mit harten Bandagen kämpft, jedoch auch Stephan hatte ein paar Tricks auf Lager.
Das Spiel beginnt mit hohem Tempo, viel Finesse und harten Schlägen. Cornelius punktete mit guten Gegenstopps, mal wieder unfair gespielt oder einfach nur gut? Niemand benutzt seine langen Beine, ums so schnell nach vorne zu kommen und seine ambivalente Tennistechnik, und so gute Topspin Gegenstopps zu spielen wie Cornelius. Diese dunkle Technik ist unsportlich und gehört nicht auf den Squashcourt. Das sage ich nicht, weil ich verloren habe oder ein schlechter nachtragender Verlierer bin, sondern weil im kollektiven Squashgedächtnis eine andere Vorgehensweise gewählt wird. Also ist hier klar fest zu halten, dass ich nicht eifersüchtig oder neidisch und meine Position als Autor zu missbrauchen um schlecht über Cornelius zu schreiben, sondern dass Cornelius einfach………und ….. ist, und dieser Tatsachenbestand der Wahrheit entspricht.
Cornelius setzte außerdem seine Reichweite auf der zentralen Courtposition gut ein um seinen Gegner durch den Court zu schicken. Grundsätzlich schien das qualitative Angriffsspiel seinen Gegner aus der Bahn zu werfen, welchem nicht viel als Gegenmaßnahme einfiel. Ein gutes druckvolles Spiel nach hinten auf der Rückhand war eine Möglichkeit für Stephan zu punkten oder auch gute Chancen heraus zu spielen, jedoch mangelte es hier an Kreativität und Qualität um mehr aus seinen Chancen zu machen. Es waren 3 gute Sätze, welche einer guten Regionalliga-Qualität entsprachen, jedoch setzte sich der bessere Spieler vom Ergebnis her klar mit 3:0 durch. Ein gutes Ergebnis für den Sieger Cornelius, welcher nun auf seinen Gegner aus dem andern Halbfinale im Finale wartete.
Das Zweite Finale bestritten nun also Max Schaber gegen Ilkay Koҫak. Wie würde es hier ausgehen? Max hatte bis zu diesem Zeitpunkt die alten Leistungsträger aus dem Turnier geworfen, jedoch hatte Ilkay seine Gegner nicht nur besiegt sondern zerstört, gute Besserung Farida, und schien von Spiel zu spiel immer sicherer zu werden. Auch hatte Ilkay die vermeintlich effizientere Spielweise, jedoch scheint Max einen nahezu unendlichen Energietank zu besitzen. Wieder trafen zwei unterschiedliche Spielweisen aufeinander. Welche würde sich durchsetzen.
Es beginnt.
Max wählte seine Technik nach seinen Stärken. Ein gutes aggressives Longline-Spiel mit Volleys um dann auf der Rückhandseite seinen Gegner nach vorne zu bewegen. Dabei blieb er geduldig und fehlerfrei, da er wusste, dass seine Fitness Ihn gegen seinen Kollegen durchbringen würde.
Ilkay stellte sich darauf ein und entgegnete mit Richtungswechsel über gute Angriffboasts um dann auf Volleys von der Mitte aus zu lauern, eine Taktik die gut umgesetzt für lange Wege des Gegners auf dem Squashcourt sorgt, jedoch auch Energie kostet, da viele Optionen abgedeckt werden müssten. Spielt sein Gegner von vorne einen Stopp einen longline oder ganz was anderes? Schwer einzuschätzen.
Ilkay setzte diese Taktik im ersten Satz nahezu perfekt um jedoch verließ im auf die letzten 2 Punkte das Glück und die Bälle landeten knapp im aus.
Max schien zum Anfang des Zweiten Satzes merklich gut im Saft zu sein und setzte seine Spieltaktik im 2. Satz gnadenlos durch, setzte seinen Gegner mehr und mehr unter Druck. Damit raubte er Ilkay viel Kraft, jedoch ließ sie der Veteran, der schon die ein oder andere Schlacht bestritt, einen Taktikwechsel einfallen um weiter gegen halten zu können. Lob und Stopp war das gewählte Mittel um das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und auf Fehler oder schlechte belle zu hoffen. Auch der ein oder andere Überraschungsschlag aus dem Ärmel geschüttelt sorgte für Punkte. Dies wird im Squash Jargon auch Altherrensquash genannt und kann Sonntagsmorgens nach der Frühstückszeitung im Airport Squashcenter bestaunt werde. Gewählte Kleiderordnung: Plunder und Jogginghose.
Der zweite Satz geht an Max Schaber mit 11:8. Der dritte Satz steht an und Ilkay rauft all seine Energie zusammen. Wieder versucht er seinen Gegner zu drehen und zu strecken, schickt Max in die Ecken und jagt Ihn durch den Court, Jedoch holt dieser jeden Ball wieder und wieder und wieder. Ein nicht aufhörendes Schweizer Uhrwerk welches sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Mit einfach überragender Physis kraftvollen Schlägen und einer stoischen Ruhe und Gelassenheit bringt Max den dritten Satz mit 11:9 über die Ziellinie und entscheidet das Spiel für sich.
Das Finale Lautet an dieser Stelle nun Cornelius gegen Max.
-Stephan G.