13/08/2026
Ein paar persönliche Worte
Meine Seite dient ausschließlich der Information. Sie soll zum Stöbern und Nachdenken einladen. Was man davon annimmt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Schulterklopfen brauche ich nicht und ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, dass meine Sichtweise die einzig richtige ist. In der Hufbranche gibt es viele gute Kolleginnen und Kollegen.
Vor über 30 Jahren sagte mir ein Kollege in England, David Nicols, etwas, das sich tief in mir eingeprägt hat.
"Es ist nicht wichtig, dass jemand denkt, er sei besonders gut. Das scheint ein typisches Hufschmiedeproblem zu sein. Wichtig ist allein, dass man von jedem lernen kann, offen bleibt und dem Pferd den größtmöglichen Komfort bietet."
Daran halte ich mich bis heute. Lob wird in dem Moment zweitrangig, in dem das Pferd zeigt: „Das ist aber überhaupt nichts für mich.“ Dann muss man bereit sein, weiterzudenken und weiterzulernen. Was für ein Pferd gut funktioniert, kann für ein anderes weniger geeignet sein.
Wenn ich persönlich nicht weiterkomme, wende ich mich grundsätzlich an Dr. Mark Caldwell oder Prof. Dr. Hans Castelijn. beides Hufschmiede in jeder Ihrer Zellen, meine Lehrer und Mentoren seit Jahrzehnten.
Miteinander statt gegeneinander
Warum ich die Kommentarfunktion unter vielen meiner Beiträge deaktiviert habe, hat nichts mit Feigheit zu tun. Ich kann in meinen Beiträgen nicht erkennen, dass ich gegen andere austeile. Es geht mir vielmehr darum, sachlich zu informieren.
Nein, ich halte mich nicht für den „Gott der Hufschmiede“. Ich bin lediglich ein kleines Glied in einem riesigen Rad. Es wäre schön, wenn das auch so verstanden würde.
Was ich allerdings überhaupt nicht ausstehen kann, sind Schmiede, die sich für die Allerbesten halten, obwohl fachlich wenig dahintersteckt, außer vielleicht, dass den Pferden geschadet wurde. Wir Kolleginnen und Kollegen sollten miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Und zwar immer im Sinne des Pferdes.
Erst kürzlich habe ich einen Barhufer abgegeben, weil ich überzeugt war, dass er bei einer Hufpflegerin, die sehr gute Arbeit leistet, besser aufgehoben ist als bei mir. Für mich ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung gegenüber dem Tier.
Worauf ich allerdings großen Wert lege, ist eine fundierte Ausbildung. Denkt einmal darüber nach: Wir alle haben Berufe, ganz gleich, ob wir Akademiker oder Handwerker sind. Mussten wir dafür nicht eine Lehre oder ein Studium absolvieren?
Ich bin nicht nur Handwerker, sondern auch Akademiker. Außerdem lese ich sehr viel, einfach weil mich vieles interessiert. So beschäftige ich mich beispielsweise gern mit den Publikationen und Büchern des Hirnforschers Prof. Dr. Manfred Spitzer. Ich gehe schließlich auch nicht einfach hin und operiere am offenen Gehirn, obwohl ich bei so manchem vielleicht tatsächlich gern einmal nach dem Verstand suchen würde. Ihr wisst sicher, was ich meine.
Das Pferd steht im Mittelpunkt
Zum Abschluss möchte ich noch ein Video einer sehr schönen Isländerstute teilen, die seit Februar an Hufrehe leidet. Ich war vor wenigen Tagen,zum ersten Mal bei ihr. Inzwischen läuft die Stute wieder.
Damit möchte ich noch einmal zeigen, was mir am allerwichtigsten ist. Das Pferd ,nicht die Kommentare. Ja und es gibt auch Rückschläge, darauß kann man am meisten lernen . „Aus Rückschlägen entstehen oft die wertvollsten Erkenntnisse , vorausgesetzt, man ist bereit, hinzusehen, daraus zu lernen und weiterzudenken.“
Ich weiß, wer ich bin und was ich kann. Genauso weiß ich, was ich nicht kann. Wenn ich nicht weiterkomme, hole ich mir Unterstützung . Fertig.
Meine Erfahrung und mein Wissen im Umgang mit Hufkrebs und Hufrehe sind über die Jahre gewachsen ,vielleicht umfangreicher als bei vielen anderen, vielleicht in manchen Bereichen aber auch weniger umfassend. Beides gehört zu einer ehrlichen und verantwortungsvollen Arbeit.
Ich arbeite nicht nach Schema F. Das würde bedeuten, dass ich den Kolleginnen und Kollegen, denen ich über Jahrzehnte hinweg begegnet bin, nicht zugehört und nichts von ihnen gelernt hätte. Genau das wäre falsch. Jede Begegnung, jeder Fall und jede Erfahrung kann neue Erkenntnisse bringen. Entscheidend ist, offen zu bleiben und immer nach der bestmöglichen Lösung für das Pferd zu suchen.