21/04/2026
Heute schreibt mein B2-BSK-Kurs einen Test, einen B1+-Test. Das Brückenelement ist nach 5 Wochen abgeschlossen, jetzt sollten alle gleichstark mit dem B2-Deutschkurs starten können. Es hatten nicht alle zuvor dasselbe Sprachniveau und dafür sind die Brückenkurse gedacht. In meiner Klasse sind 24 Geflüchtete mit einem Frauenüberschuss von 16 und einem Mehrheitsanteil von Afghanen/innen, von insgesamt 7. 3 Syrer/innen, 2 Kurden/innen, wovon einer aus Syrien stammt und eine aus der Türkei, eine Palästinenserin aus Syrien stammend, eine Irakerin, eine Ghanaerin, eine Kamerunerin, 5 Ukrainer/innen, eine Bosnierin und eine Malayin. Es ist ein sehr leistungsstarker Kurs. Eine Afghanin ist promovierte Ärztin, ein Afghane ist promovierter Informatiker, dem immerhin der Master anerkannt wurde. Eine Syrerin ist Lehrerin, die Palästinenserin ist Apothekerin, ein Ukrainer ist Polizeibeamter und ein Ehepaar aus der Ukraine waren Führungskräfte im sozialen Bereich. Auch diese Geflüchteten gibt es. Sehr fleißig, hoch motiviert und sie sprechen schon so Deutsch, dass sie eine Arbeit erhalten könnten. Zwei haben auch einen Minijob. 10 unterschiedliche Länder und 10 andere Kulturen, einige leben in sehr beängten Verhältnissen, z. B. wohnen 3 Familien mit 17 Personen zusammen und teilen sich ein Bad und eine Küche. Sie kommen aus Syrien und Afghanistan. Zwei der Frauen, die Ärztin und die Lehrerin sitzen bei mir in der 1. Reihe und sind gute Freundinnen geworden. Sie jammern nicht, obwohl es schwer ist, so zu wohnen. Sie sitzen zusammen und unterstützen sich, obwohl sie aus zwei unterschiedlichen Ländern kommen. Das ukrainische Eheopaar wohnt mit ihren 3 Kindern, also zu 5. in einer zwei-Zimmer-Wohnung. Die Frau geht täglich zur Wohnungsnotfallstelle, aber da ist nichts zu machen! Sie kommen auch immer, trotz der schwierigen Bedingungen und machen dazu noch täglich Hausaufgaben. Das hier ist mein Leistungskurs, prädestiniert für C1. Aber darum wird der Träger kämpfen müssen, dass er mit mir danach noch einen C1-Kurs anbieten darf. Die Apothekerin ist jung und braucht C1, damit sie an der Uni studieren darf, denn das wird sie müssen. Ihr Studium wird nicht einfach so anerkannt und auch nicht ihre Berufserfahrungen. Sie müsste sonst nach B2 eine Ausbildung machen, obwohl sie bereits als Apothekerin in Damaskus arbeitete. Die Frauenärztin ist schon älter, aber auch motiviert, an die Uni zu gehen, um dort erneut zu studieren. Die Lehrerin braucht auch C1, wie eigentlich fast alle, wenn sie in ihren studierten Beruf zurückwollen und dennoch nochmal in Deutschland dafür wieder studieren müssen und zuvor auch C1 benötigen und die Fachsprache des Berufs. Es ist also ein langer Weg, den nur leistungsorientierte Menschen durchführen. Diese gibt es, die potentiellen Fachkräfte und sie entwickeln sich aus den Deutschkursen heraus, von denen Herr Merz wenig hält. Ja, ich weiß, es gibt auch Teilnehmende, die zu viel fehlen und es mit der Sprache nicht gut hinbekommen, aber die schaffen höchstens B1. Ich frage mich, wenn kaum noch in den Firmen ausgebildet wird, ob jetzt alle ins Handwerk sollen? So wie ich einst in der Oberstufe bei der Berufsberatung damals des Arbeitsamtes war und die Frau zu mir sagte: Sie reden doch gut und gern, werden sie doch Friseurin! Der Running-Gag in jedem Kurs beim Bildungsträger, wenn ich das dort erzähle. Ich ging dann lieber als Journalistin und Moderatorin zum Radio. Das passte doch deutlich besser! Aber es passte zu mir noch viel mehr, wie zu anderen Menschen auch. Und zu mir würde gar kein Handwerk passen. Ich bin hier handwerklich unbegabt. Und ich gehe davon aus, dass dies auch auf andere zutrifft. Es braucht die Deutschkurse! Und wenn man zu wenig B2- und C1-Kurse zulässt, muss es damit ein Ende haben, dass die Teilnehmenden nochmal an der Uni ihren Abschluss, den sie bereits haben, erneut machen müssen. Und weshalb muss eine Pharmazeutin noch eine Ausbildung als PTA machen? Es ist ein Irrsinn! Ihnen fehlen gute Deutschkenntnisse und die Fachsprache. Auch müsste man deutlich mehr Deutsch- und Matheförderunterricht für ausländische Schüler und Berufsschüler anbieten und verpflichtend für Lehrkräfte Kurse zur interkulturellen Arbeit! Ein Kind meiner studierten Geflüchteten geht von ihnen nur auf das Gymnasium, da alle anderen Kinder noch Probleme mit Deutsch oder unserer anspruchsvollen Mathematik haben. Ich habe, außer Kopfrechnen, Prozentrechnen, Dreisatz und Formeln in Excel nichts mehr in Mathe je gebraucht! Auch die Grammatikdeklinationen braucht nur ein Deutschlehrer erklären zu können. Die Regierung hat seither kein einheitliches Bildungssystem und es ist zudem veraltet! Das ist nur besonders auffällig, wenn immer mehr Jugendliche keinen oder einen schlechten Schulabschluss haben, völlig überfordert sind, Suizidgedanken und Drogen zugenommen haben, Lehrer andauernd ausfallen, demotiviert sind, ungern etwas erklären und schon gar nicht zweimal und dann kamen noch diverse Menschen aus Kriegsländern dazu, traumatisiert und teilweise stark, ohne Deutschkenntnisse und ohne diese Vorbildung, die wir haben. Und wer hat nichts getan? Die Regierung und Minister der Länder verdienen viel Geld für nichts! In Hamburg quälen sich die Kinder mit 12 Jahren bis zum Abi, da die Bindungsministerin locker ihr einser Abi schaffte, um dann Medizin zu studieren. Es wird sogar nach der 6. Klasse auf den Hamburger Gymnasien rausgeworfen, Kinder, die nicht gut genug sind. Ich wünschte mir manchmal, ich wäre dümmer und würde nicht so viel mitbekommen und verstehen. Die Auswirkungen sind so verheerend. Aber die Gelder für Jugendliche mit Problemen hat Herr Merz auch gestrichen, dabei ist das strategisch so dumm! Man müsste die Schule anders gestalten, damit mehr Kinder und auch Jugendliche eine Chance erhalten! Da fängt das Drama an und wenn dann zu Hause keiner hilft/helfen kann oder da noch Ärger ist, was soll dann aus ihnen werden? Dauergäste beim Jobcenter? Viele Geflüchtete sagen schon, dass Mathe in der Berufsschule deutlich einfacher sei, als auf der Regelschule. Die Kinder lernen vieles auswendig, seither. Die Führungsposition braucht aber keinen Menschen, der fachlich gut in der Schule war, sondern erstmal jemanden, der emotional kompetent ist und zweitens reicht dann eine fachliche Ausbildung oder Studium in der Fachrichtung und Berufserfahrung. Schule sollte mehr auch auf eine persönliche Entwicklung eingehen, was private Schulen leisten!
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