28/08/2026
🚨 CHINESEN DRÄNGEN AUF DEN WINDMARKT – UND EUROPA MACHT DIE TÜR WEITER AUF! 🌬️🇨🇳🇪🇺
Während bei uns inder Wesermarsch teilweise noch darüber diskutiert wird, ob ein Windrad am Horizont vielleicht zu viel Horizont sein könnte, wird anderswo längst der nächste große Energie-Markt aufgeteilt. 😏
Der chinesische Windturbinenhersteller Ming Yang, immerhin der drittgrößte Windturbinenbauer der Welt, baut sein Europa-Geschäft massiv aus. Und zwar nicht mit der Brechstange, sondern mit Personal: Europa-Chef Horatio Evers holte sich innerhalb weniger Monate erfahrene Führungskräfte von Vestas, Siemens Gamesa und Vattenfall ins Team.
Das ist durchaus bemerkenswert. Denn wer die europäischen Ausschreibungen, Kunden, Zertifizierungen und Offshore-Projekte kennt, kennt eben auch das Spielfeld. ⚙️
Und Ming Yang meint es offenbar ernst: Europa soll ausdrücklich zu den wichtigsten Wachstumsmärkten gehören.
🇬🇧 Großbritannien hat den Chinesen allerdings erst einmal die Tür vor der Nase zugemacht. Aus Gründen der nationalen Sicherheit wurde Unterstützung für Ming-Yang-Turbinen bei Offshore-Projekten ausgeschlossen. Ein geplantes Werk in Schottland mit rund 1,5 Milliarden Pfund Investition und 1.500 Arbeitsplätzen platzte.
Aber statt sich zurückzuziehen, schaut Ming Yang jetzt umso intensiver auf andere europäische Märkte – unter anderem nach Dänemark. 🇩🇰
Und Deutschland?
Hier verlief der erste Versuch eher nach dem Motto: Danke, aber vielleicht doch nicht. Beim Offshore-Projekt „Waterkant“ vor Borkum sollte ursprünglich Technik von Ming Yang zum Einsatz kommen. Nach öffentlicher Kontroverse wechselte der Projektentwickler schließlich zu Siemens Gamesa.
📊 Trotzdem sollte man die Größenordnung nicht übertreiben.
Chinesische Hersteller kamen 2025 in Europa gerade einmal auf rund 3 Prozent der neu installierten Windleistung. Vestas, Siemens Gamesa und Nordex dominieren den europäischen Markt weiterhin deutlich.
Aber genau deshalb ist die Entwicklung interessant.
Denn wir erleben gerade einen weltweiten Wettlauf um Windenergie, Technologie, Produktionsstandorte und Know-how. Und während Europa versucht, seine eigene Industrie zu schützen, stehen chinesische Hersteller längst vor der europäischen Haustür und klopfen ziemlich selbstbewusst. 🌍
Und jetzt einmal der Blick von unserer Haustür aus. 👀
Hier in Nordenham und der Wesermarsch leben wir mitten in einer Region, in der Offshore-Windenergie, Hafenwirtschaft, Stahlindustrie und Energiewende keine abstrakten Begriffe aus irgendwelchen Regierungspapieren sind.
Das passiert direkt vor unserer Haustür.
Wir schauen auf die Offshore-Windparks hinaus – und gleichzeitig gibt es bei uns noch immer Mitbürger, die beim Anblick eines Windrades offenbar spontan den Eindruck bekommen, die Zivilisation sei unmittelbar bedroht. 😉
Man könnte sie liebevoll als „komfortabel ausgestattete Fortschritts-Skeptiker mit ausgeprägter Horizontpflege“ bezeichnen.
Währenddessen investieren andere Länder, Unternehmen und längst auch China Milliarden in genau jene Technologien, über deren Sinnhaftigkeit wir hier teilweise noch Grundsatzdebatten führen.
Und auch die Solarenergie lässt grüßen. ☀️
Vielleicht ist die eigentliche Frage deshalb gar nicht, ob wir Windräder und Solaranlagen wollen.
Sondern ob wir als Industrieregion bei der nächsten technologischen Entwicklung mitmachen – oder irgendwann wieder staunend feststellen, dass andere die Wertschöpfung längst übernommen haben.
Denn eines sollte uns in Nordenham und der Wesermarsch eigentlich klar sein:
Wenn die Energiewende kommt, dann fährt sie nicht an Nordenham vorbei. Sie steht bereits vor unserer Haustür. 🌬️⚓
Und vielleicht wäre es ganz gut, wenn wir nicht nur darüber diskutieren, wie wir sie möglichst weit wegschieben können – sondern darüber, wie wir möglichst viel davon hier vor Ort nutzen können.
Denn Windräder kann man ablehnen.
Den internationalen Wettbewerb um Energie, Industrie und Arbeitsplätze leider nicht. 😉
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Quelle: Cleanthinking