24/09/2026
Heute Morgen war ich wieder vor meiner Familie wach. Diese besondere Stille, bevor der Tag beginnt. Nur ich. Meine Gedanken. Klopfen. Meditation. Und anschließend eine Karte.
Heute stand darauf:
𝗜𝗰𝗵 𝘀𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗲𝗶𝗻 𝗚𝗲𝗯𝗲𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗟𝗶𝗲𝗯𝗲 𝗮𝗻 𝗮𝗹𝗹𝗲 𝗪𝗲𝘀𝗲𝗻, 𝗱𝗶𝗲 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗲𝗶𝗻 𝗪𝘂𝗻𝗱𝗲𝗿 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝗲𝗻.
Wie passend. Gestern habe ich mit einem Freund über Menschen gesprochen, die sich voneinander entfernt haben. Über Gesprächsangebote, die unbeantwortet bleiben. Über Gräben, die irgendwann unüberwindbar scheinen.
Und ja: Das tut weh.
Es macht traurig, wütend und vor allem ohnmächtig.
Denn wir können niemanden dazu bringen, mit uns zu sprechen, uns zu verstehen, zu vergeben oder wieder auf uns zuzugehen. Wir können die Hand ausstrecken. Aber nicht bestimmen, ob sie genommen wird.
Vielleicht ist genau das eine der schwersten Aufgaben im Leben: anzuerkennen, dass andere ihren eigenen Weg mit Verletzungen, Angst, Wut und Traurigkeit gehen müssen.
Und irgendwann erkennen wir vielleicht:
𝗠𝗲𝗶𝗻 𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗲𝗿 𝗙𝗿𝗶𝗲𝗱𝗲𝗻 𝗱𝗮𝗿𝗳 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗱𝗮𝘃𝗼𝗻 𝗮𝗯𝗵ä𝗻𝗴𝗲𝗻, 𝗼𝗯 𝗲𝗶𝗻 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲𝗿 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝘃𝗲𝗿ä𝗻𝗱𝗲𝗿𝘁.
Menschen verletzen uns. Gerade die, die uns wichtig sind. Menschen machen Fehler. Wir selbst auch. Doch ich wünsche jedem, irgendwann nicht mehr alles im Außen klären zu wollen, sondern sich die eigene Gestaltungskraft zurückzuholen.
Dass aus Schuldzuweisung Verständnis wird.
Aus Härte Barmherzigkeit.
Aus Festhalten Loslassen.
Und vielleicht aus Verletzung Vergebung.
Nicht, weil das Geschehene plötzlich in Ordnung ist. Sondern weil wir selbst wieder frei sein möchten.
Heute geht deshalb ein Gebet der Liebe raus an alle, die in Angst, Frust oder alten Verletzungen gefangen sind. Mögen sie erkennen, was noch immer in ihren Händen liegt:
𝗩𝗲𝗿𝗴𝗲𝗯𝘂𝗻𝗴. 𝗩𝗲𝗿𝘀ö𝗵𝗻𝘂𝗻𝗴. 𝗕𝗮𝗿𝗺𝗵𝗲𝗿𝘇𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁. 𝗜𝗻𝗻𝗲𝗿𝗲𝗿 𝗙𝗿𝗶𝗲𝗱𝗲𝗻.
Dort, wo wir unseren Blick hinrichten, entsteht ein Stück unserer Zukunft.
𝘞𝘩𝘦𝘳𝘦 𝘧𝘰𝘤𝘶𝘴 𝘨𝘰𝘦𝘴, 𝘦𝘯𝘦𝘳𝘨𝘺 𝘧𝘭𝘰𝘸𝘴.
Vielleicht braucht heute jemand genau diese Erinnerung. 🤍
Herzensgruß zu euch, Kerstin 🫶