21/06/2024
Was ich gerne vor dem Training erkläre, ist zum Beispiel:
Warum regen sich eigentlich Leute so auf, wenn sie vor anderen präsentieren.
Es ist doch ein schöner Moment mit einer guten Gelegenheit, Kunden ein Projekt zu verkaufen, von dem das eigene Team dann eine Weile gut leben kann.
Leute polieren Tage und Nächte ihre Präsentation und bemerken dann bei ihrem Vortrag, dass die Teilnehmer nicht nur die polierte Präsentation anschauen sondern auch sie selbst.
Sie spüren die Blicke der anderen und merken, dass sie gar nicht wissen, wie sie sich den Leuten zeigen, weil sie selbst noch nie gesehen und gehört haben, wie sie sie aussehen und klingen, wenn sie da stehen und reden.
Alle wissen, wie ihre Freunde, Familie, Kunden und Kollegen ausehen und klingen, wenn sie was wichtiges, dummes, langweiliges oder witziges sagen. Die kennen sie auch alle.
Aber Leute kennen sich selbst nicht, wenn sie nicht jeden Tag Freunden in Instagram mit Selfie-Videos zeigen, wo sie gerade sind und was sie schönes essen.
Hemmungslose Youtuber erklären der Welt, wie sie Fingernägel lackieren oder Fahrräder reparieren.
Aber die meisten IT-ler, Manager, oder Unternehmer sind eher in ihren Computern, Programmen und Statistiken zuhause, als in ihrem eigenen Körper oder in ihren Familien.
Wenn die dann die Blicke der anderen spüren, wissen die gar nicht, wie ihnen geschieht. Sie bekommen es mit der Angst zu tun.
Dann schlägt das limbische System Alarm. Das ist ein zehntausend Jahre altes Programm weiter hinten in unserem Gehirn.
Es half unseren Vorfahren als Jäger und Sammler in der Wildnis zu überleben.
Es reagiert blitzschnell auf Gefahr, wirft Motor und Kühlung an, schickt Kraft in Arme und Beine und wirft den Balast der Verdauung ab.
Das Herz pocht, Schweissperlen kühlen die Glatze. Sie machen sich fast in die Hose. Sofort kann der Mensch kämpfen oder fliehen.
Das lässt uns heute noch auf der Straße blitzschnell zur Seite springen, wenn wir im Augenwinkel plötzlich einen Lastwagen sehen, der uns gleich überfährt.
Aber bei einem Auftritt vor Publikum ist so eine Panik-Attacke fatal. Wer sowas mal erlebt hat, traut sich nie wieder raus ans Licht, solange er nicht versteht, woher das kommt und wie das weggeht.
Darum hilft es, im Video Feedback Training zu hören und zu sehen, wie gut man aussieht und klingt, wenn man da steht und gerne was erzählt, womit man sich wohlfühlt, weil man sich damit auskennt.
Das übt man besser nicht erst einen Abend vor dem Auftritt, sondern irgendwann zwischendurch, wenn sonst nichts los ist.
Lesen Sie in den Empfehlungen unten in meinem Linkedin Profil, wie meine Trainees das finden.