12/07/2026
Unser Reisebericht mit Impressionen der ersten Woche 🚲🚲🚲
Tag 0
Gut angekommen. Das Abenteuer kann beginnen. 🇮🇸🚴
Der Start verlief völlig entspannt. Am Frankfurter Flughafen wurden unsere drei Fahrräder problemlos als Sperrgepäck aufgegeben und nach einem ruhigen Flug standen sie in Keflavík schon kurze Zeit später wieder vor uns.
Direkt vor dem Terminal gibt es einen sogenannten Bike Pit, einen Container zum Zusammenbauen der Fahrräder. Die Idee ist klasse, der Zustand leider weniger. Trotzdem waren die Räder schnell fahrbereit und die Fahrradkartons blieben dort. Vielleicht warten sie in zwei Wochen noch auf uns.
Um 15:50 Uhr Ortszeit rollten wir los. Die ersten 50 Kilometer nach Reykjavík führen über eine stark befahrene Straße. Schön ist anders, aber der breite Seitenstreifen sorgt dafür, dass man gut vorankommt.
Der Campingplatz in Reykjavík ist für viele Radreisende der Ausgangspunkt ihrer Islandtour. Genau dort haben wir unser Zelt aufgebaut, etwas gegessen und den ersten Abend ausklingen lassen.
Das Verrückteste? Es wird einfach nicht dunkel. Selbst mitten in der Nacht ist es noch hell. Ein kurzer Blick aus dem Zelt reicht und man könnte sofort wieder aufs Rad steigen.
Heute Morgen war alles schnell verstaut. Die Fahrräder sind beladen, die Vorfreude ist groß. Ab jetzt beginnt das eigentliche Abenteuer auf der Ringstraße rund um Island.
Tag 1 - Ring frei
Nach unserem Anreisetag, an dem wir vom Flughafen ✈️ zum Startpunkt unserer Rundreise gefahren 🚲 sind, begann unser erster Tag in Reykjavik. Die ersten 20 Kilometer führten uns über schöne Radwege am Atlantik vorbei. Danach stießen wir zum ersten Mal auf die Ringstraße 1️⃣, die von da an unseren Weg bestimmen wird. Da diese rund um Reykjavik einer Autobahn mit hohem Verkehrsaufkommen 🚗 🚛 ähnelt, entschieden wir uns, den ersten Abschnitt auf etwas weniger befahrenen Landstraßen zu umfahren. Dadurch verlängerte sich die erste Etappe um ein paar Kilometer und einige zusätzliche Höhenmeter ⛰️, aber wir konnten relativ entspannt fahren. Danach folgte eine Tunnelumfahrung, die Autofahrern 42 Kilometer erspart. Aber uns leider nicht, da der Tunnel für Fahrradfahrende gesperrt ist. ❌ Diese 42 Kilometer hatten es in sich. ⛰️ Nach insgesamt 108 Kilometern kamen wir gehen 21:45 Uhr in der Nähe von Melahverfi auf einem Campingplatz 🏕️ an. Dadurch, dass es die ganze Nacht hell bleibt, war das Aufbauen des Zeltes kein Problem. Nach einer warmen Dusche 🚿 ging es für uns direkt ins Zelt. 💤
Runde 2
Unser Weg an Tag 2 führte uns zunächst in Richtung Borganes, der nächsten größeren Stadt. Das bedeutete, dass wir auch hier mit erhöhtem Verkehrsaufkommen 🚗 rund um die Stadt rechnen mussten. Daher brachen wir bereits um 06:30 Uhr auf, fuhren auf der recht ruhigen Ringstraße und erreichten Borgarnes zwei Stunden später. Dort frühstückten wir ☕️ 🥐 und kauften ausreichend Verpflegung ein 🍌🥨, da auf den kommenden 100 Kilometern keine Infrastruktur vorhanden war. Nachdem wir Borganes verlassen hatten, folgten wir weiterhin der Ringstraße, die einer Berg- und Talbahn glich. ⬆️⬇️ Nach 70 Tageskilometern machten wir unsere Mittagspause 🍞🧀an einem Flusslauf. Da es weit und breit keinen Rastplatz gab, kamen unsere Campingstühle zum Einsatz.
Nach unserer Mittagspause gingen wir gestärkt die nächste Steigung an. Über 26 Kilometer ging es stetig bergauf ⛰️- mal mehr mal weniger steil. Dann folgten 12 Kilometer Abfahrt. Auf den letzten 20 Tageskilometern auf der Ringstraße warteten immer wieder kleinere und größere Anstiege auf uns, bis wir nach insgesamt 130 Kilometern gegen 21 Uhr auf dem Campingplatz ⛺️ Saeberg in Reykir an. Da es den ganzen Tag über sehr kalt ❄️ war, freuten wir uns über den Aufenthaltsraum, in dem wir uns aufwärmen und essen 🍚 konnten. Nach dem Aufwärmen und Duschen fühlten wir uns bereit für den nächsten Tag.
Runde 3 - Im Norden angekommen 🧭
Nach einer trockenen Nacht im Zelt ⛺️ nutzten wir auch morgens den Aufenthaltsraum zum Organisieren, Zusammenpacken und Frühstücken. Gegen 9:15 Uhr brachen wir bei leichtem Regen 🌧️ in Richtung Blönduós im Nordwesten auf. Wir waren den ganzen Tag auf der Ringstraße 1️⃣ unterwegs, die wie die letzten Tage auch einige Anstiege ⛰️ und Abfahrten für uns bereithielt. Zusätzlich begleitete uns stetig der Wind 💨 aus allen möglichen Richtungen. Unsere Mittagspause verbrachten wir am Straßenrand einigermaßen windgeschützt. Der erneut einsetzende Regen 🌧️ beendete unsere Pause. Nach insgesamt 71 Tageskilometern kamen wir nach einer kalten und nassen Etappe bereits gegen 17:30 Uhr in Blönduós an. Hier hatten wir Glück und ergatterten die letzte Hütte 🛖 auf dem Campingplatz. Warme Hütte, heiße Dusche, leckeres Essen - was will man mehr. 🫶
Motto der 4. Runde: Der einzige Weg zurück ist vorwärts ⏩️
Nach einer entspannten Nacht in der Hütte 🛖 brachen wir um 8 Uhr auf und fuhren die ersten 30 Tageskilometer bei gutem Wetter ☀️ auf der Ringstraße 1️⃣ entlang des Flusses Blanda. Anschließend überwanden wir eine Stunde lang eine langgezogene Steigung ⛰️ in Schrittgeschwindigkeit. Es folgte eine 15 Kilometer lange und atemberaubende Abfahrt 🚲 mit entspanntem Gefälle und einer tollen Aussicht. Unten angekommen erwartete uns eine Tankstelle ⛽️ als einzige Einkaufsmöglichkeit für den Tag. Wir kauften ein und machten dort unsere Mittagspause 🥯. Danach starteten wir gut gestärkt in den Nachmittag. Nach einem sachten Wiedereinstieg auf nahezu flacher Strecke führte uns der Weg über eine 14 Kilometer lange Passstraße bis auf 540 m NN. Auf dem Weg nach oben wurde es immer kühler ❄️. Bei der anschließenden Abfahrt kam Gegenwind 💨 hinzu, der uns bis zu unserem Tagesziel begleitete. Nach insgesamt 110 Kilometern kamen wir gegen 19:45 Uhr an der Engimyri Lodge 30 Kilometer vor Akureyri an, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Hier aßen wir im Restaurant 🍔, duschten 🚿 und bezogen ein Zimmer im Gästehaus 🛏️.
Runde 5
Wir starteten unseren 5. Tag mit einem leckeren Frühstück in der Engimyri Lodge 🥐 und befanden uns gegen 9 Uhr wieder auf der Ringstraße 1️⃣. Die ersten Kilometer gingen größtenteils bergab bis wir nach ca. 30 Kilometern in Akureyri ankamen. Rund um die Stadt nahm der Verkehr 🚗🚛 zu, aber wir konnten ein gutes Stück auf Radwegen fahren. 🚲 Nachdem wir Akureyri verlassen hatten, stand eine Tunnelumfahrung an. Anstatt der 7,5 Kilometer durch den Tunnel, mussten wir als Fahrradfahrende ca. 25 Kilometer über den Berg ⛰️ zurücklegen. Wir hatten zwar sehr schöne Ausblicke, aber die Steigung von 10% erforderte viel Kraft. Der Wind 💨 machte die anschließende Abfahrt unberechenbar. Wieder auf der Ringstraße angekommen, führte uns der Weg über die gewohnten Steigungen. Am Ljósavatn-See machten wir Pause 🍎 und stärkten uns für die letzten anstehenden Tageskilometer. Ein besonderes Highlight war der Goðafoss, einer der bekanntesten Wasserfälle Islands, der direkt an der Ringstraße liegt. Danach wartete die nächste und letzte Steigung ⛰️ des Tages auf uns, bevor wir nach 103 Kilometern gegen 20 Uhr auf dem Campingplatz in Laugar ankamen. Wir schafften es, unser Zelt vor dem bald einsetzenden Regen 🌧️ aufzubauen. Duschen 🚿- Essen 🍝 - Schlafen ⛺️
Tag 6 - Mücken und Vulkane
Nach einem kleinem Frühstück 🥣 startete unser Tag direkt mit dem Anstieg auf die Hochebene, wo die Landschaft vulkanischer wurde. 🌋 Wir durchfuhren das Gebiet um den Myvatn (dt. Mückensee). Der Name war Programm, denn für den Rest des Tages waren Mücken 🦟 unsere ständigen Begleiter. Nach 37 Kilometern kamen wir in Reykjahlid an. Hier gab es die einzige Einkaufsmöglichkeit an diesem Tag. Daher stockten wir unsere Vorräte auf und machten unsere Mittagspause. Hier trafen wir weitere Radreisende 🚲, die die Ringstraße 1️⃣ in entgegengesetzter Richtung bereisen. Anschließend warteten direkt die nächste Steigung von 10 % ⛰️ und starke Seitenwinde 💨 auf uns. Von oben hatten wir einen tollen Blick auf die natürlichen heißen Quellen, die sowohl zum Baden als auch für Geothermie genutzt werden. Der Geruch 👃 ist gewöhnungsbedürftig.
Die nächsten Kilometer rollten wir mit Rückenwind über die Hochebene. Dabei wirkte die Landschaft zeitweise wie eine Lavawüste. Am Horizont begleiteten uns die ganze Zeit Vulkangipfel. 🌋 Nach einem letzten Anstieg für den Tag verließen wir die Ringstraße und bogen in einen Schotterweg ein, um den Campingplatz 🏕️ in Möðrudalur anzufahren. Da dies der einzige Campingplatz weit und breit war, mussten wir einen Umweg von 8 Kilometern in Kauf nehmen. Nach 110 Kilometern bauten wir bei starkem Wind, aber Sonnenschein unser Zelt ⛺️ auf. Essen🥘 - Duschen 🚿- Schlafen 💤.
Runde 7 - ganz im Zeichen des Windes
Nach einer stürmischen und kalten Nacht im Zelt ⛺️ fiel das Aufstehen aus dem warmen Schlafsack heute Morgen nicht ganz so leicht. Aber nützt ja nichts. Aufstehen, Morgenroutine, Zelt abbauen, Frühstück und los aufs Fahrrad 🚲. Wer beim letzten Bericht gut aufgepasst hat, kann sich denken, was dann kam: Den 8 Kilometer langen Umweg auf einem Schotterweg mussten wir auch heute Morgen zurücklegen, um auf die Ringstraße 1️⃣ zurückzukommen, wo unser Weg mit einer Steigung begann. Als wäre der Anstieg nicht schon herausfordernd genug, schwirrten währenddessen unaufhörlich die Mücken 🦟 um uns herum. Das Höhenprofil für den restlichen Tag sah verlockend aus: Es sollte größtenteils bergab gehen, da wir die Hochebene verlassen sollten. Auftretende Windböen von hinten und von der Seite machten die Abfahrten rasant und spannend. Unsere Route führte uns an mehreren Wasserfällen vorbei, die in einem Fluss in einer Schlucht mündeten. An einem der Wasserfälle gab es einen Rastplatz, den wir für unsere Mittagspause und ein bisschen Sightseeing nutzten. Den ganzen Tag über begleitete uns neben dem Wind 💨 auch die Sonne ☀️ bei für Island ungewöhnlichen Temperaturen bis zu 25 Grad Celsius. Je näher wir unserem Tagesziel in Egilsstadir kamen, desto mehr verdunkelte sich der Himmel durch aus den Bergen herab gewehten Erosionsstaub. Zum Ende der Etappe wartete mal wieder eine Steigung ⛰️ auf uns, bevor wir nach 110 Tageskilometern am Campingplatz 🏕️ ankamen. Dorten planten wir die nächsten Etappen.
Fortsetzung folgt…