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Die Tandemhopper Geht’s raus, schaut’s Fußball. ⚽
Grounds scheppern. Geschichten sammeln.

Unser Groundhopping-Geheimtipp fürs Wochenende: Red Star – Saint-Étienne.Am Samstag öffnet im legendären Stade Bauer die...
15/10/2026

Unser Groundhopping-Geheimtipp fürs Wochenende: Red Star – Saint-Étienne.

Am Samstag öffnet im legendären Stade Bauer die neue Kop-Tribüne – nach einem Kampf der Red-Star-Fans, der sich über rund 20 Jahre gezogen hat.

Dabei ist Bauer für Groundhopper eigentlich eine kleine Tragödie: Einer der eigenwilligsten alten Grounds Frankreichs wird seit Jahren Stück für Stück zum modernen Stadion umgebaut. Warum die Fans trotzdem maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass Red Star heute überhaupt noch dort spielt, ist eine ziemlich gute Geschichte.
Und dann ist da noch das Spiel: Erster gegen Zweiter der Ligue 2, Saint-Étienne auswärts und eine angekündigte Aktion der Red-Star-Szene zur Tribüneneröffnung.

Warum Bauer so besonders war, weshalb Red Star jahrelang in Beauvais und Paris spielen musste und was am Samstag passiert:

👉 tandemhopper.de/geschichten/20-jahre-kampf-um-bauer

Das Spiel findet ihr übrigens auch als Geheimtipp dieses Wochenendes in unserem Groundhopping-Kalender.

👉 tandemhopper.de/kalender

Red Star eröffnet gegen Saint-Étienne die neue Kop-Tribüne im Stade Bauer. 20 Jahre Fanprotest, Stadionumbau und ein echtes Spitzenspiel.

Glücksfund in Hongkong 🧧🏙️🐎Lucky Mile – New Fair Kui Tan FC Hong Kong Football Club 🏟️First Division 🇭🇰 I 114 🧍🏼‍♂️ | 3:...
14/10/2026

Glücksfund in Hongkong 🧧🏙️🐎
Lucky Mile – New Fair Kui Tan FC
Hong Kong Football Club 🏟️
First Division 🇭🇰 I 114 🧍🏼‍♂️ | 3:3

Bevor wir in den nächsten Tagen tiefer in unsere lange Asienreise einsteigen, fangen wir mal klein an.

Oder zumindest so klein, wie man in Hongkong anfangen kann, wenn im Hintergrund Pferderennbahn, Hochhäuser, Clubhaus-Luxus und Flutlicht stehen.

Zentralasien wurde auf dieser Reise komplettiert, China und Hongkong standen wieder auf dem Plan, und natürlich wird es noch um aktive Fanszenen, lokale Fußballkultur und diese schwer zu übersetzende Frage gehen, ob man in Asien wirklich von Ultras sprechen kann oder ob wir Europäer da manchmal einfach zu schnell unsere eigenen Schubladen aufziehen.

Heute aber erstmal: Glücksfund.

Eigentlich war der Spielplan nicht besonders passend. Länderspielpause, dazu ein FIFA-Turnier in Hongkong, weshalb in der Premier League nichts lief. Den League Cup mit sogar interessanteren Spielen übersahen wir zunächst klassisch souverän. Kann passieren.

Da chinesischer Nationalfeiertag war, waren Hotels in Hongkong komplett absurd teuer. Golden Week soll man als Tourist angeblich vermeiden. Wir haben sie eher genutzt und ein bisschen gespürt. Nicht ganz so apokalyptisch, wie es soziale Netzwerke gerne verkaufen, aber voll war es natürlich trotzdem. Pro Tag kamen über 1,5 Mio. Festlandchinesen nach Hongkong, und am Ufer oder auf dem Weg zum Peak merkte man das schon.

Der Peak ist dabei herrlich klassisch China: schönster Aussichtspunkt der Stadt, also natürlich direkt noch einen Konsumtempel oben draufballern. Aussicht? Ja. Natur? Kurz. Shopping? Immer.

Wir pendelten deshalb aus Shenzhen rein. Klingt erstmal nervig, klappte aber erstaunlich entspannt. Eine halbe Stunde Metro, Grenzformalitäten, ein bisschen Papierkram, fertig.

Zum Tagesabschluss blieben wir auf Hong Kong Island, also dem touristisch spannenderen Teil der Stadt. Dort fiel die Wahl auf das Hong Kong Football Club Stadium im Happy Valley.

Und das ist allein schon ein Treffer.

Happy Valley Racecourse ist eine Anlagen, bei der man sofort versteht, warum Hongkong als Stadt so speziell ist. Eine Pferderennbahn mitten zwischen Hochhäusern, Straßen, Licht, Lärm und Geld. Kein Stadion am Stadtrand, sondern eine riesige Rennbahn in einer der dichtesten Städte der Welt.

In den Innenraum dieser Rennbahn wurden Sportplätze gelegt. Fußball, Rugby, Hockey, Trainingsfelder. Schon ein normaler Platz dort hätte gereicht: Ein Kunstrasen zwischen Hochhäusern, dazu diese riesige VIP-/Logen-/Restaurant-Tribüne der Rennbahn im Hintergrund.

Aber eines dieser Felder ist sogar ein richtiges kleines Stadion.

Zwei überdachte Tribünen. Stark angewinkelte Sitze. Becherhalter. Viel mehr Komfort als man bei einem Zweitligaspiel vor 114 Leuten erwarten würde. Ähnlich wie ein amerikanisches Baseballstadion.

Wir beeilten uns vorher noch, die doppelstöckigen Straßenbahnen mitzunehmen. Als Ostberliner hat man für Straßenbahnen natürlich grundsätzlich eine Restzuneigung, selbst wenn sie auf der anderen Seite der Welt fahren. Danach ging es halbwegs pünktlich Richtung Stadion.

Oder besser: fast zu pünktlich.

Denn als wir ankamen, lief auf einem anderen Platz gerade noch ein weiteres Spiel in der 70. Minute.

Hongkong eben.

Das hätte ich von meiner letzten Tour wissen müssen. In Hongkong wird gefühlt immer irgendwo Fußball gespielt. Freitagabend, Sonntagabend, kurz vor 22 Uhr, egal. Platzmangel sei Dank wird hier gestapelt, geschoben und durchgetaktet. Nach unserem Spiel wärmten sich schon wieder die nächsten Spieler auf.

Für Groundhopper ist das eigentlich ein Traum.

Man muss nur die Website des Hongkonger Fußballverbands öffnen. Dort sind wirklich Ligen, Spielorte und Ansetzungen erstaunlich ordentlich gelistet. Dazu kommen noch alternative Strukturen, Freizeitligen, Schul- und Uni-Teams, Expat-Mannschaften und die Yau Yee League, in der unter anderem auch die German All Stars auftauchen.

Hongkong-Fußball ist also nicht nur ein Verband, eine Liga und fertig.

Es ist eher ein kleiner, enger, ziemlich gut organisierter Parallelkosmos, der sich absolut von China abhebt.

Das Hong Kong Football Club Stadium gehört natürlich zum Hong Kong Football Club. Einer dieser alten Kolonialclubs, bei denen wir schon am Eingang merkten, dass hier nicht jeder einfach mit Plastiktüte und verschwitztem Shirt hineinspaziert. Pelé war hier schon zu Gast, Gianni Infantino ein Tag vor uns auch. Unser eigentliches Highlight war aber nicht die Prominenz, sondern das Vereinsheim.

Wobei Vereinsheim fast beleidigend klingt.

Das Ding wirkt eher wie Golfclub, Luxushotel und britischer Kolonialrest in einem.

Am Eingang wurden wir von einem gut gekleideten Portier freundlich, aber ziemlich eindeutig darauf hingewiesen, dass dieser Bereich nur für Mitglieder sei. Man schien generell nicht ganz zu verstehen, warum hier zwei Nichtmitglieder ohne Einladung auftauchen, nur weil irgendwo 22 Menschen gegen einen Ball treten.

Verständlich.

Am Ende ging es über einen Besuchereingang dann doch rein. Erst kurz auf die Tribüne, dann relativ schnell in das hell erleuchtete Restaurant hinter dem Tor. Gemütlich, sauber, klimatisiert, mit Blick auf den Platz. Das fast ausschließlich weiße, englischsprachige Publikum konsumierte fröhlich vor sich hin.

Bei fast zehn Euro für ein 0,5er Fassbier mussten wir kurz schlucken.

Dann sahen wir, dass es immerhin zwei Eigenmarken gab. Biere, die speziell für den Club gebraut wurden. Eines mit dem Gründungsjahr im Namen, eines namens Lockhart’s. Da gibt man dann natürlich doch auf.

Neben uns ließen drei Damen einen fast vollen Pitcher stehen und gingen einfach.

In diesem Moment wird einem kurz die Vermögensverteilung in Hongkong klar.

Sportlich war Lucky Mile gegen New Fair Kui Tan FC dann überraschend unterhaltsam.

Lucky Mile ist die zweite Mannschaft des Hong Kong Football Club. Also sportlich eher der kleinere Ableger eines sehr großen Clubs. Trotzdem führte man hier bereits 3:1. New Fair Kui Tan kam aber zurück, trotz roter Karte, und erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit noch das 3:3.

Kui Tan lief nach dem 1:3-Rückstand weiter fleißig an. 69. Minute das 2:3, danach mehrere Chancen, ab der 85. Minute sogar in Unterzahl, und dann in der Nachspielzeit die Belohnung: Ecke, Flugkopfball, Ausgleich.

Kann man so machen.

Direkt nach Abpfiff ging es wieder Richtung Grenze.

Letzte volle Metros, müde Beine, wieder Einreisebogen ausfüllen, zurück nach Festlandchina.

Mehr zu Hongkong, China, Zentralasien und den aktiven Bewegungen dort kommt in den nächsten Tagen.

Bleibt also dran. 🙂

🚫 3.500 Gästefans ausgesperrt – zwei Tage vor Anpfiff!Olympique Marseille gegen Olympiakos Piräus hatten wir in unserem ...
13/10/2026

🚫 3.500 Gästefans ausgesperrt – zwei Tage vor Anpfiff!

Olympique Marseille gegen Olympiakos Piräus hatten wir in unserem Groundhopping-Kalender als eines der absoluten Topspiele der Europapokal-Ligaphase empfohlen. Und das nicht unbedingt wegen der sportlichen Qualität.

Denn bei diesem Spiel treffen gleich mehrere große Ultrafreundschaften und Rivalitäten aufeinander.

Auf der einen Seite steht Marseille, dessen Ultras vom Commando Ultra 84 eine langjährige Freundschaft mit Original 21 von AEK Athen pflegen. Auf der anderen Seite Olympiakos, dessen Fans eng mit den Ultras von Roter Stern Belgrad verbunden sind.

AEK und Olympiakos sind bekanntlich alles andere als Freunde. Und Marseille und Roter Stern haben spätestens seit dem verlorenen Europapokalfinale von 1991 ebenfalls ihre eigene Geschichte.

Entsprechend brisant war die Ausgangslage für Donnerstag im Stade Vélodrome.

Doch daraus wird nun zumindest auf den Gästetribünen nichts: Die französischen Behörden haben sämtliche Olympiakos-Fans vom Stadionbesuch ausgeschlossen!

Laut Medienberichten wollten rund 3.500 Griechen anreisen. Erst heute, zwei Tage vor dem Spiel, wurde das Verbot bekannt gegeben. Auch Anhänger von Roter Stern Belgrad werden in der behördlichen Verfügung ausdrücklich genannt.

Die Partie wurde von der französischen Anti-Hooligan-Einheit in die höchste Risikostufe eingeordnet. Zusätzlich belasten aktuelle Schülerproteste die Polizeikapazitäten in Marseille.

Olympiakos kritisiert die extrem kurzfristige Entscheidung und kündigte bereits die Rückerstattung der Eintrittskarten an.

Für die Fans, die Flüge, Hotels und Urlaub längst organisiert haben, ist das natürlich ein schwacher Trost.

Mal wieder ein Europapokalspiel, bei dem man als Groundhopper besser erst nach dem Abpfiff seine Reise buchen sollte. 🙃

Quelle: Olympiakos / Französische Behörden

Hollands älteste Tribüne verschwindet ❌🪵🛖VDZ Arnhem – VV Germania | Sportpark ’t Cranevelt 🏟️3e Klasse J 🏆 | 800 👥 | 2:2...
12/10/2026

Hollands älteste Tribüne verschwindet ❌🪵🛖
VDZ Arnhem – VV Germania | Sportpark ’t Cranevelt 🏟️
3e Klasse J 🏆 | 800 👥 | 2:2

Auch in der neueren Heimat verstecken sich noch kleine Perlen.

Man muss nur manchmal mit zu wenig Luft im Hinterrad losfahren, zwanzig Minuten vor Anpfiff merken, dass Arnhem-Noord doch hügeliger ist als der eigene Optimismus, und dann verschwitzt an einem Sportpark auftauchen, bei dem man eigentlich gar nicht wegen des Spiels kommt.

VDZ Arnhem gegen VV Germania Groesbeek vor lockeren 80 Zuschauern.

Normalerweise ist das für mich ein Spiel, bei dem ich einchecke, einmal ums Gelände laufe, was trinke und mich nachher frage, ob ich nicht doch lieber Wäsche hätte waschen sollen.

Diesmal nicht.

Denn auf Sportpark ’t Cranevelt steht noch eine dieser Tribünen, die mehr erlebt hat als die meisten Vereine im niederländischen Profifußball. Eine alte Holztribüne, 1923 eröffnet, gebaut für Eendracht Arnhem, später von VDZ übernommen, und nach allem, was man so liest, wahrscheinlich die älteste noch für Fußball genutzte überdachte Tribüne der Niederlande.

Das ist natürlich genau die Art Satz, bei der Groundhopper leicht glasige Augen bekommen.

Ich auch.

Zumal ich schon vorher einiges über diese Tribüne gelesen hatte bei "In de Hekken", für mich weiterhin einer der empfehlenswertesten Kanäle, wenn es um niederländische Fankultur, alte Sportparks und Fußball abseits der Eredivisie-Glatze geht. 2019 waren sie schon hier und schrieben ziemlich verliebt über das Holz, das Knarzen, die Seitenscheiben, die alten Bänke und diesen kleinen Fußballschatz in Arnhem-Noord.

Damals stand auch schon im Raum, dass die Tribüne irgendwann verschwinden wird.

Nur wusste ich nicht: Steht sie noch? Ist sie schon weg? Wird sie morgen abgerissen? Oder gehört sie zu diesen niederländischen Vereinsprojekten, über die seit Jahren gesprochen wird, während am Ende doch wieder jemand ein neues Sponsorenbanner dranschraubt und alles noch zehn Jahre so bleibt?

Also hin.

Und ja, sie steht noch.

Aber man merkt leider auch: Lange wahrscheinlich nicht mehr.

VDZ feiert gerade 100 Jahre. Das sieht man überall auf dem Sportpark. VDZ wirkt wie ein richtig gesunder niederländischer Amateurverein: viele Teams, viele Mitglieder, gute Anlage, viel Betrieb, dieses typische Vereinsheimleben eben.

Und genau in diesem Jubiläumsjahr soll der Verein den nächsten großen Schritt machen.

Ein neues Clubhaus.

Modern, groß, funktional, wahrscheinlich für die kommenden Jahrzehnte absolut sinnvoll. Wer niederländische Sportvereine kennt, weiß, wie wichtig so ein Vereinsheim ist. Empfang, Kantine, Treffpunkt, Schaltzentrale, Elternwartezone, Sponsorenecke, dritte Halbzeit und halber Dorfplatz in einem.

Ich gönne VDZ dieses neue Clubhaus wirklich.

Nur leider kommt es ausgerechnet dorthin, wo heute die alte Tribüne steht.

Und da wird es dann etwas bitter.

Denn die Tribüne ist nicht mehr in dem romantischen Zustand, den man sich nach alten Fotos und Liebeserklärungen vielleicht erhofft. Das Holz lebt noch, aber eher so, wie ein alter Mann lebt, der im Vereinsheim immer noch seinen festen Platz hat und sich weigert, zum Arzt zu gehen. Schmierereien, ein ziemlich trauriges Innenleben, zwei lieblos aufgehängte Werbebanner, die dem Ding ungefähr so gut tun wie ein Werbeaufsteller vor einer gotischen Kirche.

Man sieht leider: Hier wurde nicht mehr wirklich versucht, das Schmuckstück zu retten.

Eher wurde es geduldet.

Vielleicht ist das ungerecht. Vielleicht gab es Gutachten, Kosten, Brandschutz, Bausubstanz, Sicherheitsfragen und am Ende eine Excel-Tabelle, in der Nostalgie leider keine eigene Spalte hatte. Kann alles sein.

Aber wenn man davorsteht, tut es trotzdem weh.

Gerade weil das neue Vereinsheim vermutlich richtig stark wird. Nur eben an der völlig falschen Stelle. Es ist ein bisschen so, als würde man bei einem alten Familienfoto sagen: Schönes Bild, aber der Rahmen ist unpraktisch, wir stellen jetzt den Router davor.

Natürlich ist ein Verein kein Museum.

Das ist der Satz, den man sich als Hopper in solchen Momenten immer selbst sagen muss, bevor man zu pathetisch wird und anfängt, mit einer Holzbank über Denkmalschutz zu sprechen. VDZ muss funktionieren. VDZ braucht Kabinen, Räume, Einnahmen, barrierearme Lösungen, zeitgemäße Infrastruktur. Der Verein lebt nicht davon, dass ein paar Deutsche und Niederländer einmal im Jahr vorbeikommen und „lekker tribunetje“ murmeln.

Trotzdem bleibt die Frage, ob wirklich alles Alte nur dann einen Wert hat, wenn es noch praktisch ist.

Denn diese Tribüne ist nicht irgendein altes Dach.

Sie ist ein Stück niederländische Fußballgeschichte. Nicht die große, laute Geschichte von Ajax, Feyenoord oder PSV. Sondern die viel wichtigere kleine Geschichte: Sportpark, Holz, Sonntag, Vereinsleben, achtzig Zuschauer, Kaffee im Clubhuis und irgendwo ein Linienrichter, der nach dem Spiel noch beleidigt ist.

Genau davon gibt es immer weniger.

Das Spiel passte dann immerhin ganz gut zum Rahmen.

Germania Groesbeek ist schon vom Namen her ein sympathischer Gast. Dazu kommt: Groesbeek ist eine dieser niederländischen Fußballgemeinden, in denen gefühlt hinter jedem zweiten Gartenzaun jemand früher mindestens Hoofdklasse gespielt hat. Germania, De Treffers, Achilles’29, Juliana’31 nicht weit weg.

Auf dem Platz wurde es ordentlich unterhaltsam.

VDZ ging kurz nach der Pause 1:0 in Führung, konnte das aber nicht lange halten und lag wenig später 1:2 hinten. Danach wurde es etwas hitziger, am Ende kam VDZ nach einer Ecke noch zum 2:2. Laut Germania wurde der Torwart dabei „deutlich behindert“. VDZ stellte danach auf Instagram sinngemäß die Frage, was die Leute davon halten.

Sehr niederländisch.

Erst Spielbericht schreiben, dann VAR-Kommission in den Kommentaren eröffnen.

Ich stand nicht perfekt, aber sagen wir so:

Für einen neutralen Sonntagnachmittag war es genau die richtige Menge Streit. ;)

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Niederländischer geht’s nicht 🏖️🐟Quick Boys – VV Katwijk Sportpark Nieuw Zuid 🏟️Tweede Divisie 🏆 | 8.000👥 | 6:0Es ist ha...
11/10/2026

Niederländischer geht’s nicht 🏖️🐟
Quick Boys – VV Katwijk
Sportpark Nieuw Zuid 🏟️
Tweede Divisie 🏆 | 8.000👥 | 6:0

Es ist halb eins und ich stehe mal wieder an der Katwijker Küste.

Auch nach mehreren Besuchen beeindruckt mich dieser Strand jedes Mal wieder. Katwijk ist für viele Deutsche wahrscheinlich eher Rentnerurlaub, Fischbude und Ferienwohnung mit Blick auf grauen Himmel. Aber der Strand ist wirklich stark.

Als ich mich auf den zehnminütigen Fußweg Richtung Nieuw Zuid mache passiert wiedereinmal genau das, was bei meinen Besuchen in Katwijk Zuid eigentlich immer passiert. Egal ob Derby oder Pokalspiel: Polizeistreifen kommen, sperren alles ab, und die Gästebusse rauschen an mir und ein paar Leuten am frittierten-Kibbeling-Stand vorbei.

Drei Busse. Für VV Katwijk. Also für den Verein aus der anderen Hälfte desselben Ortes.

Das ist schon bei Pokalspielen absurd genug, weil wir hier immer noch über Amateurfußball auf einem ausgebauten Sportplatz reden. Beim Derby wird es dann endgültig niederländisch. 350 Gäste werden von der südlichen Hälfte eines 17.000-Einwohner-Ortes in den Norden gefahren, als würden sie nicht am Sonntag wieder in derselben Kirche sitzen, sich am Schulhof begegnen oder beim Gartentor so tun, als sei nichts gewesen.

Aber gut. Fancards, Buskombis, Gästebeschränkungen. Willkommen im niederländischen Fußball.

Man kann sich das in guter Hoppermanier natürlich wieder als „authentisch“ schönreden. Und ganz ehrlich: Ein bisschen stimmt es ja auch. Nichts sagt so sehr „Niederlande“ wie ein Amateurderby, bei dem die Auswärtsfans für drei Kilometer von Polizei in Bussen transportiert werden.

Beim anderen Derby gegen Rijnsburg wird es teilweise noch besser, weil dort Gästefans aktuell komplett draußen bleiben müssen. Da wirkt die kurze Busfahrt durch Katwijk fast schon wie ein großzügiges Entgegenkommen der Behörden.

Warum ich mir das trotzdem wieder gebe? Gute Frage.

Die Pokalnächte bei Quick Boys wird dieses Derby wahrscheinlich nie übertreffen. Hier wurden reihenwise in den letzten Jahren Profivereine aus dem KNVB-Beker gekegelt, unter anderem Robin van Persies Heerenveen im Viertelfinale. Diese Abende auf Nieuw Zuid waren genau diese seltene Mischung aus Amateurplatz, großer Bühne und niederländischem Chaos, von denen ich nie genug bekommen kann.

Aber es gibt einen einfachen Grund, warum man trotzdem immer wieder nach Nieuw Zuid fährt:

Das Stadion. Oder besser: der ganze Ort.

Zwischen all den niederländischen Kunstrasen-Terroranlagen, die irgendwo zwischen Gemeindeplanung, Fahrradparkplatz und Vereinsheim-Baukasten liegen, ist Sportpark Nieuw Zuid ein echter Ausreißer. Das Hauptfeld liegt in einer Dünenpfanne, direkt hinter dem Küstenstreifen. Dazu Naturgras, eine große überdachte Tribüne, Stehbereiche, Vereinsleben, Meerluft und dieses Gefühl, dass hier nicht einfach ein neuer Platz gebaut wurde, sondern ein Verein gewachsen ist.

Wenn irgendwann ein Alien vom Mond kommt und mich fragt, wie es am authentischsten den Länderpunkt Niederlande machen kann, würde ich wahrscheinlich nicht Ajax, Feyenoord oder PSV sagen.

Ich würde sagen: Fahr nach Katwijk. Mach Quick Boys auf Nieuw Zuid. Am besten Derby.

Mehr Niederlande bekommt man kaum in einen Ground.

Es ist nicht nur schön. Es ist auch stereotypischer als man es sich je vorstellen könnte.

Ob Quick Boys gegen VV Katwijk wirklich das größte Amateurderby der Niederlande ist, darüber kann man streiten.

Spakenburg gegen IJsselmeervogels wird bei dieser Frage natürlich sofort beleidigt die Hand heben. Und auch völlig zurecht. Die „blau-rode“ Geschichte dort ist wahrscheinlich das größere nationale Symbol.

Aber Katwijk hat in den letzten Jahren ordentlich aufgeholt.

Nicht nur sportlich, weil Quick Boys und VV Katwijk lange zur Spitze des niederländischen Amateurfußballs gehörten. Auch optisch hat dieses Derby inzwischen einiges zu bieten. Pyro vor dem Spiel, Choreos, volle Sportparks, viel lokaler Druck. Quick Boys wirkt dabei im Moment wie der Verein mit dem größeren Momentum. Meisterschaft, Pokalabende, volle Hütte, eigenes Selbstbewusstsein.

Und natürlich hängt hier auch Dirk Kuyt über allem.

Katwijker Junge, Quick-Boys-Vergangenheit, später Liverpool, Feyenoord, Oranje. Einer dieser Namen, mit denen ein Amateurverein direkt eine größere Geschichte erzählen kann. VV Katwijk hat ebenfalls eine starke Tradition und viele Erfolge, aber Quick Boys verkauft seine Mischung aus Dorf, Küste und Mythos momentan für mich zumindest sehr überzeugend.

Das Derby selbst erzählte diesmal allerdings keine große Geschichte.

Oder zumindest keine spannende.

Schon vor dem Spiel hatte man das Gefühl, dass der Tag eher blau-weiß als orange-schwarz werden würde. Normalerweise halte ich mich mit solchen Urteilen zurück, aber die ohnehin schon schwache Gästefan-Choreo war an diesem Nachmittag wirklich kein gutes Omen. Sie fiel ziemlich genau zum Einlaufen fast in sich zusammen. Das sorgte auf den Heimrängen natürlich für Gelächter, und ja, es war leider auch ein bisschen lustig.

Einen kleinen Akzent setzte Katwijk dann doch. Über die Firma, die für die offizielle Einlauf-Pyroshow verantwortlich war, schaffte man es irgendwie, orangen Rauch in die blau-weiße Feuerwerksshow zu schmuggeln.

Das war wahrscheinlich der beste Katwijk-Moment des Tages.

Danach kam fast nichts mehr.

Quick Boys war vom Start weg klar besser. Nicht ein bisschen. Nicht „Derbyform zählt nicht“. Sondern einfach deutlich. Katwijk kam kaum in Zweikämpfe, kaum in Umschaltmomente, kaum in richtige Chancen. Ich kann mich ehrlich gesagt an keine Szene erinnern, bei der man ernsthaft dachte: Jetzt könnte hier etwas kippen.

Nach 20 Minuten stand es 1:0. Zur Pause 3:0. Danach wurde es noch unangenehmer.

Am Ende 6:0.

Höchster Sieg in diesem Derby überhaupt.

Das klingt spektakulärer, als es sich teilweise anfühlte, weil das Spiel erstaunlich früh erledigt war. Es war weniger Derbydrama als öffentliche Darstellung der Kräfteverhältnisse. Quick Boys spielte es locker runter.

Im Gästeblock wurde entsprechend früh eingepackt. Beim 3:0 oder 4:0 verließen die ersten schon sichtbar den Blockbereich. Was bei einer normalen Auswärtsfahrt halbwegs verständlich wäre, wird bei einer verpflichtenden Buscombi natürlich noch absurder. Du gehst aus dem Block, darfst aber nicht wirklich weg.

Auf der Heimseite war es dagegen ein Nachmittag zum Genießen. Quick Boys bekam fast alles, was man sich in so einem Derby wünschen kann: volle Anlage, gutes Wetter, Pokal- und Meistergefühl im Rücken, ein Gegner, der fast nichts entgegenzusetzen hatte, und am Ende einen historischen Kantersieg.

Es war nur eben kein Spiel für neutrale Spannung.

Dafür war es als Erlebnis wieder stark.

Gerade weil außerhalb von Katwijk erstaunlich wenige Niederländer zu solchen Spielen fahren. In Deutschland wäre so ein Derby vermutlich ein kleiner Hopperauflauf. In den Niederlanden bleibt es viel stärker ein Ding des Ortes. Man merkt schnell, dass man nicht dazugehört. Nicht böse, nicht abweisend, aber eindeutig. Hier reden Menschen über Nachbarn, Schulfreunde, Familien, Vereinslager, alte Geschichten.

Man steht als Hopper daneben, isst etwas, macht Fotos und weiß: Das hier gehört eigentlich nicht mir.

Genau das macht es gut.

Ticketverkauf ist entsprechend auch speziell. Nicht einfach online rein, Warenkorb, fertig. Momentan läuft es ausschließlich über Mitglieder, Kontakte und lokale Strukturen. Abschrecken sollte das trotzdem niemanden. Quick Boys ist erstaunlich tourifreundlich, und irgendwie ergibt sich fast immer ein Weg. Gerade weil man nicht in einer anonymen Profibude steht, sondern in einem Verein, in dem noch Menschen Lösungen finden können, wenn man freundlich fragt.

Am Ende bleibt für euch Leser: Nieuw Zuid muss man machen.

Weil dieser Ort alles bündelt, was niederländischer Amateurfußball im besten Fall sein kann. Ein großer Verein, eine starke Anlage, ein echtes Dorfduell, absurde Sicherheitsregeln, Meerluft, Vereinsheim, Dünen, Naturgras und Menschen, die diesen ganzen Wahnsinn wirklich ernst nehmen.

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Wir stecken gerade viel Zeit in Tandemhopper: Website, WhatsApp-Kanal, mehr Hintergründe und Instagram sind im Aufbau. Wenn euch diese tieferen Berichte gefallen, freuen wir uns über ein Follow hier auf Facebook - u.a. geben morgen wir eine Vorschau und Empfehlungen zur ersten Pokalrunde in NL raus.

Die Champions-League-Auslosung ist durch. 🇪🇺✈Aber welche Spiele lohnen sich eigentlich wirklich aus Groundhopper- und Fa...
01/09/2026

Die Champions-League-Auslosung ist durch. 🇪🇺✈
Aber welche Spiele lohnen sich eigentlich wirklich aus Groundhopper- und Fansicht?

Wir haben uns nicht die sportlichen „Kracher“ rausgepickt, sondern nach vollen Gästeblöcken, alten Geschichten zwischen Fanszenen, Fanfreundschaften über Bande, kurzen Auswärtswegen und ein paar ziemlich schrägen Europapokalreisen geschaut.

AEK – Roma, PSG – Galatasaray, Brugge – Lens, Fenerbahçe – Slavia und einige weitere Spiele stehen bei uns ganz oben auf der Liste.

👉 Den kompletten Artikel mit unseren Hopper-Empfehlungen findet ihr hier:

Champions-League-Tipps für Groundhopper: 15 Spiele mit Gästemobs, Fanszenen, Rivalitäten, Freundschaften und besonderen Auswärtsreisen.

DANKE an alle, die Tandemhopper bisher verfolgen, mitlesen, kommentieren und supporten. 🤝Die Zahlen auf dem Bild sind fü...
30/08/2026

DANKE an alle, die Tandemhopper bisher verfolgen, mitlesen, kommentieren und supporten. 🤝
Die Zahlen auf dem Bild sind für uns schon ziemlich verrückt!

Und gleichzeitig der perfekte Anlass, endlich auch offiziell tandemhopper.de vorzustellen. 💻🥳

Wir wollen dort nach und nach genau das aufbauen, was uns selbst beim Groundhopping oft fehlt:

🏟️ ausführliche Berichte über besondere Spiele, Vereine, Stadien und Fanszenen fernab vom großen Fußball

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Dazu gibt es unseren WhatsApp-Kanal, auf dem vieles zuerst landet und wir auch zusätzliche Hintergründe teilen. Ein Newsletter für die Website soll ebenfalls folgen.

Das alles steckt noch ziemlich am Anfang. Wenn euch gefällt, was wir machen, hilft uns deshalb wirklich jedes Teilen, Kommentieren, Folgen, Weiterempfehlen oder ehrliche Feedback.

Danke, dass ihr dabei seid. Jetzt schauen wir mal, was daraus wird. ⚽

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