20/08/2026
Wenn mich abends die geführte Meditation auffordert, einen Film des Tages ablaufen zu lassen, weiß ich oft nicht, was ich so getan habe. Wenn ich drei Dinge benennen soll, für die ich dankbar bin, sind es immer Dinge rund um Nora. Dass sie mich so oft angelächelt hat, dass sie sich so gut entwickelt, dass ich so dankbar bin, dass das Stillen so gut funktioniert und und und.
Wenn mich mein Mann fragt, ob mir das Essen geschmeckt hat, kann ich meist nur sagen, ich weiß es gar nicht, weil ich so unbewusst esse, meistens viel zu schnell oder einfach so nebenbei, dass es mir nichtmal auffällt.
Ich komme nicht mehr so verlässlich zum Nachrichten-beantworten, meine Social media Zeit hat sich völlig eingeschränkt, ich bin allgemein so viel weniger am Handy, mache nur das Notwendigste am Laptop.
Das ist alles gar nicht schlimm oder negativ gemeint, sondern einfach nur eine Feststellung, wie anders das Leben grad ist.
Trotzdem geht schon ganz viel wieder, ich bin lamawandern, ich bin stundenweise in der Gärtnerei, fast schon wieder eine Art Alltag und das nach nur 3 Monaten, der Fokus liegt nur einfach vollkommen auf Nora, alles andere ist rundherum organisiert. Wir haben uns ganz bewusst für ein Kind entschieden und dafür auch gern Platz in unserem Leben gemacht. Es geht uns richtig gut, so Vieles hat sich schon so gut eingespielt. Man muss es nur erwarten können, am Anfang, wenn man noch so hilflos ist. Aber es wird besser, das Kind kommt mehr in der Welt an und man selber kommt mehr im Elterndasein an. Es ist so interessant, die Zeit vergeht so anders, manchmal gefühlt viel langsamer, manchmal viel schneller, jedenfalls ist kein Tag gleich und es wird niemals langweilig.
Funfact: genau heute vor einem Jahr hat meine Schwangerschaft rein rechnerisch angefangen 💞
13/08/2026
Konsum und Baby, untrennbar miteinander verknüpft. Bereits in der Schwangerschaft wird man überflutet von 'must haves', viele haben bereits ein Kinderzimmer fix fertig eingerichtet. Für mich war das von Beginn an zu viel, ich wollte mal in Ruhe in der Schwangerschaft ankommen, im aktuellen Moment sein, ohne dieses Vorausgaloppieren zu einer Zeit, die noch so weit weg schien. Ich wollte nicht schon alles kaufen müssen, ohne dass ich dieses Wesen kenne, für das ich einkaufe. Wer weiß schon, welches Baby man bekommt und wer weiß, wie man selber als Eltern dann ist?
Ich hatte das Glück von zwei befreundeten Familien Kleidung zu bekommen, ich habe tatsächlich nichts Neues gekauft, das war mir auch sehr wichtig, so viel wie möglich gebraucht zu bekommen, so kurz, wie die Sachen passen in einer ohnehin schon vom Wegwerfen gezeichneten Zeit. Dann die Überforderung beim Waschen, wie viele verschiedene Versionen von Babykleidung gibt es überhaupt?
Man bekommt doch irgendwie Stress, wenn man das Internet durchforstet, welche Startausrüstung empfohlen wird. Oftmals werden ja auch Dinge hochgelobt, die fürs Baby gar nicht so gesund sind, wenn sie dauernd benutzt werden, zb Wi**en oder Neugeborenen-Aufsätze für Hochstühle. Da ist wieder das Vorausgaloppieren, das Baby wäre noch nicht in der Lage zu sitzen, der Körper noch nicht drauf eingestellt, aber der Geist möchte schon teilhaben, das Baby ist zufrieden im aufrechteren Zustand und man bekommt Dinge erledigt.
Ich bin froh, dass ich schon in der Schwangerschaft Kontakt zu einer tollen Physiotherapeutin knüpfen durfte. Sie erklärte mir, dass es wichtig ist, keine Schritte zu überspringen, dass Babys Bewegungsmuster sich optimal entwickeln können und dass das großen Einfluss aufs spätere Laufen lernen und generell gesundes Aufwachsen hat.
Ich bin außerdem froh, nicht komplett dem Konsumwahnsinn verfallen zu sein, man kommt auf so viel drauf, was doch nicht so praktisch ist, oder was man einfach nur kurz braucht. Und ganz viel bekommt man geschenkt, ich habe zb das Buch Hebammenstunde gleich 4 mal 😂 wenn jemand schwanger ist, gerne melden 😂
06/08/2026
Lampakawanderzeit 🥰
Heute mit einer Pfadfindergruppe, morgen eine Geburtstagswanderung, am Samstag ein Freundinnen-Ausflug - für jeden Anlass und für jede Gruppe was dabei 😁
Aktuell freie Termine auf der Homepage, schnell sein lohnt sich, es sind nicht mehr viele übrig 🤫
05/08/2026
Wenn ich erzähle, das Baby hat so Bauchweh und sofort die Frage kommt: "Was hast du denn gegessen?" Als ob immer alles die 'Schuld' oder das 'Versäumnis' der Mutter wäre. Spoiler: Muttermilch hängt laut neueren Erkenntnissen nicht mit dem Magen Kreislauf zusammen sondern nur mit dem Blutkreislauf.
Es kursiert so viel altes Wissen, das einem bei jeder Gelegenheit (sehr oft) ungefragt entgegen fliegt. Auch die Suggestivfrage "Stillst du eh noch?" find ich problematisch. Ja ich stille noch, bei mir läuft alles gut zum Glück, aber was wäre wenn nicht? Wenn ich alles versucht hätte, es aber nicht klappt? Wenn ich damit hadere und ständig diese Frage kommt? Oder der allgegenwärtige Hinweis (zb auf Formula-Packungen), das Stillen das Beste fürs Baby ist? Wie würde ich mich wohl fühlen. Umgekehrt meine Mutter, die zu ihrer Zeit das Umgekehrte erlebte, "hör das Stillen auf, das macht Bauchweh, du quälst dein Kind" .
Jede Generation hat ihre eigenen Vorstellungen, jeweils neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die Altes in Frage stellen. Manches alte Wissen hat seine Berechtigung, aber vieles ist nicht nur veraltet, sondern erzeugt großen Druck auf (vor allem) Mütter, aber Eltern generell. Alles was etwas außerhalb der Norm ist oder zumindest außerhalb des allgemein Erzählbaren liegt, macht schnell Gefühlen des Versagens Platz.
Zurück beim Bauchweh, kommen viele gut gemeinte Tipps, Massageöl (ich finde dann riecht mein Kind nach einer Falafel, auch gut, dann fühl ich mich wie im Urlaub 😂) Tropfen, Wärmflasche etc.
All diese Dinge schaden nicht, aber wirklich helfen tun sie vielleicht eher gegen die Hilflosigkeit der Eltern als gegen das Bauchweh. Man kann damit was versuchen, was tun. Aber ich fürchte, wirklich helfen tut nur die Zeit. Und das wäre eine Info, mit der man sich vielleicht ein paar Schuldgefühle sparen könnte...
31/07/2026
Gleich zwei zurück aus der Karenz 💕
Beide sozusagen in Teilzeit: Schneewittchen darf in Zukunft wieder einige Runden begleiten, Tochter Elsa ist schon fast 1 Jahr und kann gut alleine bleiben.
Ich gehe es langsam an und bin nur fallweise dabei, so dass es mir körperlich nicht zu viel wird und ich genug Zeit für Nora hab 💕 momentan ist es einfach noch zu heiß, dass ich sie guten Gewissens mitnehmen kann, aber wer weiß, vl im Herbst dann in der Trage 🥰
28/07/2026
Ich glaube, man kann sagen, jede Geburt ist dramatisch und manchmal eher traumatisch. Auch wenn schlussendlich alles gut geht, ist es trotzdem eine Grenzerfahrung.
Ich habe aufgrund der Lage meines Babies schon gewusst, dass es ein Kaiserschnitt wird. Zeitpunkt war aber dann von Nora gewählt, es lief alles ruhig und kontrolliert ab, trotzdem ist eine so große OP aufregend, gelinde gesagt. Dann endlich der überwältigende erste Schrei, die Erleichterung, dass alles soweit gut ist. Aber so romantisch, wie das dann erzählt wird, du hältst dein Baby und alles ist vergessen, das ist sicher nicht für jeden so. Es ist ein starker Druck, so empfinden zu müssen, sich enttäuscht oder falsch zu fühlen, weil es nicht so ist, deine Geburtserfahrung nicht so lief, wie du es dir vorgestellt hast, du vielleicht nicht DAS Bonding mit deinem Neugeborenen hattest, weil du oder dein Kind noch weiter versorgt werden musstet etc. Auch, dass du sofort ganz verliebt bist, muss nicht so sein, nur weil andere es so erzählen, das darf auch nach und nach kommen. Ich war eher ungläubig, überrumpelt, so lange waren so viele Sorgen, eigentlich nur 'schwangerschaftserhaltende' Gedanken, dass ja nichts zu früh losgeht, ich hab mich irgendwie auch gar nicht mit dem 'danach' auseinander gesetzt, weil es ein 'von tag zu tag' war. Und auf einmal war es ok und termingerecht und kein Grund zur Sorge mehr, das ist zuerst mal schwer zu fassen, wenn man so lang in den Sorgen drin steckte.
Jetzt ist es 10 Wochen her, solange wie ich zuvor Bettruhe hatte. Nach und nach fallen die Mauern, die meine Risikoschwangerschaft leise aufgebaut hat. Ich kann mich entspannen, das Hier und Jetzt genießen, mich auf die Zukunft freuen, das habe ich mir unbewusst wohl nicht erlaubt, erst jetzt wo es langsam abfällt, merke ich das. Ich komme richtig an im Mama-Sein, bekomme Zuversicht, (er)finde mich neu in alten Strukturen und lasse das dramatisch-traumatische Stück für Stück hinter mir. Und das ist soooo ein schöner kunterbunter Mix aus allen nur möglichen Gefühlen.
Wie ging es euch in der ersten Zeit? Wart ihr gleich voll in der neuen Rolle, wie habt ihr euch als Eltern verändert?
20/07/2026
Es braucht ein Dorf, ein Kind großzuziehen... auch bei Lampakas 😁
Durfte so was Spannendes in der Herde beobachten: Schon länger bemerken wir, dass Herdenmitglieder unterschiedlich mit den Fohlen umgehen, es gibt Onkeln und Tanten, neugierige Nicht-Mamas, distanzierte Nicht-Mamas, Tagesmütter, die sich um alle Fohlen kümmern wie in einem Kindergarten, Helikopter -Mamas, unbesorgte Mamas usw.
Mirabel ist eine kleine Wilde mit einer unbekümmerten Mama, oft ist sie ganz ohne ihr auf der oberen Weide. So auch an diesem Abend. Neben dieser Weide ist unsere Zufahrt und unser Hund Momo liefert sich manchmal Wettrennen mit mutigen Lampakas. Mirabel wollte auch, dann wurde es ihr aber doch ein bisschen zu wild, weil Momo vor Spaß bellte und sie rannte schneller als sie ihre Beine koordinieren konnte, rutschte in der Kurve aus und flog der Länge nach hin. Sofort kam die Hälfte der Herde angerannt und schaute, ob eh nichts passiert war, ganz genauso, wie es Menschen bei Kindern tun. Mirabel hüpfte auf, alles war in Ordnung und mit dem Rückhalt der Herde traute sie sich gleich wieder auf Momo zu.
17/07/2026
Schlaf und Belastbarkeit sind untrennbar miteinander verbunden. Alles ist so viel schwieriger auszuhalten, man ist so viel kritischer mit sich und der Welt, wenn der Schlaf nicht passt. Vielleicht ist man auch ungerecht zum Partner, zettelt Streit an, den man sonst nicht hätte.
An manchen Tagen händelst du es mit stoischer Gelassenheit, an anderen erschrickst du über deine negativen Gedanken. Und die hat sicher jeder, gibt nur kaum jemand zu.
Und himmlische 1,5h Schlaf später, ist alles nicht mehr wahr, man fühlt sich frisch und erholt und vielleicht schämt man sich jz sogar, dass man das nicht besser hingekriegt hat. Diese Scham/Schuldgefühle müssen wir uns abgewöhnen, Elternschaft ist zwischendurch eine so große Belastung, dass alle Gefühle normal sind und sein dürfen. Es wird so wenig darüber gesprochen, so vieles romantisiert. Wochenbett ist die zauberhafteste Zeit, ja eh, es gibt unglaublich zauberhafte Momente, aber ansonsten ist es oft einfach anstrengend und überfordernd. Lasst uns doch aufhören, anderen ein schlechtes Gefühl zu hinterlassen, weil sie es vielleicht nicht gleich empfinden. Lasst uns allgemein diese Vergleiche und lassen wir es zu, dass Positives und Negatives gleichzeitig sein darf, ich kann zum Beispiel sehr gerne Mama sein und trotzdem nicht gerne schwanger gewesen sein. Oder das Leben, wie es davor war manchmal vermissen und es trotzdem nicht zurücktauschen wollen...
Was sind eure Erfahrungen/Gedanken dazu?