30/09/2026
Als Hufmenschen begleiten wir Pferde oft über viele Jahre hinweg, sehen sie und ihre Besitzer*innen alle paar Wochen. Und wir verbringen ganz schön viel Zeit mit ihnen. Bei einem Barhufer ist das vielleicht nur eine halbe Stunde jedes Mal, bei einem Vierfachbekleb dann doch deutlich länger. Viele Freundinnen sehe ich lang nicht so regelmäßig wie so manche Hufkundin.
Wir plaudern viel über alles. Und die Pferde werden irgendwie auch “meine” Pferde. Ich lerne sie gut kennen, ihre Eigenheiten, ihre Stärken und Schwächen, ich sehe sie mit den Jahren älter werden. Gerade mit älteren Pferden hat man oft eine ganz besondere Beziehung - sie brauchen mehr Geduld, mehr Pausen, mehr Humor, sie haben sehr viel Meinung und ganz viel Weisheit. Ich lieb sie heiß und nehme mir super gern die Zeit für sie.
Das Altern bedeutet auch, dass immer wieder ein Abschied für immer kommt. Das ist auch für mich sehr traurig und bei allen “meinen” Oldies habe ich etliche Tränen vergossen, als die Nachricht kam. Aber ich weiß: sie hatten ein super Leben, wurden geliebt, gehegt und gepflegt und meist war der Abschied einfach auch friedlich und umgeben von Liebe.
Leider gibt es aber auch andere Abschiede und die nehmen einen nochmal anders mit. Die, wo man überhaupt nicht damit rechnet und wo man sich so intensiv fragt: wie konnte sowas Arges passieren? Wie gibt’s das? Das darf nicht wahr sein. Wo man geschockt und fassungslos zurückbleibt und irgendwie ganz aus der Bahn geworfen wird.
In den letzten paar Tagen hatte ich von beiden Sorten Abschied leider einen. Und das lässt mich definitiv nicht unberührt. Aber emotionslos und abgebrüht Hufe machen wäre wohl nicht meine Art.
Für alle, die gerade einen Abschied hinter sich haben oder noch vor sich: Ihr seid nicht allein. 💔 Und für alle anderen: Drückt eure Pferde (wenn sie das gut finden) und macht etwas Schönes mit ihnen. Jeder Besuch, jede Runde, jede Kuscheleinheit ist ein wertvolles Geschenk. 💚