10/09/2026
Du und ich – hier und jetzt – statt im Netz!
KI, Social Media, Dating-Plattformen, Onlinekurse, WhatsApp u. v. m. In Verbindung zu stehen? Kein Problem.
Wir haben hunderte „Freunde“, ohne sie jemals zu treffen. Wir daten, ohne uns gegenüberzusitzen, lernen gemeinsam, ohne gemeinsam in einem Raum zu sein, und inzwischen können wir uns sogar einen digitalen Gesprächspartner schaffen, der rund um die Uhr verfügbar ist. Noch nie waren wir so vernetzt. Aber sind wir auch wirklich miteinander verbunden?
Ich beobachte seit vielen Jahren Menschen und menschliche Entwicklung. Und eines beschäftigt mich dabei besonders: Echte Freundeskreise, unbeobachtete gemeinsame Zeit, Konflikte austragen, sich versöhnen, gemeinsam Blödsinn machen und Grenzen erleben sind keine romantischen Erinnerungen an „früher“.
Es sind Entwicklungserfahrungen, die jüngeren Generationen heute schon fehlen.
Gleichzeitig entwickelt sich die Technik in einer Geschwindigkeit, mit der sich der Mensch nicht mitentwickeln kann. Aber das muss er vielleicht auch gar nicht.
KI und digitale Technologien sind Werkzeuge. Großartige Werkzeuge, wenn wir lernen, sie sinnvoll und selbstbestimmt zu nutzen. Ich selbst nutze KI beispielsweise gerne als Sparringpartner – aber nicht als Ja-Sager, der mir bestätigt, was ich ohnehin hören möchte.
Die entscheidende Frage ist für mich deshalb nicht, ob wir mit der Technik mithalten können, sondern wie wir uns in diesem rasanten Fortschritt selbst nicht verlieren.
Ich denke das können wir verhindern, indem wir genau das nutzen und entwickeln, was uns als Menschen ausmacht: uns mit allen Sinnen begegnen und kennenlernen, mit Herz und Seele Werte leben, Persönlichkeit entwickeln, Kreativität freisetzen, Leidenschaft für Ideen entwickeln, Empathie ausleben und unterschiedliche Perspektiven gemeinsam erfahren.
Während Corona habe ich eine Ausbildung gemacht. Präsenzunterricht war wesentlich mühsamer zu organisieren als Onlineunterricht. Trotzdem kamen wir täglich vollzählig. Wir haben gemeinsam gelernt, gearbeitet, diskutiert und gelacht.
Viele haben noch heute Kontakt. Freundschaften und berufliche Verbindungen sind geblieben.
Diese Erfahrung ist einer der Gedanken, die heute in unerem SoSki – Soft Skills Challenges Format stecken.
Wir schaffen analoge Entwicklungsräume in einer digitalen Welt. Keine klassischen Seminare, in denen Menschen nur Wissen konsumieren. Wir erleben gemeinsam Herausforderungen, werden kreativ, setzen unsere Stärken ein, lernen uns selbst und andere kennen – und nehmen aus diesen Erfahrungen etwas für unser berufliches und persönliches Leben mit. Denn Kommunikation, Empathie, emotionale Intelligenz, Kreativität, Resilienz und Persönlichkeit entwickeln sich nicht nur durch Wissen. Sie entwickeln sich durch Erfahrung und Begegnung.
Vielleicht ist es ein kleiner Schritt zurück ins echte Leben. Für mich ist es aber vor allem ein großer Schritt nach vorne, denn bei allen Möglichkeiten unserer digitalen Welt sollten wir eines nicht vergessen:
Menschen brauchen Menschen, um sich als Menschen weiterzuentwickeln.
Gelebte Menschlichkeit, echte Werte, Bildung und Persönlichkeit!
Was denkst DU? Wie wichtig ist es für uns als Gesellschaft wieder mehr analoge Räume zu schaffen?