31/05/2026
26. NÖ. Hubertus – Prüfung 30. Mai 2026.
Die Schweißprüfung mit Fährtenschuh ohne Richterbegleitung und die Bringtreueprüfung des ÖKDUV in Kooperation mit dem BÖJV fand am Samstag, den 30. Mai 2026, offen für alle Jagdhunderassen in den Revier EJ. Traun Maissau statt. Ich möchte mich an dieser Stelle herzlichst dafür bedanken, dass uns das wunderschöne Eigenjagdrevier des Herrn Grafen Abensperg und Traun zur Verfügung gestellt wurde. Christian Mayr und DDr. Karl Jungwirth haben mich bei den bürokratischen arbeiten und legen der Fährten unterstützt. Nochmals herzlichen Dank dafür. Außerdem gilt mein Dank dem Revierförster Herrn Ofö. Ing. Walter Berger für seine tatkräftige Mithilfe. Prüfungsleiter war wie immer LR Mag. Rudolf Broneder. Als Leistungsrichter tätig waren Ferdinand Holzer, Franz Leitzmüller, und Christian Mayr. Es waren zu diesen Prüfungen 3 Hunde gemeldet, und zwar 3 bei der SPFSoR und 2 für die Btr. Im heurigen Jahr war die Veranstaltung mit windstillem und sonnigem Wetter begleitet und es konnte auch diesmal die weiße Fahne gehisst werden da alle Prüfungsteilnehmer bestanden haben. Um 12:30 Uhr fanden die Ergebnisbekanntgabe und die Verleihung der Hubertusabzeichen, Urkunden und Pokale durch den Prüfungsleiter statt. Der Präsident des ÖJGV Mf. Dr. Walter Anzböck hat wieder einen Ehrenpreis (Ledergürtel des ÖJGV) zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür. Wir gratulieren den Nachsuchen Gespannen zu diesen erfolgen, da diese bei der Prüfung vom Anschuss bis zum Ende der Fährte auf sich allein gestellt waren.
Los Nr. 1, Goldenes Hubertusabzeichen Nummer 57, SPFSoR 4 Verweisungspunkte in 63 Minuten, Btr mit Ente in 4 Minuten, Falbala vom Waldschratt, LR, Hündin, WT.: 31.08.2020, ÖHZBNR LR 14411, Eigentümer und Führer Herrn Mf. Dr. Walter Anzböck.
Los Nr. 3, Goldenes Hubertusabzeichen Nummer 56, SPFSoR 3 Verweisungspunkte in 19 Minuten, Btr mit Marder in 2 Minuten, Kind Jack of Thundering Heart, Rüde, LR, WT.: 13.04.2020, ÖHZBNR LR 14114, Eigentümer und Führer Theodor Leitner.
Los Nr. 2, Silbernes Hubertusabzeichen Nummer 39, SPFSoR 4 Verweisungspunkte in 48 Minuten, Magnus Vinarský Vrch, Rüde, RD, WT.: 28.10.2024, ÖHZBNR RD 27141, Eigentümer und Führer Thomas Holcik.
Diese Prüfung ist praxisbezogen, auf den Reviereinsatz abgestimmt und stellt wieder einmal besondere Anforderungen an das Nachsuchen Gespann und die Zusammenarbeit zwischen Führer und Hund. Das gemeinsame finden wollen, sich gegenseitig zu ergänzen, ist ein wichtiges Kriterium dieser Prüfung.
Den Ehrenschutz über diese Veranstaltung haben dankenswerterweise folgende Damen und Herren übernommen: Landesjägermeister von NÖ. DI Christoph Metzker, Landesjägermeister von Wien Norbert Walter MAS, Präsident des ÖJGV Herr Präsident Mf. Dr. Walter Anzböck, Präsidentin des Grünen Kreuzes Frau Mag. Dr. Christa Kummer-Hofbauer, Präsident des BÖJV LR Mag. art. Rudolf Broneder.
Gedanken zur NÖ. Hubertusprüfung!
Im Sommer 1999 stellte mir der steirische Bezirksjagdhundereferent und ÖKDUV-Klubmitglied Herr Mf. Leopold Elmer zwei bereits etablierte Sonderprüfungen vor: den in der Steiermark seit Jahren veranstalteten „Silbernen Schweißriemen“ und den in Oberösterreich ausgerichteten „Silbernen Fährtenbruch“. Aus der Idee, eine ähnliche Prüfung auch in Niederösterreich einzuführen, entstand durch die Verbindung zweier vom ÖKDUV seit Jahren durchgeführter Prüfungen – der Schweißprüfung ohne Richterbegleitung (SPoR) und der jetzigen Schweißprüfung mit Fährtenschuh ohne Richterbegleitung (SPFSoR) und der Bringtreueprüfung (Btr) – die NÖ. Hubertusprüfung. Das Hubertusabzeichen wird in Gold für das Bestehen beider Prüfungen, in Silber für die bestandene SPFSoR und in Bronze für die bestandene Btr verliehen. Die NÖ. Hubertusprüfung, die von Kennern bereits als besonders hochwertige Prüfung angesehen wird, soll auch künftig für Nachsuchen Führer im In- und Ausland eine würdige Herausforderung bleiben und breite Anerkennung finden. Die erste NÖ. Hubertusprüfung wurde im Jahr 2000 abgehalten.
Im heurigen Jahr durfte ich bereits zum 26. Mal gemeinsam mit einigen Richterkollegen die niederösterreichische Hubertusprüfung SPFSoR und Btr durchführen. Gerade in einem Bundesland, in dem das Niederwild weiterhin große Bedeutung zukommt, hat die Feldarbeit des Vorstehhundes naturgemäß einen besonders hohen Stellenwert.
Praxisnähe und Anforderungen der Prüfung
Diese Prüfung ist stark an der jagdlichen Praxis und am Reviereinsatz orientiert. Sie stellt besondere Anforderungen an das Nachsuchen Gespann und an das Zusammenspiel zwischen Führer und Hund. Entscheidend ist dabei der gemeinsame Wille, Wild zu finden, und die Fähigkeit, sich gegenseitig sinnvoll zu ergänzen.
Aussagekraft der Ergebnisse
Besonders bemerkenswert ist die Erfolgsquote bei der Schweißprüfung mit Fährtenschuh ohne Richterbegleitung (SPFSoR). Sie zeigt, dass der Vorstehhund – und nach meinen Beobachtungen besonders der Drahthaarige Ungarische Vorstehhund – eine ausgeprägte Eignung für die Arbeit nach dem Schuss mitbringt.
Wie anspruchsvoll eine Kombinationsprüfung tatsächlich ist, zeigt sich besonders bei der Bringtreue. Dass nicht jede Prüfung auf Anhieb bestanden wird, unterstreicht ihren Wert. Das ist kein Anlass zur Schadenfreude, sondern ein Hinweis darauf, dass diese Prüfungsform ernst genommen werden muss und praktisches Können verlangt.
Die Arbeit nach dem Schuss ist gerade in unserer Zeit von eminenter Bedeutung.
Bedeutung der Arbeit nach dem Schuss
Für Jägerinnen und Jäger sollten folgende Grundsätze selbstverständlich sein:
• Weidgerechtigkeit
• Tierschutz
• Achtung vor der Kreatur
Damit diese Aufgaben erfolgreich und vor allem gesetzeskonform erfüllt werden können, müssen unsere Jagdhunde gezielt und sorgfältig auf diese Arbeit vorbereitet sein.
Leistungsvielfalt der Jagdhunde
Wie breit die Eignung für diese Aufgaben über die Rassen hinweg ist, zeigte das vielfältige Teilnehmerfeld. Vom Dachshund, Terrier über den Ungarischen Kurzhaar- und Drahthaar-Vorstehhund bis hin zu Labrador und Golden Retriever und bewies jeder Hund ein beachtliches Leistungsvermögen.
Persönliches Fazit und Ausblick
Für mich waren die 26 niederösterreichischen Hubertusprüfungen ein voller Erfolg. Sie kommen dem eigentlichen Sinn der Jagd – dem waidgerechten Einsatz des Jagdhundes – sehr nahe und zeigen zugleich, dass dabei kein Platz für Rassenfanatismus ist.
Zu wünschen bleibt, dass künftig mehr Teilnehmer aus den eigenen Reihen vertreten sind. Das wäre nicht nur erfreulich, sondern auch die beste Werbung in eigener Sache.
Es wurden bis jetzt 124 Hubertusabzeichen davon 57 Goldene, 39 Silberne und 28 Bronzene verliehen.
Es grüßt aus dem schönen Gars am Kamp
LR Mag. Rudolf Broneder.