24/09/2026
4 mmol/l = deine Schwelle? Nicht automatisch.
Eine Blutlaktatkonzentration von 4 mmol/l ist ein historisch etablierter Referenzwert. Unter standardisierten Bedingungen kann sie Orientierung geben. Biologisch sind 4 mmol/l aber keine universelle Grenze – und deshalb nicht automatisch deine individuelle obere Schwelle.
Blutlaktat ist weder ein direkter „Anaerob-Messer“ noch ein einfacher Nachweis für Sauerstoffmangel. Die gemessene Konzentration ist eine Bilanz aus Laktatbildung, Transport und Verteilung sowie Abbau beziehungsweise Oxidation.
Auch der abgeleitete Schwellenwert hängt von der Messkette ab: Stufendauer und Stufenhöhe, Pausen, Vorbelastung, Glykogenverfügbarkeit, Sportart, Probenentnahme, Analysegerät und Auswertungsmethode können das Ergebnis beeinflussen.
Die bessere Frage lautet daher nicht nur:
„Bei welcher Leistung erreiche ich 4 mmol/l?“
Sondern:
„Wo verändert sich meine Belastungsreaktion – und wie wurde dieser Punkt bestimmt?“
Bei HPC betrachten wir die gesamte Laktatkurve, das dokumentierte Protokoll, die benannte Auswertungsmethode sowie Watt beziehungsweise Pace, Herzfrequenz und RPE. Bei einer kombinierten Diagnostik beziehen wir zusätzlich die Atemgasdaten ein.
Eine fixe Konzentration kann ein Referenzwert sein. Sie ersetzt keine individuelle Kurvenanalyse.
Mehr dazu im HPC Sportblog auf h-p-c.at.
Quellen: Jamnick et al., Sports Med. 2020, doi:10.1007/s40279-020-01322-8 Jamnick et al., PLOS ONE 2018, doi:10.1371/journal.pone.0199794
Beneke, Eur J Appl Physiol. 2003, doi:10.1007/s00421-002-0783-1