01/09/2026
jovayoga
Hi ich bin Joëlle! Yoga ist kein Können, es ist ein Wahrnehmen. Somatik · nicht-duale Tantra-Philosophie
Spüren statt leisten. Yoga - Genuss - Studio in Bern
01/09/2026
31/08/2026
Augustrückblick. Verbunden wachsen.
So viele Tode trägt ein einziges Leben. Nicht der eine, grosse – die vielen kleinen, in denen Vertrautes wegbricht.
Im Yoga hat dieses Wegbrechen ein Gesicht: Kālī. Die Dunkle, die zerstört – nicht aus Zorn, sondern aus Liebe. Sie nimmt weg, was gehen darf. Und wo sie nimmt, entsteht Raum.
Diesen Monat ging es ums verbunden Wachsen – und genau das war spürbar. Die letzten elf Wochen bin ich durch all die unterschiedlichen Phasen der Trauer gegangen. Es hat so gut getan, gerade weil ich es nicht allein getragen habe: offen, ehrlich, verletzlich geteilt, statt die Türe zuzuhalten.
Denn wenn das Fundament steht, rüttelt es vielleicht trotzdem – aber man kommt schneller wieder auf die Beine. Und wenn sich eine Türe schliesst, öffnen sich so viele neue.
Mit jeder Schattenseite findet das Licht seinen Weg zurück. Und doch: Wir dürfen alle Facetten fühlen. Wir dürfen uns Zeit lassen. Spüren statt leisten – auch im Verarbeiten.
Lass dein Herz wegen solchen Dingen nicht verschlossen.
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Von Herz zu Herz,
Joëlle
📸 Fotocredit angela | swiss photographer
Neulich sprach mich eine Yogateilnehmende nach der Stunde an. Frisch ausgebildet – 200 Stunden, letztes Jahr abgeschlossen, nicht bei mir. Ihre Frage: «Wie geht man eigentlich vor, wenn man jetzt unterrichten will?»
Und ich musste kurz schlucken. Weil ich diese Frage immer wieder höre. Und weil ich sie fragwürdig finde – nicht die Frage, sondern dass sie überhaupt nötig ist.
Wir bilden so viele Yogalehrende aus. Anatomie, Philosophie, Sequencing – vier Jahre oder 200 Stunden. Aber wie es danach weitergeht? Das zeigt uns kaum jemand. Und dabei geht es nicht mal zuerst darum, wie du vor einer Klasse stehst. Oder welche Marketingtools du verwendest. Sondern: Wo findest du überhaupt deine Teilnehmenden? Wo fängst du an – in einem Studio, in einem Gemeinde- oder Kirchenraum, in einem Sport- oder Fitnesscenter, bei dir zu Hause, draussen? Fast niemand zeigt dir, wie du deinen Ort findest und die Menschen, die zu dir passen.
Wenn du gerade an diesem Punkt stehst: Fang nicht mit «Bin ich bereit?» an. Das ist eine Falle. Fang hier an:
Wen möchte ich begleiten – und wo?
Diese eine Frage verschiebt alles – weg vom Selbstzweifel, hin zur Ausrichtung.
Ich denke drüber nach, genau diese Lücken in einem Workshop aufzumachen. Schreib mir «dabei», wenn das für dich wäre. 🤍
In meinem Unterricht sage ich oft: Spüren statt Leisten. Und jedes Mal meine ich auch mich.
Denn Leisten kenne ich gut. Der Körper, der hält. Der Tonus, der immer ein bisschen bereit ist – für die nächste Aufgabe, den nächsten Griff, das nächste Ja. Lange dachte ich, das sei Kraft.
Dabei trägt schon das Wort etwas anderes in sich: «leisten» geht sprachlich auf «einer Spur folgen» zurück – von der Leiste, der Spur. Ursprünglich war Leisten ein Nachspüren. Erst wir haben es zum Abarbeiten verhärtet.
Denn unter der Spannung liegt etwas. Eine Schicht, die sich erst zeigt, wenn ich aufhöre, sie zu bewachen. Wenn der Tonus loslassen darf, sinke ich nicht ins Leere – ich sinke tiefer in mich hinein. Und genau dort beginnt das eigentliche Spüren.
Vielleicht ist Weichheit also gar nicht das Gegenteil von Halt. Vielleicht ist sie das, was bleibt, wenn ich dem Körper glaube, dass er mich trägt – auch ohne dass ich nachhelfe.
Auf der Matte üben wir genau das: nicht mehr machen. Sondern da sein und der Spur folgen, die sich von selbst zeigt.
Willst du auch? Dann freu ich mich dich in einer meiner Klasse zu treffen.
Von Herz zu Herz,
Joëlle
Manchmal sind es die kleinen Dinge.
5-10 Minuten täglich reichen schon um bei dir einzuchecken, wahrzunehmen und zu beobachten.
Hier 5 meiner Lieblingsübungen die du in jeden Alltag einbauen kannst.
Such dir einen Moment für dich und lass dich ein. Auf den Boden unter dir, den Körper, deinen Atem. Und beobachte ohne zu werten.
Indras Netz.
Ein uraltes Bild: ein Netz, unendlich gross, in alle Richtungen gespannt. An jedem Knoten ein Juwel – und in jedem Juwel spiegeln sich alle anderen. Jedes trägt das Ganze in sich. Nichts existiert für sich allein.
Wenn ich das teile, passiert oft etwas Stilles. Kein Konzept, das man versteht – sondern etwas, das man spürt. Gänsehaut. Ein leises Erkennen: Ich bin Teil von etwas Grösserem, und dieses Grössere ist auch in mir.
Heute schrieb mir jemand, dieses Bild begleite sie nach wie vor – es habe etwas mit ihr gemacht. Genau darum geht es mir: nicht Wissen anhäufen, sondern sich wiedererkennen.
Spüren statt Leisten. Auch in der Philosophie. 🤍
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