24/07/2026
Puh, ich sag’s euch, es ist nicht leicht, hier hochzulaufen, da muss ich mich so richtig nach der Decke strecken. Man sagt aber auch, dass der höchste Ort in den Bergen nicht immer der schönste ist. Die vorliegende Behauptung erweist sich in dieser Angelegenheit als unzutreffend (gar schwulstiger Satz); hier oben, auf meinem Hausberg, lässt sich’s hervorragend Energie tanken … Nach eintausendzweihundertfünfzig Steigungsmetern auf einer Strecke von fünf Kilometern (alter Angeber) hat man es auch bitter nötig. Und nun: Freier Fall ins Tal.
26/02/2025
Im Detailhandel ging anno dazumal noch so richtig die Post ab: Der zweite Umzug vom Laufshop Dynamix in die heutigen Räumlichkeiten … damals hiess das „erste und grösste Laufsportgeschäft der Schweiz“ noch Dynamix Sport. Anfangs achtziger Jahre war das. Kein Witz, sie kamen von überall her, um ausgefallene Laufschuhe mit exotischen Markennamen wie Saucony, Brooks, New Balance, Etonic oder Karhu käuflich zu erwerben. Die Fachberatung war zu jener Zeit von herausragender Qualität (diese Maxime gilt auch heute noch ;-)
20/02/2025
Willkommen in „meiner“ Trailrunning-Welt! Trailrunningschuhe, die den Namen verdient haben, sind gerade eben im Laufshop Dynamix eingetroffen.
- Mit dem MAXx2 möchte das finnische Unternehmen VJ eine Zielgruppe von Läufern erreichen, die sonst wahrscheinlich nicht mit Schuhen dieser Marke laufen würden. Features: Vulkanisierte Butylkautschuk-Aussensohle mit 4-Millimeter-Stollen. Leichter, reaktionsfreudiger und sehr haltbarer Dämpfungsschaum. Ausladende Zehenbox-Form. Robuste Schaftmaterialien. Der Performance-Trailrunner für jeden Tag.
- Der IRock: Trotz Fussballschuh-ähnlicher Passform sitzt dieses wirklich oberkrasse Trailrunning-Schuhmodell perfekt, da kneift und zwickt nichts! Definitiv mein Lieblingsschuh! Hoppla, jetzt habe ich mich geoutet … Dieser extrem profilierte Schuh gehört nicht auf Schotterstrassen, sondern dorthin, wo’s matschig, wurzelig, steinig und auch steil ist. Fazit: Der IRock hat nichts mit maximal dicken und üppigen Mittelsohlenkonstruktionen am Hut. Man steht stabil und geerdet in der Pampe. Mit dem IRock läuft es sich rasant und sattelfest durch die Natur.
- Der IRock+ ist mit einer fühlbar geräumigeren Zehenbox bestückt. Den Vorfuss freut es. Der Schuh verliert dadurch kaum an Agilität und Präzision. Über die grössere Standfläche erwirbt sich der Vorfussbereich dabei ein Mehr an Stabilität. Die Stollen der Laufsohle fressen sich tief ins Erdreich. Wer in schweizerischer Natur unterwegs ist und bis anhin dem aggressiven Grip des raketengleichen IRock vertraut hat, kann sich freuen: Auch der neue IRock+ hält, was er verspricht. Fazit: Ein verlässlicher Geländeschuh, mit dem man deutlich länger durch die Natur fetzen kann als gedacht.
17/02/2025
Selbstverständlich verkaufe ich im Geschäft auch Laufschuhe, die meinen persönlichen Vorlieben nicht entsprechen. Der Fresh Foam X Hierro v9 ist so ein Modell. Mein erster Gedanke war, dass auch dieser gerade eben überarbeitete Trailrunningschuh des Laufschuhherstellers New Balance sicher keine bahnbrechende Neuschöpfung für alpine Pfade darstellen wird. Die letzten Jahrgänge glänzten eher auf einfachen Waldwegen und durchaus auch auf der Strasse – die fluffige Dämpfung besitzt er nach wie vor. Ein Schuh fürs stundenlange Cruisen auf unkomplizierten Wanderwegen – ganz der Hierro eben. Also keine Neuausrichtung? Doch! Diesmal ist es die raffinierte Sohle, die ihn aus dieser misslichen Situation befreit! Mit der neu entwickelten Profilsohle, bestehend aus ebendiesem allseits bekannten Vibram-Megagrip-Gummi, vermag man mühelos nahezu jedes Terrain überwinden. Kann es sein, dass sich aus dem leicht versnobt daherkommenden Hierro doch noch eine konkurrenzfähige Waffe für Langdistanz-Läufe entwickelt hat? Dieser angesagte Cocktail aus Komfort und hilfreichstem Grip würde sich dafür bestens eignen. Ausreichend Raum im Zehenbereich bietet er schon mal dafür. Die effektive Schnürung und die Fuss-umschliessende, schalenförmige Struktur halten den (etwas kräftigeren) Fuss auf der Spur. Liebe Kamerad*innen, ich muss zugeben, dass die Schwächen der letzten Hierro-Generationen beseitigt wurden. Ein leistungsfähiger Trailschuh, der auf unterschiedlichsten Geländearten bis hin zu überlangen Distanzen brillieren wird. Punkt!
05/02/2025
Obwohl unsere Laufschuhe optisch immer pompöser wirken, verlieren sie stetig an Gewicht. Wie ist das möglich?
Clevere Wissenschaftler des amerikanischen Laufschuhkonzerns Brooks haben sich vor ein paar Jahren dieser Angelegenheit angenommen und dabei eine höllisch aufwendige Mixtur entwickelt, die sich wie A***h auf Eimer für ein fast perfektes Laufschuh-Dämpfungsmaterial eignet: Der bis dato von allen Herstellern überwiegend verwendete Dämpfungsschaum namens Ethylen-Vinylacetat wird bei Brooks von der neu entwickelten Errungenschaft „DNA LOFT v3“ ersetzt. Was weiss man über dieses Gebräu? Nicht allzu viel, alles Geheimsache – ein wahrlich streng gehüteter Cocktail – Brooks gibt sich wortkarg. Was weiss man dennoch darüber?
Als Grundlage dient weiterhin eine EVA (Ethylen-Vinylacetat)-Mixtur, in die in einem sogenannten superkritischen Schäumungsprozess Stickstoff injiziert wird … das geht in etwa so: Flüssiger Stickstoff wird irgendwie erhitzt, bis er gasförmig wird. Daneben wird mit dem Stabmixer EVA-Schnaps, „Gummi“ und „Luft“ zu einer Kuchenmasse verquirlt und gleich anschliessend mit angereichertem Stickstoffgas (das macht den Teig schön luftig-leicht und elastisch) in eine Tortenform gespritzt. Trara, fertig ist die überaus leichte und sehr reaktiv agierende Mittelsohle!
Klingt alles nicht nach Bio, ich weiss. Aber wer beim Laufen weich landen will und trotzdem dabei nicht allzu viel Dynamik verlieren möchte, kommt heutzutage nicht um diese Dämpfungstechnologien herum. Etwas Nutzbringendes hat dieses Herstellungsverfahren: Die Langlebigkeit der Schuhe hat sich trotz Gewichtsreduktion erhöht.
01/02/2025
Die Marathon-Schnürung, auch Schmetterlingsschnürung genannt, kennen sicher alle? Wenn die Ferse in der Fersenschale zu wenig Halt findet oder eure Füsse in Laufschuhen (in Trailschuhen) ständig in Längsrichtung herumrutschen: Die Marathon-Schnürung hilft!
Ich möchte in diesem Bericht keine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Marathon-Schnürung anbieten, es geht mir hier vielmehr ums Öffnen dieser – wenn man sie richtig anwendet – sehr stramm und fest zusammengezurrten Schnürung. Alle erklären einem lediglich das Anwenden der Schnürtechnik. Aber wie bringt man mit durchgefrorenen Fingern oder mit schön zurecht gemachten Fingernägeln diese vermaledeite Schnürung wieder auf? Keine Change! Keine Change? Nicht verzagen, Dynamix fragen. So geht's: Schaut euch der Reihe nach die Fotos an, dann checkt ihr’s.
• Mit beiden Händen je einen Schnürsenkel fassen und zeitgleich herausziehen (Foto 3)
• Packt an der meinetwegen rechten, seitlich angelegten Schlaufe links und rechts davon den Schürsenkel und zieht damit die Schlaufe raus.
• Das gleiche Prozedere auf der anderen Schlaufenseite … das wars!
31/01/2025
Manchmal stehen wir Läuferinnen und Läufer auf einem Berg. Auf dem höchsten Punkt des Gipfels ist meistens ein Kreuz angebracht. Daran ist fast immer ein Behältnis aus Metall zu finden. Darin wird ein sogenanntes Gipfelbuch aufbewahrt, das (leider nicht immer) in einer wetterfesten Hülle verstaut ist.
So richtig weiss man eigentlich nicht, wie diese „Mitteilung an die Nachwelt“ entstanden ist. Als gesichert gilt das Vorhandensein des Gipfelbuchs seit den 1850er-Jahren. Während manche meinen, es würde gleich mehrere wichtige Funktionen erfüllen, sind andere eher der Meinung, dass es allenfalls eine Einladung für überflüssiges Geschreibsel ist.
MERKT EUCH: Das Gipfelbuch – wie auch Hüttenbuch – ist in erster Linie ein wichtiges Hilfsmittel für die Bergrettung. Es dient der Dokumentation, wer wann dort war und wo sie oder er weiter hin wollte. Oft kann es bei der Suche nach Vermissten äusserst hilfreich sein, wenn man weiss, ob die gesuchte Person den Gipfel oder eine bestimmte Hütte noch erreicht hat – oder eben nicht mehr – und was ihr nächstes Ziel war. Damit lässt sich das Suchgebiet im besten Fall eingrenzen.
In einem Gipfel- und Hüttenbuch trägt man sich deshalb auf jeden Fall mit Datum und Zeit, Name (+ evtl. Wohnort) und den Tourendetails ein.
Natürlich spricht nichts dagegen, ab und zu den Nachkommenden einen kurzen, philosophischen Gedanken oder schönen Spruch zu hinterlassen. Das Gipfelbuch ist aber definitiv kein Malbuch, auch Witzeklopfersprüche haben dort nicht verloren. Schliesslich soll möglichst lange Platz für relevante Einträge bleiben und nicht alles so schnell wie möglich vollgekritzelt werden.
Wichtig: Unbedingt darauf achten, dass man nach dem Eintragen das Gipfelbuch samt Stift wieder sicher an seinem trockenen, wind- und wettergeschützten Platz verstaut, damit es unversehrt bleibt.
29/01/2025
Unser vom Überfluss an Nahrung geprägtes Leben beeinflusst die Art und Weise, wie wir Bewegung sehen und angehen. In der Urzeit regte der ständige Hunger auf natürliche Weise zur Bewegung an. Als Nahrung dann problemlos ohne Bewegung erhältlich war, änderte sich unsere Beziehung zu Essen und Bewegung grundlegend. Heute bewegen wir uns aufgrund von zu viel Nahrung – der Zweck von Bewegung besteht mehrheitlich darin, die Folgeschäden des Lebensmittelkonsums zu verhindern. Diese Denkweise unterscheidet sich sehr von dem existenziellen Überlebenskampf eines Urzeitjägers. Unser gängiges Modell misst sowohl dem Essen als auch der Bewegung einen negativen Wert bei: Essen (biologische Notwendigkeit) erzeugt Schuldgefühle, und aus Bewegung (ebenfalls eine biologische Notwendigkeit) machen wir die Strafe dafür. Kein Wunder, dass so viele Menschen es nicht schaffen, sich auf eine gesunde und selbstverständliche Weise zu bewegen und zu ernähren.
Fitness zielt darauf ab, die positiven körperlichen Wirkungen der Bewegung zu nutzen, während Bewegung eine erforderliche physische Handlung für ein bestimmtes Resultat ist: Wenn du eine halbe Stunde lang gehst, um Kalorien zu verbrennen, ist das ein Beispiel für Fitness. Wenn du zwei Kilometer zum Laufshop Dynamix gehst, um ein Paar Laufschuhe zu kaufen, ist das ein Beispiel für Bewegung. Beides beansprucht den Körper auf genau die gleiche Weise. Unbestritten ist: Unser Körper braucht mehr Bewegung im Alltag, als das bisschen Fitnesstraining hergibt.
27/01/2025
Fakt ist, dass wir Läufer*innen häufig an orthopädischen Problemen leiden. Da kann die Laufschuhtechnologie auf einem technisch noch so hohen Stand sein, die Problematik ist und bleibt äusserst komplex. Ein Herr Dr. med. Dieter Kleinmann hat sich der Sache angenommen, eine nicht unbeträchtliche Anzahl Studien zu der Sachlage gelesen und sich aus all diesen zum Teil krassen Fakten eine Meinung gebildet. Um es kurz zu machen, wir können beruhigt weiterlaufen. Ein mit Bedacht ausgeführtes Lauftraining ist (trotz umfangreicher Nebenwirkungen) eine äusserst gesunde Bewegungsform. Und der Typ weiss, wovon er spricht.
Ein Beispiel: Im Prinzip ist Laufen ein völlig hunzkommuner, alltäglicher Bewegungsablauf des Menschen. Die Gelenke werden in einer physiologisch optimalen Bewegungsrichtung bewegt. Man kann sich daher fragen, wofür die Gelenke überhaupt vorhanden sind, wenn nicht fürs Laufen? So findet man in den Studien auch keinen sicheren Hinweis dafür, dass Laufen die Entstehung einer Arthrose fördert. Vielmehr scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein, da das Muskel-/Skelettsystem bei Läufer*innen in funktioneller Hinsicht langsamer altert. Ehemalige Leistungssportler*innen, die in ihrer sportlichen Kariere öfter Verletzungen erlitten haben, scheinen allerdings im Alter mehr degenerative Verschleisserscheinungen im Bereich der Gelenke und Wirbelsäule zu haben als die Durchschnittsbevölkerung. Die Athlet*innen können diese Veränderungen durch ihre gute Muskelfunktion bei weiterhin zwingend hoher körperlicher Aktivität offenbar gut kompensieren.