27/08/2026
In einer Woche beginnt meine vierte Reise zu den Holzbodenspezialisten in den USA – dieses Mal mit Unterstützung von ChatGPT. (Trip-Roadbook)
Klar: Parkett wurde in Europa erfunden, genauer gesagt in Frankreich. Doch bei der mechanischen Oberflächenbearbeitung blieb Europa – mit wenigen Ausnahmen – bis etwa 1935 beinahe im Mittelalter stecken.
In den USA hingegen machte die mechanische Bearbeitung von Holzböden bereits ab 1900 gewaltige Entwicklungssprünge. In Europa gab es später zwar bedeutende Innovationen, allen voran die Bandschleifmaschine Hummel von Lägler aus dem Jahr 1969 und die Trio von 1993. Darüber hinaus blieben wirkliche Fortschritte jedoch überschaubar.
Bei der Randschleiftechnik könnte man teilweise sogar von Rückschritten sprechen. Der Schleifteller, den Harry L. Myers bereits 1936 zeichnete und dessen Prinzip bis heute in Randschleifmaschinen von American Sanders eingesetzt wird, ist in seiner Performance noch immer kaum zu schlagen.
Überhaupt war Harry L. Myers seiner Zeit weit voraus. Mit der Light Eight legte er bereits um 1930 die konstruktive Grundlage, auf der bis heute nahezu alle Walzen- und Bandschleifmaschinen für Parkett aufbauen.
Hinzu kommt ein wesentlicher Unterschied zwischen Europa und den USA: Parkett und Holzböden wurden in Amerika schon früh eingefärbt. Dadurch musste die Qualität der mechanischen Oberflächenbearbeitung von Anfang an besonders hoch sein. Schleifspuren und andere Bearbeitungsfehler, die bei einer naturbelassenen Oberfläche vielleicht noch kaum auffallen, werden durch eine Färbung gnadenlos sichtbar.
Umso erstaunlicher finde ich, dass in der europäischen Fachwelt bis heute ein grosses Missverständnis gegenüber der amerikanischen Parkettbearbeitung besteht – teilweise sogar eine unbegründete Überheblichkeit.
Genau deshalb freue ich mich auf meine vierte Reise: wieder hinschauen, vergleichen, dazulernen – und vielleicht das eine oder andere europäische Vorurteil über amerikanische Holzbodenbearbeitung hinterfragen.