11/05/2026
Heute möchte ich dir erzählen, wie ich dazu gekommen bin, Katzeneltern dabei zu helfen, Harmonie in den Mehrkatzenhaushalt zu bringen. Und warum ich fast nie diesen Schritt gemacht hätte.
Denn eigentlich wollte ich doch nur das Beste für meine Katze Nelly. 🐱
Lass uns kurz zurückgehen:
Ich dachte, ich mache alles richtig, als ich Tweety adoptiert habe. Katzen sind keine Einzelgänger – das wusste ich. Ich hatte mir alles so schön vorgestellt: die beiden toben gemeinsam durch die Wohnung, kuscheln abends mit uns auf der Couch, sind füreinander da, wenn mein Mann und ich arbeiten sind.
Aber sobald Nelly Tweety gesehen hat? Fell zu Berge. Fauchen. Knurren. Es hörte nicht auf. 😟
Ich hab alles versucht, was das Internet so hergibt: Pheromonstecker, Gerüche tauschen, langsame Vergesellschaftung mit Trennung und allem drum und dran. Es wurde ein kleines bisschen besser, aber nie wirklich gut.
Und dann kam der Moment, der mich absolut am Boden zerstört hat.
Nelly bekam eine stressbedingte Blasenentzündung. 😔
Der Tierarzt hat nur bestätigt, was ich insgeheim schon ahnte. Es war meine Schuld. Ich hatte ihr eine Spielgefährtin holen wollen und ihr stattdessen das Leben schwer gemacht. Tweety lebte in unserem kleinen Arbeitszimmer eingesperrt. Nelly litt. Mein Mann und ich verbrachten die Abende getrennt, damit wenigstens jemand bei jeder Katze war. Urlaub? Undenkbar. Katzensitter? Unmöglich.
Und jetzt kommt der Teil, über den ich nicht so gerne spreche. Aber ich glaube, er ist wichtig. 🫣
In dieser Zeit war ich nicht die Katzenmama, die ich sein wollte. Weit davon entfernt.
Es gab Abende, da hab ich Tweety angeschrien, wenn sie Nelly zum x-ten Mal attackiert hat. Einfach so, aus purer Frustration und Hilflosigkeit. Und dann saß ich danach auf unserer Couch, hab auf meine verängstigten Katzen geschaut – und hab geweint. Weil ich wusste, dass sie nichts dafür kann. Dass keine von beiden etwas dafür kann.
Ich hab mich in dieser Zeit so oft gefragt: Bin ich überhaupt geeignet, zwei Katzen zu haben? Hätten sie woanders ein besseres Leben? 😞
Ich war gleichzeitig wütend auf mich selbst – und so unendlich müde. Müde vom ständigen Trennen, vom Sorgen machen, vom schlechten Gewissen. Ich hab nachts schlecht geschlafen, weil ich mir Gedanken gemacht hab, wie es Tweety im Arbeitszimmer geht. Ob Nelly wieder Zeichen von Stress zeigt. Ob ich irgendetwas übersehe.
Mein Mann hat in dieser Zeit einen anderen Menschen in mir gesehen – gereizt, distanziert, immer mit dem Kopf bei den Katzen. Wir haben uns gestritten. Öfter. Er meinte, ich soll Tweety abgeben, weil das eh nichts mehr wird. Und ich wollte das auf keinen Fall – aber ich hatte auch keine Antwort mehr, warum nicht.
Das war mein Tiefpunkt. 💔
Und genau in diesem Moment – als ich eigentlich schon fast aufgehört hatte zu glauben, dass sich noch etwas ändern kann – hab ich den ersten Schritt gemacht.
Ich hab mir Hilfe geholt. Bei jemandem, der wirklich Ahnung hatte. Nicht das Internet, nicht ein Forum, nicht ein weiterer YouTube-Kanal. Eine echte Expertin, die mir zugehört hat.
Die Frau am Telefon hat mir wahnsinnig viele Fragen gestellt. Hat wirklich zugehört. Und am Ende sagte sie:
„Ich glaube, ich kann dir helfen."
Dieser Satz. Ich komme noch heute ins Stocken, wenn ich daran denke. 🥺
Natürlich kamen dann die Zweifel. Was, wenn ich schon zu viel falsch gemacht hatte? Was, wenn Nelly und Tweety einfach nicht zusammenpassen? Ich hab wieder angefangen zu recherchieren, nach günstigeren Alternativen gesucht – und irgendwann hab ich mein eigenes Muster erkannt: Ich war immer auf der Suche nach dem perfekten Angebot und kam dadurch nie in die Umsetzung. Nicht nur bei meinen Katzen – in vielen Bereichen meines Lebens.
Also hab ich mich entschieden. Und bin vorwärts gegangen. 💪
Was danach passiert ist, werde ich nie vergessen.
Es war ein Dienstagabend im Oktober. Nelly lag neben mir auf der Couch und döste. Tweety lief durch das Zimmer, sprang auf die Couch und schnupperte an Nelly. Ich hab die Luft angehalten. Mich nicht gerührt.
Und Nelly? Hat kurz aufgeschaut. Und Tweety einfach gewähren lassen.
Als Tweety sich direkt neben sie gelegt hat, sind mir die Tränen gekommen. Ich hab gefühlt eine Million Fotos gemacht und sie sofort meinem Mann geschickt. 😭📱
Inzwischen spielen die beiden täglich miteinander, putzen sich gegenseitig, liegen nah beieinander. Und ein Jahr später haben wir sogar noch Sunny, unsere dritte Katze dazu geholt. Heute sind die drei ein absolutes Dreamteam. 🐾🐾🐾
Mein Mann und ich fahren wieder regelmäßig in den Urlaub. Und unsere Katzensitterin schickt uns jedes Mal Fotos, wie die drei zusammen kuscheln. Kein Stress. Keine Sorgen. Nur Freude. 🌴
Ich liebe es meine Katzen so glücklich zu sehen. Aber was ich noch mehr liebe, dass ich damals nicht nur eine Strategie, die für mich und meine Katzen funktioniert, gefunden habe, sondern auch für so viele meiner KundInnen. Inzwischen sind es mehr als 100.
Die hilflose und verzweifelte Anne von damals könnte sich das vermutlich gar nicht vorstellen. Denn ich hatte nicht die Zeit meine Katzen von morgens bis abends zu bespaßen & die habe ich auch heute nicht. Aber muss ich auch nicht. Ich setze auf individuell angepassten Kompetenzaufbau und artgerechte Haltung – und auch heute, Jahre später, bestätigt sich auch: Das ist der Schlüssel. 🥂
Ich am eigenen Leib erlebt habe, wie viel sich verändern kann – wenn man bereit ist, sich den richtigen Weg zeigen zu lassen. Und genau das ist der Grund, warum ich heute Katzentrainerin bin. Ich möchte, dass du und deine Katzen das auch erleben dürft. 🐱🤍
Magst du mir erzählen, wie es bei dir gerade aussieht? Ich lese jede Antwort persönlich.
Liebe Grüße
Deine Anne
PS: So sieht es bei uns oft abends aus - Nelly, Tweety und Sunny ganz entspannt auf bzw. an meinen Beinen.