28/03/2018
Vom Volvo Ocean Race um die Welt (mit Segelyachten selbstredend) war schon mal die Rede - ich hatte einen Link eingestellt, wo man die Schiffchen in Echtzeit verfolgen kann. Derzeit sind die Rennyachten kurz vor Kap Hoorn, im Südpazifik, wo es nicht sonderlich angenehm ist. Trotzdem segeln alle mit Vollgas, ist ja auch ein Rennen. Jetzt ging auf einer Yacht ein Mann über Bord, im Sturm, bei 40 Knoten Wind (8 - 9 Beaufort) und entsprechendem Seegang. Wassertemperatur: 9°C. Die Yacht segelte mit einer Geschwindigkeit um die 20 Knoten, d.h. sie legt 10 m pro Sekunde zurück. 10 Sekunden, nachdem der Mann über Bord ging, war die Yacht schon 100 m entfernt. Keine Chance für den Mann allein im Pazifik, der nicht mehr gefunden wurde. Überlebenszeit im kalten Wasser wurde von Medizinern auf 20 - 30 Minuten geschätzt. Ursache: Surf der Yacht über eine hohe Welle, wodurch eine Patenthalse (unbeabsichtigte Drehung des Schiffes und Umschlagen der Segel) verursacht wurde, genau in dem Moment, als der Verunglückte, nicht angeleint (mit dem Schiff durch eine Sicherungsleine verbunden), auf dem Weg zum Bug war, um ein anderes Segel zu bergen. Er sei vom wuchtig umschlagenden Großsegel erfasst und sofort über Bord gerissen worden. Lost at sea, heißt das dann. Ich frage mich: was denkt man eigentlich, wenn man allein im Pazifik schwimmt und weiß, das war es jetzt? Risiko des Regattaseglers, der auch im Sturm schnell sein will und sich voll bewusst ist, dass er damit die Sicherheit herabstuft. Übrigens schon der zweite tödliche Vorfall: Vor Hongkong wurde von einer der Rennyachten ein Fischerboot über den Haufen gesegelt, ein Mann der Besatzung des Fischers starb dabei. Das Fischerboot, das hell erleuchtet gewesen sein soll, hat ggü. Seglern Wegerecht, d.h. der Segler muss ausweichen. Der Vorfall scheint aber irgendwie ad acta gelegt worden zu sein.
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