LTTC "Rot-Weiß" e.V. Berlin

LTTC "Rot-Weiß" e.V. Berlin

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"Rot-Weiß" – Wir leben Tennis! Der LTTC „Rot-Weiß“ e.V.

ist einer der ältesten und traditionsreichsten Tennis-Clubs der Welt und genießt auch international eine hohe Reputation. Unser Steffi-Graf-Stadion ist als herausragende Anlage für hochklassige und international besetzte Tennisturniere bekannt. Die idyllische Lage am Hundekehlesee, zahlreiche Innen- und Außenplätze, ein vielfältiges Angebot an Sport- und Freizeitmöglichkeiten und eine gepflegte Ga

31/05/2026

"𝗥𝗼𝘁-𝗪𝗲𝗶ß" 𝘃𝗲𝗿𝗹𝗶𝗲𝗿𝘁 𝗸𝗻𝗮𝗽𝗽 𝗶𝗻 𝗛𝗲𝗶𝗱𝗲𝗹𝗯𝗲𝗿𝗴 – 𝗱𝗶𝗲 𝗘𝗻𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲𝗶𝗱𝘂𝗻𝗴 𝗳𝗮̈𝗹𝗹𝘁 𝗲𝗿𝘀𝘁 𝗮𝗺 𝗹𝗲𝘁𝘇𝘁𝗲𝗻 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝘁𝗮𝗴

cg - Der Blick auf die Tabelle versprach Dramatik, der Blick auf den Livescore ließ die Nerven flattern. Am vorletzten Spieltag der 1. Bundesliga der Damen ging es für den LTTC „Rot-Weiß“ längst nicht mehr um schöne Geschichten oder große Träume. Es ging um Punkte. Um Matchpunkte. Um den Klassenerhalt. Und um die Frage, ob die Saison noch einmal eine Wendung nehmen würde. Die Antwort darauf blieb nach einem langen Tennisnachmittag in Heidelberg zunächst offen.

Während an anderen Orten bereits über Meisterschaftsfeiern nachgedacht wurde, stand für die Berlinerinnen eine deutlich andere Aufgabe auf dem Programm. Beim Heidelberger TC ging es darum, sich im Kampf um den Klassenerhalt die bestmögliche Ausgangsposition für das Saisonfinale zu erarbeiten. Jeder Matchpunkt konnte am Ende Gold wert sein. Entsprechend aufmerksam verfolgten die Fans in Berlin jeden Ballwechsel über den Livescore, während die Mannschaft versuchte, sich mit eigener Kraft aus der gefährlichen Tabellenregion herauszuarbeiten.

Der Auftakt machte zunächst Mut. Alina Granwehr geriet gegen Katarina Kuzmova früh unter Druck und musste den ersten Satz mit 2:6 abgeben. Viel sprach zu diesem Zeitpunkt nicht für einen erfolgreichen Nachmittag. Doch genau hier zeigte die Schweizerin eine Qualität, die "Rot-Weiß" in dieser Saison nicht immer abrufen konnte: Widerstandsfähigkeit. Granwehr drehte das Match komplett, holte sich den zweiten Satz mit 6:2 und behielt auch im Match-Tie-Break die Nerven. Mit dem 10:6 war der erste Berliner Punkt auf der Anzeigetafel.

Noch überzeugender präsentierte sich einmal mehr Iva Krasimirova Ivanova. Die Bulgarin wirkte zu Saisonbeginn häufig noch wie eine Spielerin, die ihren Platz im Team erst finden musste. Inzwischen gehört sie zu den verlässlichsten Punktesammlerinnen der Mannschaft. Gegen Valentina Steiner ließ sie kaum Zweifel aufkommen und gewann souverän mit 6:3, 6:3. "Rot-Weiß" führte – und durfte zumindest vorsichtig hoffen.

Für Milena Steinkamp blieb die Bundesliga dagegen weiterhin eine harte Schule. Die frisch gekürte Deutsche Jugendmeisterin der U16 kämpfte gegen Sina Herrmann engagiert, musste sich aber erneut geschlagen geben. Die Ergebnisse sprechen bislang nicht für sie, die Entwicklung allerdings schon. Denn wer mit 15 Jahren regelmäßig in der höchsten deutschen Spielklasse antritt, sammelt Erfahrungen, die sich selten sofort in Matchpunkten ausdrücken. Die Bundesliga zahlt manchmal erst später zurück.

Richtig schmerzhaft wurde es anschließend auf den Spitzenpositionen. Caroline Werner schien gegen Mariam Bolkvadze zunächst alles im Griff zu haben. Der erste Satz ging klar mit 6:2 an die Berlinerin. Doch dann verschwand plötzlich jeglicher Rhythmus aus ihrem Spiel. Bolkvadze übernahm komplett das Kommando, Werner verlor den zweiten Satz mit 0:6 und schließlich auch den Match-Tie-Break. Ein Match, das lange nach Berliner Punkt aussah und am Ende doch verloren ging.

Ähnlich verlief die Begegnung von Lena Papadakis gegen Julie Pastikova. Der erste Satz geriet mit 6:1 beinahe zu einer Demonstration. Doch auch hier änderte sich das Bild. Pastikova stabilisierte sich, Papadakis verlor an Präzision und musste den Satzausgleich hinnehmen. Im entscheidenden Match-Tie-Break hielt sie zunächst mit, fand dann aber kein Mittel mehr gegen die Tschechin. Das 3:10 wog schwer.

So stand nach den Einzeln ein 2:4 aus Berliner Sicht auf der Anzeigetafel. Keine aussichtslose Lage, aber eine, die kaum noch Fehler erlaubte.

Während die Teams ihre Doppel aufstellten, begann für viele Fans der Blick über den Tellerrand. In Hamburg überraschte der Club an der Alster gegen Aachen. In Dresden kämpfte der TC SCC um seine letzte Chance. Überall ging es plötzlich um dieselbe Frage: Wer bleibt oben, wer muss runter?

Für "Rot-Weiß" war die Rechnung einfach geworden. Alle drei Doppel mussten gewonnen werden, um überhaupt noch eine Chance auf den Tagessieg zu haben.

Und tatsächlich stemmte sich die Mannschaft noch einmal gegen die drohende Niederlage. Alina Granwehr und Jenny Dürst brachten den ersten Doppelpunkt nach Berlin. Kurz darauf zogen Lena Papadakis und Jessy Aney nach. Aus dem 2:4 war ein 4:4 geworden. Die Hoffnung lebte wieder.

Damit richteten sich alle Augen auf das entscheidende Doppel. Werner und Gimbrere kämpften gegen Bolkvadze und Kuzmova verbissen um jeden Ballwechsel. Nach verlorenem ersten Satz arbeiteten sie sich zurück ins Match, fanden immer wieder Lösungen und hielten die Begegnung offen. Doch der entscheidende Schritt gelang nicht mehr. Heidelberg holte den letzten Punkt des Tages und damit auch den Gesamtsieg.

Endstand: 5:4 für den Heidelberger TC.

Für "Rot-Weiß" war das besonders bitter, weil die Mannschaft diesmal durchaus nah dran war. Es fehlte kein Klassenunterschied, sondern einzelne Momente. Ein paar Punkte im Match-Tie-Break. Ein paar bessere Entscheidungen in den entscheidenden Phasen. Genau die kleinen Dinge, die in dieser Saison immer wieder gegen die Berlinerinnen liefen.

Und als wäre die Situation nicht ohnehin kompliziert genug, lieferte der Blick auf die übrigen Ergebnisse zusätzliche Spannung. Der TC SCC rang Dresden tatsächlich nieder und feierte seinen ersten Saisonsieg. Damit stehen vor dem letzten Spieltag drei Mannschaften nahezu gleichauf am Tabellenende. Dresden, der SCC und "Rot-Weiß" haben jeweils 2:10 Tabellenpunkte. Jetzt entscheiden Matchpunkte, Sätze und Spiele über den Verbleib in der Liga.

Mehr Spannung kann ein Saisonfinale kaum bieten.

Am kommenden Sonntag wartet nun der letzte Spieltag beim Club an der Alster in Hamburg. Für "Rot-Weiß" ist die Ausgangslage klar: Rechnen hilft nur bedingt. Am besten wäre es, die Entscheidung selbst in die Hand zu nehmen. Noch einmal alles investieren. Noch einmal jeden Matchpunkt mitnehmen, der zu holen ist.

Der Klassenerhalt ist noch möglich. Aber geschenkt wird in Hamburg garantiert nichts.

Und genau deshalb beginnt jetzt das eigentliche Finale dieser Saison. Eine Saison, die bislang wenig Anlass für Jubel bot, aber immerhin noch die Chance bereithält, auf den letzten Metern doch noch ein versöhnliches Ende zu finden.

Die Tennisstars von morgen? 🎾 Zu Besuch beim bett1 Kids Cup in Berlin 18/05/2026

Große Emotionen, spannende Ballwechsel und jede Menge Spaß am Tennis: Beim bett1 Kids Cup auf der Anlage vom LTTC „Rot-Weiß“ zeigen junge Talente der Altersklassen U8 und U10 ihr Können.

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16/05/2026

𝗭𝘄𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗗𝗿𝘂𝗰𝗸 𝘂𝗻𝗱 𝗗𝗲𝗿𝗯𝘆𝗷𝘂𝗯𝗲𝗹 – "𝗥𝗼𝘁-𝗪𝗲𝗶ß" 𝗹𝗶𝗲𝗳𝗲𝗿𝘁 𝗮𝗯

cg - Manchmal braucht eine Saison genau so einen Tag. Kein perfektes Tennisfest mit Champagnerstimmung und Meisterschaftsgerede, sondern einfach einen ehrlichen, wichtigen Sieg zur richtigen Zeit. Und genau das war dieses Berlin-Derby in der 1. Bundesliga der Damen zwischen dem LTTC „Rot-Weiß“ und dem TC SCC Berlin. Zwei Traditionsclubs, nur wenige Minuten voneinander entfernt, beide tief unten in der Tabelle festhängend und beide mit dem klaren Wissen: Wer heute verliert, macht sich die kommenden Wochen deutlich komplizierter.

Es war also kein Derby für die Galerie, sondern eines mit echtem Druck. Während anderswo über Titel gesprochen wird, ging es hier um etwas deutlich Bodenständigeres – den Kampf gegen den Abstieg. Und genau deshalb entwickelte dieser Spieltag eine ganz eigene Spannung.

Schon vor dem ersten Ballwechsel lagen die üblichen Diskussionen über der Anlage wie ein leichter Schleier. Deutsche Spielerinnen, internationale Verstärkungen, Nachwuchsarbeit, Kaderpolitik – Themen, die im Damen-Bundesliga-Tennis regelmäßig hochkochen. Beim SCC standen viele deutsche Spielerinnen auf dem Platz, bei "Rot-Weiß" dominierte erneut die internationale Mischung. Aber spätestens mit Beginn der Matches interessierte das niemanden mehr wirklich. Denn plötzlich zählte nur noch Tennis. Und Punkte. Vor allem Punkte.

Und die sammelte "Rot-Weiß" diesmal überraschend konsequent ein.

Der Auftakt in den ersten drei Einzeln war beinahe schon ungewohnt stabil. Caroline Werner ließ gegen Iva Primorac wenig anbrennen und gewann klar mit 6:3, 6:1. Auch Jasmijn Gimbrere wirkte deutlich gefestigter als in den vergangenen Wochen. Gegen Sonja Zhenikhova spielte sie konzentriert und kontrolliert – kein Spektakel, aber genau die Art von Match, die "Rot-Weiß" zuletzt viel zu selten ins Ziel gebracht hatte.

Und dann war da wieder Iva Krasimirova Ivanova. Im ersten Satz gegen Julia Zhu noch leicht wacklig, vielleicht auch etwas zu ungeduldig, aber nach dem 7:5 plötzlich komplett im Match angekommen. Der zweite Satz wurde mit 6:0 beinahe im Schnelldurchlauf abgewickelt. Drei Einzel, drei Siege – und plötzlich wirkte die Saison für einen kurzen Moment wieder deutlich freundlicher.

Überhaupt erinnerte vieles an diesem Tag an jene Phase aus 2024, als bei "Rot-Weiß" fast alles funktionierte und am Ende überraschend die deutsche Vizemeisterschaft herausgesprungen war. Noch ist die aktuelle Mannschaft längst nicht so eingespielt, noch fehlt hier und da dieser klare gemeinsame Rhythmus – aber erstmals seit Wochen war so etwas wie Selbstvertrauen zu erkennen.

Auch Gabriela Andrea Knutson lieferte an Position eins genau das ab, was "Rot-Weiß" dringend brauchte. Gegen Miriana Ton gewann sie mit 6:3, 6:3 und brachte Berlin damit bereits auf 4:0 nach Matches. Eine Ausgangslage, die vor wenigen Tagen noch kaum vorstellbar gewesen wäre.

Und trotzdem gehörte einer anderen Spielerin einer der größten Momente des Tages – obwohl sie für den SCC spielte.

Denn als Justina Mikulskyte auf die erst 15-jährige Ida Wobker traf, richteten sich plötzlich viele Blicke auf den Nebenplatz. Wobker gilt als eines der größten deutschen Nachwuchstalente, und nach diesem Match wusste auch der Letzte warum. Mit welcher Ruhe, welcher Leichtigkeit und gleichzeitig welcher Geschwindigkeit sie spielt, ist beeindruckend. Da wird nicht einfach nur draufgeschlagen – da wird gedacht, vorbereitet, beschleunigt. Mikulskyte hatte praktisch keine Antworten und verlor klar mit 0:6, 3:6. Es war eines dieser Matches, bei denen man als Zuschauer spürt, dass hier etwas Größeres entstehen könnte.

Doch obwohl der SCC durch Wobker noch einmal verkürzte, blieb "Rot-Weiß" klar vorne. Und so rückte schließlich das letzte Einzel des Tages in den Mittelpunkt – Jenny Duerst gegen Helena Buchwald.

Und dieses Match hatte wirklich alles. Lange Rallyes, ständige Richtungswechsel, intensive Laufarbeit und zwei Spielerinnen, die sichtbar verstanden hatten, wie wichtig dieser Punkt werden könnte. Duerst gewann den ersten Satz mit 6:4, doch im zweiten wurde es dramatisch. Buchwald kämpfte sich zurück, beide schenkten sich nichts mehr. Immer wieder kippten Spiele, immer wieder musste neu begonnen werden. Für die Zuschauer war das großes Bundesliga-Tennis, für die Spielerinnen vermutlich eine Mischung aus Fitnessprogramm und Nerventest.

Am Ende hielt Duerst stand. 7:5 im zweiten Satz, Arme hoch, Erleichterung pur. Und mit diesem Sieg stand fest: "Rot-Weiß" hatte den Spieltag bereits nach den Einzeln gewonnen.

Das allein sorgte schon für spürbar gelöste Stimmung. Nicht euphorisch, dafür ist die Tabellensituation noch zu heikel. Aber eben erleichtert. Denn dieser Sieg war mehr als nur ein Erfolg im Derby – er war vor allem ein Lebenszeichen im Abstiegskampf.

Die Doppel wurden anschließend fast schon mit etwas mehr Leichtigkeit gespielt. Werner und Ivanova gewannen nach Match-Tie-Break gegen Ton/Primorac, während Mikulskyte und Gimbrere gegen das starke SCC-Doppel Wobker/Buchwald unterlagen. Besonders erfreulich aus Berliner Sicht: Jessy Aney war endlich in Berlin angekommen und überzeugte gemeinsam mit Lena Papadakis mit einem starken Auftritt. Nach engem ersten Satz wurde das Match gegen Zhenikhova/Zhu im zweiten Durchgang regelrecht zugedreht.

Endstand: 7:2 für "Rot-Weiß". Ein Ergebnis, das vor wenigen Tagen kaum jemand erwartet hätte.

Und trotzdem bleibt die Realität klar. Ein Sieg allein löst die Probleme dieser Saison nicht. Der LTTC rückt zwar auf Platz sieben vor, doch der Kampf um den Klassenerhalt bleibt eng und kompliziert. Matchpunkte, Sätze und Spiele könnten am Ende entscheidend werden. Genau deshalb war dieses deutliche Ergebnis so wichtig.

Jetzt bleiben nur noch zwei Spieltage. Heidelberg. Hamburg. Keine Selbstläufer, ganz sicher nicht. Aber nach diesem Derby zumindest wieder mit etwas mehr Hoffnung.

Und vielleicht war genau das das Wichtigste an diesem Tag: "Rot-Weiß" wirkte erstmals nicht mehr wie ein Team, das nur reagiert. Sondern wie eines, das verstanden hat, worum es jetzt geht.

14/05/2026

𝗘𝗶𝗻 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝘁𝗮𝗴 𝘄𝗶𝗲 𝗲𝗶𝗻 𝗪𝗲𝘁𝘁𝗲𝗿𝗯𝗲𝗿𝗶𝗰𝗵𝘁 – 𝘂𝗻𝗱 𝗹𝗲𝗶𝗱𝗲𝗿 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗛𝗮𝗽𝗽𝘆 𝗘𝗻𝗱

cg - Es gibt Tage im Tennis, da fühlt sich schon der Blick aus dem Fenster wie ein schlechter Spielstand an. Dunkle Wolken über Berlin, zwölf Grad am Herrentag und Wetterprognosen, die bereits Tage zuvor nichts Gutes ahnen ließen. Beim LTTC „Rot-Weiß“ hatte man deshalb vorsorglich den Plan B aus der Schublade geholt, denn eines war schnell klar: Auf einen Hallenwechsel musste man vorbereitet sein. Nicht irgendeine Halle, sondern möglichst mit Aschebelag – schließlich stehen die French Open vor der Tür und kaum eine Spielerin möchte wenige Tage vorher plötzlich auf Hartplatz rutschen müssen.

So begann der vierte Spieltag der 1. Bundesliga der Damen gegen Blau-Weiss Dresden-Blasewitz bereits mit Verzögerung, aber zunächst durchaus vielversprechend. Auf den Courts an der Hundekehle schien "Rot-Weiß" erstmals in dieser Saison einen richtig guten Rhythmus zu finden. Iva Krasimirova Ivanova dominierte gegen Jana Kovackova den ersten Satz beinahe nach Belieben und holte ihn sich mit 6:1. Auch Justina Mikulskyte lag in ihrem Match vorne, während Andrea Lázaro García trotz Rückstand keineswegs chancenlos wirkte.

Dann allerdings spielte das Wetter plötzlich seinen ganz eigenen Song. Kein klassischer Regenschauer, sondern eher eine komplette Kapitulation des Himmels. Innerhalb weniger Minuten standen Plätze und Wege unter Wasser, Hagelkörner prasselten herunter und an Tennis war schlicht nicht mehr zu denken. Während andere an Christi Himmelfahrt vielleicht auf dem Fahrrad Richtung Wannsee unterwegs waren, hieß es für beide Teams: Taschen packen, Catering verladen und ab zum Columbiadamm. Die Halle von TiB wurde kurzfristig zur Bundesliga-Bühne.

Und genau dort begann der Spieltag sich zu drehen. Manche Spielerinnen fanden nach dem Ortswechsel sofort wieder Zugriff, andere verloren komplett ihren Rhythmus. Ivanova etwa wirkte draußen noch souverän und klar überlegen – in der Halle dagegen plötzlich deutlich unsicherer. Der zweite Satz ging mit 4:6 verloren, im Match-Tie-Break lief anschließend kaum noch etwas zusammen. Auch Mikulskyte brachte ihre gute Ausgangslage nicht ins Ziel. Nach gewonnenem ersten Satz verlor sie erst den zweiten und anschließend einen dramatischen Match-Tie-Break mit 10:12. Genau solche Momente ziehen sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison der Berlinerinnen: Man ist nah dran, teilweise sogar besser im Spiel – aber die entscheidenden Punkte landen zu selten auf der eigenen Seite.

Als dann auch Lázaro García ihr Match verlor, stand es nach den ersten drei Einzeln bereits 0:3. Ein Zwischenstand, der schwer wog. Nicht, weil Dresden-Blasewitz unschlagbar wirkte, sondern weil "Rot-Weiß" genau diese Begegnung eigentlich enger gestalten wollte. Gegen die bisherigen Topteams der Liga zu verlieren, war keine große Überraschung. Gegen Dresden allerdings sollte der Weg aus dem Tabellenkeller beginnen.

Und trotzdem kippte die Stimmung nicht komplett ins Bittere. Vielleicht auch deshalb, weil sich die Mannschaft diesmal sichtbar dagegenstemte. Tamara Zidansek holte gegen Lucie Havlickova den ersten Berliner Punkt des Tages – hart erarbeitet, erst im Match-Tie-Break entschieden. Kein glanzvoller Sieg, aber einer mit Widerstandskraft. Kurz darauf zog Gabriela Andrea Knutson nach und gewann gegen Lia Karatantcheva in zwei engen Sätzen.

Und plötzlich war sie wieder da, diese vorsichtige Hoffnung. Nicht Euphorie – dafür war die Saison bislang zu kompliziert –, aber zumindest das Gefühl, dass hier noch etwas möglich sein könnte. Alle Augen richteten sich nun auf Jenny Duerst. Die Schweizerin, seit Jahren eng mit "Rot-Weiß" verbunden, hatte in den vergangenen Wochen sichtbar mit ihrer Form und ihrer langen Verletzungspause zu kämpfen. Doch diesmal wirkte sie deutlich stabiler. Gegen Rodriguez spielte sie konzentriert, ruhig und konsequent – und brachte "Rot-Weiß" tatsächlich zum 3:3-Ausgleich nach den Einzeln.

Damit war plötzlich alles wieder offen. Und genau hier zeigte sich vielleicht am deutlichsten, wie eng Bundesliga-Tennis sein kann. Stundenlang schien Dresden die Begegnung klar im Griff zu haben – und auf einmal standen beide Teams wieder bei null.

Die Zuschauer bekamen davon allerdings nur noch bedingt etwas mit. Die Hallenspiele liefen praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, viele Fans verfolgten die Begegnung über den Livescore oder versuchten zwischen Wetter-App und DTB-Seite irgendwie den Überblick zu behalten.

Für die Doppel ging es schließlich wieder zurück auf die Außenplätze am Columbiadamm. Eine vernünftige Entscheidung, denn inzwischen war es bereits nach 19:00 Uhr und irgendwie musste dieser Spieltag noch abgeschlossen werden. Sportlich allerdings setzte Dresden nun genau die Duftmarken, die "Rot-Weiß" eigentlich selbst dringend gebraucht hätte. Die Berliner Doppelpaarungen wirkten von Beginn an unter Druck, während Dresden stabil und routiniert spielte. Satz für Satz glitt die Begegnung wieder weg.

Am Ende gingen alle drei Doppel verloren. Ein bitteres 3:6. Wieder kein Befreiungsschlag. Und langsam wird die Lage unbequem. Vier Spieltage, vier Niederlagen – das Tabellenende ist keine Momentaufnahme mehr, sondern Realität.

Trotzdem bringt hektischer Alarmismus jetzt wenig. Die Mannschaft ist neu zusammengestellt, der Teamspirit früherer Jahre entwickelt sich nicht innerhalb weniger Wochen. Genau das sieht man derzeit auf dem Platz: gute Einzelmomente, aber noch zu wenig Selbstverständlichkeit in den entscheidenden Situationen.

Jetzt beginnt allerdings die Phase der Saison, in der gerechnet wird. Nicht mehr nach oben, sondern gegen den Abstieg. Und genau deshalb bekommt das Berliner Derby gegen den TC SCC Berlin am kommenden Samstag eine enorme Bedeutung. Beide Teams stecken unten fest, beide brauchen dringend Punkte und beide wissen, dass sich solche Spiele oft nicht nur über Tennis entscheiden, sondern über Nerven, Energie und Unterstützung von außen.

Deshalb gilt diesmal tatsächlich: Smartphone weglegen, Livescore schließen und an den Platz kommen. Denn wenn "Rot-Weiß" den Weg aus dem Tabellenkeller schaffen will, dann braucht diese Mannschaft jetzt vor allem eines – Menschen, die hinter ihr stehen, auch wenn gerade nicht alles glänzt.

𝟭𝟲. 𝗠𝗮𝗶 𝟮𝟬𝟮𝟲, 𝗮𝗯 𝟭𝟭:𝟬𝟬 𝗨𝗵𝗿

10/05/2026

𝗠𝗲𝗵𝗿 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻, 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗪𝗶𝗱𝗲𝗿𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱 – "𝗥𝗼𝘁-𝗪𝗲𝗶ß" 𝗳𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝘁 𝗱𝗲𝗻 𝗠𝗲𝗶𝘀𝘁𝗲𝗿

Es war Muttertag an der Hundekehle, die Sonne stand freundlich über der Anlage und kurz nach 11:00 Uhr hallte der inzwischen vertraute Satz über die Courts: „Hier ist die 1. Bundesliga der Damen, hier ist Berlin.“ Noch waren die Zuschauerreihen nicht komplett gefüllt. Viele Familien saßen vermutlich noch beim späten Frühstück oder überreichten Blumensträuße, bevor sie sich auf den Weg zum LTTC „Rot-Weiß“ machten. Doch wer rechtzeitig kam, bekam gleich zu Beginn genau das zu sehen, was Tennis an einem Bundesliga-Sonntag ausmachen kann: Hoffnung, Spannung und die Erkenntnis, wie schmal der Grat zwischen Überraschung und Realität manchmal ist.

Denn gegen die amtierenden Meisterinnen vom TK Blau-Weiss Aachen wirkte "Rot-Weiß" diesmal deutlich lebendiger als an den ersten beiden Spieltagen. Nicht stabil genug, um die Begegnung tatsächlich zu drehen – dafür war Aachen insgesamt zu abgeklärt besetzt –, aber engagierter, bissiger und phasenweise auch mutiger. Genau das war zu spüren.

Besonders deutlich wurde das im Match von Milena Steinkamp gegen die erfahrene Niederländerin Quirine Lemoine. Und plötzlich war sie wieder da, diese besondere Energie, die Zuschauer direkt an den Platz zieht. Steinkamp spielte frech, konzentriert und erstaunlich mutig auf. Ihr erster Satzgewinn mit 6:3 war keineswegs glücklich, sondern verdient. Die junge Berlinerin nahm Tempo auf, spielte klar und ließ ihre deutlich erfahrenere Gegnerin sichtbar genervt zurück. Dass Lemoine zwischenzeitlich emotional überkochte und der Stuhlschiedsrichter eingreifen musste, war beinahe schon ein kleines Kompliment an das, was Steinkamp auf den Platz brachte.

Doch genau hier zeigte sich eben auch der Unterschied zwischen Talent und Bundesliga-Erfahrung. Lemoine stabilisierte sich, Steinkamp verlor etwas die Leichtigkeit im Spiel, vielleicht auch etwas die Ruhe. Der zweite Satz ging mit 4:6 verloren und im Match-Tie-Break wurde aus Hoffnung plötzlich Ernüchterung. Das 3:10 tat weh, gerade weil zuvor so viel möglich schien. Trotzdem war genau dieses Match eines der stärksten Signale des Tages: Die Bundesliga ist für Steinkamp derzeit noch Lernprozess – aber einer mit klar erkennbarem Potenzial.

Fast parallel dazu schien auch Alina Granwehr kurz davor, ein kleines Ausrufezeichen zu setzen. Gegen Suzan Lamens dominierte sie den ersten Satz mit 6:1 und brachte Aachen sichtbar unter Druck. Doch auch hier zeigte sich, wie schnell sich Begegnungen auf diesem Niveau drehen können. Lamens kämpfte sich zurück, der zweite Satz ging in den Tie-Break und schließlich ebenfalls in den Match-Tie-Break. Wieder knapp, wieder nicht auf Berliner Seite. Genau diese Momente ziehen sich bislang durch den Saisonstart von "Rot-Weiß": Man ist phasenweise absolut konkurrenzfähig, bringt sich aber noch zu selten wirklich ins Ziel.

Dass die Aufgabe gegen Aachen insgesamt brutal schwer werden würde, war ohnehin klar. Spielerinnen wie Panna Udvardy oder Iryna Shymanovich bringen eine Qualität mit, die Fehler sofort bestraft. Caroline Werner hielt gegen Udvardy ordentlich dagegen, verlor aber genau die entscheidenden Phasen mit 3:6, 5:7. Auch Jasmijn Gimbrere fand gegen Shymanovich nie wirklich dauerhaft Zugriff auf das Match. Wieder waren gute Ansätze da, aber eben keine ausreichende Konstanz.

Eine der bemerkenswertesten Geschichten des Tages schrieb dagegen Jenny Dürst. Nach langer Verletzungspause stand sie wieder für "Rot-Weiß" auf dem Platz. Die bandagierte Schulter erzählte dabei ihre eigene Geschichte. Gegen Marie Benoit wurde deutlich, dass noch einiges fehlt, um wieder komplett im Rhythmus zu sein. Die deutliche Niederlage war deshalb weniger eine Überraschung als vielmehr ein Hinweis darauf, wie schwierig der Weg zurück auf dieses Niveau sein kann.

Den Berliner Einzelpunkt holte schließlich Iva Krasimirova Ivanova gegen die emotional aufgeladene Ysaline Bonaventure. Bonaventure diskutierte, kommentierte, arbeitete lautstark mit sich selbst – inklusive mehrerer Verwarnungen. Ivanova ließ sich davon allerdings kaum beeindrucken. Nach gewonnenem Tie-Break im ersten Satz drehte sie komplett auf und fertigte ihre Gegnerin im zweiten Durchgang mit 6:0 ab. Genau solche Matches braucht "Rot-Weiß" derzeit: weniger schönreden, mehr durchziehen.

Mit dem 1:5 nach den Einzeln war der Spieltag sportlich entschieden. Trotzdem blieb die Atmosphäre auf der Anlage bemerkenswert angenehm. Die Terrasse der neuen Gastronomie war voll besetzt, die Zuschauer nutzten die Pause zwischen Einzeln und Doppeln, um sich zu stärken, zu diskutieren und das Bundesliga-Wochenende zu genießen. Der Andrang war diesmal sogar so groß, dass selbst der eigentlich für die Presse vorgesehene Arbeitsplatz kurzerhand anderweitig genutzt wurde. Einerseits ein kleines organisatorisches Problem, andererseits aber eben auch ein Zeichen dafür, dass die Hundekehle an solchen Tagen lebt.

Und vielleicht war genau das auch sinnbildlich für diesen Spieltag: Noch ist nicht alles perfekt sortiert. Weder sportlich noch organisatorisch. Aber es bewegt sich etwas.

In den Doppeln zeigte "Rot-Weiß" schließlich noch einmal eine deutlich bessere Körpersprache. Werner und Ivanova gewannen souverän gegen Benoit/Lemoine, auch Granwehr und Dürst punkteten überzeugend. Plötzlich stand es nur noch 3:5 und kurz entstand sogar das Gefühl, man könne den Spieltag zumindest enger gestalten als zunächst gedacht. Das dritte Doppel Gimbrere/Papadakis kämpfte sich bis in den Match-Tie-Break, verlor diesen jedoch denkbar knapp mit 8:10. Wieder so ein Moment, der zeigt, wie nah Bundesliga manchmal beieinanderliegt.

Am Ende steht eine weitere Niederlage. Drei Spiele, drei verlorene Begegnungen – das Tabellenende ist Realität und kein Rechenfehler. Aber genauso klar ist eben auch: Die Saison beginnt jetzt erst in die Phase zu gehen, in der "Rot-Weiß" punkten muss. Gegen Stuttgart, Bredeney und Aachen kamen direkt zum Auftakt drei absolute Topteams. Die entscheidenden Spieltage kommen erst noch.

Und genau deshalb wird der kommende Spieltag gegen Blau-Weiss Dresden-Blasewitz am Donnerstag enorm wichtig. Nicht für große Träume, sondern für das, worum es in dieser Saison realistisch geht: den Klassenerhalt. Dafür braucht es jetzt weniger gute Ansätze und mehr gewonnene Match-Tie-Breaks. Weniger „fast“, mehr Konsequenz.

Die Zuschauer dürfen sich trotzdem weiterhin auf ehrliches Bundesliga-Tennis freuen. Denn auch wenn der neue Teamspirit noch nicht ganz dieselbe Wucht entwickelt wie in den Vorjahren – man sieht, dass diese Mannschaft sich langsam findet. Und manchmal beginnen genau so die Geschichten, die am Ende doch noch spannend werden.

𝗻𝗮̈𝗰𝗵𝘀𝘁𝗲𝗿 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝘁𝗮𝗴: 𝟭𝟰. 𝗠𝗮𝗶 𝟮𝟬𝟮𝟲 𝗮𝗯 𝟭𝟭:𝟬𝟬 𝗨𝗵𝗿 - 𝗘𝗶𝗻𝘁𝗿𝗶𝘁𝘁 𝗶𝘀𝘁 𝗳𝗿𝗲𝗶

Hauptstadtsport.tv 07/05/2026

Hauptstadtsport.tv SAISONSTART IN DER BUNDESLIGA: LTTC „Rot-Weiß“ Berlin fordert TEC Waldau Stuttgart

04/05/2026

𝗺𝗮𝘁𝗰𝗵𝗯𝗮𝗹𝗹 𝟮-𝟮𝟬𝟮𝟲 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗮 - 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗼𝗻𝗹𝗶𝗻𝗲 𝗹𝗲𝘀𝗲𝗻

Manchmal merkt man schon beim ersten Durchblättern: Diese Ausgabe hat Tempo.

matchball 2-2026 ist da – online lesbar und schon bald in den Clubs vor Ort. Und sie kommt genau zur richtigen Zeit. Die Plätze sind vorbereitet, die Saison steht in den Startlöchern, und mit ihr dieses besondere Gefühl, dass jetzt wieder alles möglich ist.

Im Mittelpunkt steht eine Spielerin, an der aktuell kaum jemand vorbeikommt: Milena Steinkamp. Turniersieg reiht sich an Turniersieg, ihr Name taucht immer häufiger ganz oben auf. Doch was steckt hinter dieser Entwicklung? Ein Blick hinter die Linien zeigt eine Spielerin, die ihren Weg mit erstaunlicher Klarheit geht – und bei der man spürt, dass hier gerade mehr entsteht als nur ein Lauf.

Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: auf eine Saison, die beginnt, bevor der erste Ball gespielt ist. Spielbereit. Punktbereit. Saisonbereit. – es ist die Zeit, in der Training in Wettkampf übergeht, in der knappe Entscheidungen nicht mehr diskutiert, sondern gespielt werden. Genau diese Momente nimmt matchball in den Fokus.

Unsere Zeitreise durch die Tennisgeschichte geht in die nächste Runde. Gemeinsam mit der Berlin Tennis Gallery erzählen wir weiter, wie aus einem einfachen Spiel eine große Bühne wurde – irgendwo zwischen Adel, Macht und der Geburt eines modernen Sports.

Und dann ist da noch die Bundesliga. Für viele beginnt sie mit dem ersten Aufschlag, für die Teams schon Wochen vorher. Wie sich Mannschaften vorbereiten, welche Rollen im Hintergrund entscheidend sind – und warum sich ein Blick auf die kommende Saison in der 1. und 2. Bundesliga ganz besonders lohnt, zeigt diese Ausgabe eindrucksvoll.

Kurz gesagt: Dieses Heft ist nah dran. An den Spielern. An den Geschichten. Und an genau dem Moment, in dem Tennis wieder draußen stattfindet.

Jetzt reinschauen – es lohnt sich.

https://www.yumpu.com/de/document/read/71093645/matchball-2-2026

03/05/2026

𝗠𝗲𝗵𝗿 𝗭𝘂𝗴𝗿𝗶𝗳𝗳, 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗠𝘂𝘁 – 𝗕𝗲𝗿𝗹𝗶𝗻 𝘄𝗮̈𝗰𝗵𝘀𝘁 𝗮𝗺 𝘇𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝘁𝗮𝗴

cg - Manchmal braucht es im Tennis keinen Neustart, sondern einfach nur einen Moment, in dem der Motor endlich rund läuft. Nach dem holprigen Auftakt gegen den TEC Waldau Stuttgart wirkte es beim zweiten Spieltag gegen den TC Bredeney plötzlich so, als hätte jemand genau diesen Schalter gefunden. Kein großes Spektakel, eher ein leises Aufdrehen – aber eines, das sofort spürbar war.

Schon in den ersten Einzeln lag etwas in der Luft, das am Freitag noch gefehlt hatte. Jasmijn Gimbrere startete mit einem klaren 6:2 gegen Greetje Minnen – druckvoll, präsent, wach. Auch Linea Bajraliu zeigte, dass sie angekommen ist. Ihr 6:4 im ersten Satz gegen Mona Barthel war kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck eines Spiels, das sich Stück für Stück entfaltet. Und als es im zweiten Satz eng wurde, hielt sie dem Druck stand, gewann den Tie-Break – ein kleines, aber wichtiges Statement.

Gimbrere hingegen erlebte ein Match, das sich drehte wie ein Berliner Frühlingswetter. Nach starkem Beginn kam der Bruch, der zweite Satz ging weg – aber genau darin lag die Entwicklung. Nicht einbrechen, sondern reagieren. Der Match-Tie-Break wurde zum Gradmesser – und zum Gewinn für "Rot-Weiß". Der erste echte Lohn für den sichtbar gewachsenen Zugriff auf das Spiel.

Und dann war da Milena Steinkamp. Fünfzehn Jahre alt, und schon mittendrin in der Bundesliga. Ihr Match gegen Luisa Meyer auf der Heide hatte alles, was diesen Sport ausmacht: Tempo, Mut, kleine Fehler und große Momente. Der erste Satz ging verloren, aber nicht kampflos. Im zweiten Satz kämpfte sie sich zurück, zwang ihre Gegnerin in den Tie-Break – und musste am Ende einen dieser Momente erleben, die im Tennis länger hängen bleiben als ein verlorener Punkt. Ein Doppelfehler bei eigenem Aufschlag, Matchball gegen sich. Bitter, ja. Aber auch Teil eines Weges, der hier gerade erst beginnt. Und wer genau hingeschaut hat, konnte sehen: Da wächst etwas.

Mit den folgenden Einzeln verschob sich das Momentum wieder leicht. Iva Krasimirova Ivanova zeigte gegen Anouk Koevermans, dass sie mehr kann, als das Ergebnis am Ende aussagt. Nach verlorenem ersten Satz drehte sie auf, holte sich den zweiten – und kämpfte sich in einen Match-Tie-Break, der bis zum letzten Ball offen blieb. 7:10, verloren – aber nicht verschenkt.

Lena Papadakis lieferte sich mit Anna-Lena Friedsam ein Match, das vor allem eines zeigte: Widerstand. Jeder Punkt erarbeitet, jeder Ball mit Energie gespielt. Am Ende reichte es nicht, aber auch hier blieb der Eindruck: Das war kein Durchmarsch der Gegnerin, sondern ein hart erkämpfter Sieg.

Und dann kam dieses Duell, das man eigentlich nur schwer beschreiben kann, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Caroline Werner gegen Tatjana Maria. Wer gegen Maria spielt, spielt nicht nur gegen eine Gegnerin, sondern gegen ein System. Slices, Winkel, Tempoveränderungen – ein Spiel, das sich nicht greifen lässt. Werner hielt dagegen, kämpfte sich in den Tie-Break des ersten Satzes, investierte alles. Vielleicht zu viel. Denn im zweiten Satz waren die Kräfte sichtbar aufgebraucht. Bei über 30 Grad, gegen diesen Spielstil, wird jeder Ball zur Herausforderung. Ein 1:6, das weniger über die Qualität aussagt als über den Energieverschleiß.

2:4 nach den Einzeln. Rückstand, ja. Aber keiner, der die Geschichte dieses Tages vollständig erzählt. Denn diesmal war mehr da: mehr Zugriff, mehr Wille, mehr Leben im Spiel.

Die Doppel brachten schließlich die Entscheidung – und auch die Realität dieses Spieltags. Während andere Teams mit breiterem Kader anreisen, musste "Rot-Weiß" improvisieren. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus der Logik eines dicht getakteten Spielbetriebs. Parallelverpflichtungen, begrenzte Optionen – das gehört zur Bundesliga ebenso wie der erste Aufschlag. Dass das Doppel Werner/Steinkamp früh beendet werden musste, war weniger ein sportliches als ein strukturelles Thema.

Und doch gab es auch hier wieder diesen einen Moment. Gimbrere und Papadakis holten gegen Barthel und Friedsam einen wichtigen Punkt – in drei Sätzen, mit Nerven, mit Mut. Ein Sieg, der vielleicht in der großen Abrechnung noch Gewicht bekommt. Ivanova und Bajraliu kämpften sich ebenfalls bis in den Match-Tie-Break, hielten dagegen, blieben dran – mussten sich am Ende aber geschlagen geben.

Endstand: 3:6. Eine Niederlage, ja. Aber eine andere als noch zum Auftakt. Keine, die ratlos zurücklässt, sondern eine, die zeigt, wohin der Weg gehen kann.

Denn genau das ist die Geschichte dieses Spieltags: "Rot-Weiß" ist angekommen. Noch nicht am Ziel, aber im Wettbewerb. Mit Ecken, mit Baustellen, aber auch mit klaren Ansätzen.

Und Zeit zum Durchatmen bleibt kaum. Schon am Sonntag, dem 10. Mai 2026 wartet mit dem nächsten Gegner die vielleicht härteste Aufgabe dieses Frühjahrs – die amtierenden Meisterinnen aus Aachen. Ein Spiel, das alles verlangen wird.

Wer sehen will, wie sich diese Mannschaft weiterentwickelt, sollte nicht auf den Livescore schauen. Sondern dorthin kommen, wo man Tennis wirklich versteht: an den Platz. An die Hundekehle. Denn diese Saison beginnt gerade erst, ihre Geschichte zu erzählen.

Spielbeginn: 11:00 Uhr - Eintritt frei

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