20/09/2026
Bei manchen Familiennamen ist man froh, wenn man sie los wird. Das war auch der Fall bei dem Familiennamen “Firtzlaff”, nach dem ich gefragt wurde.
Die “Leidtragende” schrieb:
Wir müssen unseren Namen immer buchstabieren und unsere Tochter war glücklich, nach der Heirat den Namen endlich los zu sein, er wird auch immer falsch geschrieben, meist Fritzlaff) - wir wissen nur, dass meine Schwiegereltern aus Greifenberg Ost Preußen, jetzt Polen flüchten mussten.
Kommt der Name auch aus der Richtung?
Hier das Ergebnis meiner Prüfung:
Bei derartigen Namen empfiehlt es sich, nach diesem und ähnlichen Namen zu sichen. Ich fand bei der Suche nach auslautendem -laff die folgenden:
Firtzlaff (31)
Firzlaff (136)
Fitzlaff (41)
Fritzlaff (4)
Man sieht, hier ist die „Verschreibung“ Fritzlaff sogar zum Familiennamen geworden ..
Die Kartierung der gefundenen Namen ergibt ein buntes Bild (Karte anbei), keine Häufung o.ä. Flucht, Vertreibung, Umsiedlung?
Ja, wahrscheinlich, denn die Verlustlisten des 1. Weltkriegs zeigen Vorkommen an der heute polnischen Ostseeküste in Pommern.
Also ein slavischer Name?
Ja, sehr wahrscheinlich. Ich tippe auf Umdeutung und Eindeutschung von schon früh bezeugten slavischen Personennamen, die G. Schlimpert, Slawische Personennamen in mittelalterlichen Quellen zur deutschen Geschichte, Berlin 1978 gesammelt hat:
1071 Wirchizlaus, 1194 Wirchoslau, 1358 Claus und Vergeslaf (auf Rügen), entstanden aus slav. *Virchoslav, enthält virch-, vjerch- ʽoben, oberer TEil՚ und slava ʽRuhm՚.
Klar, dass dieser Name bei Eindeutschung sein Aussehen verändert …