01/09/2026
Man muss diese Meldung aus Brandenburg eigentlich zweimal lesen.
Ein 14-jähriger Nachwuchsangler wird von einem Sportminister persönlich zu einem internationalen Wettbewerb nach Holland verabschiedet. Ein Ministerium macht daraus einen offiziellen Termin. Politik zeigt öffentlich: Wir sehen euch. Wir unterstützen euch. Euer Engagement ist etwas wert.
Und dann schaut man auf den Rest Deutschlands.
Da wird Angeln vielerorts lieber problematisiert, reglementiert und moralisch kommentiert. Jugendliche sollen sich für ihr Hobby möglichst noch erklären, während Funktionäre und Politiker gleichzeitig von der Bedeutung der Jugendarbeit schwadronieren.
Große Reden über Jugendförderung – aber bitte ohne Angeln.
Fußball? Selbstverständlich förderungswürdig.
Handball? Natürlich.
Tennis? Sehr gerne.
Reitsport? Kein Problem.
Aber ein Jugendlicher, der mit einer Angel am Wasser steht?
Da scheint bei manchen plötzlich die gesellschaftspolitische Alarmanlage loszugehen.
Und genau deshalb ist der Termin in Brandenburg so wichtig.
Denn hier wird ein junger Mensch nicht dafür gefeiert, dass er irgendeinem politischen Zeitgeist entspricht. Er wird dafür gewürdigt, dass er Angler ist, sich engagiert und an einem internationalen Jugendwettbewerb teilnimmt.
Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
Ist es aber offenbar nicht.
Besonders peinlich wird es für all jene, die ständig von moderner Jugendarbeit erzählen, gleichzeitig aber kaum verstehen, was Kinder und Jugendliche tatsächlich an Vereine bindet.
Es sind nicht PowerPoint-Präsentationen über Biodiversität.
Es sind Erlebnisse.
Es ist der erste Fisch.
Das gemeinsame Wochenende am Wasser.
Der Wettbewerb.
Die Freundschaft.
Das Erfolgserlebnis.
Kinder schützen, was sie lieben. Aber dafür müssen sie es erst einmal lieben lernen dürfen.
Brandenburg hat das offenbar verstanden.
Andere Bundesländer scheinen dagegen noch damit beschäftigt zu sein, zu erklären, warum Angeln irgendwie problematisch sei.
Vielleicht sollten sich manche Verantwortlichen einfach einmal fragen, warum ein 14-jähriger Nachwuchsangler in Brandenburg einen Sportminister an seiner Seite hat, während junge Angler anderswo schon froh sein dürfen, wenn ihre Interessen überhaupt ernst genommen werden.
Das ist keine Frage von Parteipolitik. Das ist eine Frage von Haltung.
Und Brandenburg zeigt gerade ziemlich eindrucksvoll, wie diese Haltung aussehen kann.
Sportminister Gordon Hoffmann verabschiedet, zusammen mit dem Bürgermeister der Gemeinde Leegebruch, Martin Rother, sowie Vertreterinnen und Vertretern des „Angler Gegen Mobbing e.V.“ in der Gemeindeverwaltung den 14-jährigen Nachwuchsangler Jordan zum WPC Junior Cup 2026 nach Holland. ...