13/12/2025
13. Dezember- BILAL
KTT-Story Studium und Sport
Hallo zusammen,
Es ist jetzt mittlerweile 4 [inzwischen mehr!] Tage her, dass sich ein Lebenstraum für mich erfüllt hat. Es mag Glück, Zufall, oder Schicksal gewesen sein, dass ich jetzt hier an diesem Punkt stehen darf (das können gerne andere entscheiden), doch weiß ich ganz genau, dass es 0.0% Zufall ist, dass mein alter Freund Gerhard mich darum gebeten hat, hier euch ein bisschen über mich und meinen persönlichen Weg zu schreiben. Vorweg ist es mir wichtig, dass es zwar im Kern bei der ganzen Nummer hier auch um einen Teil meiner persönlichen Geschichte geht, aber im Großen und Ganzen vor allem um die Lehren, die ich für mich ziehen durfte und die nach meinem Dafürhalten für ganz viele von uns zutreffen und anwendbar sind.
Ich bin Bilal, mittlerweile 25 Jahre alt, seit etwas mehr als 6 Jahren beim KTT, betreibe seit mittlerweile 8 Jahren den Sport und bin auch Jura-Student. Vor knapp 4 Tagen durfte ich meine letzten Klausuren vom ersten Staatsexamen schreiben, was irgendwie für mich den Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts markiert. Jetzt liegt es natürlich auf der Hand, dass mein großer Lebenstraum die Absolvierung des Staatsexamens ist, aber um euch da den Wind aus den Segeln zu nehmen: Das war es tatsächlich nie. Vielmehr ist es ein Teil dieser ganzen Reise, die ich bislang absolvieren durfte und symbolisiert für mich - auch wenn das jetzt sülzig klingen mag - die Freiheit, sich Türen öffnen zu können, wenn man von etwas fest überzeugt ist, mit Herz dabei ist, vielleicht hier und da etwas Glück hat (benötigen wir alle) und immer einmal mehr aufsteht als man hinfällt.
Nach meinem Abi (2019) war ich auch ehrlich gesagt nur darauf konzentriert, mit meinen Jungs ins Freibad zu gehen und viel zu trainieren, um im Triathlon besser zu werden, ohne jeglichen Gedanken an meine Zukunft oder irgendetwas anderes weiter als 2 Tage in der Zukunft liegende zu verschwenden. Allerdings stand damals natürlich bei uns (meiner Mutter und mir) fest, dass ich direkt nachm Abi irgendwas (Ausbildung/Studium/Arbeit) beginnen muss, da wir einfach nicht das Geld für etwas anderes hatten.
Im Rahmen eines 10-15 minütigen „Auswahlprozesses“ bezüglich meiner Zukunft gelangte ich versehentlich auf die Seite von Jura und hab mich dann tatsächlich spaßeshalber auch dafür beworben. Ich wurde angenommen und irgendwie hat es mich dann doch gereizt, da mal reinzuschauen. Und irgendwie sind wir dann über 6 unfassbar ereignisreiche Jahre jetzt in der Gegenwart angelangt. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht so viel über mein Studium spreche, wohl auch, weil es mir gelinde gesagt gut auf den Keks geht, ständig zu hören, dass man ja niemals gedacht hätte, dass ich Jura studiere, oder dass man mir antextet, dass ich das ja frei erfinden würde, um Eindruck zu schinden. Warum sollte ich nicht Jura studieren? Vorurteilen oder Stereotypen bin ich ehrlich gesagt, ohne jetzt zu viel über meine sonstigen Kämpfe zu sprechen, seit Tag 1 ausgesetzt und habe auch schon früh gelernt, das als Motivation zu nehmen, meinen Weg erst Recht durchzuziehen.
Die Vorbereitung auf das Staatsexamen, im Speziellen die letzten 2,5 Jahre, waren dabei sehr intensiv und haben mir mental und körperlich viel abverlangt. Zum Lernen „wohnte“ ich circa 35-40h in der Woche in der Bibliothek (und an meinem Schreibtisch). Hinzu kam, dass ich seit 5 Jahren ungefähr 15h/Woche arbeiten gehe , um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen, denn die Miete zahlt sich ja bekanntlich nicht von alleine.
Wie ich es dann geschafft habe, zusätzlich zwischen 15-20 Stunden in das Training zu stecken, kann ich mir manchmal selbst nicht so richtig erklären. Der Sport brachte mir Spaß, Freiheit, war auch Teil meiner Persönlichkeitsbildung und eine großartige Schule fürs Leben. Ich sag immer, dass ich beim Sport immer den ganzen Müll (der gute alte Lernstoff) rausbringe und mein Kopf (die Mülltonne) anschließend wieder frei und leer ist, um am nächsten Tag mit neuem Müll gefüllt zu werden.
Ich bin jetzt seit mittlerweile 8 Jahren im Leistungssport und hab wirklich bereits eine unfassbar schöne Zeit hinter mir. Die Rennen und Erlebnisse mit dem Team waren echt cool, auch wenn es sportlich vielleicht nicht immer glatt lief. Gerade jetzt durch die Examensvorbereitung habe ich auch gemerkt, dass die Zeit unfassbar schnell vergeht und vor allem auch endlich ist. Klar möchte ich für mein Team immer das bestmögliche Ergebnis erzielen, doch am Ende werden es immer die Begegnungen, Erlebnisse und besonderen Momente sein, die bei mir hängen bleiben werden. An dieser Stelle möchte ich ganz liebe Grüße und viel Liebe an meine Trainingsgruppe, aber auch die vielen lieben Menschen im Verein und vor allem Gerhard (einem meiner wohl größten Förderer und besondersten Menschen in meinem Leben) senden! Ihr inspiriert mich alle, jeder auf seine Art und Weise unfassbar, und ich weiß es vor allem zu schätzen, dass ihr mich so nehmt wie ich bin, denn auch ihr habt zu meiner Entwicklung und diesem Erfolg einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet.
Eine Sache (bei mir ja sogar 2 :-) ) zu finden, für die man brennt und die einen derart erfüllt, dass man durch schwierige Zeiten durchgeht, ist keine Selbstverständlichkeit und erfordert auch definitiv irgendwo Glück. Ich zumindest finde, dass es besser nicht hätte laufen können und hab auch in den letzten Jahren so viel Unerwartetes und Unvorhersehbares erleben dürfen, dass ich wirklich einfach nur gespannt bin, wo ich in den nächsten Jahren landen werde :). Das war jetzt sehr lang und ich hoffe, dass ich euch nicht gelangweilt habe und wünsche euch allen selbstverständlich eine wunderschöne Weihnachtszeit!
Lasst es euch gut gehen, passt aufeinander auf und nehmt euch selbst nicht zu ernst!
Liebe Grüße
Bilal
Frank Rauscheid Proathletes Bioracer Germany Autohaus Rolf Horn NRWTV Deutsche Triathlon Union Himpel Werbung Nusszeit Breuer's Bikebahnhof Köln Triathlon 1. Triathlon-Bundesliga SCHAMONG KAFFEE - KÖLNS ÄLTESTE KAFFEERÖSTEREI pulsschlag sailfish PUMA Running TRO