31/12/2025
Da steht sie uns nun wieder kurz bevor:
die Nacht der Egoisten!
Während die einen ihren Spaß daran haben, sich die Böller um die Ohren fliegen und ihr Geld in Schall und Rauch verpuffen zu lassen, erleben andere diese Nacht in dunklen Ecken, zitternd, zusammengekauert und sind dabei gar nicht mehr sie selbst.
Während dort draußen gejubelt und auf ein tolles neues Jahr angestoßen wird, beenden viele andere es mit der für sie schrecklichsten Nacht und starten das neue Jahr ebenso schrecklich.
Es knallt und pufft, es stinkt, man kann vor lauter Rauch kaum etwas sehen, es wird gelacht, getrunken, es wird sich seines Lebens gefreut und darauf angestoßen, dass nun alles besser wird, während andere um ihr Leben fürchten, flüchten, in Panik und in Todesangst, versuchen, etwas zu entkommen, vor dem es kein Entkommen gibt.
Wie kann man denn gut und guten Gewissens "böllernd" in ein neues Jahr starten, wohlwissend, dass es anderen so viel Leid bringt?
„Weil es Tradition ist!“
„Weil wir das immer schon so gemacht haben!“
„Weil es doch nur einmal im Jahr ist!“
„Weil es so schön aussieht!“
Das will man mich jedes Jahr glauben lassen.
Aber alles, was ich höre, ist:
„Andere gehen mir am A***h vorbei!"
„Heute Nacht bin ich mir selbst der Nächste!"
„Meine Bedürfnisse stelle ich über alles und jeden!"
„Ich bin ein Egoist!“
Wir, die dem Feuerwerk nichts abgewinnen können, die Tiere haben, die ängstlich und panisch reagieren, haben keine Wahl, haben es nicht in der Hand und können nur reagieren.
Indem wir flüchten und das Jahr fernab unseres eigentlich doch so sicheren Zuhauses beenden, uns mit homöopathischen Mitteln helfen, mit Beruhigungsmusik, Eierlikör, uns zu ihnen kauern, in dunklen Zimmern mit lauten Fernsehern… Wir können so einiges versuchen, ihnen diese Nacht irgendwie erträglich zu machen.
Doch die Angst bleibt. Das ungute Gefühl bleibt. Eine freudlose Nacht bleibt. Der Wunsch, sie möge doch bitte schnell vorbei sein, bleibt. Das Unverständnis für all die Egoisten da draußen, bleibt.
Wir haben einfach keine Wahl!
Und all die Tiere, die dort draußen leben oder in Panik von Zuhause abhauen, ziellos umherirren, haben erst recht keine.
Aber die, die Raketen kiloweise einkaufen, die haben eine Wahl.
Sie haben eine Wahl und tun dennoch so, als hätten sie keine. Weil es ja Brauch ist, weil wir das immer so machen, weil uns das Wohl anderer egal ist, weil es ja nur Tiere sind, weil wir und nichts verbieten lassen….
Wenn dir doch bloß nicht egal wäre, dass dein Feuerwerk, das für dich kosten kann, was es will, Lebewesen das Leben kosten wird. Wenn es dir, wo du so wild um dich ballerst, als gäbe es kein Morgen mehr, doch bloß nicht egal wäre, dass es dadurch für andere tatsächlich kein Morgen mehr gibt.
Wenn es dir doch bloß nicht egal wäre, dass du DEINEN Teil dazu beiträgst, die kommende Nacht für viele Tiere und Menschen zur allerschlimmsten des Jahres zu machen.
Wenn dir das alles doch bloß nicht so scheiß egal wäre!
Wir werden an Silvester wieder zusammenrücken, verriegeln uns im Wohnzimmer, hören ohrenbetäubend laute Musik, versuchen, Ängste und Panik bei unseren Hunden zu nehmen, abzulenken und sind einfach heilfroh, wenn diese Nacht endlich vorüber ist und wir ein weiteres Silvester, eine weitere schwarze Nacht, hinter uns lassen konnten.
Ich werde an all die denken, für die diese Nacht eine ebenso schwarze Nacht ist. All die, die sie in dunklen Badezimmern verbringen, an Flughäfen, im Ausland, die draußen völlig schutzlos und voller Todesangst sind. Deren Leid und Tod der Preis dafür ist, dass andere ihren Spaß haben.
Bleibt stark in dieser schwarzen Nacht,
in der Nacht der Egoisten.
Nico ❤️
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