S04 Historie

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Photos from S04 Historie's post 04/09/2026

Stichtag 4. September 1955. Vor 71 Jahren besiegt Schalke 04 den aktuellen Deutschen Meister in der Glückaufkampfbahn. Der kommt erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Ruhrgebiet und heißt nicht S04 oder BVB, sondern Rot-Weiß Essen. Mit Fritz Szepan als Trainer darf die Elf um Weltmeister Helmut Rahn nach einem 4:3 im Finale gegen den 1. FC Kaiserslautern die Meisterschale mit an die Essener Hafenstraße nehmen.

Entsprechend groß ist das Interesse, als die Königsblauen RWE am dritten Spieltag der Saison 1955/1956 in der Oberliga West empfangen. 29.000 Zuschauer wollen das Duell in Gelsenkirchen sehen, in dem allerdings Essens Weltmeister Helmut Rahn (Oberschenkelzerrung) nicht dabei ist. Er fehlt den Gästen noch mehr als Otto Laszig den Hausherren.

Bester Mann auf dem Platz ist Schalkes Stürmer Hans Krämer. Er umkurvt in der 29. Minute gleich drei Essener Gegenspieler. Als Torhüter Fritz Herkenrath aus dem Gehäuse eilt, bedient der Angreifer Kapitän Berni Klodt, der zum 1:0 ins leere Tor einschiebt. Es wird der einzige Treffer an diesem Sonntagnachmittag bleiben. Weitere Einschläge verhindert Herkenrath mit Klasseparaden gegen die Schüsse von eben Krämer und Klodt. Der Schalker Sieg fällt deshalb knapp aus, die Beobachter sind sich indes einig: Er ist verdient.

Am Ende der Saison wird der S04 hinter dem BVB Vizemeister der Oberliga West und qualifiziert sich für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. In der verpasst die Mannschaft von Trainer Edi Frühwirth nur denkbar unglücklich den Einzug ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Dort hätte der Gegner Borussia Dortmund geheißen.

03/09/2026

Stichtag 3. September 1961. Vor 65 Jahren feiert Schalke 04 seinen höchsten Auswärtssieg in der Oberliga West. Drei Jahre nach der Deutschen Meisterschaft findet ein personeller Umbruch statt. Haben bis dahin mit Günter Sadlowski, Günter Siebert und Kalli Borutta nur drei Meisterspieler von 1958 die Königsblauen verlassen, folgen ihnen im Sommer 1961 gleich sechs weitere.

Zwar haben nur Torhüter Manfred Orzessek sowie die Verteidiger Günter Brocker und Otto Laszig beim 3:0 im Finale gegen den Hamburger SV auf dem Rasen gestanden, doch in den Oberligaspielen jener Spielzeit gehören Helmut Jagielski, Helmut Laszig und vor allem Torjäger Willi Soya ebenso zu den Leistungsträgern.

Umgekehrt bekommt Trainer Georg Gawliczek neben einem zweiten Torhüter – Klaus Schonz vom VfR Neuss – nur einen echten „Kracher“ dazu: Stürmer Horst Assmy von Tennis Borussia Berlin. Der 27-Jährige, in der DDR 1958 Fußballmeister mit Vorwärts Berlin und Nationalspieler, hat sich im September 1959 in den Westen abgesetzt.

In dieser Konstellation startet Schalke 04 stark in die Saison. Am fünften Spieltag reist die Gawliczek-Elf ohne den verletzten Kapitän Berni Klodt sowie den ebenfalls angeschlagenen Egon Horst zur TSV Marl-Hüls. Die Schalker sind nach drei Siegen und einem Remis Tabellenführer, Marl mit 5:3-Punkten auf dem siebten Rang ebenfalls in der oberen Tabellenhälfte der 16er Liga platziert. In der Rückrunde der vorangegangenen Saison haben die Hausherren den S04 im heimischen Jahnstadion mit 2:1 geschlagen.

Das Ergebnis ist schon nach 27 Minuten nicht mehr zu wiederholen. Fred Berz (3.) und Willi Koslowski (27.) haben Schalke mit ihren Treffern mit 2:0 in Führung gebracht. Beide laufen an diesem Tag zu großer Form auf: Koslowski legt nach dem Wechsel mit einem Doppelpack zum 4:0 nach (57., 70.). Nur eine Minute später erhöht sein Mitspieler Ernst Kuster auf 5:0 (71.), Berz kurz darauf auf 6:0 (75.).

Marls Ehrentor durch Josef Ptaszynski (78.), beantwortet Koslowski mit seinem vierten Treffer an diesem Sonntagnachmittag zum 7:1 (82.), Berz mit seinem dritten Tor zum 8:1-Endstand (88.). Nie hat Schalke 04 in den 16 Jahren der Oberliga West von 1947 bis 1963 auswärts höher gewonnen. Neben den Torschützen gefällt bei Schalke die Aufbauarbeit von Manfred Kreuz, während Neuzugang Assmy „erst in der zweiten Halbzeit großartige Szenen hatte“, wie das „Sport-Magazin“ befindet.

Kann diese Mannschaft möglicherweise die achte Meisterschaft gewinnen? Einen Fingerzeig gibt das folgende Heimspiel in der Glückaufkampfbahn, das die Königsblauen mit einer 1:5 (!)-Heimniederlage gegen Preußen Münster auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Als Tabellenzweiter qualifiziert sich die Mannschaft – das Foto zum Artikel entsteht beim Heimspiel am 27. August 1961 gegen den Duisburger SV (3:1) – für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Erst ein 1:3 im letzten Gruppenspiel beim amtierenden Meister 1.FC Nürnberg verhindert den Schalker Einzug ins Finale.

02/09/2026

Stichtag 2. September 1967. Vor 59 Jahren wird Schalkes Pokalsieger Andreas Möller geboren. Sein Wechsel vom BVB zu Schalke 04 war der Überraschungstransfer der Bundesliga vor der Saison 2000/2001. In der Vorsaison nur Dreizehnter in der Liga, ging Rudi Assauer im Sommer 2000 mit diesem Coup ein großes Wagnis ein. Der Manager besetzt die Rolle des „Zehners“ ausgerechnet mit einem Spieler, den die Schalker Fans bis dahin nicht unbedingt ins Herz geschlossen haben…

Doch Möller gehört mit Jörg Böhme und Tomasz Hajto zu den fehlenden Puzzleteilen, die aus dem S04-Team mit Könnern wie Ebbe Sand, Emile Mpenza und Gerald Asamoah in der Offensive, Tomasz Waldoch, Nico van Kerckhoven in der Abwehr, Marco van Hoogdalem und Niels Oude Kamphuis im Mittelfeld, Routiniers wie Oliver Reck, Jiri Nemec, Radek Latal und Mike Büskens eine Klassemannschaft macht.

Zweimal gewinnt Schalke 04 mit Andreas Möller 2001 und 2002 den DFB-Pokal, wäre 2001 um einen indirekten Freistoß beinahe Deutscher Meister geworden.

In 112 Pflichtspielen für Königsblau erzielt der Welt- und Europameister 11 Tore. 04 besonders sehenswerte zeigen wir an seinem Ehrentag: seinen ersten Bundesligatreffer für den S04 – ausgerechnet gegen Bayern München. Dazu sein Siegtor im Derby gegen Dortmund 2001, einen Treffer beim 3:1 gegen den 1. FC Köln im gleichen Jahr und sein letztes Tor für Königsblau: den 1:0-Siegtreffer per Freistoß bei Energie Cottbus 2002.

Photos from S04 Historie's post 01/09/2026

Stichtag 1. September 1939. Vor 87 Jahren wird Günter Herrmann, erster Spielmacher des FC Schalke 04 in der Bundesliga, geboren. Kurz vor der Premiere der erstmals eingleisigen höchsten Spielklasse im deutschen Fußball zur Saison 1963/1964 verpflichten die Königsblauen den Nationalspieler vom Karlsruher SC.

Der gebürtige Trierer kommt 1958 von der heimischen Eintracht zu den Badenern. Unter dem Schalker Meistertrainer Edi Frühwirth, der 1959 den KSC übernimmt, entwickelt sich Herrmann zu einem herausragenden Mittelfeldspieler. 1960 steht er mit den Karlsruhern im DFB-Pokal-Endspiel, doch man unterliegt Borussia Mönchengladbach mit 2:3. Ebenso schafft Herrmann den Sprung in den deutschen Kader für die Weltmeisterschaft 1962, bleibt beim Turnier in Chile jedoch ohne Einsatz.

Im Sommer 1963 besagen die Transferbestimmungen des Deutschen Fußball-Bunds, dass die Ablösesumme bei einem Wechsel nicht mehr als 50.000 Mark betragen darf. Die zahlt Schalke 04 für Herrmann – und die gleiche Summe noch einmal für den KSC-Ergänzungsspieler Hans-Georg Lambert.

Das DFB-Sportgericht sieht darin ein unzulässiges Koppelgeschäft, um letztlich eine höhere Ablöse für den Nationalspieler zu überweisen und belegt beide Vereine zunächst mit einem Punktabzug von vier Zählern. Weil die Bestimmungen jedoch nicht eindeutig sind, hat der Einspruch beider Vereine letztlich Erfolg. Günter Herrmann bereitet gleich im ersten Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart beide Tore zum 2:0-Sieg vor.

Als Schalke 04 schon in der zweiten Bundesliga-Saison 1965 sportlich absteigt, will Herrmann wie zahlreiche Leistungsträger zuvor den Verein verlassen. Doch weil der Techniker erst seinen Urlaub in der Schweiz genießen will, ist er noch eine Option, als der DFB die Bundesliga Ende Juli 1965 auf 18 Vereine aufstockt und Schalke erstklassig bleibt. Die Verantwortlichen überreden Herrmann zu bleiben.

In den folgenden beiden Jahren trägt er als einer der Führungsspieler dazu bei, dass die Königsblauen jeweils den Klassenerhalt schaffen. Nach 120 Pflichtspielen und 26 Toren kehrt Herrmann 1967 zum Karlsruher SC zurück.
Zum Ende seiner Laufbahn darf er endlich einen Titel feiern: Mit dem FC Sion gewinnt er 1974 durch ein 3:2 gegen Xamax Neuchatel den Schweizer Pokal.

Nach seiner aktiven Laufbahn arbeitet Herrmann lange Jahre als Jugendtrainer in seinem Wohnort Crans Montana in der Schweiz. Dort stirbt er am 22. Juli 2023 im Alter von 83 Jahren.

31/08/2026

Stichtag 31. August 1974. Vor 52 Jahren läuft Schalke 04 erstmals mit einem Schriftzug auf der Brust in der Bundesliga auf – dem eigenen. Dabei stehen Königsblauen bereits Im Mittelpunkt, als über ein Jahr zuvor erstmals Trikotwerbung im Oberhaus zu sehen ist. Doch es ist der Gegner Eintracht Braunschweig, der am 24. März 1973 in dieser Frage den Vorreiter spielt. Gut ein Jahr später haben es die meisten Konkurrenten den Niedersachsen gleichgetan. Der S04 gehört jedoch zu den wenigen Ausnahmen.

Standhaft weigert sich Präsident Günter Siebert – sonst keiner neuen Idee abgeneigt – auf diesem Wege Einnahmen zu generieren. Vielleicht fehlen nur wenige Jahre nach dem Bundesligaskandal auch einfach die Angebote.

Zu Beginn der Spielzeit 1974/1975 lässt Siebert aufhorchen. In der Woche nach dem erfolgreichen Ligaauftakt - die Mannschaft von Trainer Ivica Horvat siegt mit 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern – verkündet er, dass die man am folgenden Samstag beim MSV Duisburg mit dem Schriftzug „Schalke 04“ auflaufen werde. „Wir sind doch praktisch auch ein Unternehmen. Da machen wir doch lieber auf den Trikots Reklame für uns.“

Noch heftet der Trikotwerbung etwas Unlauteres an. So haben die Berichterstatter in den Öffentlich-Rechtlichen eine Order, die ARD-Reporter Klaus Schwarze freimütig erläutert: „Wir haben die Anweisung, die Spieler der Clubs, die Trikotwerbung betreiben, nicht in Großaufnahme zu bringen. Das gilt für die Schalker nicht.“

Im Wedaustadion kommen die ganz in Blau gekleideten Gäste meist über gute Ansätze nicht hinaus. Sie haben in der ersten Hälfte Glück, dass Klaus Fichtels Foul gegen Bernard Dietz keinen Elfmeter nach sich zieht.

Umgekehrt steht Vorlagengeber Bernd Lehmann im Abseits, als Herbert Büssers den MSV 1:0 in Führung bringt (53.). Keine Einwände gibt es hingegen gegen den Doppelpass zwischen Büssers und Ronnie Worm, welcher Schalkes Torhüter Norbert Nigbur zum 2:0-Endstand bezwingt (67.). Erstmals in der Geschichte der Bundesliga ist der MSV Duisburg, der zum Auftakt mit 4:1 beim Wuppertaler SV gewonnen hat, Tabellenführer.

Für die Schalker ist es der erste sportliche Rückschlag der Saison. Von seiner Idee mit dem Schriftzug ist Siebert auch nach der Partie in Duisburg überzeugt. „Für uns steht fest: Schalke wird für keine Firma Reklame machen.“ Erst fünf Jahre später, zum Start der Saison 1979/1980, wird er seine Meinung ändern.

Photos from S04 Historie's post 28/08/2026

Stichtag 28. August 1983. Vor 43 Jahren wird Nationalspieler Christian Pander geboren. Im Sommer 2001 wechselt der Linksfuß aus der A-Jugend von Preußen Münster zu Schalke 04 – und bleibt zehn Jahre ein Königsblauer.

Noch als Nachwuchsspieler gewinnt er im Mai 2001 mit im Finale in Berlin gegen den VfB Stuttgart den DFB-Pokal der A-Junioren. Pander gelingt der Schalker Treffer zum 1:1 in der regulären Spielzeit: Wie später in der Bundesliga verwandelt er einen Freistoß aus großer Entfernung direkt.

Mit Schalkes Profis wird Pander 2005 und 2007 Vizemeister. Besonders in Erinnerung bleiben seine scharfen Flanken von der linken Seite, seine Freistöße und fulminanten Weitschüsse. Mit Letzterem erzielt er bei seinem Länderspieldebüt gegen England im Wembleystadion das Führungstor. Deutschland siegt 2:1.

Leider lassen viele schwere Verletzungen insgesamt nur 108 Pflichtspiele für Schalkes Lizenzspielerabteilung zu. Ist Christian Pander fit, ist er immer in der Startelf gesetzt. Wie sehr die Schalker Fans auch während erneuter Rückschläge an ihn glauben und seinem Comeback entgegenfiebern, zeigt sich beim Heimsieg gegen Bayern München im Dezember 2010. Pander wird nach langer Verletzungspause in der 77. Minute eingewechselt, worauf die Anhänger die VELTINS-Arena mit tosendem Jubel zum Beben bringen.

Seine Laufbahn setzt er 2011 bei Hannover 96 fort. In den vier Jahren bei den Niedersachsen erreicht Pander einmal die Europa League, dort die Runde der letzten 32. Nach dem Ende seiner Laufbahn arbeitet Pander als Mentaltrainer im Sportbereich und ist seit Anfang 2026 Vereinsvorsitzender des SC Preußen Münster.

Photos from S04 Historie's post 27/08/2026

Stichtag 27. August 1940. Vor 86 Jahren wird Schalkes Bundesligaspieler Manfred Pohlschmidt geboren. Seine Tore tragen erst zum Klassenerhalt, dann zum Einzug ins DFB-Pokale bei. Beim verschobenen Spiel gegen Arminia Bielefeld spielt er indes keine rühmliche Rolle.

Der gebürtige Münsteraner erlernt das Fußballspielen beim RSV Münster, bevor er 1963 mit Preußen Münster seine erste Bundesligasaison absolviert. Trotz seiner sechs Tore in 25 Partien steigen die Westfalen ab. 1965 kehrt Pohlschmidt mit seinem Wechsel zum Hamburger SV ins Oberhaus zurück. Mit 18 Toren in seiner ersten Spielzeit bei den Hanseaten belegt er den beachtlichen vierten Platz in der Bundesliga-Torschützenliste. Gegen den Karlsruher SC erzielt er beim 8:0-Kantersieg vier Tore – das hat nach ihm im HSV-Trikot in der Bundesliga nur einmal Horst Hrubesch geschafft.

1967 steht er mit dem HSV im Finale des DFB-Pokals, das man gegen Bayern München jedoch deutlich mit 0:4 verliert. Ohnehin läuft das zweite Jahr schlechter für „Manni“, der in der Großstadt Hamburg nicht heimisch wird. Gelsenkirchen liegt deutlich näher an Münster, also wechselt der 26-Jährige zum siebenfachen Meister, dessen erstes Saisonziel in jenen Jahren der Klassenerhalt ist.

Der scheint nach einem schwachen Start in die Spielzeit 1967/1968 in großer Gefahr. Unter dem neuen Trainer Karl-Heinz Marotzke gewinnen die Schalker keines der ersten acht Saisonspiele. Schlimmer noch: nach dem 3:4 zum Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach schießen sie überhaupt keine Tore mehr. Als ganz Schalke nach 705 Spielminuten in Folge vergessen zu haben scheint, wie ein Torjubel überhaupt klingt, erlöst Pohlschmidt die Fangemeinde beim Auswärtsspiel beim MSV Duisburg. Erst lässt er eine Riesenchance aus, bevor er wenig später mit einem „Kunstschuss“ von der Strafraumlinie in den Torwinkel den umjubelten 1:1-Endstand markiert.

Wenig später muss Trainer Marotzke trotzdem gehen, doch unter dessen Nachfolger Günter Brocker blüht Pohlschmidt auf. Er wird mit 11 Toren bester Schalker Torschütze jener Saison. Ein Jahr später muss wiederum Brocker gehen, Rudi Gutendorf kommt. Pohlschmidt trifft in der Liga nur fünf Mal, aber sein 3:1 im Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern bringt den S04 ins Finale um den DFB-Pokal. Wie zwei Jahre zuvor gibt es für Pohlschmidt ein Wiedersehen mit den Bayern.

Diesmal ist es ein enges Finale, nicht zuletzt, weil Pohlschmidt zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich trifft. Gerd Müller aber schießt zwei Tore und die Schalker unterliegen trotz nahezu ebenbürtiger Leistung mit 1:2. Da die Münchener Meister sind, darf der S04 in der Saison 1969/1970 im Europapokal der Pokalsieger antreten und kommt bis ins Halbfinale. Kein einziges Mal trifft „Manni“ international, dafür neun Mal in der Bundesliga, in der er wieder bester Schalker Schütze ist.

Doch seine Ablösung wird im Sommer 1970 mit dem Transfer des erst 20-jährigen Torjägers Klaus Fischer eingeleitet. Pohlschmidt, den man in Schalke wegen seiner Vorliebe für entsprechende Treffer zeitweise auch „Lattenschmidt“ nennt, muss zurückstecken: Statt 32 Partien im Vorjahr sind es nur noch 16 Spiele in der Saison 1970/1971, meist als Einwechselspieler. Ein Einsatz ist dabei fatal.

Als Schalke 04 am 17. April 1971 gegen Abstiegskandidat Arminia Bielefeld zu Hause überraschend und ohne viel Gegenwehr nach der Pause mit 0:1 verliert, kommt Pohlschmidt erstmals seit Monaten wieder zum Einsatz. Nach dem Abpfiff soll er laut Aussagen von Mitspielern einer derjenigen erfahreneren Spieler gewesen sein, der die jüngeren Akteure über den Treffpunkt zur Übergabe des Bielefelder Bestechungsgelds informiert.

Als die Sache auffliegt, wird auch Pohlschmidt gesperrt. 1972 erhält er eine lebenslange Sperre, gegen die er nicht mehr angeht. Pohlschmidt will ohnehin die Schuhe an den Nagel hängen, übernimmt ein Lotto- und Totogeschäft. Erst 1978 wird er begnadigt. Auf Schalke hat er in vier Spielzeiten in 125 Pflichtspielen 31 Tore erzielt.

Stan Libuda: Einer wie keiner 25/08/2026

Schöner Text über Stan. 💙

Stan Libuda: Einer wie keiner Für Schalkes Stan Libuda ging man ins Stadion. Wer dabei war, trägt die tausendfach skandierte Lobhudelei noch im Gehör: „Lii-buu-daaa!“

Photos from S04 Historie's post 25/08/2026

Stichtag 25. August 1930. Vor 96 Jahren erklärt der Westdeutsche Spielverband die Spieler von Schalke 04 zu Profis und löst damit eine Tragödie aus, die letztlich den Mythos vom Schalker Markt begründet.

Seit dem Aufstieg in die höchste Liga 1926 gewinnen die Knappen vier Mal in Folge die Meisterschaft in der regionalen Ruhrbezirksklasse, erreichen anschließend stets die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. 1927 und 1928 bedeutet für sie das Achtelfinale Endstation. Nach Einweihung der Glückauf-Kampfbahn im August 1928 kommt die Mannschaft um Ernst Kuzorra ihrem Traum wieder einen Schritt näher: 1929 und 1930 steht sie jeweils im Viertelfinale, gehört also bereits zu den acht besten Mannschaften im Land.

Zwei Wochen vor dem geplanten Start der Saison 1930/1931 hat der S04 zwei Freundschaftsspiele an einem Wochenende beim Dresdner SC (4:1) und beim BC Chemnitz (4:2) gewonnen, da zerstört ein drakonisches Urteil des Westdeutsche Spielverbands alle sportlichen Träume. Er erklärt folgende Spieler von Schalke 04 zu Berufsspielern: Emil Rothardt, Walter Badorek, August Sobotka, Ferdinand Zajons, Wilhelm Böke, Alfred Jaczek, Valentin, Hennes Tibulsky, Ernst Kuzorra, Fritz Szepan, August Simon, Wilhelm Kampmann, Wilhelm Neumann.

Der S04 habe Spielern zu hohe Spesen gezahlt und weitere finanzielle Vergünstigungen wie Darlehen und Geschenke gewährt, so das Vergehen. Dabei ist diese Praxis in vielen Vereinen üblich. Der Deutsche Fußball-Bund zahlt seinen Länderspielteilnehmern hohe Tagesspesen, Reisen im damals luxuriösen Schlafwagen und Übernachtungen in den besten Hotels.

Es ist nicht das einzige Urteil dieser Art. Elf Tage vorher hat es in einer Verhandlung in Düsseldorf schon Borussia Mönchengladbach getroffen, bei denen fünf Fußballer bestraft werden. Gesperrt wird außerdem der Sülzer Spieler und spätere Schalker Trainer Ferdinand Swatosch. Er soll bei dem Kölner Club 700 Mark monatlich verdienen.

Viele andere Verstöße gegen die Statuten werden in Deutschland indes nicht verfolgt. Der Dresdener Sportclub beispielsweise zahlt nachgewiesen regelmäßig Siegprämien von 50 bis 100 Reichsmark. Als die Frankfurter Eintracht zwei Wochen vor dem WSV-Urteil in der Glückauf-Kampfbahn gastiert, meckert ein Spieler der Hessen über seinen Kollegen: „Wozu bekommt der Kerl denn 250 Mark im Monat?“

Auf Schalke hat die jüngste Entwicklung besonders Finanzobmann Wilhelm Nier – auf dem Mannschaftsfoto zu diesem Artikel sieht man ihn in der oberen Reihe als Dritten von links –erschüttert. Das Geschick des kaufmännischen Beamten der Zeche Consolidation trägt ab 1924 entscheidend zum Aufstieg des S04 zu einem der besten Vereine in den 1920er-Jahren und dem gleichzeitig Bau des vereinseigenen Stadions, der Glückauf-Kampfbahn, bei.

Vielleicht sieht Nier die Sperre gegen ihn als Ehrverlust, möglicherweise will er Schaden vom Verein abwenden, indem er alle Schuld auf sich nimmt, als er einen folgenschweren Entschluss fasst: Der Finanzobmann nimmt sich drei Tage nach Verkündung des Urteils, am 28. August 1930 das Leben, ertrinkt im Rhein-Herne-Kanal. Er wird nur 39 Jahre alt, hinterlässt seine Ehefrau Käthe sowie die kleinen Kinder Helmut und Ursula.

Sein Begräbnis am 31. August 1930 gerät zu einem großen Zeichen der Solidarität: mit Schalke 04 und vor allem mit Willi Nier. Mehr als 6000 Menschen erweisen ihm die letzte Ehre. Lautsprecher übertragen die Rede des Zweiten Vorsitzenden Wilhelm Münstermann: „Dein Tod wird unser Werk weitertreiben! Dein Tod wird dem gesamten deutschen Sporte neue Wege und Ziele zeigen müssen! Du hast getan, was Du konntest. Dafür habe Dank.“ Die „Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung“ schreibt von einem Urteil „in weltenferner Verblendung, das zum Todesurteil für einen geraden und ehrlichen Sportmann wurde (...) Die Männer der Spruchkammer – sie wussten nicht, was sie taten.“

Von den lebenslangen Spielersperren wird nicht eine durchgesetzt: Binnen neun Monaten sind alle Fußballer begnadigt. Schalke 04 schafft in der Saison 1930/1931 mit einer Mischung aus Zweiter Mannschaft, A-Jugendlichen und Alten Herren den Klassenerhalt. Für den ersten Tag des Ablaufs der Sperre organisiert der Verein ein Freundschaftsspiel in der Glückauf-Kampfbahn. Jener Montag, der 1. Juni 1931, ist ein normaler Arbeitstag, doch Königsblau braucht dringend Geld und muss schnellstmöglich wieder spielen. Also lädt der S04 den Westdeutschen Meister Fortuna Düsseldorf ein.

Die Partie wird zu einer Demonstration der Verbundenheit der Menschen mit ihrem Verein. Bei Anpfiff stehen geschätzte 70.000 (!) Fans bis an den Seitenlinien, Kinder liegen auf den Tornetzen, während Zehntausende noch in den Straßen vor den Stadiontoren stehen. Was die Fans bewegt, drücken sie immer wieder in diesem einen Gesang aus, der überall zu hören ist: „Aber eins, aber eins, das bleibt bestehn, der FC Schalke darf nicht untergehn!“ Willi Niers Club wird endgültig zum Mythos.

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