26/10/2026
MEIN LEBEN. MEINE GESCHICHTE. MEINE FEHLER. MEIN KAMPF. UND MEIN WEG, DEN ICH BIS HEUTE GEGANGEN BIN.
Ich weiß, dass ich nicht jedem gefalle. Ich weiß, dass meine Art manchmal aneckt. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die über mich reden, über meine Entscheidungen urteilen und glauben, mich zu kennen.
Aber wisst ihr was? Die wenigsten kennen meine Geschichte. Die wenigsten wissen, wo ich herkomme, was ich erlebt habe und welchen Preis ich für meinen bisherigen Lebensweg bezahlt habe.
Deshalb möchte ich heute einmal etwas erzählen. Nicht, weil ich Mitleid möchte. Nicht, weil ich mich rechtfertigen muss. Sondern weil es zu mir gehört und weil ich mich nicht für meine Vergangenheit schäme.
Ich bin nicht als erfolgreicher Selbstständiger auf die Welt gekommen. Ich habe mich aus einer verdammt schwierigen Situation herausgekämpft.
Ich komme aus einer sozial schwachen Schicht. Ich war Sozialhilfeempfänger. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nicht mehr weiß, wie man seine Miete bezahlen soll, wenn das Geld für die Kinder nicht reicht und man morgens aufsteht, ohne zu wissen, wie man den nächsten Monat überstehen soll.
Ich war an einem Punkt, an dem ich meine Miete drei Monate lang nicht mehr bezahlen konnte. Ich hatte keine Kraft und keine finanziellen Möglichkeiten mehr, um meine Situation allein in den Griff zu bekommen.
Ich erinnere mich noch heute an den Gang zum Sozialamt. Ich stand dort und sagte sinngemäß zu der Mitarbeiterin: „Ich kann für meine Kinder nicht mehr sorgen. Bitte übernehmen Sie das.“
Stellt euch einmal vor, was in einem Menschen vorgeht, wenn er so etwas aussprechen muss.
Als Vater vor einem Amt zu stehen und zuzugeben, dass man seinen eigenen Kindern gerade nicht mehr das geben kann, was sie brauchen, ist etwas, das einen nicht einfach loslässt.
Und dann bekam ich damals einen Verrechnungsscheck über 200 Euro in die Hand gedrückt. Ich stand da und fühlte mich, als wäre ich der letzte Mensch auf dieser Welt.
Das sind Momente, die vergisst man nicht einfach.
Ich habe später mehr als 40.000 Euro Schulden aufgenommen, um meine Meisterschule zu finanzieren und mir eine Zukunft aufzubauen. Ich wollte etwas erreichen. Ich wollte aus meiner Situation herauskommen. Ich wollte meinen Kindern etwas bieten können.
Ich habe meine Fachoberschulreife nachgeholt, meinen Meistertitel erworben und sogar angefangen zu studieren. Aber irgendwann war einfach kein Geld mehr da. Ich musste das Studium abbrechen, weil ich meinen finanziellen Verpflichtungen und meiner Verantwortung gerecht werden musste.
Und trotzdem habe ich nicht aufgehört, nach vorne zu schauen.
Aber der größte Preis, den ich bezahlt habe, war nicht das Geld. Es waren die Jahre mit meinen Kindern.
Ich habe meine Kinder nicht so aufwachsen sehen, wie ich es mir heute wünschen würde. Ich war bei vielem nicht dabei. Ich habe viele Momente verpasst, bei denen ich heute weiß, dass sie nie wiederkommen.
Ich war nicht bei allem dabei, was für einen Vater eigentlich selbstverständlich sein sollte. Während andere Väter ihre Kinder begleitet haben, war ich oft mit meiner Arbeit, meinen finanziellen Sorgen und dem Versuch beschäftigt, irgendwie über die Runden zu kommen.
Und ja, ich bereue das bis heute.
Das ist eine der schmerzhaftesten Erkenntnisse meines Lebens. Denn Geld kann man irgendwann wieder verdienen. Schulden kann man irgendwann zurückzahlen. Ein Geschäft kann man neu aufbauen.
Aber die Kindheit seiner Kinder bekommt man nicht zurück.
Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen. Ich kann nur ehrlich dazu stehen und sagen, dass ich heute vieles anders machen würde.
Und dann kam noch etwas hinzu, worüber ich lange nicht gesprochen habe.
Als mein Vater vor elf Jahren bei einem schweren Motorradunfall ums Leben kam, war ich opiatabhängig. Ich habe damals täglich Unmengen an Tabletten genommen, um den Schmerz zu betäuben, um irgendwie zu funktionieren und um nicht ständig mit dem konfrontiert zu werden, was in meinem Inneren vorging.
Ich war an einem Punkt, an dem es lebensgefährlich wurde. Ich wäre beinahe daran gestorben. Am Ende kam es zu einem kalten Entzug.
Das war keine schöne Zeit. Das war kein Kapitel, auf das ich stolz bin. Aber es ist ein Teil meines Lebens, den ich nicht einfach aus meiner Geschichte streichen kann.
Ich erzähle das nicht, um irgendjemanden zu beeindrucken. Ich erzähle es, weil ich weiß, dass Menschen manchmal Dinge durchmachen, von denen andere überhaupt nichts ahnen.
Man kann nach außen funktionieren und innerlich trotzdem am Ende sein.
Man kann arbeiten, Verantwortung tragen und für andere da sein, während man selbst kaum noch weiß, wie man den nächsten Tag überstehen soll.
Und manchmal merkt man erst viel später, wie viel einen diese Jahre gekostet haben.
Ich habe Fehler gemacht. Ich habe falsche Entscheidungen getroffen. Ich habe Menschen enttäuscht. Und ich habe einen Preis bezahlt, der mich bis heute beschäftigt.
Aber ich bin noch da.
Ich habe mich wieder aufgerappelt. Ich habe weitergearbeitet. Ich habe versucht, mir etwas aufzubauen. Ich habe mich immer wieder durchs Leben geboxt, auch wenn es verdammt schwer war.
Und genau deshalb bin ich heute nicht bereit, mich für jeden Menschen zu verbiegen.
Ich habe schon in der Schule nicht zu den Überfliegern gehört. Ich war ein verdammt schlechter Hauptschüler. Aber ich habe mich hingesetzt, meine Fachoberschulreife nachgeholt, meinen Meister gemacht und angefangen zu studieren.
Mir wurde damals sogar gesagt, ich solle die Meisterschule abbrechen und lieber arbeiten gehen, damit ich Geld für meine kleinen Kinder hätte.
Ich habe trotzdem versucht, meinen Weg zu gehen.
Ich weiß also, was es bedeutet, wenn einem andere sagen, was man angeblich nicht schaffen kann. Ich weiß, wie es ist, wenn man von ganz unten kommt und sich jeden einzelnen Schritt erarbeiten muss.
Deshalb werde ich mir heute auch nicht von anderen erklären lassen, wie mein Leben auszusehen hat.
Ich bin bald 45 Jahre alt. Ich habe genug erlebt, um zu wissen, dass das Leben nicht immer gerecht ist. Ich weiß, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Und ich weiß, dass man manchmal Entscheidungen treffen muss, die einem selbst das Herz schwer machen.
Ich stehe morgens um fünf Uhr auf und arbeite häufig bis 19 Uhr. Ich trage Verantwortung, führe mein Geschäft und versuche, meine Verpflichtungen zu erfüllen.
Und wenn sich mein Ladenkonzept verändern muss, dann verändere ich es. Wenn neue Wege notwendig sind, dann gehe ich sie. Denn wer stehen bleibt, während sich die Welt um ihn herum verändert, bleibt irgendwann auf der Strecke.
Das ist nicht immer einfach. Aber Selbstständigkeit bedeutet eben nicht, dass einem alles in den Schoß fällt.
Ich habe mich auch politisch und gesellschaftlich oft genug zu Wort gemeldet. Ich war auf Demonstrationen, im Sauerland und in Berlin. Ich habe Missstände angesprochen, Bürokratie kritisiert und meine Meinung vertreten, wenn ich etwas für falsch gehalten habe.
Ich habe noch nie besonders gut darin gewesen, einfach den Mund zu halten, nur damit es keinen Ärger gibt.
Wenn mir etwas nicht passt, dann sage ich das. Das habe ich schon immer getan. Und das werde ich auch weiterhin tun.
Vielleicht gefällt das nicht jedem. Das weiß ich.
Aber ich bin nun einmal so.
Und genauso ist es mit Social Media. Ja, vielleicht poste ich manchen Menschen zu viel. Vielleicht bin ich manchen zu präsent. Vielleicht gefällt nicht jedem, was ich schreibe oder zeige.
Aber es ist mein Leben und meine Seite.
Wenn ich etwas posten möchte, dann tue ich das. Wenn jemand damit nichts anfangen kann, muss er mir nicht folgen.
Ganz einfach: Wer mich nicht sehen möchte, kann gehen. Tür zu, fertig. Niemand muss mir einen langen Kommentar hinterlassen und mir erklären, wie ich mein Leben zu führen habe.
Ich zwinge niemanden, meine Beiträge zu lesen. Genauso wenig lasse ich mir vorschreiben, wie ich mich auszudrücken habe.
Und was andere hinter meinem Rücken über mich erzählen, ist mir mittlerweile ziemlich egal.
Denn eines habe ich in fast 45 Jahren gelernt:
Man muss einen Menschen erst einmal kennenlernen, bevor man glaubt, über ihn urteilen zu können.
Man muss seine Geschichte kennen. Seine Erfahrungen. Seine Fehler. Seine Ängste. Seine Kämpfe.
Nicht jeder mag meine Art. Damit kann ich leben. Ich muss nicht jedermanns Liebling sein.
Aber ich werde mich nicht verstellen, nur damit andere ein besseres Bild von mir haben.
Ich werde nicht so tun, als wäre mein Leben immer einfach gewesen. Ich werde meine Vergangenheit nicht verschweigen. Und ich werde auch nicht behaupten, alles richtig gemacht zu haben.
Ich habe Fehler gemacht, die ich bereue. Besonders die Zeit, die ich mit meinen Kindern verloren habe, werde ich niemals zurückbekommen.
Aber ich kann aus meinen Fehlern lernen. Ich kann Verantwortung übernehmen. Und ich kann versuchen, die Zeit, die mir heute bleibt, bewusster zu nutzen.
Meine Frau gibt mir Halt und Kraft. Meine Tochter, die noch bei uns lebt, und meine beiden anderen Kinder, die inzwischen ihre eigenen Wege gehen, sind ein wichtiger Teil meines Lebens.
Meine Familie ist mein Halt. Und ich bin verdammt dankbar für die Menschen, die trotz meiner Fehler und meiner Ecken und Kanten an meiner Seite stehen. ❤️
Ich brauche keine Menschen, die mir nach dem Mund reden. Ich brauche keine Anerkennung von jedem, der mir begegnet.
Ich brauche Menschen, die ehrlich zu mir sind. Menschen, die mich nicht auf meine Vergangenheit reduzieren. Menschen, die mich als den Menschen sehen, der ich heute bin.
Und ich wünsche mir, dass wir alle ein bisschen vorsichtiger damit werden, andere zu verurteilen. Denn niemand weiß, welche Kämpfe jemand hinter verschlossenen Türen austrägt.
Ich weiß, woher ich komme. Ich weiß, was ich durchgemacht habe. Ich weiß, was ich bereue. Und ich weiß, wie hart ich für das gekämpft habe, was ich mir heute aufgebaut habe.
Ich bin nicht perfekt. Ich war es nie und werde es auch niemals sein.
Aber ich bin noch hier. Ich gehe weiter. Ich arbeite weiter. Ich lerne weiter. Und ich werde weiterhin meine Meinung sagen, wenn ich etwas für falsch halte.
Nicht, weil ich glaube, besser als andere zu sein.
Sondern weil ich gelernt habe, dass ich mein Leben nicht damit verbringen möchte, mich vor anderen zu rechtfertigen.
ICH BIN, WIE ICH BIN.
Mit meiner Vergangenheit. Mit meinen Fehlern. Mit meinem Herzen. Mit meinen Ecken und Kanten.
Ich habe viel verloren, vieles bereut und vieles mühsam wieder aufgebaut.
Aber ich habe mich nicht aufgegeben.
Und darauf bin ich stolz.
Wer mich mag, darf gerne bleiben. Wer mit mir nichts anfangen kann, darf weitergehen. Ich werde niemanden zwingen, mich zu mögen.
Aber ich werde mich auch nicht verändern, nur damit ich in das Weltbild anderer Menschen passe.
Denn am Ende des Tages muss ich mit mir selbst leben können. Ich muss meiner Familie in die Augen schauen können. Und ich muss wissen, dass ich trotz aller Fehler immer wieder versucht habe, meinen Weg zu gehen.
Das ist meine Geschichte. Nicht perfekt. Nicht immer schön. Aber meine.
Und ich werde sie nicht verleugnen, nur damit sie anderen besser gefällt.
❤️ BLEIBT EUCH SELBST TREU. LERNT AUS EURER VERGANGENHEIT. KÄMPFT FÜR EURE ZUKUNFT. UND VERGESST NIEMALS, DASS HINTER JEDEM MENSCHEN EINE GESCHICHTE STECKT, DIE IHR NICHT KENNT. ❤️
ICH BIN, WIE ICH BIN. UND ICH GEHE MEINEN WEG WEITER. 💪