14/09/2026
Über die jungen Kameraden schimpfen, weil sie angeblich nicht mehr leistungswillig sind aber selbst mit 40 schon erklären, warum man gewisse Leistungen nicht mehr bringen kann. Für mich passt das nicht zusammen.
„Komm erst mal in mein Alter.“
„Mit 40 geht das nicht mehr wie mit 20.“
„Ich muss niemandem mehr etwas beweisen.“
Ihr habt die Sprüche alle schon gehört.
Natürlich verändert sich unsere körperliche Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter. Niemand behauptet, dass ein 45-Jähriger dieselben physiologischen Voraussetzungen wie ein 20-Jähriger hat.
Aber wir reden hier nicht über olympische Rekorde.
Wir reden über die körperlichen Anforderungen eines Soldaten. Und die dienstlich relevanten Leistungen kannst du auch mit 40, 45 oder älter erbringen wenn du weiterhin trainierst und einen Anspruch an dich selbst hast.
Wenn eine Leistung für den Dienst relevant ist, warum sollte der notwendige Standard davon abhängen, ob ich 25 oder 45 bin?
Für mich beginnt Leistungskultur immer beim Vorleben.
Die jungen Kameraden schauen auf die Altgedienten. Daraus entsteht auch ihr Verständnis davon, was es bedeutet, Soldat zu sein und welchen Anspruch man an sich selbst haben sollte.
Wenn Hauptmann, Oberstabsfeldwebel und Mannschaftsdienstgrad gemeinsam durchziehen, entsteht eine völlig andere Kultur als dort, wo ab einem gewissen Alter, Dienstgrad oder dem Status Berufssoldat plötzlich hauptsächlich erklärt wird, warum etwas nicht mehr geht.
Wer von den Jungen mehr Leistungswillen fordert, muss ihnen Leistungswillen vorleben.
Du kannst nicht jahrelang deinen eigenen Anspruch reduzieren und dich anschließend darüber beschweren, dass die nächste Generation keinen mehr hat.
Wie seht ihr das? Sind Altersboni und geringere Erwartungen irgendwann gerechtfertigt oder muss ein dienstlich relevanter Mindeststandard für alle gelten?