IKF Austria

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IKF - International Karate Federation
Representative Austria

18/01/2021

Kata - realistisch - effektiv - kompromisslos

Shoto Jutsu ist eine Karate Stilrichtung in der realitätsnahe, effektive Selbstverteidigung gelehrt und weiterentwickelt wird.
Die Basis des Shoto Jutsu ist die Kata mit allen darin befindlichen Techniken und Bewegungsabläufen.

Die Techniken sind im Okinawa Te, Karate, Taekwon Do und vielen anderen Kampfkünsten zu finden, in denen Schlag- und Fußtechniken, Hebel, Würfe sowie Vitalpunkttechniken enthalten sind. Die Basis und den Ursprung dieser Techniken sind in der Bubishi, der “Kampfkunst Bibel” zu finden.

Die Selbstverteidigung resultiert aus der Anwendung der Techniken und den Abläufe der jeweiligen Kata.

Jede Kata in sich stellt ein eigenes Selbstverteidigungs-System dar. Das erste Selbstverteidigungs-System im Shoto Jutsu besteht aus der Heian Serie und der Kushanku (Kanku Dai). Das zweite Selbstverteidigungs-System und das wohl wichtigste im Shoto Jutsu basiert auf der Naihanchi Kata oder Tekki Kata in den Versionen Shodan, Nidan und Sandan.

Es werden Einzeltechniken und gesamte Technikabläufe aus der Kata / Form gelehrt um sich gegen unterschiedliche Angriffe erfolgreich zu verteidigen. Die in der Kata enthaltenen Techniken zur Selbstverteidigung sind Schläge, Tritte, Würfe, Hebel und Anwendung von Vitalpunkten / Akupressurpunkten.

Ein Zitat von Hironori Ōtsuka dem Gründer des Wado Ryu... man benötigt mehr als ein Leben um die Tekki Kata zu erlernen.
Damit war nicht der Ablauf der Kata, das Einstudieren der Bewegungsabläufe gemeint, sondern die Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten die die Tekki oder Naihanchi mit sich bringt.

Kata
Bunkai
Zerlegung
Analyse
Verständnis der Kata
Oyo
Anpassung der Einzeltechniken
Anwendung der Kata
Henka
individueller Ausdruck
individuelles Verständnis einer Kata
Kakushi
Beschäftigung mit verborgenen Techniken in der Kata


Techniken in der Kata

Das Erkennen von "verborgenen Techniken" hängt immer vom Betrachter selber ab. Für den einen ist es verborgen, für den anderen eine eindeutige Technik oder ein genauer Ablauf. Das hängt in erster Linie davon ab, welche Techniken der jeweilige Betrachter kennt. Ist das Wissen darüber begrenzt, werden nur einige Techniken sichtbar und die anderen bleiben verborgen. Je mehr Techniken der Betrachter kennt, desto mehr Anwendungsmöglichkeiten offenbaren sich in der Kata.

Die Kata selber ist hier als eine Anleitung zu sehen, bei der nicht unbedingt die Reihenfolge der Technikabläufe einzuhalten ist, vielmehr zeigt die Kata Lösungen auf um sich gegen den ersten Angriff zu verteidigen. Danach erfolgt der Gegenangriff mit weiteren Lösungen gegen eventuelle Konter des Angreifers, bis hin zur Kontrolle und Kampfunfähigkeit des Gegners.

Um die Anleitung besser verstehen zu können, muss sich der Karateka davon frei machen, das ein Block ein Block ist, ein Stoß ein Stoß ist und der “Kampf” nicht auf weiter Distanz sondern im direkten Kontakt stattfindet.

Was ein Stoß oder Block ist, war nicht von Bedeutung. Solche Unterscheidungen kamen erst mit der Namensgebung im Karate für unterschiedliche einzelne Techniken. Vorher war die Ausbildung sehr ganzheitlich, auf das Fließen von Angriffs- und Verteidigungsbewegungen konzentriert.

Zitat aus Karate-Do Kyohan von Gishin Funakoshi... solange du nicht die Bedeutung jeder einzelnen Technik und Kata versteht, wirst du niemals in der Lage sein, egal wieviel auch immer du übst, all die vielfältigen Fähigkeiten und Techniken zu behalten.


Verteidigung durch Kata

Die Wahrscheinlichkeit dass wir in eine Gewalttat oder eine Selbstverteidigungssituation gelangen ist sehr gering. Sollte es dennoch dazu kommen, handelt es sich so gut wie nie um einen Angriff eines Kampfsportlers. In der Regel erfolgt der Angriff unkontrolliert und mit dem Versuch sofort einen harten Treffer zu landen oder der Angreifer versucht uns zu greifen, zu kontrollieren um die für ihn günstigste Distanz zu schaffen. Obwohl diese Angriffe unkontrolliert sind haben sie System und können nach Häufigkeit benannt werden:

1. Schubsen mit anschließenden Schwinger zum Kopf (zu 90% mit dem rechten Arm)
2. direkter Schwinger zum Kopf
3. Greifen mit links, schlagen mit rechts zum Kopf
4. Doppelgriff mit anschließenden Kopfstoß
5. Doppelgriff mit anschließenden Kniestoß zum Unterleib

In der Kata sind Lösungen für derartige Angriffe beschrieben, sowie Lösung B, C oder F, falls Lösung A nicht wirksam war.

Immer beginnt die Kata mit einer Abwehrtechnik, die einen gleichzeitigen Konter ermöglicht. Der direkte Konter ist störend für den Angreifer und er muss darauf reagieren. Das verschafft dem Verteidiger Zeit und die Möglichkeit selber zu agieren.

Ein direkter Konter nach dem De-Ai Prinzip kann eine Positionsverbesserung mit anschließender Technik sein (Richtungsänderung in der Kata), ein Hereingehen in den Schlag (z.B. Eröffnung in der Kushanku), ein Zurückweichen mit direkter Armkontrolle (Chinto) oder ein Vorgehen mit Armkontrolle und direktem Schlag (Gojushiho Sho).
Wie schon oben unter Häufigkeit der Angriffe beschrieben finden Gewalttätigkeiten in der Nahdistanz statt. Das heisst der Angreifer kann sofort Schlagen und greifen.

Anfänger und Fortgeschrittene anderer Kampfkunst-Systemen
ohne Form oder Kata, lernen eine effektive Selbstverteidung indem sie eine Kata in der Anwendung als Technikablauf gegen unterschiedliche Angiffsformen gelehrt bekommen. Diese Anwendungen der Techniken erfolgen als "natürliche, unsaubere Form". Damit ist gemeint, dass natürliche, reflexartige und instinktive Bewegungen zur Selbstverteidigung genutzt werden und nicht schulmäßige, sauber ausgeführte Techniken notwendig sind.

Karate Anfänger und Fortgeschrittene hingegen können ihre bereits erlernten und sauberen Grundschultechniken nutzen und im Shoto Jutsu zur Selbstverteidigung anwenden. Zusätzlich zu den zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten die in der Kata gegen unterschiedliche Angriffsformen enthalten sind, werden Karate Grundschultechniken im Shoto Jutsu zu höchst effektiven Reflexen antrainiert, damit diese automatisiert in Verteidigungssituationen abgerufen werden können.

Für ausgebildete Kampfsportler beliebiger Systeme stellt Shoto Jutsu eine Erweiterung ihres bisher angeeigneten Wissens dar und kann in das Erlernte integriert werden.

Gründer
2011 wurde Shoto Jutsu von Jörg Thielen 7. Dan (24 Jahre Hapkido, 26 Jahre Karate) und Detlef Tolksdorf 7. Dan Karate (44 Jahre Karate) gegründet und seit dem stetig weiterentwickelt. Der Gedanke dahinter war, eine realistische Selbstverteidigung in das Karatetraining zu integrieren, wie es zuvor nicht praktiziert wurde. Mittlerweile hat sich Shoto Jutsu dahingehend entwickelt, dass Anfänger und Kampfsportbegeisterte die Selbstverteidigung erlernen möchten, durch Shoto Jutsu zum Karate geführt werden und Karateka durch Shoto Jutsu erkennen welche Vielfalt Karate zur Selbstverteidigung bietet.

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