20/10/2026
IRONMAN 70.3 North Carolina – Wilmington - Athletenbericht von Mirco Kortmann
Der IRONMAN 70.3 North Carolina in Wilmington war für mich ein rundum gelungener Wettkampftag – allerdings unter Bedingungen, die im Vorfeld so nicht unbedingt zu erwarten waren. Mit einer Gesamtzeit von 4:42:54 Stunden, dem 38. Platz in der Männerwertung und dem 3. Platz in meiner Altersklasse M35–39 konnte ich meine Erwartungen übertreffen.
Als ich eine Woche vor dem Wettkampf den Flughafen in Raleigh verließ und mich bei 30 °C und 95 % Luftfeuchtigkeit wiederfand, gewann die mentale Vorbereitung auf das Wetter am Renntag schlagartig an Bedeutung. Während die Rennwoche zunächst warm und schwül verlief, waren für den Wettkampftag bereits ab Wochenmitte bewölkter Himmel und Regen vorhergesagt. Gleichzeitig näherte sich die Wassertemperatur täglich der Grenze für die Neoprenfreigabe.
Ein besonderes Highlight war für mich, gemeinsam mit meinem Freund Tyler an der Startlinie zu stehen, den ich seit meinem Auslandssemester in den USA kenne.
Schwimmen – 34:05 Minuten
Die Atmosphäre vor dem Start war beeindruckend. Zunächst ging es zur ersten Wechselzone, um das Rad vorzubereiten, bevor uns Busse zum Schwimmstart brachten. So viele aufgeregte Gespräche in einem Bus hatte ich zu dieser Uhrzeit noch nie erlebt. Als vor dem Schwimmstart die US-amerikanische Nationalhymne gespielt wurde, entstand ein weiterer Moment, der mir in Erinnerung bleiben wird.
Etwa drei Stunden vor dem Start stand fest, dass aufgrund der Wassertemperatur keine Neoprenfreigabe erfolgen würde. Für den IRONMAN 70.3 North Carolina wohl eher ungewöhnlich. Also ging es ohne Neoprenanzug auf die Schwimmstrecke.
Dort bemerkte ich schnell, dass ich offenbar einer der wenigen in meiner Pace-Gruppe war, die sich korrekt eingeordnet hatten. Ich überholte kontinuierlich und musste mich immer wieder an langsameren Schwimmern vorbeiarbeiten. Die Strecke war jedoch hervorragend gekennzeichnet und bot mir bislang die einfachste Orientierung bei einem Freiwasserschwimmen. Das Salzwasser half dabei, den fehlenden Auftrieb des Neoprenanzugs zumindest teilweise zu kompensieren.
Mit 34:05 Minuten gelang mir ein solider Auftakt in den Wettkampf.
Radfahren – 2:30:59 Stunden
Während in T1 zunächst noch die Sonne schien und der Wechsel problemlos verlief, setzte bald der angekündigte Regen ein. Regen und zunehmender Wind machten die Bedingungen auf der Radstrecke für viele Athleten zur Herausforderung. Trotz der zuvor hohen Wassertemperatur kam es auf dem Rad zu zahlreichen Aufgaben aufgrund von Unterkühlung.
Für mich waren die Bedingungen gut zu bewältigen. Mir war lediglich etwas frisch, insgesamt empfand ich die Abkühlung aber als angenehm.
Die Radstrecke bestand aus einem Hin- und Rückweg mit einer zusätzlichen Schleife am Ende und war insgesamt sehr flach. Auf dem Hinweg machte mir vor allem der starke Gegenwind zu schaffen. Ich wusste jedoch, dass es auf dem Rückweg in Richtung Stadt leichter werden würde.
Eine besondere Herausforderung war eine Metallgitterbrücke. Nachdem es dort zuvor zu einem Sturz gekommen war, mussten wir absteigen und unsere Räder über die Brücke schieben. Mit den Cleats unter den Radschuhen war das alles andere als eine leichte Aufgabe.
Auch T2 hatte es in sich: Die Radschuhe durften nicht am Fahrrad verbleiben, sodass ich mit den Cleats an den Schuhen durch die Wechselzone laufen musste. Der asphaltierte Untergrund war nass und abschüssig – und prompt legte ich mich kurz hin. Glücklicherweise blieb es bei einer Schrecksekunde ohne ernsthafte Verletzungen, auch wenn mich der Sturz ein paar Sekunden kostete.
Letztendlich absolvierte ich die Radstrecke in für mich sehr guten 2:30:59 Stunden.
Laufen – 1:30:45 Stunden
Der Lauf entwickelte sich für mich zur angenehmsten Disziplin. Der anhaltende Regen sorgte für eine willkommene Abkühlung, sodass ich mich über weite Teile der Strecke gut fühlte.
Meine Tagesform war offensichtlich sehr gut, was ich vor allem beim Anlaufen bemerkte. Auch die Verpflegung funktionierte wie geplant: Ich vertrug alles problemlos und konnte meine geplante Kohlenhydratzufuhr von 90 g pro Stunde über das gesamte Rennen hinweg umsetzen.
Erst auf den letzten zehn Kilometern wurde es zunehmend anstrengend. Hier musste ich noch einmal kämpfen, um das Tempo weiter zu steigern und das Rennen zu Ende zu bringen. Am Ende stand eine Laufzeit von 1:30:45 Stunden auf der Uhr.
Fazit
Mit dem 3. Platz in der Altersklasse übertraf ich meine Erwartungen. Besonders schön: Tyler kam kurz nach mir ins Ziel und belegte den 4. Platz in derselben Altersklasse. So konnten wir bei der Siegerehrung, bei der die fünf besten Athleten jeder Altersklasse geehrt wurden, nebeneinander auf der Bühne stehen. Ein gemeinsamer Erfolg und ein unvergessliches Erlebnis!