Bianca Rieskamp-Klassische Reitlehre und Freiheitsdressur

Bianca Rieskamp-Klassische Reitlehre und Freiheitsdressur Pferdewirtin und Autorin und biete Unterricht in klassischer Reitlehre und Freiheitsdressur an. Dasselbe gilt für die Freiheitsdressur.

Ich freue mich immer darauf, pferdebegeisterte Menschen beim gemeinsamen Weg des Lernens begleiten zu dürfen und zu unterstützen. Die klassische Reitlehre bedeutet ständiges Lernen und Fühlen und erreicht dadurch ein immer tieferes Verstehen. Die Grundlagen sind die Basis dafür, dass der Reiter seine Empfindsamkeit gegenüber dem Pferd verstärkt. Das führt in meinem Unterricht immer wieder zu den sogenannten Aha-Effekten, wenn der Reiter fühlt, dass er sich jetzt mit seinem Pferd in Übereinstimmung findet. Das Lernen geschieht in meinem Unterricht auf zwei Ebenen, dem Erlernen des Wissens über die klassische Reitlehre und dem Fühlen. Das Fühlen lernen, früher auch Reitertakt genannt, führt durch das vermehrte Verständnis für das Pferd auch immer zu einer Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten, aber auch der eigenen Persönlichkeit. Ich freue mich im Unterricht auf Menschen
- die sich genauso für Pferde begeistern wie ich
- für die Harmonie zwischen Reiter und Pferd entscheidend ist
- die die klassische Reitlehre erlernen und erfühlen und damit erhalten möchten
- die bereit sind, an sich selbst zu arbeiten
-die die Unterschiede erkennen lernen möchten zwischen der klassischen Reitlehre und der nicht klassischen Lehre
- denen die Korrektheit der Ausführung über dem Reiten von Lektionen steht
- die ohne Pferde nicht leben können

Mehr Informationen über mich, meinen Unterricht und meine Ausbildung findest du auf: https://www.klassischereitlehre.com/

Mehr Informationen über die Bücher von Gert Schwabl von Gordon und mir findest du beim Olms Verlag:

https://www.olms-pferdebuch.de/search/result.aspx?q=bianca%20rieskamp

Der Oberkörper beim ReitersitzHeutzutage sehen wir sehr häufig Bilder, bei denen der Reiter in deutlicher Rückenlage sit...
17/09/2026

Der Oberkörper beim Reitersitz
Heutzutage sehen wir sehr häufig Bilder, bei denen der Reiter in deutlicher Rückenlage sitzt. Viele haben sich so daran gewöhnt, dass es nicht einmal mehr wahrgenommen wird. Darüber geht aber das Wissen über die richtigen verschiedenen Variationen des Sitzes verloren.
Sitzt ein Reiter mit dem Oberkörper etwas nach vorne, so wird das fälschlicherweise dann als «Nach- vorne – über - fallen» bezeichnet oder als Spaltsitz. Dabei hat das entlastende Sitzen eine wichtige Berechtigung in der klassischen Reitlehre. Es entlastet den Rücken zum Beispiel bei jungen Pferden oder Pferden mit schwachen Rücken. Auch triebige Pferde gehen häufig dadurch besser vorwärts.
Dabei kann die Wirkung dieses Sitzes genauso effektiv sein wie der Dressursitz mit senkrechtem Oberkörper, vorausgesetzt, der Reiter wird dabei nicht rund im Rücken. Er kann dabei ebenso mit seinem Gewicht einwirken und sein Pferd am Sitz haben.
Leider wird heutzutage durch das Schieben mit der Hüfte fälschlicherweise gelehrt, dass nur so eine Einwirkung mit dem Gewicht bzw. Gesäss möglich ist. Dabei ist das Nach -hinten- lehnen des Oberkörpers immer falsch, weil das Pferd sich vorwärts bewegt und der Reiter sich anpassen und nicht hinter die Bewegung kommen soll.

Um das Gefühl für das Vornehmen des Oberkörpers zu bekommen, lasse ich im Unterricht gerne auch einmal den Reiter unter Beibehaltung des restlichen Sitzes den Oberkörper leicht vornehmen und ihn fühlen, wie sein Pferd reagiert. Dabei sind Nuancen möglich. Oft wird allein dadurch zum Beispiel ein erwünschtes Zulegen im Trab bewirkt. Es hat auch den Vorteil, dass der Reiter dadurch bei diesem «Mehr» an Vorwärts nicht hinter die Bewegung kommt. Hilfreich ist es oft, gleichzeitig das Gesäss im Sattel leicht weiter vorne zu platzieren, so weit der Sattel dies auch zulässt. Oft geht das Pferd dann besonders zufrieden, weil der Reiter durch den vorgenommenen Oberkörper vermehrt in die Bewegung des Pferdes eingehen kann. Gerade weil viele Reiter aus falsch verstandenen Bewegungsmustern dazu neigen, steif zu sitzen, kann das Vornehmen des Oberkörpers für mehr Beweglichkeit und Gefühl sorgen. Es ist also kein Reiterfehler, wenn der Reiter bei einem richtig gehenden Pferd mit dem Oberkörper etwas nach vorne sitzt, sondern ein situatives Sich-anpassen an die Bewegungen und Bedürfnisse des Pferdes.

14/09/2026

Hier noch einmal eine ausführliche Erklärung der Sequenz aus dem Reitunterricht.

Diskussions- und Vernetzungsrunde: Wie können wir die klassische Reitlehre erhalten? Teil 1Wissen allein erzeugt keine B...
11/09/2026

Diskussions- und Vernetzungsrunde: Wie können wir die klassische Reitlehre erhalten? Teil 1

Wissen allein erzeugt keine Bewegung
Es gibt hervorragende Bücher und Seminare, aber trotzdem ist die Veränderung in der Reiterei noch schleppend. Denn Wissen muss zugänglich und anwendbar und vor allem weitergegeben werden.
Eine Bewegung braucht deshalb nicht nur Experten, sondern auch Strukturen, durch die Wissen von einer Generation zur nächsten gelangt. Deswegen ist ausdrücklich auch eine Teilnahme von jungen Ausbildern und Ausbilderinnen wünschenswert, um diesen Punkt praxisübertragend erörtern zu können.
Es wird keinen Vortrag geben, sondern es soll ein Austausch entstehen. Auch die Möglichkeit der Vernetzung soll durch die Veranstaltung gegeben werden.
Zu Beginn gibt es einen kurzen Erfahrungsbericht von mir, warum solche Initiativen oft scheitern.

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 11.9.2026 online von 19.00-20.30 Uhr auf Zoom statt.

Bianca Rieskamp lädt Sie zu einem geplanten Zoom-Meeting ein.

Thema: Diskussions- und Vernetzungsrunde: Wie können wir die klassische Reitlehre erhalten? Teil 1
Zeit: 11. Sept. 2026 07:00 PM Zürich
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https://us06web.zoom.us/j/83303987790?pwd=VRORUFja6erQSkkpw0ocnPQhRqyQGV.1

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10/09/2026

Richtige Anweisungen statt schöner Worte
Es sind nicht die Lektionen, die die klassische Reitlehre in ihrer Weitergabe ausmachen, sondern die Formulierungen. Gert Schwabl von Gordon beherrschte diese meisterhaft. Oft erscheinen sie alltäglich und nicht bemerkenswert. Aber gerade für den fortgeschrittenen Reiter erschliessen sich durch wenige Worte hilfreiche Anweisungen. Diese tragen nicht nur in sich, was der Reiter tun soll, sondern auch wichtige Prinzipien der klassischen Reitlehre.
«Nicht schneller, aber tätig». Gerade wo heutzutage fast durchgängig falsch verstanden vorwärts geritten wird, ist dieser Satz essentiell. Vorwärts ist mehr ein Gedanke und das Prinzip der Ausbildung, keine Geschwindigkeit und darf immer nur unter Berücksichtigung von Takt, Losgelassenheit, richtigem Treiben und Selbsthaltung gesehen werden.

«Vor der Ecke aufnehmen»: Das beinhaltet die richtig gerittene halbe Parade. Der Reiter nutzt diese Anweisung nicht nur, um diese zu geben, sondern vor allem, um gleichzeitig seinen Sitz noch einmal zu überprüfen beziehungsweise zu korrigieren. Mithilfe dessen und der daraus gerittenen halben Parade wird die Ecke und damit die Längsbiegung eingeleitet und das Pferd in die Lage versetzt, korrekt im Gleichgewicht durch die Ecke zu gehen.

«Und wieder frisch aus der Ecke heraus». Das gilt für jede Ecke. Da die Ecke, auch wenn sie abgerundet geritten wird, eine enge Wendung ist, besteht die Gefahr, dass das Pferd sich verhält. Das Vorwärts geht verloren und die Hinterhand tritt in der Wendung nicht mehr mit. Das muss gar nicht sehr deutlich geschehen, es reicht ein innerliches Zögern des Pferdes. Um das zu verhindern beziehungsweise zu korrigieren, wird aus jeder Ecke frisch heraus geritten. Das hilft auch dem Pferd, den Vorwärtsgedanken durch die Ecke durch zu erhalten.

Diskussions- und Vernetzungsrunde: Wie können wir die klassische Reitlehre erhalten? Teil 1Wissen allein erzeugt keine B...
08/09/2026

Diskussions- und Vernetzungsrunde: Wie können wir die klassische Reitlehre erhalten? Teil 1

Wissen allein erzeugt keine Bewegung
Es gibt hervorragende Bücher und Seminare, aber trotzdem ist die Veränderung in der Reiterei noch schleppend. Denn Wissen muss zugänglich und anwendbar und vor allem weitergegeben werden.
Eine Bewegung braucht deshalb nicht nur Experten, sondern auch Strukturen, durch die Wissen von einer Generation zur nächsten gelangt. Deswegen ist ausdrücklich auch eine Teilnahme von jungen Ausbildern und Ausbilderinnen wünschenswert, um diesen Punkt praxisübertragend erörtern zu können.
Es wird keinen Vortrag geben, sondern es soll ein Austausch entstehen. Auch die Möglichkeit der Vernetzung soll durch die Veranstaltung gegeben werden.
Zu Beginn gibt es einen kurzen Erfahrungsbericht von mir, warum solche Initiativen oft scheitern.

De Veranstaltung findet am Freitag, den 11.9.2026 online von 19.00-20.30 Uhr auf Zoom statt. Der link zur Teilnahme wird Freitag vormittag hier eingestellt.

Der Erfolg muss vom Pferd und dem richtigen Reiten definiert werdenImmer wieder wird der «normale» Reiter und Ausbilder ...
30/08/2026

Der Erfolg muss vom Pferd und dem richtigen Reiten definiert werden
Immer wieder wird der «normale» Reiter und Ausbilder abgewertet, wenn er Kritik an der heutigen Sportreiterei übt. Aber: Für die Korrektur der dadurch produzierten schwer reitbaren Pferde oder als Endplatz für die schweren Herzens abgegebene Sporthoffnung darf er gerne herhalten.
Wenn man dann mit solchen Pferden regelmässig zu tun hat, kann man als klassischer Ausbilder bzw. Reiter nur den Kopf schütteln. Da ist beim Pferd oft gar kein unabhängiges Gleichgewicht vorhanden, es ist überhaupt nicht am Sitz, hat aber Turniererfolge oder ist auf alten Fotos in den höchsten Lektionen (natürlich falsch geritten, in der Regel aber erfolgreich) zu sehen. Oft lässt man sich dann zu dem Satz hinreissen, der natürlich keinem hilft: Das hätten die doch sehen oder merken müssen.
Solche Reiter/Ausbilder bewegen sich aber in der immer gleichen Filterblase unter Menschen, die ebenfalls so reiten und ausbilden, so dass die eigene Betriebsblindheit verschärft wird. Und: Man will ja gar nichts ändern. Die Erfolge geben einem Recht und auch die Anerkennung aus der Filterblase und das erfolgreiche Geschäftsmodell.
Dabei dürfen das nicht die Massstäbe sein, die Pferdeausbildung als richtig beschreiben. Es gibt zwei unbestechliche Kriterien, die helfen würden. Das wäre erst einmal: Lesen. Ja tatsächlich, diese altmodische Tätigkeit, in der man irgendwo sitzt und in einem viereckigen Gegenstand mit Seiten blättert und versucht, den Inhalt zu erfassen und Text und Bilder mit seiner eigenen Reiterei zu vergleichen. Das zweite Kriterium ist das, was heutzutage häufig vergessen wird: Das Pferd. Wie geht es ihm mit dieser Form des Reitens? Zeigt es Stressanzeichen oder gar Schmerzen? Wie sieht der Gesichtsausdruck aus? Was macht der Schweif? Lässt der hergegebene Rücken auch ohne Sitzprothese aka Sattel sitzen? Tritt das Hinterbein mit oder glaubt der Reiter es nur? Wie ist das Schweissbild, ist Kopf-und Halshaltung korrekt, die Aufrichtung relativ, die Rahmenerweiterung in den Verstärkungen vorhanden?
Es wäre ein Fortschritt, wenn die Reiter und Ausbilder wieder mehr ihrem Pferd glauben würden anstatt ihren Erfolgen.

28/08/2026

Momentaufnahmen: Sie helfen beim Analysieren des Rittes und zeigen auf,wo Schwierigkeiten bestehen. Und: Je korrekter,also klassischer, ein Pferd geritten wird,desto mehr gute Screenshots entstehen. Für schöne Aufnahmen muss das Pferd nicht spektakulär,sondern richtig gehen. Und das fordert von Reiter oft mehr Disziplin und Wissen,als das spektakuläre Reiten.


Der wirkliche Charakter eines Pferdes kann sich nur bei richtiger Ausbildung zeigenWie oft hören wir von Problempferden ...
25/08/2026

Der wirkliche Charakter eines Pferdes kann sich nur bei richtiger Ausbildung zeigen

Wie oft hören wir von Problempferden - und sehen dann Fotos dieser Pferde unter dem Reiter oder an der Hand, wo schon so viele Indizien zu erkennen sind, dass eindeutig der Mensch und die Reit- bzw. Ausbildungsweise das Problem ist.
Wie viele Pferde wirken ängstlich - aber nicht, weil sie vom Charakter her wirklich so sind, sondern weil sie nie Vertrauen aufbauen konnten zum Menschen, ihnen nie verständlich erklärt wurde, was der Mensch möchte und weil ihnen nicht genug Zeit gelassen wurde. Gute Pferdeausbildung ermöglicht dem Pferd, seine wirklichen Charakter zu zeigen - und auch, sich in eine positive Richtung zu entwickeln.

Das Zügel hingeben sagt weiterhin viel über die Ausbildung- auch bei der Reit WM- ausWenn ich unterrichte, schaue ich im...
22/08/2026

Das Zügel hingeben sagt weiterhin viel über die Ausbildung- auch bei der Reit WM- aus
Wenn ich unterrichte, schaue ich immer auch auf das Ende der Stunde.
Und damit meine ich nicht die letzte Übung, Lektion oder das Zügel aus der Hand kauen lassen zum Beispiel im Trab, sondern das Hingeben des Zügels danach und das Schritt reiten. Wie verhält sich das Pferd beim Hingeben des Zügels? Dabei ist es egal, ob dieses im Halten oder im Schritt geschieht. Zieht das Pferd erleichtert den Kopf hoch, froh, befreit von einer harten Hand und unangenehmen Haltung zu sein, zieht es vielleicht den Kopf runter, rollt sich von selbst aus Misstrauen vor der Reiterhand (noch mehr) auf und verliert das Gleichgewicht? Oder macht es nach vorne den Hals entspannt lang ohne eng zu werden und schreitet aufmerksam, aber gelassen dahin?

Für mich war der eklatanteste Unterschied in den Disziplinen bei der WM häufig genau dort zu sehen. Bei den Springpferden sahen wir erfreulicherweise regelmässig letzteres. Damit möchte ich nicht sagen, dass dort durchgängig klassisch geritten wird, aber offensichtlich wird dort bei vielen Reitern mehr richtig gemacht als in der Dressur. Auch das Schweissbild liess in den meisten Fällen im Vergleich zu den Dressurpferden diesen Schluss zu.

Sehr aufschlussreich finde ich auch immer das schöne Austraben von Richard Vogel. Mit hingegebenem Zügel, Kopf-Halshaltung des Pferdes beliebig, die Hand gibt Ruhe und wirkt nicht ein. Das ist das auf dieser Seite so oft beschriebene Reiten mit hingegebenem Zügel, welches in jeder Stunde von Gert Schwabl von Gordon ebenfalls im Trab und/oder Galopp für wenige Runden praktiziert wurde. Es dient der so wichtigen Überprüfung und Förderung der Zwanglosigkeit. Und ist in der Reitvorschrift ausdrücklich als wichtiges Ausbildungsziel schon der Remonten erwähnt.
Nachdenkenswert ist, dass dies bei einem Spitzenreiter als richtig empfunden wird, die Ausbilder, die das an der Basis und darüber hinaus in ihrer Arbeit praktizieren, mit dieser Übung abgewertet werden. Wir sollten daran denken, dass jedes kleine Puzzleteil in der Ausbildung seinen Anteil am Fortschritt hat und Details genau so wichtig sind wie sichtbare Erfolge.

Ein bisschen falsch ist immer noch falschDie Diskussion um das Dressurreiten wird mittlerweile aus fachlicher Sicht eher...
16/08/2026

Ein bisschen falsch ist immer noch falsch
Die Diskussion um das Dressurreiten wird mittlerweile aus fachlicher Sicht eher absurder. Es wird oft argumentiert, dass die Pferde weniger eng seien
Aber: Ein bisschen hinter der Senkrechten dauerhaft ist halt immer noch ein beständig falsches Gehen des Pferdes mit all seinen Ursachen beziehungsweise Folgen.
Und auch wenn das Pferd nicht hinter der Senkrechten geht, gibt es noch viele weitere Kriterien, die dazu führen, dass ein Ritt nach klassischen Kriterien eben nicht korrekt ist. Wie zum Beispiel die Reinheit bzw. Natürlichkeit der Gänge, die ich in einem der letzten Beiträge ansprach.

Das korrekte Stehen an den Hilfen- Genick höchster Punkt, Stirn-Nasenlinie nicht hinter der Senkrechten bei leichter Anlehnung- ist in der klassischen Reitlehre nicht umsonst kein «nice to have», sondern ein unabdingbares Kriterium. Nur diese korrekte Haltung zeugt von korrekter, pferdefreundlicher Ausbildung und einer relativen Aufrichtung. Und im ursprünglichen Sinne ging es ja um die Überprüfung der Ausbildung, nicht vorrangig um eine gezeigte Leistung in der Prüfung. Nur durch dieses richtige Gehen ist der Reiter in der Lage, das Pferd behutsam zu gymnastizieren und auf die Hinterhand einzuwirken. Nur wenn das Pferd so korrekt am Zügel steht, ergibt sich zum Beispiel eine Rahmenerweiterung, die Verstärkungen weg vom Showtrab überhaupt sinnvoll macht.

Mein persönliches Fazit: Solange ich ohne Suchen zu müssen sofort und durchgängig eklatante Fehler sehe, hat sich nichts verbessert.
Es sagt viel über dieses falsche System des Reitens aus, wenn eine Umstellung zum Besseren nicht in kurzer Zeit möglich ist. Denn dann handelt es sich gesichert um ein systematisches Ausbildungsproblem und die Veränderung eines Korrekturpferdes bedarf eben langer Zeit, sofern sie gewollt und reell umgesetzt wird.

Meistens würde zur Beurteilung eines Rittes, wenn es um das Pferdewohl ginge, schon der regelmässige Blick ins Pferdegesicht genügen. Offene Mäuler, stramme Anlehnung, dauerhaft klappernde Unterlippe, hochgezogene Nüstern, in sich gekehrter Blick usw.- und ich spreche hier nicht von Momenten - sind deutliche Anzeichen von Stress, wenn nicht gar Schmerzen. Es wird Zeit, dass das mit in die Kriterien einfliesst. Das wäre für das Pferd hilfreicher als die zahlreichen schönen Worte und Umarmungen.
Ich bin nicht gegen den Sport. Ich würde ihn gerne mal wieder mit Freude ansehen können: Ich möchte wie früher einen Ahlerich erleben, der mal eben aus Lebensfreude und nicht aus Undurchlässigkeit, sondern auch, weil Pferde sich das da noch trauten, mal eben einen Renngalopp in der Prüfung einlegt, um danach in aller Ruhe und Korrektheit seine Prüfung fortzusetzen. Oder Reiter auf ländlichen Turnieren, die mit feiner Hand in korrekter Haltung reiten, auch wenn sich das unerfahrene Pferd vielleicht dann einmal heraus hebt. Ich würde mich freuen, gespitzte Ohren zu sehen, wache Pferde mit langen schönen Hälsen und persönlicher Ausstrahlung.
Ich will meinen Schülern Vorbilder im Sport nennen können und nicht ihnen erklären müssen, was falsch an dieser Reiterei ist-obwohl die Abweichungen von der klassischen Reitlehre dort mittlerweile so offensichtlich sind, dass sie es selber sehen.

Bild Dr. Reiner Klimke aus Grundausbildung des jungen Reitpferdes, S. 106

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