06/07/2026
Herrentour 2026 – Wildwasser, Wetterkapriolen und jede Menge Gemeinschaft
27.06. – Aufbruch ins Abenteuer
(JD) Pünktlich um 20:00 Uhr trafen sich die elf Teilnehmer – Matthias, Hendrick, Linus, Timo, Klaus, Andreas, Winni, Piet, Josch, Christian und Jörg – am Bootshaus, um Bus, Boote und jede Menge Ausrüstung für das diesjährige siebentägige Kanu-Camp zu verladen. Nachdem alles seinen Platz gefunden hatte, rollte der Bus gegen 21:30 Uhr in Richtung Pfunds in Tirol. Die Vorfreude war groß – schließlich warteten Wildwasser, L***rfeuerstimmung und die ein- oder andere Anekdote bereits auf uns.
Sonntag – L***r aufschlagen und die ersten Wellen
Kurz vor dem Ziel legten wir in Landeck noch einen Frühstücksstopp beim Bäcker Ruetz direkt am Bahnhof ein. Gut gestärkt erreichten wir wenig später den Campingplatz Via Claudiasee, dessen Badesee sofort Urlaubsstimmung aufkommen ließ.
Die besten Plätze mit Seeblick waren natürlich heiß begehrt. Innerhalb von zwei Stunden stand unser kleines Kanudorf, und kaum waren die Zelte aufgebaut, wurden bereits die ersten Paddelpläne geschmiedet.
Die jüngeren Wildwasser-Enthusiasten eröffneten die Woche mit der Scuoler Strecke bei rund 27 m³/s. Zwei knackige Wildwasser-IV-Stellen sorgten direkt für Konzentration, während anschließend auf der Martina-Strecke alle gemeinsam ins bewegte Wasser starteten. Schöne Kehrwasser, flotte Schwälle und jede Menge Fahrspaß sorgten dafür, dass das Selbstvertrauen für die kommenden Tage deutlich wuchs.
Den ersten Abend ließen wir bei einem hervorragenden Essen im „Wilden Mann” in Tösens ausklingen.
Montag – Paddeln trotz Pannen
Nicht jeder startete optimal in den Tag. Josch wurde zunächst von einer zarten Diarrhöe ausgebremst, ehe auch noch das Auto streikte. Zum Glück ist Josch ADAC- Mitglied und gemeinsam mit Klaus konnten sämtliche organisatorischen Herausforderungen bewältigt werden, während der Rest der Mannschaft die Gelegenheit nutzte, direkt vom Campingplatz bis nach Tösens zu paddeln.
Bei rund 50 m³/s zeigte sich der Inn von seiner sportlichen Seite. Technisch anspruchsvolle Passagen, schöne Kehrwasser einige kleinere Stufen und Schwallstrecken sorgten für einen gelungenen Paddeltag.
Am Abend wurde es mediterran: Beim gemeinsamen Einkauf entstand ein griechischer Abend mit Tzatziki, Bauernsalat und einer beachtlichen Menge Ouzo – selbstverständlich vor, während und nach dem Essen.
Das Deutschlandspiel schauten wir bis Tief in die Nacht bei der Familie Oberhofer in der guten Stube. Glücklich waren diejenigen, die es nicht bis zum Ende ausgehalten- und stattdessen ins kuschelige Zelt gingen.
Dienstag – Business Class auf dem Campingplatz
Müde und mit roten Augen gab es Rührei zum Frühstück – besser kann ein Paddeltag kaum beginnen. Einige Teilnehmer reisten dabei stilgerecht in der “Business Class”, denn ihre Campingstühle boten ungefähr den Platz eines Langstreckenfluges.
Auf dem Programm stand die Strecke von Tösens bis Prutz. Aufgrund der Gruppengröße organisierte Timo zwei Paddelgruppen. Hendrick und Linus übernahmen jeweils die Führung und lotsten beide Teams souverän durch den anspruchsvolleren Abschnitt.
Während die jüngeren Herren gemeinsam mit Andi anschließend noch die Sanna unsicher machten, entschieden sich die anderen für Apfelstrudel mit Vanillesoße im Wilden Mann – ebenfalls eine Form der Regeneration.
Am Abend wurde es laut, lustig und legendär: Rage Cage sorgte für beste Unterhaltung, und spätestens nach Winnis persönlichem „Armageddon” war allen klar, dass dieser Abend noch lange Gesprächsthema bleiben würde.
Mittwoch – Regen, steigende Pegel und Rollenkönige
Eigentlich sollte heute die Giarsun-Schlucht auf dem Programm stehen. Doch Dauerregen ließ die Pegelstände förmlich explodieren. Als der Inn gegen Mittag eine nahezu hockeyschlägerförmige Pegelkurve entwickelte, war klar: Sicherheit geht vor.
Stattdessen ging es erneut auf die Scuoler Strecke.
Hendrick, Hasso, Timo, Josch, Andi und Christian nutzten die Bedingungen optimal. Besonders Josch machte mit insgesamt zwei erfolgreichen Eskimorollen auf sich aufmerksam und durfte sich am Abend völlig verdient und eigenständig zum “Rollenkönig” küren.
Währenddessen verbrachten Klaus, Piet, Winni und Jörg einen entspannten Kulturtag im zollfreien Samnaun in der Schweiz.
Pünktlich zum Abend hörte sogar der Regen auf. Die Sportlichen spazierten nach Pfunds zum Abendessen ins Vabene, die „Ausgepowerten“ nahmen den Bus.
Anschließend klang der Abend gemütlich im Pavillon aus, wo bereits die nächsten Wildwasserpläne geschmiedet wurden.
Donnerstag – Die Königsetappe
Für Hendrick, Timo, Linus und Matthias wartete heute mit der Unteren Ötz von Ötz bis Haiming echtes Wildwasser der Kategorie IV. Zwölf Kilometer ohne echte Pause, viel Druck, schnelle Entscheidungen und permanentes Arbeiten im Boot.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: keine Schwimmer, keine Rollen – eine blitzsaubere Mannschaftsleistung.
Doch damit war der Tag noch nicht vorbei.
Direkt im Anschluss ging es in die berühmte Imster- Schlucht. Hohe Wellen, kräftige Walzen und jede Menge Fahrspaß sorgten erneut für Grinsen im Gesicht. Lediglich Winni musste nach einer etwas innigeren Begegnung mit einem Stein eine beeindruckende Eskimorolle demonstrieren. Auch hier blieb die gesamte Gruppe trocken und erreichte Haiming ohne Schwimmer.
„Den gelungenen Tag feierten wir wieder mit reichlich Tzatziki und Grillgut aus der Heimat.“
Am Abend kam es dann doch noch zu einem Beinaheunfall, als uns ein Tiroler- Tyrann heimsuchte – der berüchtigte „Nackenzwicker“. Dieses Insekt wird man nur los, indem man sich groß macht und laut schreit.
Irgendwann ließ der Bursche von uns ab und die Lichter gingen aus.
Freitag – Wildwasser oder Kultur
Ein Teil der Gruppe stellte sich erneut der Scuoler Strecke. Hendrick, Timo, Linus, Matthias, Winni, Andi und Josch meisterten die Schlüsselstellen souverän oder entschieden sich mit gesundem Menschenverstand für ein Umtragen. Beides zählt schließlich zur Erfahrung.
Der Biergarten direkt an der Strecke wurde für eine erfrischende Pause genutzt. Der Service war sehr freundlich- und auf Kanuten eingestellt. So trank man feinen Riesling oder ein leckeres Bierchen und auch die Zeit während des Umsetzens am Ende der Tour, wurde durch eine Runde Flunkyball verkürzt.
Die Kulturfraktion – Christian, Piet, Klaus und Jörg – erkundete stattdessen die Radurschlklamm und entschied sich bewusst dafür, ihre bis dahin makellose Schwimmer-Statistik nicht unnötig aufs Spiel zu setzen.
Am Nachmittag schwammen wir stattdessen lieber im Claudia-See, belegten die Insel und genossen das ein- oder andere Bierchen. Für das Abendessen war im Hotel zur Post ein Tisch reserviert, hier erwartete uns ein geschmackliches Highlight bei lustigem Service.
Nach dem Essen verabschiedeten wir Hendrick und Hasso, die sich sogleich auf den Heimweg nach Uerdingen machten.
Samstag – Abschied von Tirol
Der letzte Morgen begann ganz entspannt mit Kaffee in der Sonne, bevor das große Abbauen des Camps startete.
Nach einem ausgedehnten Frühstück beim MPreis begann gegen 10:30 Uhr die Heimreise.
Ein absolutes Highlight wartete jedoch noch bei Stuttgart: Christian hatte gemeinsam mit seiner Mutter einen legendären Fleischkäse-Stopp organisiert. 18 frische Fleischkäsesemmeln verschwanden in Rekordzeit. Besonders bemerkenswert: Die komplette Mannschaft wurde von Christians Mutter eingeladen. Herzlichen Dank dafür – besser kann eine Heimreise kaum schmecken.
Zuvor mussten wir allerdings noch den Grenzübergang Füssen/Reutte passieren. Auf die freundliche Frage des Bundespolizisten: „Kommt ihr von der Arbeit?” konnten wir überzeugend mit „Nein, vom Paddeln!” antworten. Offenbar braucht unser Bus dringend etwas mehr Vereinsdesign, sollten wir nicht weiterhin für osteuropäische Wanderarbeiter gehalten werden.
Das wohl schönste Kompliment der Tour kam schließlich von einem unserer jüngeren Kanuten:
„Wenn ihr alt seid, bin ich immer noch jung.”
Ob sich diese Aussage auf unsere Paddeltechnik oder unsere erstaunliche Standfestigkeit bei Flunkyball, Beerpong und Rage Cage bezog, bleibt bis heute ungeklärt. Anonyme Anfragen bearbeitet Linus gerne.
Gegen 21 Uhr erreichten wir schließlich wieder unser Bootshaus in Uerdingen.
„Nä wat is dat schön hier – endlich keine Berge mehr!“
Fazit
Sieben Tage voller Wildwasser, Teamgeist, guter Gespräche, sportlicher Herausforderungen, bestem Essen und unzähligen Lachern liegen hinter uns. Ob anspruchsvolle Wildwasserstrecken, spontane Kulturtage, legendäre Spieleabende oder einfach das gemeinsame Sitzen am Pavillon – genau diese Mischung macht unsere Herrentour jedes Jahr zu etwas Besonderem.
Ein ganz besonderer Dank gilt Andreas, der die gesamte Tour hervorragend organisiert hat und dafür sorgte, dass wir uns voll auf das Wesentliche konzentrieren konnten: Paddeln, Gemeinschaft und jede Menge Spaß.
Auf die Herrentour 2027!
Mögen die Pegel passen, die Rollen sitzen, die Schwimmer ausbleiben, die Fleischkäsesemmeln niemals ausgehen und die Geschichten am L***rplatz jedes Jahr ein bisschen besser werden.
In diesem Sinne: Gut Paddel – bis zur nächsten Herrentour!