11/09/2026
Müllroser SV - SG Wiesenau 03 2:6 (Kreisliga Süd, Ostbrandenburg), Sportplatz Müllrose, 155 Zuschauer, Spielnote 3
Dieses Wochenende habe ich schon vor Monaten verflucht, denn am morgigen Samstag quält mich mein Arbeitgeber zum Workshop in Hirschluch anzutanzen. Man hatte schon bessere Ideen seine Angestelten zu motivieren. Gott sei Dank findet das Spektakel in Storkow statt und ich muss nicht noch früh raus und durch die Weltgeschichte reisen. Klappt gerade auch so toll mit der NEB und dem Schienenersatzverkehr. Heute konnte ich den "Zauber" nach einem feinen Arbeitstag mit einem Flutlichtspiel aber noch verdrängen. Es sollte zum Duell zweier Teams kommen, die einen super Start in die Saison hinlegten. Da beide ihre Auftaktspiele gewinnen konnten und viele auch Müllrose wie Wiesenau den Aufstieg zutrauen, freute man sich auf eine spannende Nummer.
Mit Seppi drosch ich per PKW 35 Minuten über Land bis ins Schlaubetal und man erreichte 40 Minuten vor Spielbeginn das schöne Müllrose und seine Sportstätte. 3€ bezahlten wir fix am Einlass und man bekommt dafür sogar eine nette Eintritskarte in die Hand.
Sofort wurde der Platz mit der Tribüne und Sprecherturm geknipst. Ebenfalls waren das Vereinsheim und die LED-Anzeige Objekte der Begierde und wurden von mir eingefangen.
Dann suchten wir die Sportsbar auf, wo auch gleich außerhalb der Räumlichkeiten ein Mann den Grill mit ordentlichen Köstlichkeiten bepackte. "Nimm das Polofino mit Brötchen, aber ohne Ketchup oder Senf", riet Le' Chef mir. Es handelte sich hierbei um ein so brutal zart gegrilltes Hähnchensteak, was für mich ein absoluter Knaller an Genuss ist. Auch die Wildschweinbratwurst war ein Exot auf der Karte und musste ebenfalls probiert werden. Für beide Leckerlis und natürlich auch für die Klassiker Brat und Currywurst bezahlte man 3€. Wahlweise wäre sogar noch ein Steak für 4€ zu erwerben gewesen. Ihr lest schon, es ist beim MSV ordentlich Vielfalt auf der Karte zu bestaunen. Für 2,50€ im schönen Vereinsbecher mit dem Slogan: "Dein Verein für´s Leben", trank ich die Cola hinterher und war nun bereit für das Spiel. Vorher begrüßte uns noch Daniel Dankert, Coach der Gäste und einer meiner engen "Wingmans" bei der Spendenaktion.
Eine sonderbare Geschichte muss ich euch vor dem Anpfiff aber noch auf die Tastatur knallen. Bevor der wirklich gute Stadionsprecher die Aufstellung der Heimelf euphorisch durchsagte, sollte die Hymne vom FC Energie Cottbus von Alexander Knappe wie selbstverständlich aus den Boxen schallen, als wenn es die eigene wäre. Ähnliches trug sich damals mal bei meinem Besuch in Sandersdorf zu, als man zum Einlauf der Teams "Eisern Union" von Nina Hagen spielte. Ist schon ein wenig befremdlich wenn ihr mich fragt!
Das Spiel begann dann eher krampfig und zwischendurch musste man sich schon fragen, ob das wirklich das oberste Kreisliga-Regal sein sollte. Aus dem Nichts traf dann Bjarne Balster zum 0:1 und Carlo Schneider hätte durchaus erhöhen können, doch MSV-Keeper Reschke hielt toll. Nun sollten die unglücklichen, aber auch dummen Minuten des Mirko Linders kommen. Erst hatte er das Leder an der Grundlinie sicher, verstrickte sich in einen Zweikampf, um den Ball zu verlieren und Gelb für ein Foulspiel zu kassieren. Der Fußballgott meinte es nicht gut mit dem Abwehrspieler, weil aus dem folgenden Freistoß das 0:2 per Kopf durch Rocco Schneider resultieren sollte. Damit aber noch nicht genug! Als Wiesenau´s Torschütze wenig später Linder in den Rücken sprang und sich für das Vergehen entschuldigen wollte, hatte der Müllroser Spieler darauf keine Lust und beleidigte seinen Gegenspieler als Bastard. Der Linienrichter stand dummerweise genau daneben bzw. auf Höhe und somit musste der gefoulte Spieler unter harten Kommentaren seiner eigenen Mannschaftskameraden noch vor dem Halbzeitpfiff wegen Beleidigung duschen gehen. Mit dem 0:3 direkt nach der Pause war die Nummer schon früh durch, zumal Schneider sogar noch auf 4:0 erhöhen sollte. Der Mallehit "Es startet die Rakete", ist die Torhymne des Gastgebers. Nie war sie unpassender als nach dem Ehrentreffer von Fabian Hentschke. Müllrose bäumte sich in Unterzahl aber sogar noch einmal kurz auf und erzielte per Kopf den zweiten Treffer. Der Trainer nahm dann unverständlicherweise Tempo vom Platz und das signalisierte Seppi und mir, dass man selber nicht mehr an eine endgültige Wende glaubte. Wie soll eine solche auch wirklich umgesetzt werden, wenn man solch unfassbare Einladungen wie Hentschke verteilt. Völlig ohne Not spielte er im Aufbau von der linken Seite das Leder in den Fuß von Tom Schneider und der zimmerte die Kugel gnadenlos aus 25 Metern zum 5:2 ins Gehäuse. Einen hatten die Gäste dann noch, als Paul Schüler auf 6:2 stellte und die Demontage der Mannschaft aus dem Schlaubtal beendete. Wiesenau grüßt also erst einmal von der Tabellenspitze, auch wenn das vermutlich erstmal nur eine geile Randnotiz ist und noch keine 100%ige Aussagekraft hat. Müllrose muss sich schütteln und besonders auch das Teamgefüge hinterfragen. Wenn man sich nämlich vor den eigenen Fans selbst untereinander belegt, sugeriert man der Öffentlichkeit alles, aber keinen Zusammenhalt.
Der Müllroser SV steht für mich aber schon für eine tolle Gemeinschaft. Wie sollte man denn sonst einen Spieltag in der Kreisliga auf dieser so herrlichen Anlage bewerkstelligen können? Das Cateringangebot der "Sportsbar" ist großartig und preiswert. Da bezahlt man auch 3€ für die Kreisliga, weil eben der Gesamteindruck total passt. Der Ground ist zudem viel zu schön für diese Spielklasse, aber die fetten Jahre auf Landesebene sind nun mal vorbei. Ich kann dem MSV nur sagen, dass man so weitermachen soll. Dieses Ambiente, so wie man es aufzieht und welch wunderbare Möglichkeiten man mit der Sportanlage hat, hätten viele Vereine auf Landesbene gerne. Ich wünsche Euch daher für die Zukunft weiter viel Erfolg und kann der Hopperschaft nur empfehlen, hier einmal anzuhalten. Dann aber mit einer besseren Leistung der Heimmannschaft.