22/09/2026
𝗜𝗺 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝗲𝗻 𝗥𝗵𝘆𝘁𝗵𝗺𝘂𝘀 𝗯𝗹𝗲𝗶𝗯𝗲𝗻, 𝗮𝘂𝗰𝗵 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝗮𝗹𝗹𝗲 𝘂𝗺 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝗵𝗲𝗿𝘂𝗺 𝗹𝗼𝘀𝗿𝗲𝗻𝗻𝗲𝗻.
Eine mentale Fähigkeit, die sich trainieren lässt.
Anfang September ist mir die E5-Alpenüberquerung geglückt. Im 2. Anlauf.
Von Oberstdorf nach Meran. Weitgehend auf der Originalroute.
8 Tage, 5.180 Höhenmeter, 76 Kilometer.
Wer mir schon länger folgt, weiß: Ich bin diese Tour im letzten Jahr schon einmal gegangen.
Nach einem Leistungseinbruch bergauf am ersten Tag standen die Sterne allerdings nicht günstig für mich. Drei Etappen umfuhr ich mit Bus und Bahn.
Dafür gab es sicher mehrere Gründe.
Einer davon war Stress.
„Mithalten können“ – dieser Wunsch oder Anspruch in meinem Kopf trieb mich an.
Die Angst, nicht mithalten zu können, hat ihren Ursprung in unguten Erfahrungen mit der „Dorf-Kinder-Gang“ meiner Kinderzeit.
Wenn du nicht mithalten konntest, warst du weg vom Fenster. Gewartet wurde nicht. Anschluss verpasst. Ausgeschlossen.
Offenbar steckte mir das tiefer in den Knochen, als ich lange wahrhaben wollte.
Unbewusst führte das im letzten Jahr dazu, dass ich meinen eigenen Gehrhythmus missachtete und mich dem Tempo der Gruppe anpasste.
Das ging schief. Schon nach 1,5 Stunden war ich am Limit.
Dieses Jahr war ich vorbereitet.
Ich hatte meinen Antreiber entlarvt.
Meinen Rhythmus gezielt trainiert.
Und tief mental und körperlich verankert: Ich lasse mich weder ziehen noch treiben.
Die Probe aufs Exempel kam gleich am ersten Tag.
Kurzer, aber recht steiler Anstieg zum Einstieg.
„So, los geht’s. Dort oben treffen wir uns. Jeder in seinem Tempo. Ich möchte euch kennenlernen“, sagt die Bergwanderführerin.
Alle stürmen los.
Und null Komma nix bin ich die Letzte.
Ich staune, wie schnell man da hochgehen kann.
Ja, ich spüre den Impuls, Gas zu geben.
Aber ich bin gewappnet. Bewusst bleibe ich bei meinem Tempo.
Später war mein Platz direkt hinter der Bergwanderführerin wieder gesichert. Zwei weitere Teilnehmer kamen mit nach vorne.
Und so sind wir alle gut in Meran angekommen.
Entspannt.
Denn es zeigte sich: Auch anderen in der Gruppe kam das moderate Tempo sehr entgegen.
𝗨𝗻𝗱 𝗱𝗮𝘀 𝗜𝗻𝘁𝗲𝗿𝗲𝘀𝘀𝗮𝗻𝘁𝗲:
𝗕𝗲𝗶 𝗱𝗲𝗻 𝗔𝘂𝗳𝘀𝘁𝗶𝗲𝗴𝗲𝗻 𝗯𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 trotzdem (oder gerade wegen des moderaten Tempos) 𝗶𝗺𝗺𝗲𝗿 𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗵𝗮𝗹𝗯 𝗱𝗲𝗿 𝗮𝗻𝗴𝗲𝗴𝗲𝗯𝗲𝗻𝗲𝗻 𝗚𝗲𝗵𝘇𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻.
Zum Teil sogar darunter!
Ich bin Heike. Sport-Mentalcoach Bergwandern.
Schwerpunkte in meinen Kursen und 1:1 Praxiscoachings sind: mentale Anwesenheit, innere Ruhe und Präsenz.