18/10/2026
GOLD FÜR BAYERN – Anastasiia Semenenko ist Weltmeisterin
Vom WM-Silber 2024 zum Weltmeistertitel 2026: Anastasiia Semenenko vom TV Fürth 1860 krönt ihre beeindruckende Karriere mit Gold bei der U21-Karate-Weltmeisterschaft in Polen. Ein emotionaler Triumph, der nicht nur die Athletin selbst, sondern den gesamten bayerischen Karatesport mit Stolz erfüllt.
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Ein Traum wird wahr – Anastasiia steht ganz oben auf dem WM-Podium
Bielsko-Biała, 18. Oktober 2026. Es sind Momente wie diese, für die Athletinnen und Athleten jahrelang trainieren, kämpfen und auf vieles verzichten. Momente, in denen sich harte Arbeit, Disziplin, Rückschläge und unzählige Trainingsstunden auszahlen.
Für Anastasiia Semenenko ist dieser Moment heute Wirklichkeit geworden.
Die für den TV Fürth 1860 startende Ausnahmeathletin hat sich bei den Karate-Weltmeisterschaften der Jugend, Junioren und U21 im polnischen Bielsko-Biała den Weltmeistertitel im Kumite der U21 bis 61 Kilogramm gesichert.
Nach ihrem Vizeweltmeistertitel 2024 in Venedig hat die bayerische Athletin nun den letzten entscheidenden Schritt gemacht und sich an die Spitze der Welt gekämpft.
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Ein Finale, das an Spannung kaum zu überbieten war
Im großen WM-Finale traf Anastasiia auf die Kroatin Korina Klaric. Beide Athletinnen begegneten sich auf Augenhöhe und lieferten sich einen taktisch geprägten Kampf, bei dem keine der beiden ihrer Gegnerin eine entscheidende Angriffsfläche bieten wollte.
Nach Ablauf der Kampfzeit stand es 0:0.
Damit lag die Entscheidung über Gold und Silber in den Händen der Kampfrichter. Mit 3:1 Stimmen entschieden die Judges zugunsten von Anastasiia Semenenko.
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Mentale Stärke als Schlüssel zum Weltmeistertitel
Bereits auf ihrem Weg ins Finale hatte Anastasiia eindrucksvoll gezeigt, warum sie zur internationalen Spitze gehört.
Nach einem souveränen 9:0-Auftaktsieg gegen Edina Sipovic aus Bosnien-Herzegowina geriet sie im anschließenden Kampf gegen Luvena Milano Setiyaka aus Indonesien zunächst mit 0:3 in Rückstand.
Doch Anastasiia bewies einmal mehr ihre außergewöhnliche Nervenstärke, drehte die Begegnung und gewann schließlich mit 6:3.
Auch im Viertelfinale gegen Doae Choukri aus Marokko musste sie zunächst einen Rückstand hinnehmen, bevor sie sich mit 6:1 durchsetzte.
Im Halbfinale gegen Yana Konnova wiederholte sich dieses Muster: Nach einem zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand kämpfte sich Anastasiia eindrucksvoll zurück und entschied die Begegnung mit 7:3 für sich.
Dreimal zurückgelegen. Dreimal zurückgekämpft. Und am Ende Weltmeisterin.
Gerade diese Fähigkeit, auch unter höchstem Druck ruhig zu bleiben, an die eigene Stärke zu glauben und einen Kampf niemals vorzeitig aufzugeben, zeichnet Anastasiia aus.
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Von der Ukraine nach Fürth – ein außergewöhnlicher Weg
Hinter diesem Weltmeistertitel steckt weit mehr als sportliches Talent.
Anastasiia begann bereits im Alter von vier Jahren mit Karate in ihrer ukrainischen Heimat. Als sie mit zwölf Jahren gemeinsam mit ihrer Familie nach Deutschland zog, musste sie sich nicht nur in einem neuen Land zurechtfinden, sondern auch ihre sportliche Zukunft neu aufbauen.
Beim TV Fürth 1860 fand sie schließlich eine neue sportliche Heimat.
An ihrer Seite steht seit vielen Jahren Trainer Dennis Schnauder, der ihre Entwicklung von einer talentierten Nachwuchssportlerin bis hin zur Weltmeisterin maßgeblich begleitet hat.
Wie viel ihr diese Verbindung bedeutet, wurde bereits in unserem BKB-Porträt vom Mai 2026 deutlich. Darin bezeichnete Anastasiia ihren Trainer als eine Art zweiten Vater, der sie auch nach schweren Niederlagen immer wieder aufbauen und motivieren könne.
Neben ihrem Trainerteam spielt auch die mentale Vorbereitung eine entscheidende Rolle. Gemeinsam mit Mentaltrainerin Ella Rößling arbeitet sie seit Längerem daran, ihre mentale Stärke gezielt weiterzuentwickeln.
Bereits in unserem damaligen Interview sagte Anastasiia einen Satz, der heute kaum passender sein könnte:
„Rückschläge haben mich tatsächlich stärker gemacht.“
Wie viel Wahrheit in diesen Worten steckt, hat sie bei dieser Weltmeisterschaft eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
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Eine beeindruckende Erfolgsserie – und jetzt die Krönung
Der Weltmeistertitel ist der vorläufige Höhepunkt einer bemerkenswerten sportlichen Entwicklung.
Bereits 2024 gewann Anastasiia WM-Silber in Venedig. Es folgten weitere internationale Erfolge, darunter die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft 2025 sowie ein sensationeller Premier-League-Sieg in Rabat, bei dem sie gleich bei ihrem Debüt eines der bedeutendsten Turniere im internationalen Karate für sich entscheiden konnte.
Auch 2026 setzte sie ihre Erfolgsserie konsequent fort. Neben dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der Leistungsklasse sicherte sie sich erneut den deutschen U21-Titel.
Als Mitglied des Adidas Team Bayern feierte sie zudem in diesem Jahr gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen den erneuten Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft.
Mit dem heutigen Weltmeistertitel fügt Anastasiia ihrer beeindruckenden Erfolgsbilanz nun einen weiteren, ganz besonderen Meilenstein hinzu.
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Ein Erfolg für Anastasiia – und für den gesamten bayerischen Karatesport
Hinter einer Weltmeisterin steht immer auch ein starkes Umfeld.
Dieser Erfolg ist deshalb nicht nur das Ergebnis von Anastasiias außergewöhnlichem Ehrgeiz, ihrer Disziplin und ihres Talents, sondern auch Ausdruck einer langjährigen Zusammenarbeit zahlreicher Menschen, die sie auf ihrem Weg begleitet und unterstützt haben.
Dazu gehören insbesondere ihr Heimtrainer Dennis Schnauder, ihre weiteren Trainer wie BKB Kumite-Landestrainer Tim Milner, sowie ihre Familie und alle, die auch in schwierigen Phasen an sie geglaubt haben.
Auch für den Bayerischen Karate Bund ist dieser Weltmeistertitel ein herausragender Erfolg und ein besonderer Beleg dafür, welches Potenzial in der bayerischen Nachwuchs- und Leistungssportförderung steckt.
Anastasiia Semenenko zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Leidenschaft, konsequente Arbeit, mentale Stärke und ein unterstützendes Umfeld zusammenkommen.
Der Bayerische Karate Bund gratuliert Anastasiia Semenenko, ihrem Trainer Dennis Schnauder, Landestrainer Tim Milner und dem gesamten Team von Herzen zu diesem außergewöhnlichen Erfolg.
Liebe Anastasiia, ganz Bayern ist stolz auf dich! Herzlichen Glückwunsch zum Weltmeistertitel!
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Bericht: Melanie Feldmeier
Bilder: Gitti Allmann / Melanie Feldmeier