05/04/2026
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𝗗𝗶𝗲 𝘂𝗹𝘁𝗶𝗺𝗮𝘁𝗶𝘃𝗲𝗻 𝗧𝗼𝗽 𝟭𝟬 𝗱𝗲𝗿 𝗻𝗲𝗿𝘃𝗶𝗴𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗚𝗼𝗹𝗳𝗲𝗿𝘁𝘆𝗽𝗲𝗻
Golfmedico-Kollege Marin hat uns als kleines Ostergeschenk dankenswerterweise seine vor einiger Zeit (durchaus emotional) verfassten Top 10 seiner liebsten Golf-Spezies zur Verfügung gestellt.
Passend zur aufziehenden Frühsommer-Sonne tummeln sich diese Exemplare auch wieder vermehrt auf unseren Fairways.
Jeder Flight hat mindestens einen davon: den Regel-Fetischisten, den Ballangler, die Schildkröte … oder den einen, der einfach ALLES kommentiert. Und ganz ehrlich: Wir waren wahrscheinlich schon selbst einer davon. 😉
Und folgt uns gerne, sofern wir Euch zu Ostern ein wenig zum Schmunzeln gebracht haben...
Here we go⛳️
𝗗𝗲𝗿 𝗴𝗲𝘁𝗮𝗿𝗻𝘁𝗲 𝗩𝗶𝗲𝗹𝘀𝗽𝗶𝗲𝗹𝗲𝗿
Begrüßt jeden zunächst mit der Information, dass er ja schon lange nicht mehr gespielt hätte. In Wahrheit hat er sich im Winter im Nachbarclub satte 20 Trainerstunden gegönnt. Zudem hat er einen Range-Käfig im Garten, ein einbetoniertes Putting-Grün vor der Terrasse, und kommt gerade linkshändig ungebräunt aus dem Golfurlaub. Angeblich sei er nur viel gewandert auf Malle. Spätestens nach dem dritten Par (bei 4 gespielten Löchern) beginnen seine „Ach, das ist aber glücklich heute"-Aussprüche zu nerven. Spielt im Sommer fast jeden Tag, tut aber so, als wenn die Arbeit einfach keine Zeit zum Golfen ließe.
𝗗𝗲𝗿 𝗵𝗮𝗰𝗸𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗦𝘁𝘆𝗹𝗲𝗿
Ich erinnere mich an ein BMW Amateur-Finale in München, bei dem ich als Caddy bei meinem Kumpel mitging. Das war damals die Handicapklasse 12-20 oder so. An Tee 1 kam ein gut zwei Meter großer Ian Poulter-Verschnitt angestyled. Da passte alles: die typisch oben offene Schirmmütze, zum Igel gegelte Haare, lila-dominante Kleidung mit schneeweißen Krokoleder-Tretern. Hätte er kein Golfbag und diesen typischen Stylerdeckel dabeigehabt, hätte ich vermutet, er wäre Schönheitschirurg. Er begrüßte uns widerwillig, und ich dachte schon, er sei ein „getarnter Vielspieler“, der nur aus Versehen in diese Handicapklasse gerutscht sei. Eben wenig gespielt im letzten Jahr …
Was dann kam, spottet aber jeder Beschreibung. Vier, fünf Top-Probeschwünge, mit einem irren Radius und dem straffen Zug einer Windmühle. Stellung eingenommen, Blick in die Bahn, Rückschwung und dann: PÜFFCHEN. Wahnsinn. Null. Nichts. Driver auf 120 Meter geschubst. Ich stand da mit meinem Kumpel und musste das gehässige, versteckte Schullachen unterdrücken, damit wir nicht wieder den Rest der Runde vor der Tür verbringen mussten. Merke: Wenn man schon overstyled und arrogant daherkommt, sollte man die Pille zumindest ordentlich in die Luft bekommen. Oder wirklich Letzter werden, denn schneeweiße Krokoschleicher kann man einfach nur als Erster oder Letzter tragen …
𝗗𝗲𝗿 𝗕𝗮𝗹𝗹𝗮𝗻𝗴𝗹𝗲𝗿
Über den Typus der Ballangler werde ich jetzt nur ein sehr kurzes Wort verlieren, zumal ich beim Schreiben schon wieder einen unangenehmen Anstieg meines Pulses verzeichnen muss. Startet am liebsten spät bei Turnieren. Geht dann gerne im Schneckentempo am Rough-Rand spazieren, um Überbleibsel der Vorflights zu suchen. Die verschärfte Version führt stets eine Ball-Angel bei sich, und unter drei Fundstücken wird sich nicht vom Teich fortbewegt. Gestandene Persönlichkeiten, die ihr Leben lang sechsstellige Jahres-Saläre eingesammelt haben, angeln minutenlang nach ihrer grottenschlechten 50 Cent Murmel. Und der Knaller dabei ist: Nicht um ihn weiterzuspielen, sondern um ihn dann aufzunehmen, sich den Ball in den praktischen Ball-Clipper am Trolley zu stecken und dabei „Strich“ zu rufen.
𝗗𝗶𝗲 𝗿𝗲𝗰𝗵𝘁𝘀 𝗯𝗹𝗶𝗻𝗸𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗦𝗰𝗵𝗶𝗹𝗱𝗸𝗿ö𝘁𝗲
Kennen Sie das auch? Sie sind gerade gut unterwegs, haben die ersten 6 Löcher im guten Rhythmus gespielt, und sie liegen so gut wie lange nicht mehr. Dann aber, wie aus dem Nichts: Schildkröten-Golfer auf den 3 Bahnen vor Ihnen! Im wahren Leben sind das die notorischen Mittelspurfahrer. Bei nur zwei Spuren auch gerne mal kilometerweit links. Hauptsache, die hinter einem Fahrenden, werden ordentlich zu Zucht und Ordnung erzogen. Reißverschlussverfahren? Nicht mit diesem Typus! Sie lassen partout nicht durchspielen, um keinen Preis! Es ist schließlich die gebuchte Startzeit, und dann hat sich der Rest an das Tempo zu halten.
Die Schildkröte lasert die Fahne aus 6 Metern, und wartet bei Grünbelegung des Vorflights aus 250 Metern darauf, dass er sich endlich sein Holz 3 vor die Füße toppen kann. Maximal ein Marshall kann diesen Typus vom Durchspielen lassen überzeugen. Nur sind Marshalls in Deutschland eher zum kleinen Schnack auf der Runde da, weniger zur Überwachung und Einhaltung der Spielgeschwindigkeit. Daher liebe ich übrigens Schottland! Auf dem Old Course wurde ich Zeuge, wie eine Gruppe Schnarchnasen vor uns, nach 14 Löchern vom Platz gebeten wurde: ZEITÜBERSCHREITUNG! Sensationell! Vor allem, weil denen die 17 (der Schlag über das Hotel) und die TV-bekannte 18 entgangen sind. Eine großartige Konsequenz, wie ich finde.
𝗗𝗲𝗿 𝗔𝗿𝘀𝗰𝗵𝗹𝗼𝗰𝗵𝗴𝗼𝗹𝗳𝗲𝗿
So nenne ich ausschließlich Golfer, die damit auch umgehen können, und wissen, dass es sich dabei um eine eher liebevoll satirische Bezeichnung handelt …Ich versuche mal eine Beschreibung: Dieser Typus ist zumeist zwischen 15 und 25 Jahre alt, hat die Golfsportbewegungen mit der Muttermilch aufgesogen, weil Papa und Mama ihn (schlauerweise) bereits im Kindesalter zu einem Kurs angemeldet haben. Er steht auf der Range (meist mit Kopfhörern) und schwingt Bälle in einer grazilen Anmutung, für die der Golfsport erfunden wurde. Der Arschlochgolfer bewegt sich fast in Zeitlupe, schiebt die Hüften, als wären es frisch geölte, fabrikneue Scharniere. Er schaut im Treffmoment (mit geraden Armen) lange auf den Ball, um dann im Durchschwung in ein Finish zu kommen, bei dem man am liebsten die versammelte Fachpresse für eine Fotosession zusammenrufen würde. Es wird berichtet, dass manche von Ihnen sogar während des Schwungs SMS schreiben, um dann dennoch einen leichten Draw zu schlagen. Ihr Handicap bewegt sich zumeist zwischen -2/+2.
Man selbst hingegen wirkt dann wie jemand, der versucht, mit der blauen Papiertonne einen Fußball nach vorn zu schlagen. Man hat schon im Rückschwung die grazil-hölzerne Anmutung Pinocchios, während man den Armen im Durchschwung eine gute Reise wünscht, weil man als denkender Oberteil des Torsos lieber zunächst hinten stehen bleiben wird. Hüften werden hier gar nicht erwähnt, denn die sind ausschließlich zum Operiertwerden da. Und das Finish wird erst nach Landung des Balls eingenommen, nur für für den Fall, dass sich jemand das Grauen erst jetzt anschaut!
Erstgenannte können ja nichts dafür, dass wir „Spätzünder“ bei diesem Sport nicht mal unsere sonst so gefragte Erfahrung in die Waagschale werfen können. Aber für mich bleiben die Jungs und Mädels deswegen eben positiv gemeinte „Arschlochgolfer“.
𝗗𝗲𝗿 𝗽𝗲𝗱𝗮𝗻𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲, ü𝗯𝗲𝗿𝗺𝗼𝘁𝗶𝘃𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲 𝗦𝗽𝗶𝗲ß𝗯ü𝗿𝗴𝗲𝗿
Mein absolutes Lieblingsexemplar. Warum? Weil er so häufig vorkommt. Es ist erstaunlich, wie oft er sich in vorgabewirksamen Turnieren und Mannschaftsspielen herumtreibt. Wenn man einigermaßen empathisch durchs Leben läuft, merkt man relativ früh in der Runde, dass dieser Typus einfach nicht aus seiner Haut kann. Wettkampf-Golf ist sein Elixier. Die Lebensfreude hängt eindeutig davon ab, wie er selbst performt, und ob er besser als seine Mitspieler ist. Gibt sich zu Anfang der Runde besonders lässig, verbohrt aber im Laufe der Runde immer mehr. Dabei wirkt er so verkniffen, dass man die Uhr danach stellen kann, wann er mit der ersten Regelfrage um die Ecke kommt. Meist gipfelnd in einem „Wenn ich Dein Zähler wäre, könnte ich Dir den unmöglich gutgeben, denn meiner Meinung nach, ist er nicht vollumfänglich im Spielfeld. Ich habe das nämlich gerade über den Pfosten gepeilt." Oder auch: „Ich habe nicht gehört, dass Du provisorisch gesagt hast.“ Wenn er schlecht spielt, ist die Laune vollends dahin, und man sollte möglichst viel Abstand zwischen sich und das Häufchen Selbstwertgefühl legen.
Meine Theorie dazu ist (ähnlich wie bei der rechtsblinkenden Schildkröte), dass es sich um Typen handelt, die im alltäglichen Leben wenig bis gar nichts zu melden haben. Das kann das Zuhause oder den Job betreffen. Da es sich zu 99 % um männliche Kandidaten handelt, ist es ziemlich offensichtlich, dass das Helden-Dasein dann eben auf dem Platz gelebt werden muss. Die Wiederherstellung seiner eigenen Laune erfolgt erst nach und nach wieder beim „Brumm Brumm“ auf dem Heimweg in der Phallusprothese.
𝗗𝗲𝗿 𝗣𝗹𝗮𝘁𝘇𝗿𝗲𝗽𝗼𝗿𝘁𝗲𝗿
Der Platzreporter trifft selbst keinen Ball richtig, aber kommentiert jeden Schlag und jede Runde der Mitspieler. Schon beim Abschlag bekommt man ein „dünn getroffen, oder?“ an den Kopf geworfen, während er seinen Ball ins Aus befördert. „Oh, haste verkehrt gelesen?“, gefolgt von „Schöner Treffer, aber zu weit links“, und gerne auch „Mark spielt hier immer das Birdie“ sind Standardfloskeln in seinem Reporter-Vokabular.
Viel schlimmer ist aber seine Terrassen-Doku über die eigene Runde. Er erinnert sich an jedes gespielte Loch auf jedem jemals in seinem Golferleben gespielten Platz.
Und er gibt seine Runde auch sehr gerne in chronologischer Reihenfolge auf der Terrasse wieder. Sobald er mit „Also, an der 1 ging es schon los“ startet, sollte man rasch duschen gehen und die Zeit im Dusch- statt in seinem Redefluss verbringen. Die Versuche, auch mal einen seiner eigenen Schläge der Runde zum Besten zu geben, scheitern in der Regel kläglich an seinem mangelnden Interesse. Wer ihm psychologisch helfen möchte, gibt ihm durch geflunkertes Interesse die sehnlichst erhoffte Bestätigung.
𝗗𝗲𝗿 𝗡𝗼𝗿𝗱𝗶𝗰 𝗪𝗮𝗹𝗸𝗲𝗿
Er hat irgendwo gelesen, dass Golfer fünf Jahre länger leben, und versucht jetzt, seine talentfreie Zone auf den Golfplatz zu bringen. Der Sport an sich interessiert ihn nicht. Etikette? Egal. Latscht durch Puttlinien, bessert keine Divots aus, und spielt jeden Hack-Chip noch 1-2 x neu hinterher. Meist anzutreffen im fortgeschrittenen Alter. Der Walker blockiert die Bahnen nicht bösartig (wie die rechtsblinkende Schildkröte), er weiß es einfach nicht besser. Er hat kein Zeitgefühl und will eigentlich nur mal schön spazieren gehen.
Der Walker entwickelt auch keinerlei Interesse für den TV-Profisport. Ich erinnere mich, dass wir uns damals zur Abfahrt zum Ryder Cup in Gleneagles auf dem Parkplatz unseres Heimatclubs mit unserem Pro getroffen haben. Zwei Viererflights „Nordic Walker“ liefen nacheinander vorbei, und fragten den Pro, wohin er denn fahren würde. „Zum Ryder Cup nach Schottland“, antwortete er. Die Walker daraufhin: „Toll, spielst Du da denn mit?“.
Kein Golflehrer dieser Welt hatte bisher den Mut, einem hoffnungslosen Bewegungslegastheniker lieber den parallel zum Golfplatz verlaufenden Wanderweg zu empfehlen, obwohl er ausschließlich für diesen Typus jeden Morgen im Streifen direkt vor den Matten die Bälle sammelt ..
„𝗖𝗵𝗮𝗿𝗹𝗶𝗲 𝗕𝗿𝗼𝘄𝗻“
Spielt für den außenstehenden Betrachter passables Golf, kommentiert aber so ziemlich jeden Schlag mit Unzufriedenheit. Eigentlich sind alle Schläge bei ihm unsauber getroffen. Zudem hat er vor dem Spiel etwas Falsches gegessen, ist zu spät losgefahren, konnte nicht auf die Range, ist mitten in der Schwungumstellung, und hatte zuletzt vor einem halben Jahr die Schläger in der Hand. Trifft auf der Range angeblich jeden Schlag sauber. Aber sonst ist alles immer schlecht. Hat auf dem Platz viele Bahnen, die einfach nicht zum Schwung passen. Regelmäßig vernimmt man „Ach nö, die Bahn schon wieder“ und „Oh Mann, hier schlage ich immer ins Wasser“.
Ein Pro beschrieb ihn mal so: „Den triffst Du an einem sonnigen Montagmorgen auf dem Parkplatz und wünschst ihm einen herrlichen guten Tag. Er antwortet Dir, dass er mal sehen müsse, wie dieser Morgen denn wirklich werden würde, weil er ja noch auf die Runde MÜSSTE." Damit ist wohl alles gesagt. Er gilt im wahren Leben als bemitleidenswerter Perfektionist. Echte Schwerstarbeit, in einem Flight mit diesem Typus im Flow zu bleiben.
𝗗𝗲𝗿 𝗦𝗸𝘆-𝗣𝗿𝗼𝗳𝗶𝗴𝗼𝗹𝗳𝗲𝗿
Der Sky-Profi weiß wirklich alles, und er bemüht sich redlich, die Attitüden der Profis in sein Gehabe auf dem Platz einzubauen. Er erzählt von Tee 1 an, wer alles wie und wo seinen Ball am Wochenende (bei der Übertragung der PGA Tour ab 01:35 Uhr MEZ) bei den „Barracuda Open“ in die Wicken geklopft hat. Eigentlich uninteressant, aber dann beginnt er, die Marotten der Profis nachzuäffen. Er ruft bei so ziemlich jedem Schlag „bite“, „stay“, oder „go“. Auch wenn der Ball nach seinem Schlag noch vor seinen Füßen liegt. Hätte er einen Caddy dabei, würde er nach dem Lesen der Puttlinie permanent „I like that“ vor sich hinmurmeln.
Wenn ihm - dem eigentlichen Vollprofi - alles zu langweilig wird (meistens, weil er einfach nur der mieseste Hacker im Flight ist), dann greift er zu allem Überfluss auch noch recht fix zum Handy und nervt seinen Flight mit plötzlichem Desinteresse gegenüber dem Golfsport. Kategorie: unerträglich.
𝗪𝗲𝗹𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗚𝗼𝗹𝗳𝗲𝗿𝘁𝘆𝗽 𝗯𝗿𝗶𝗻𝗴𝘁 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝗮𝗺 𝗺𝗲𝗶𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗶𝗲 𝗣𝗮𝗹𝗺𝗲?
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