Bujinkan Furyu Dojo Neu-Ulm

Bujinkan Furyu Dojo Neu-Ulm

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Die Kampfkünste der Ninja & Samurai. IMPRESSUM:

Bujinkan Furyu Dojo e.V. Vorstand: Stefan Hänßler

Unterrichtsleitung:
Daishihan Jürgen Bieber 10.Dan Kugyo mit über 40 Jahren Erfahrung und seit 1997 jedes Jahr in Japan bei Soke Hatsumi und Soke Mash*ta Ludwigsvorfeste (nahe Dietrichkino)
Wileystraße 21
89231 Neu-Ulm
www.bujinkanfuryu.de

1.

05/09/2026

Dai Jōdan no Kamae 大上段の構え

Dai 大 = Groß
Jōdan 上段 = Die obere Ebene / hohe Position
Kamae 構え = Haltung und Bereitschaftsstellung

Man kann diese Schwerthaltung auch große obere Haltung mit hoher Bereitschaft bezeichnen. Das Schwert wird grundsätzlich hoch über dem Kopf, oder oben seitlich geführt, sodass ein kräftiger Schnitt / Schlag nach unten möglich ist. Hasso und Dai Jōdan no Kamae, sind wohl die zwei bekanntesten oberen Schwertpositionen, für starke Angriffe, oder Verteidigungen.
Es ist wichtig, Dai Jōdan nicht nur als Schlagposition zu verstehen. Denn die hohe Schwertposition erzeugt eine besondere Beziehung zwischen:
Klinge, Körperzentrum, Gegner und Maai, dem Raum und Zeitgefüge.
Das Schwert befindet sich hierbei näher am Körperzentrum, während die Klinge gleichzeitig eine starke Bedrohung von oben darstellt.
Viele glauben das diese Haltung lediglich für Angriffe mit der Klinge gedacht ist. Doch Dai Jōdan ist eine Kamae die Potential in sich trägt, nicht nur eine Vorbereitung zum Kiri oroshi. Aus ihr können beispielsweise unterschiedliche Aktionen entstehen, abhängig von Maai, Sen, Kukan und Hyōshi. Denn gerade im Bujinkan wird eine Kamae häufig nicht als starre Position verstanden, denn die Haltung wird sich während der Bewegung verändern. Dai Jōdan ist deshalb eher ein Moment innerhalb einer kontinuierlichen Schwertbewegung des Nagare. Das passt auch sehr gut zu dem Gedanken, Tomaranu ken, togirenu kokoro 止まらぬ剣、途切れぬ心, was so viel bedeutet wie das Schwert soll nicht unnötig stehen bleiben und die Kamae ist Teil des Flusses / Strömens.
Vielleicht wird es interessant, wenn man einmal auf die Eigenschaften der Dai Jōdan no Kamae blickt:

1. Es ist eine Bedrohung von oben und der Gegner muss mit einem starken vertikalen, oder diagonalen Schnitt rechnen. Es wird auch berichtet, dass diagonale Schnitte häufiger angewandt wurden, als vertikale.
2. Das über dem Kopf, oder oben seitlich stehende Schwert erzeugt eine sehr deutliche Angriffsdrohung. Der Gegner muss auf die obere Linie achten.
3. Die Ausgangsposition erlaubt einen langen Weg der Klingenführung nach unten und das kann für kraftvolle Schnitte genutzt werden.
Zum Beispiel in der Philosophie der Jigen Ryū 示現流 gibt es das Prinzip des Ikken Hissatsu, ein Schlag, ein tödlicher Treffer. Da im echten Kampf der erste Hieb absolut entscheidend sein sollte, fokussiert sich das gesamte System darauf, maximale Wucht, Schnelligkeit und kompromisslose Entschlossenheit in einen einzigen Abwärtshieb zu legen.
4. Diese Positionen kann den Gegner dazu bringen, seine Distanz oder Körperhaltung zu verändern. Damit wird die Kamae zu einem Mittel der Raumkontrolle.
5. Es ist immer ein Übergang statt Stillstand. Gerade bei Biken jutsu sollte man die Position nicht isoliert betrachten. Durch die Beinarbeit sind schnelle Richtungswechsel und Anpassungen möglich.

In den Koryū gibt es nicht die eine Dai Jōdan no Kamae. Verschiedene Traditionen haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie hoch das Schwert steht, wie stark die Ellenbogen geöffnet sind, wie die Schneide ausgerichtet ist und welche Körperseite vorne steht. Bei manchen Ryūha wird das Schwert sehr hoch genommen, bei anderen befindet sich es eher hinter oder oberhalb des Kopfes. Auch die Fußarbeit und die Beziehung zwischen Schwert und Körper unterscheiden sich.
Entscheidend ist daher immer welche Ryūha ist es? Welche Linie, welche Kata und welches Prinzip?
Zu bedenken sollte man auch, dass im klassischen Bujutsu an sich die Kamae nicht nur eine Haltung ist. Eine Kamae 構え kann man oberflächlich als Stellung übersetzen. Es beschreibt aber häufig einen Zustand des gesamten Körpers und der Waffe.

Dabei gibt es mehrere Dinge zu beachten:

Wo befindet sich die Klinge?
Welche Linie bedroht sie?
Wo befindet sich das eigene Zentrum?
Wie ist die Körperstruktur organisiert?
Welche Distanz besteht zum Gegner?
Welche Aktion kann unmittelbar folgen?
Wie kann die Stellung in Bewegung übergehen?

Deshalb ist es wichtig nicht nur in einer Position zu stehen und die Form zu kopieren, sondern die Kamae auch in ihrem tieferen Sinne zu verstehen.
Bei der Betrachtung des Kukishin Ryū Biken jutsu würde ich deshalb drei Ebenen zu bedenken geben. Die äußere Form, das körperliche Prinzip und die taktische Funktion, die daraus resultiert.
Nun, die äußere Form ist das Schwert über dem Kopf, oder seitlich daneben. Das körperliche Prinzip betrifft unter anderem Körperstruktur, Hüfte, Fußarbeit, Klinge und Griff und die taktische Funktion betrifft Sen, Maai, Kukan und die Möglichkeit, ohne unnötigen Stillstand aus der Position heraus weiterzuarbeiten.
Das macht jetzt Dai Jōdan no Kamae wesentlich interessanter als die einfache Beschreibung:
„Schwert über dem Kopf, bereit zum Herunterschlagen.“

Nun, jede Position beinhaltet auch Vor- und Nachteile. Jetzt möchte ich etwas auf die Schwachstelen eingehen.
Gerade weil die Stellung sehr kraftvoll und einschüchternd wirkt, hat sie auch einige taktische Nachteile. Durch das Anheben des Schwertes entstehen Öffnungen. Ein Gegner, der bereits in günstiger Distanz ist, kann versuchen, den Moment des Anhebens auszunutzen.
Der Angriff wird relativ deutlich angekündigt, denn das Anheben des Schwertes erzeugt eine erkennbare Vorbereitung. Im Vergleich zu Kamae, aus denen die Klinge bereits näher an der Angriffslinie liegt, kann der Gegner leichter erkennen, dass ein Schnitt bevorsteht.
Es wird schwieriger gegen einen Gegner auf kürzere Distanz. Denn eine hohe Schwerthaltung benötigt auch Raum für die korrekte Schneidbewegung. Wird der Abstand sehr eng, kann die hohe Kamae seine Vorteile verlieren. Besonders in der räumlichen Beziehung im Kampf muss deshalb das Maai stimmen, sprich den Kukan zu kontrollieren.
Die Hände sind relativ hoch und können dadurch zum Ziel werden. Das ist besonders problematisch, wenn der Gegner nicht einfach frontal angreift, sondern Winkel und Timing verändert.
Ein Anfänger wird zuerst aus Dai Jōdan leicht eine Kraftstellung machen. Schultern zu hoch und zu viel Muskelspannung. Dadurch geht gerade das verloren, was das Biken jutsu eigentlich ausmacht. Die Beweglichkeit, Timing und die Fähigkeit, ohne unnötige Spannung zu schneiden.
Nie denken Schnitt beendet, bedeutet auch Aktion beendet. Aus Dai Jōdan wird am Ende Gedan no Kamae und diese verändert sich in die Nächste.

Jürgen Bieber 風流

Tojutsu 刀術 30/08/2026

止まらぬ剣、途切れぬ心
Tomaranu ken, togirenu kokoro
Ein Schwert, das nicht anhält, ist ein Geist, der nicht abreißt.

Tojutsu 刀術 Das Tojutsu ist ein älterer Begriff für die Schwertkunst und bezieh...

28/08/2026

Ittō no katachi
(Foto KI generiert)

Photos from Bujinkan Furyu Dojo Neu-Ulm's post 26/08/2026

Gestern besuchte uns Alex mit seinen Schülern aus Schwäbisch Hall, für ein gemeinsames Training und die Kyu-Prüfungen.

Wir Gratulieren zur bestandenen Batto Prüfung:

2. Kyu

Katharina

Franky

1. Kyu

Simon

Justin

Rohat

Sebastian

05/08/2026

Aizu den Mugai Ryū Kodachi Jutsu 会津伝無外流小太刀術

Es hat etwas gedauert doch nun haben wir mit einer Übungsgruppe begonnen. Ab dem 4. Dan in der Enshin Ittō Ryū Battō Jutsu kann das Studium der Kihon des Aizu den Mugai Ryū Kodachi aufgenommen werden.

Diese traditionsreiche und effektive Kurzschwertkunst aus der Aizu-Region vereint Zen-Philosophie, geistige Disziplin und präzisen Nahkampf mit dem Kodachi. Seit Generationen wird diese besondere Linie der Schwertkunst innerhalb der Familie Machita unter dem Schirm des Enbukan weitergegeben.

Unser Dojo ist stolz darauf, das erste in Deutschland zu sein, das die traditionelle Aizu-Linie des Mugai Ryū Kodachi Jutsu offiziell vermitteln darf.

Interessierte ab dem 4. Dan Enshin Ittō Ryū sind herzlich eingeladen, sich direkt bei mir zu melden.

Viele Grüße,
Jürgen Bieber
Aizu den Mugai Ryū Kodachi Jutsu – Chūden Menkyō

27/07/2026
Takagi Yoshin Ryu Tessen-, Haori- und Shoto Jutsu 26/07/2026

Die Takagi Yōshin Ryū Jūtaijutsu (高木揚心流柔体術) nimmt innerhalb der im Bujinkan überlieferten Traditionen eine besondere Stellung ein. Ihr Charakter unterscheidet sich deutlich von Kampfsystemen, die ihre Stärke vor allem in der Bewegung über größere Distanzen oder im Einsatz langer Waffen entfalten. Die Takagi Yōshin Ryū entstand aus einer Lebenswirklichkeit, in der Kämpfe häufig nicht auf offenen Schlachtfeldern, sondern in Burgen, Residenzen und Wohnhäusern ausgetragen wurden. Enge Korridore, kleine Tatami-Räume, niedrige Decken, Holzsäulen und Schiebetüren bestimmten den verfügbaren Bewegungsraum. Die Ryū ha entwickelte deshalb eine Kampfweise, die auf Kontrolle statt Kraft, auf Präzision und auf das geschickte Nutzen des unmittelbaren Nahbereichs ausgerichtet ist.
Gerade darin liegt ihre Besonderheit. Während viele moderne Kampfkünste davon ausgehen, dass sich der Kämpfende frei bewegen kann, lehrt die Takagi Yōshin Ryū, wie man unter räumlichen Einschränkungen überlegen handelt. Der Übende sucht nicht die Flucht aus der Distanz, sondern bewegt sich bewusst in den Raum des Gegners hinein. Es entscheiden Körperstruktur, Gleichgewicht, Timing und das feine Gespür für den Schwerpunkt des Gegners über den Ausgang einer Auseinandersetzung. Das Ziel ist nicht, den Gegner mit roher Kraft zu überwältigen, sondern ihn seiner Fähigkeit zu berauben, Kraft überhaupt wirksam einsetzen zu können.
Diese Denkweise spiegelt sich auch in den Waffen wider, die traditionell mit der Takagi Yōshin Ryū verbunden sind. Das Shōtō, das Kurzschwert, entfaltet seine eigentliche Stärke gerade dort, wo ein langes Katana nur eingeschränkt gezogen oder geführt werden kann. In schmalen Räumen wird das Shōtō mit kurzen, präzisen Bewegungen, die unmittelbar aus der Körpermechanik entstehen geführt. Schnitte, Stiche, Hebel und Kontrolltechniken gehen dabei fließend ineinander über.
Eine ähnliche Rolle übernimmt der Tessen, der eiserne Fächer. Für Außenstehende mag er zunächst ungewöhnlich erscheinen, doch gerade seine Unauffälligkeit machte ihn historisch zu einem wertvollen Begleiter. In Bereichen, in denen Schwerter abgelegt werden mussten oder ihr Tragen unangebracht war, blieb der Tessen verfügbar. Seine eigentliche Stärke liegt nicht allein im harten Schlag, sondern in seiner Vielseitigkeit. Mit ihm lassen sich Gelenke kontrollieren, Finger einklemmen, Druck auf empfindliche Punkte ausüben oder die Bewegung des Gegners unterbrechen, ohne dass dafür große Bewegungen erforderlich wären. Er ergänzt damit genau jene Prinzipien der Tradition, die auf minimale Bewegungen und maximale Kontrolle ausgelegt sind.
Wenn die Kleidung im Kampf eingesetzt wurde, verändert sich der Blick auf die Takagi Yōshin Ryū grundlegend. Haori, Kimono, Obi und Hakama waren für den Samurai keine bloße Bekleidung, sondern gehörten zu seinem Alltag und wurden selbstverständlich in das Kampfverständnis einbezogen. Eine Kampfkunst, die für den täglichen Gebrauch entwickelt wurde, musste daher berücksichtigen, wie sich diese Kleidung auf die Bewegung auswirkte und welche Möglichkeiten sie bot.
Die Bauweise japanischer Häuser, die Etikette innerhalb einer Residenz, die Kleidung des Samurai und die Waffen, die in bestimmten Situationen verfügbar waren, beeinflussten unmittelbar die Entwicklung der Bewegungsprinzipien.
Wer diese Ryū ha studiert, lernt daher nicht nur, wie ein Hebel oder ein Wurf funktioniert, sondern warum sich genau diese Form der Bewegung über Jahrhunderte bewährt hat. Die Takagi Yōshin Ryū bewahrt damit ein einzigartiges Verständnis des Nahkampfes, der nicht im freien Feld entschieden wird, sondern auf engstem Raum, in unmittelbarer Nähe des Gegners und mit einer Ruhe, Präzision und Kontrolle, die bis heute außergewöhnlich wirkt.

Takagi Yoshin Ryu Tessen-, Haori- und Shoto Jutsu Vielleicht kann man die Blütezeit des Tessen Jutsu in der Sengoku J...

Photos from Bujinkan Furyu Dojo Neu-Ulm's post 14/07/2026

Die letzten Tage war Rebecca und Rene Schwartz zu Gast in unserem Dojo. Heute konnte Becci eine erfolgreiche Shodan Prüfung ablegen. Wir gratulieren 😃

Photos from Bujinkan Furyu Dojo Neu-Ulm's post 12/07/2026

Zu Gast im Seishin Dojo Forstinning

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