14/06/2026
Das Foto zeigt die letzte Männermannschaft der SG Rotation Oberseifersdorf – zumindest vorerst.
Vor einem Jahr haben wir noch an einen eigenständigen Neuanfang geglaubt. Junge Spieler wollten zurückkehren und Verantwortung übernehmen. Doch manche sagten kurz vor Saisonstart ab, andere verließen uns zur Winterpause. So standen von Beginn an diejenigen auf dem Platz, die nur aushelfen sollten: unsere Altherren.
Während uns einige danach schon abschrieben, machten wir weiter. Manche Gegner sprachen vor dem Anpfiff nur noch darüber, wie hoch sie gewinnen würden. Doch wir aktivierten frühere und neue Spieler, kämpften, hielten zusammen, holten Siege und zeigten, was in dieser Mannschaft steckt.
Dafür gilt unser Dank allen auf und neben dem Platz, die dazu beitrugen, dass wir die Saison in der Kreisklasse zu Ende spielen konnten.
Der Abpfiff des letzten offiziellen Spiels war ein emotionaler Moment. Nicht wegen eines Ergebnisses, sondern mit dem Wissen, dass hier vorerst ein Kapitel endet.
In der kommenden Saison wird die SG keine Männermannschaft melden.
Warum es so weit gekommen ist, lässt sich nicht auf einen Grund reduzieren. Der demografische Wandel und veränderte Freizeitinteressen machen auch vor Oberseifersdorf nicht halt. Eigenständige Teams werden weniger, Spielgemeinschaften häufiger.
Hinzu kommt: Mannschaftssport lebt von Verlässlichkeit. Fehlt sie, wird es für kleine Vereine zunehmend schwierig.
Doch eines möchten wir deutlich sagen: Das ist kein Abschied vom Fußball in Oberseifersdorf.
Unsere Kinder und Altherren halten ihn in Spielgemeinschaften aufrecht. Auch die Männer werden weiter trainieren – mit denjenigen, die bleiben und dem Verein eine Zukunft geben wollen.
Die Voraussetzungen sind da: zwei Rasenplätze, engagierte Übungsleiter, ein Vereinshaus mit Gastronomie und eine familiäre Atmosphäre.
Was uns fehlt: Menschen, die mitziehen – als Spieler, Trainer, Sponsor, Vorstandsmitglied oder Unterstützer.
So steht dieses Foto heute für einen Schlusspunkt. Unser Ziel ist es, daraus eines Tages ein Komma zu machen.
Thomas Christmann
Stellvertretender Vorsitzender