15/09/2026
+++ Kantersieg und saisonübergreifende Serie – Alte Herren schicken Nümbrecht mit 8:1 nach Hause +++
TuS Marialinden AH - SSV Nümbrecht AH 8:1 (4:0)
Fußballdeutschland steht bereits seit einigen Wochen wieder in der lange heiß ersehnten Saison. Doch der ganz große Leckerbissen sollte noch auf sich warten lassen. Am Montagabend (14.09.2026) stand der vor allem unter Kennern viel beachtete Saisonauftakt der Alten Herren des TuS Marialinden auf dem Programm. Die schwarz-gelben Recken vom Dorf op d’r Hüh empfingen in der Phantasialand-Arena den SSV Homburg-Nümbrecht zum (immerhin partiell ausgeleuchteten) Flutlichtspiel. Mit einem fulminanten Auftritt zeigten die Alt-Senioren, wie es die Erste Mannschaft am kommenden Sonntag in der Landesliga nachmachen sollte.
Das Spielertrainerduo Rockel und Heidenreich konnte in diesem ersten Spiel nach der Sommerpause nicht ganz aus dem Vollen schöpfen, stellte aber eine perfekt eingestellte und taktisch disziplinierte Truppe auf den Platz. Vor dem torhütenden und dem Altherren-Alter langsam aber sicher näherkommenden Geburtstagskind Schmidt starteten die Hausherren im 4-2-3-1 mit Sobolev, Schöner, Leytag, Heidenreich (Abwehr), Krull, M. Engelbertz, Hauser, Strock, Eschweiler (Mittelfeld) und A. „Klötzchen“ Baßin (Sturm). Von der luxuriös besetzten und vor Erfahrung fast berstenden Altherren-Bank rotierten im Verlauf des Spiels Deister, Keller, S. „Jupp“ Kraus, Borowietz, Nowak und Rockel aufs Grün.
Schwarz-Gelb trat von der ersten Sekunde an mit extrem viel Sicherheit auf. Der Ball lief mit enormer Ruhe durch die eigenen Reihen. Nümbrecht hingegen leistete sich wiederholt Fehler im Aufbauspiel, verfummelte sich des Öfteren oder verlor die Kugel beim zweiten oder dritten Pass. Die Gastgeber kombinierten sich indes forsch immer wieder nach vorne und nutzten die Räume, die ihnen gelassen wurden.
Der TuS verwandelte bereits in der 3. Minute eine seiner ersten Gelegenheiten. Auf der rechten Seite brachte Heidenreich das Spielgerät zu Strock, der in die Mitte zu Eschweiler weiterleitete. Dieser legte dann dem bereitstehenden „Klötzchen“ Baßin einen Sahneball auf, den dieser aus 18 Metern unten rechts zum 1:0 einnetzte.
Nur 3 Minuten später rollte der nächste Angriff über die rechte Seite. Krull fummelte sich in unnachahmlicher Krull-Fummel-Manier durch die Nümbrechter Defensive und brachte einen scharfen Pass auf den ersten Pfosten, wo Strock zwar noch verpasste, aber Hauser raubtierhaft (eulengleich!) bereitstand, um sich den Ball eiskalt zu schnappen und zum 2:0 über die Linie zu drücken.
Nach weiteren Chancen für den TuS (u.a. Krull, Eschweiler) folgte in Minute 17 das 3:0, wieder eingeleitet über die rechte Seite. M. Engelbertz brachte eine der im gesamten Bergischen Land gefürchteten „Micky-Flanken“ in den Sechzehner, wo Strock mit seinem Kopfball zunächst am Keeper scheiterte, den Abpraller dann aber umso souveräner versenkte.
Mit einem hoch verdienten und für reichlich Wohlfühligkeit sorgenden 3:0 ging es in die Pause. Schwarz-Gelb wechselte auf mehreren Positionen, ging aber klar mit dem Ziel in Halbzeit zwei, seine Struktur nicht zu verlieren und noch ein paar Dinger an diesem Abend in den Maschen unterzubringen.
Nümbrecht wollte sich seinerseits noch nicht geschlagen geben und erarbeitete sich zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen anfänglich noch ein wenig desorientierte Hausherren ein paar ordentliche Szenen. Die Abschlüsse strahlten aber nur mäßig Gefahr aus.
Stattdessen machte der TuS nach 10 gespielten Minuten in Hälfte zwei klar, wohin die Reise an diesem Abend gehen würde. Im Mittelfeld steckte Keller das Leder durch zu Strock, der im Laufduell sich seines Verteidigers entledigte, indem dieser – mutmaßlich schwindelig ob des Marialindener Altherren-Hochgeschwindigkeitsfußballs – über seine eigenen Beine stolperte. In der Folge fand sich Strock alleine vor dem Torwart und legte den Ball mit wie einstudiert wirkendem Pfostenschuss für Keller auf zum 4:0.
Nur zwei Minuten später durfte Keller abermals jubeln. Nach erfolgreichem Pressing auf links kam der Ball zurück zum Nümbrechter Keeper, der ihn in höchster Not dem schwarz-gelben Angreifer vor die Füße servierte. Den Gewaltschuss ballerte Keller seinem Kameraden Strock vor die Brust, von wo die Kugel im Winkel zum 5:0 einschlug. Wieder wirkte dieses Zusammenspiel wie einstudiert.
In Minute 50 durfte sich auch der Geburtstags-Keeper Schmidt auszeichnen. Als ein Nümbrechter Angreifer sich plötzlich alleine vor ihm wiederfand, fuhr Schmidt alles an Gliedmaßen aus, was sein juveniler Körper hergab, und hielt – zumindest bis dahin – bravourös die Null fest.
In der 53. Minute gelang den Gästen dann schließlich doch der zwischenzeitliche Ehrentreffer, wofür ein Standard erforderlich war. Aus 20 Metern in halblinker Position zirkelte der Schütze einen Freistoß über die Mauer unter die Latte. Schmidt war noch mit den Fingerspitzen dran, konnte aber den Einschlag zum 5:1 nicht verhindern.
Am weiteren Spielverlauf änderte diese Ergebniskorrektur der Gäste nichts. Das 6:1 war Spielertrainer Rockel gegönnt, der sich standesgemäß zum Tore schießen selbst eingewechselt hatte. Nachdem der mittlerweile auf rechts agierende Hauser einen Konter eingeleitet hatte, kam der Ball zu Keller, der – fast schon in Krull-Fummel-Manier – mehrere Spieler aussteigen ließ und zu Rockel passte. Der Coach knallte das Spielgerät kompromisslos unter die Latte und ins Tor.
Nachdem Nümbrecht sich nun zunehmend aufgab und so sehnlich wie schon lange kein Gegner der TuS-Alten Herren mehr die dritte Halbzeit herbeisehnte, folgten noch das 7:1 (Hauser nach Vorlage Rockel nach Fehler im Spielaufbau der Gäste) und das 8:1 (Präzisionsroller von Keller unter dem bahnschrankenhaft fallenden Nümbrechter Torhüter hindurch).
Zum Abpfiff stand ein vielleicht etwas zu hoher, aber hochverdienter 8:1 Sieg für den TuS auf dem Tableau. Dem Ergebnis entsprechend servierten die Hausherren ihren Gästen in Halbzeit drei eine zwischen 1 und 10 liegende Anzahl von Kaltgetränken und Stadionwürstchen in geselligem Beisammensein.
Nach diesem Abend müssen die Alten Herren in schwarz-gelb sich nun der ungewohnt schwierigen mentalen Herausforderung stellen, mit drei ungeschlagenen Spielen in Folge und einer saisonübergreifenden Siegesserie von sage und schreibe zwei Spielen klarzukommen. Ausführlich besprochen wird dies sicher auf dem anstehenden Trainingslager in Bremen, bevor man dann am kommenden Montag mit breiter Brust ins nächste Heimspiel gegen Olpe geht.