23/09/2026
Der Fehler ist vorbei. Aber ist er auch aus Deinem Kopf?
Ein Doppelfehler beim Tennis, ein Ballverlust, ein verpasster Wurf oder ein technischer Fehler: Manchmal dauert die eigentliche Aktion nur wenige Sekunden. Innerlich kann sie uns deutlich länger beschäftigen.
Während der Wettkampf längst weitergeht, bist Du gedanklich vielleicht noch bei dem, was gerade passiert ist: „Wie konnte mir das passieren?“ Oder Deine Aufmerksamkeit springt bereits zum nächsten möglichen Fehler: „Jetzt bloß nicht noch einmal.“
Beides kann dazu führen, dass Deine Aufmerksamkeit genau dort fehlt, wo Du sie gerade brauchst: bei der nächsten Handlung.
💭 Mentale Stärke bedeutet deshalb nicht, einen Fehler möglichst schnell zu vergessen oder sich darüber nicht ärgern zu dürfen. Entscheidend ist vielmehr, einen Weg zu finden, nach einem Fehler wieder handlungsfähig zu werden und die Aufmerksamkeit auf das zu richten, was Du jetzt beeinflussen kannst.
Dabei kann ein persönliches Reset-Ritual helfen. Das muss nichts Spektakuläres sein. Vielleicht ist es ein bewusster Atemzug, eine bestimmte Bewegung oder ein kurzes Wort wie „Jetzt“, „Weiter“ oder „Nächster Ball“. Wichtig ist weniger, welches Ritual Du verwendest, sondern ob es Dir dabei hilft, die vergangene Aktion innerlich abzuschließen und Dich wieder auf die nächste Aufgabe auszurichten.
Und genau deshalb gibt es auch hier nicht das eine perfekte Reset-Ritual. Was einem Tennisspieler zwischen zwei Punkten hilft, muss für eine Sprinterin, einen Torwart oder eine Basketballerin noch lange nicht passen. Mentales Training bedeutet auch, solche Strategien auszuprobieren, zu beobachten und an die eigene Person und Sportart anzupassen.
❓ Woran merkst Du, dass Du einen Fehler innerlich noch nicht abgehakt hast?
📘 In meinem Buch Sport Mental Training geht es genau um diesen individuellen Weg: mentale Strategien nicht einfach zu übernehmen, sondern herauszufinden, was zu Dir, Deiner Sportart und Deinen Herausforderungen passt.