25/08/2026
STATEMENT OKTOBERFEST 2026
Ein leidiges Thema – aber es ist uns ein Bedürfnis, bezüglich des Oktoberfests in St. Wendel Stellung zu beziehen und einige Fakten klarzustellen, da wir aktuell wieder von vielen Seiten und auch durch die Medien darauf angesprochen werden.
Vorweg: Wir tragen die Kosten und das Risiko. Der Gewinn ist essenziell für das Überleben unseres Vereins.
Da die Kosten für die Durchführung von Festen wie dem Oktoberfest in den vergangenen Jahren katastrophal gestiegen sind, haben wir uns bereits Ende 2025 intensiv mit der Frage beschäftigt, ob und wie eine weitere Durchführung des Oktoberfests durch uns wirtschaftlich noch möglich ist.
Allein das Zelt kostet in diesem Jahr 10.000 Euro mehr. Wenn man sämtliche Preissteigerungen zusammenrechnet, ist die Durchführung des Festes für uns faktisch nicht mehr wirtschaftlich tragbar.
Die Mehrkosten für 2026 stehen in keinem Verhältnis zu dem Gewinn, den wir trotz eines ausverkauften Zeltes erwirtschaften. Preiserhöhungen waren für uns keine Lösung – schließlich lagen unsere Preise bereits sehr nah an denen des Münchner Oktoberfests.
Bereits im November/Dezember 2025 haben wir deshalb den Kontakt zu Alm Events gesucht. Alm Events veranstaltet sehr erfolgreich mehrere Oktoberfeste, unter anderem auch in Merchweiler.
Unser Ansatz war, durch Synergieeffekte – beispielsweise durch die Mehrfachbuchung des Zeltes oder bessere Einkaufskonditionen bei Getränken – die Kosten zu reduzieren. Mit Alm Events als Partner hätten wir das wirtschaftliche Risiko deutlich abfedern können.
Abgesehen von einem deutlich besseren Zelt mit einer extrem aufwendigen Dekoration – die es jetzt übrigens wohl eher nicht geben soll – hätte sich für die Besucher nichts Wesentliches geändert.
Wir als Verein und auch das Oktoberfest selbst hätten massiv von dieser Professionalisierung profitiert und natürlich wie immer mit VOLLEM EINSATZ mitgearbeitet.
Zu KEINEM Zeitpunkt haben wir gesagt, dass wir uns zurückziehen, das Oktoberfest heimlich an einen Dritten übergeben oder irgendetwas Vergleichbares unternehmen. Diese Gerüchte sind schlichtweg FALSCH!
Der vierte Tag
Für die Finanzierung war für uns alle der vierte Tag ein wichtiger Bestandteil. Wenn die gesamte Logistik für zwei komplette Wochenenden bezahlt werden muss, sollte man diese auch möglichst umfassend nutzen. Dafür muss man kein Event-Profi sein.
Aus unserer Sicht gab es den „vierten“ Tag ohnehin schon immer – beispielsweise durch Mallorca-Party, Beer Pong, Line Dance und andere Veranstaltungen.
Bereits nach dem ersten Treffen Ende 2025 – und das war uns allen wichtig – hat unser ehemaliger 1. Vorsitzender den Bürgermeister darüber informiert. Die Konstellation und auch der vierte Tag wurden abgesegnet.
Leider nur mündlich.
So ging es weiter
* Dezember 2025 und Januar 2026: Mehrere Termine im Rathaus mit Vertretern der Stadt, des FC Blau-Weiß und Walter Ries.
* Januar 2026: Zusendung von Luftbildern durch die Stadt.
* 05.02.2026: Ortstermin im Bosenbachstadion mit Maßaufnahme usw.
* 25.03.2026: Termin mit UBA und Stadt zur Finalisierung des Zeltplans einschließlich des Baubuchs des Zeltbauers.
* 15.04.2026: Termin im Clubheim mit dem Bürgermeister bzw. vertretend mit dem Ortsvorsteher zur Vorstellung des Programms und zur Vorabsprache des Vorverkaufsstarts. Die entsprechenden Informationen wurden am 16.04.2026 zusätzlich per E-Mail an das Vorzimmer des Bürgermeisters geschickt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt bestand somit Kenntnis über die vier geplanten Tage, die gebuchten Bands usw.
* 20.04.2026: Termin bei der Stadt. Auch hier fiel kein einziges Wort darüber, dass es lediglich drei statt vier Tage geben sollte.
* 07.05.2026: Termin im Ordnungsamt der Stadt mit der eindeutigen Ansage: „KEIN VIERTER TAG!“
Und genau hier liegt unser Hauptproblem:
Über sechs Monate wurde geplant. Bands wurden gebucht, Verträge geschlossen und erhebliche Kosten verursacht. Erst am 07.05.2026 kam die Ansage: „KEIN VIERTER TAG!“
Ärgerlich, oder?
Warum haben wir einer anderen Partnerschaft abgesagt?
Weil wir solidarisch sind und Fußballer!
Wir können doch nicht sechs Monate mit einem Partner zusammenarbeiten und diesen anschließend wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, nachdem aufseiten von Alm Events bereits erhebliche Kosten entstanden sind.
Das entspricht nicht unserer Philosophie und auch nicht unserem Verständnis von Partnerschaft.
Das größere Zelt
Die Rechnung mit dem größeren Zelt ist aus unserer Sicht eine klassische Milchmädchenrechnung, über die Veranstalter im Saarland und darüber hinaus nur den Kopf schütteln.
Ein „größeres“ Zelt bedeutet einen weiteren Aufpreis von rund 15.000 Euro. Das ist für uns ein weiteres erhebliches Problem.
Mehr Plätze bedeuten nicht automatisch mehr Gewinn. Die zusätzlichen Tickets müssen zunächst einmal an einem Tag verkauft werden. Gleichzeitig wird noch mehr Personal benötigt.
Und genau da stehen wir bereits heute vor großen Herausforderungen. Wir sind schon jetzt froh, genügend Helferinnen und Helfer zusammenzubekommen.
Die Aussagen über ein „größeres Zelt“ gehen deshalb aus unserer Sicht völlig an der Realität und an der Lebenswelt eines ehrenamtlich getragenen Vereins vorbei.
Wie geht es jetzt weiter?
Als Verein veranstalten wir in diesem Jahr eine Oktoberfestparty in der Domgalerie. Termin und weitere Informationen folgen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns auch bei dieser Veranstaltung unterstützt und damit direkt unsere Vereinskasse stärkt.
Auch das Frühstück, das wir vor zwei Jahren sehr erfolgreich eingeführt haben, findet künftig nicht mehr im Zelt, sondern in der Domgalerie statt.
Der Vorverkauf startet am 01.09. im manin. Ein Teil der Einnahmen wird an uns als Verein gespendet.
Nach unseren Informationen bleibt das Zelt montags nun komplett geschlossen.
Schade für St. Wendel.
Zum Abschluss noch eine Sache:
Es wurde uns gegenüber ausdrücklich betont, dass bei einer solchen Veranstaltung ein Verein immer im Vordergrund stehen muss.
Auf dem aktuellen Plakat zum Oktoberfest finden wir allerdings keinen Verein.
Soweit unsere Sicht auf die Hintergründe.
Wir wollten damit keine neue Diskussion entfachen, sondern lediglich einmal transparent darstellen, wie es aus unserer Sicht zu der aktuellen Situation gekommen ist.
Danke für eure Aufmerksamkeit, eure Unterstützung und vor allem für eure Treue zu unserem Verein!
Torsten Moseler
1.Vorsitzender