SOMA Körperschule

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18/09/2026

Beim Absinken aus dem Chaturanga in die Bauchlage lohnt sich ein Detail, die Hände sollten dort landen, wo sie später auch für die Cobra gebraucht werden, neben den Rippen, nicht unter den Schultern. Das nimmst du am besten schon auf dem Weg nach unten mit, statt es hinterher zu korrigieren.

Die kleine Cobra (Bhujangasana) ist eine der wenigen Positionen im Yoga, die aktiv gegen unser Alltagsmuster arbeitet, nach vorne gebeugt sitzen, Brustkorb geschlossen, Schultern nach innen. Die Cobra öffnet genau das, vorausgesetzt, wir setzen die Handposition richtig ein.

Stehen die Hände unter den Schultern, übernehmen die Arme die Hauptarbeit, wir strecken sie einfach durch, und die Bewegung konzentriert sich fast ausschließlich in der Lendenwirbelsäule. Die eigentliche Öffnung vorne am Brustkorb bleibt aus. Stehen die Hände neben den Rippen, können die Arme diese Abkürzung nicht nehmen. Die Rückenstrecker entlang der Brustwirbelsäule müssen aktiv mitarbeiten, um den Oberkörper zu heben. Die Streckung verteilt sich über die gesamte Wirbelsäule und genau das ist der Punkt der Cobra, nicht möglichst hoch kommen, sondern die Brustwirbelsäule mobilisieren und die vordere Kette Brust, Schultern, Hüftbeuger öffnen, während der Rücken aktiv trägt.

Wo stehen deine Hände in der Cobra ? neben den Rippen oder schon unter den Schultern? Schreib’s mir in die Kommentare 👇

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17/09/2026

Plank zu Chaturanga (
bis in die Bauchlage) – die Vorbereitung für den Übergang.

Bevor wir absinken, ein paar Details, die den Unterschied machen, Schulterblätter aktiv nach außen schieben (Protraktion) – das darf sich fast ein bisschen „buckelig“ anfühlen, Steißbein nach innen rollen (posteriore Beckenkippung), damit die Lordose nicht zunimmt.

Für die Vorbereitung ins Chaturanga, bevor die Ellbogen beugen, wandern die Schultern ein Stück nach vorne, über die Handgelenke hinaus. Das schützt die Schulter – sie sinkt kontrollierter statt „senkrecht“ ab, bringt aber mehr Streckung ins Handgelenk.

Genau hier greift der nächste Schritt, wir wollen Aktiv in den Boden greifen, die Handflächen und Finger fest einbinden. Das aktiviert die Unterarmmuskulatur, die über das Handgelenk zieht, und nimmt Druck von den passiven Strukturen, Bändern und Gelenkkapsel.

Merkst du den Unterschied im Handgelenk, wenn du aktiv greifst statt passiv abzustützen? Schreib’s mir in die Kommentare 👇

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16/09/2026

Die Plank sieht simpel aus – ist sie aber nicht, wenn man genauer hinschaut.

Was ich immer wieder beobachte: Die Fersen wandern langsam nach vorne, das Becken kippt nach unten weg, und die Schulterblätter sinken Richtung Wirbelsäule ein. Das Ergebnis, eine verstärkte lumbale Lordose mit erhöhter Kompression der Facettengelenke und eine Schulterpartie, die ihre stabilisierende Funktion verliert, weil der Serratus anterior nicht aktiv arbeiten kann.

Das Muster ist kein Zufall, sondern eine Kompensation. Der Körper sucht sich den Weg des geringsten Widerstands, wenn Bauch und Schultermuskulatur nicht ausreichend eingebunden sind.

Die anatomisch aktive Alternative wäre das Steißbein leicht nach innen rollen (posteriore Beckenkippung) und Schulterblätter aktiv nach außen drücken (Protraktion). So verlagert sich die Last von passiven Strukturen, Bändern, Facettengelenken auf die Muskulatur, die genau dafür gebaut ist.

Eine Plank ist keine Position, in die man sich hineinhängt. Sie ist eine muskulär aktive Haltearbeit.

Wo merkst du bei dir selbst, dass du in der Plank „einsinkst“? Schreib’s mir in die Kommentare 👇

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10/09/2026

Cat-Cow zwei Ausrichtungsphilosophien.👇🏼

Kein Ranking, keine Wertung – nur zwei Perspektiven auf dieselbe Pose, damit du bewusst wählen kannst.

Die traditionelle Form eifert einer Endposition nach: bei Cow schaust du weit nach oben, bei Cat zum Nabel. Bei der anatomischen Ausrichtung ist nicht die Endposition das Ziel, sondern der Weg dazwischen – die wellenartige Bewegung durch die ganze Wirbelsäule

Wenn ich von „Überstreckung“ spreche, meine ich nicht, dass die Streckung der Halswirbelsäule grundsätzlich schlecht ist – das ist eine völlig normale Bewegung. Gemeint ist: Der Blick nach oben führt oft dazu, dass die Bewegung isoliert und endgradig an den oberen Kopfgelenken stattfindet, statt sich auf die ganze Wirbelsäule zu verteilen. Deshalb schaue ich in Cow bewusst nicht ganz nach oben.

Diese Bewegung ist nicht per se schädlich. Relevant wird es erst bei Wiederholung: Wenn ein Segment immer wieder isoliert das Bewegungsende übernimmt, verteilt sich die Belastung ungleich. Bei Vorbelastungen der HWS kann das eine Rolle spielen.

Die traditionelle Ausrichtung orientiert sich oft am Energiefluss und der vollen Haltung – ein absolut valider Zugang. Mir geht es nicht um „richtigstellen“, sondern darum, dass du weißt, warum wir was wie ausrichten.

Spürst du den Unterschied, wenn du beim nächsten Cat-Cow den Blick bewusst tiefer lässt? 👇

09/09/2026

Vom Block zur Murmel – euer Schulter-Mobilitäts-Check

Kennt ihr das? Beim Verschränken der Arme hinterm Rücken (Gomukhasana-Arme) kommen die Hände bei euch einfach nicht zusammen? Genau dafür ist diese Übung gemacht.

Ihr greift von oben und von unten hinter dem Rücken nach einem Gegenstand – erst mit einem Block, dann mit einem kürzeren Stab, dann mit einem Tennisball, für die ganz Beweglichen mit einer Murmel. Je kleiner der Gegenstand, desto mehr Beweglichkeit braucht ihr in der Schulter.

Warum das mehr ist als eine Dehnübung: Ihr testet damit zwei komplett gegensätzliche Bewegungen eurer Schulter gleichzeitig – oben Flexion und Außenrotation, unten Extension und Innenrotation. Die meisten Menschen sind auf einer Seite deutlich beweglicher als auf der anderen. Wechselt ihr die Arme, deckt ihr genau diese Asymmetrie auf

Warum brauchen wir das überhaupt? Im Alltag: Reißverschluss am Rücken schließen, in eine Jacke schlüpfen, den BH-Verschluss erreichen, etwas aus der hinteren Hosentasche holen. Alles Bewegungen, die genau diese Schulterbeweglichkeit verlangen – und die im Alltag mit viel Bildschirmarbeit und wenig Überkopfbewegung zunehmend seltener trainiert wird.

Worauf ihr achten solltet: Der Oberkörper bleibt aufrecht und mittig. Neigt ihr euch zur Seite oder zieht den unteren Rücken ins Hohlkreuz, um den Gegenstand doch noch zu erreichen, täuscht das mehr Schulterbeweglichkeit vor, als eigentlich da ist – dann lieber wieder zum größeren Gegenstand zurück.

Der Gegenstand wird kleiner, nicht die Ehrlichkeit über eure Beweglichkeit. 😉

Wie weit kommt ihr – Block, Stab, Ball oder Murmel? Schreibt’s mir in die Kommentare 👇

08/09/2026

Bevor’s in die Stunde geht, machen wir die Handgelenke warm – und zwar bewusst, nicht nur nebenbei.

Dein Handgelenk ist kein einfaches Scharniergelenk. Da arbeiten mehrere kleine Handwurzelknochen zusammen, die Bewegung in verschiedene Richtungen ermöglichen – beugen, strecken, seitlich abweichen.

Die Bewegung, die wir hier machen, bewegt dein Handgelenk genau durch Beugung und Streckung – also durch die Richtungen, die später am meisten gefragt sind, wenn du im Vierfüßlerstand, im Down Dog oder in Chaturanga Gewicht auf die Hände bringst. Du bereitest dein Handgelenk also gezielt auf genau das vor, was später kommt.

Wenn du möchtest, kannst du die Intensität steigern: Hände weiter weg vom Körper, oder abwechselnd die Handfläche anheben. So kannst du selbst dosieren, je nachdem, wie sich dein Handgelenk heute anfühlt.

Und genau darum geht’s eigentlich: nicht nur, um warmzuwerden, sondern um zu spüren – gibt’s heute eine Richtung, die sich komisch oder eingeschränkt anfühlt?

Das ist wichtige Information für den Rest deiner Praxis. Und die kriegst du nur, wenn du am Anfang wirklich hinspürst, statt einfach draufloszubewegen.
Und falls du das gerade eher im Unterarm spürst als im Handgelenk – das ist überhaupt nicht schlecht. Genau da sitzen nämlich die Muskeln, die dein Handgelenk bewegen. Das Gelenk selbst ist nur die Durchgangsstelle. Dass du das im Unterarm merkst, zeigt einfach, dass die Bewegung genau da ankommt, wo sie soll.🫶🏻

07/09/2026

Triggerwarnung: Ich bin geschminkt. Weil ich nach dem Yogakurs noch ein Leben habe.🤡

Falls dich das gerade triggert: Tief durchatmen und let go.

Jetzt zur Rotation.🎉

Bei Drehungen achten wir darauf, dass die Rotation aus der Brustwirbelsäule kommt – nicht aus der Lendenwirbelsäule.

Warum? Die Facettengelenke in der Lendenwirbelsäule stehen viel vertikaler als in der Brustwirbelsäule. Das heißt: Die Lendenwirbelsäule lässt von Natur aus nur eine Rotation von fünf bis dreizehn Grad zu.

Die Brustwirbelsäule dagegen ist genau dafür gebaut – für Rotation. Deswegen soll die Drehung auch von dort kommen, nicht aus dem unteren Rücken. die genauen Gradzahlen können individuell variieren, je nach Wirbelsäule, Beweglichkeit und Studie, die man sich anschaut. Aber am Prinzip ändert das nichts: Die Lendenwirbelsäule ist einfach nicht für große Rotation gebaut, die Brustwirbelsäule schon. Und genau danach richten wir uns in der Praxis.🫶🏻

03/09/2026

Wenn wir z.B. aus dem Lizard in die Rotation gehen, achte auf eins: Die Drehung kommt aus der Brustwirbelsäule. Nicht aus der Lendenwirbelsäule.

Die Lendenwirbelsäule ist einfach nicht dafür gebaut, stark zu rotieren. Deine Bandscheiben schon gar nicht.

Trotzdem sehe ich es ständig: Leute drehen so weit wie möglich – weil es optisch mehr hermacht. Weil es auf dem Bild besser aussieht.

Aber woher die Rotation kommt, interessiert dann keinen mehr. Hauptsache, es sieht tief aus.

Das ist Ego, kein Yoga. Du zerstörst dir langfristig den Rücken für ein Foto, das drei Sekunden lang gut aussieht. Warum das so wichtig ist: Deine Lendenwirbelsäule ist einfach nicht für große Drehungen gebaut – die Gelenke dort sind so ausgerichtet, dass sie Rotation quasi blockieren sollen. Deine Brustwirbelsäule dagegen schon, die ist dafür da.

Wenn du die Drehung trotzdem aus dem unteren Rücken presst, drehst du gegen die eigene Anatomie – und genau da entstehen die Probleme mit den Bandscheiben.

Klar, wer das seit Jahren trainiert und ein richtig gutes Körpergefühl hat, kann da auch mal bewusst weiter gehen. Aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel – und sicher nicht der Maßstab für den Anfang deiner Praxis bzw deiner Praktizierenden.

Dreh lieber weniger – aber aus der richtigen Wirbelsäule. Dein Rücken wird’s dir danken.

02/09/2026

Anatomie trifft Tradition. 🤍

Du unterrichtest Asanas nach erlernter Form – aber weißt du wirklich, warum eine Anweisung bei manchen Teilnehmenden nicht funktioniert?

Varu Yoga stellt traditionelle Form und individuelle Anatomie einander gegenüber: Gelenkachsen, Spannungsverhältnisse, Bewegungsspielräume. Nicht als Regelwerk, sondern als Werkzeug, um zu verstehen, warum eine Position für den einen Körper stimmig ist – und für einen anderen angepasst werden muss.

Nicht Positionen kopieren. Anatomie verstehen.

📅 Neue Termine im Mai 2027:
06.05. | 15.05. | 16.05. | 17.05. | 27.05.

Mit Sonja Demandt, bei der SOMA Körperschule.

Alle Infos & Anmeldung: www.soma-koerperschule.de. https://so-ma.sumupstore.com/produkte

01/09/2026

Lizard mit Hüftöffnung

Wenn ihr den vorderen Fuß auf die Außenkante kippt und mit der Hand sanft am Oberschenkel nachhelft, öffnet ihr zusätzlich das Hüftgelenk.

Das fühlt sich oft an, als hättet ihr “mehr Drehung” – aber genauer gesagt: Ihr nehmt dem Becken seine Blockade, wodurch sich die gesamte Bewegung freier anfühlt. Die eigentliche Rotation kommt weiterhin aus dem Brustkorb, nicht aus der Hüfte – die Hüftöffnung ergänzt den Twist, sie ersetzt ihn nicht.

Und ganz wichtig: Kein Muss. Euer Körper, euer Tempo, eure Entscheidung, wie viel Hüftöffnung dazukommt.

Merkt ihr den Unterschied zwischen “ich drehe aus dem Brustkorb” und “ich öffne zusätzlich die Hüfte”? Schreibt’s mir in die Kommentare 👇

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