15/08/2026
Wann hast du das letzte Mal etwas mit Hingabe getan?
Vielleicht war es viel alltäglicher, als du zunächst denkst. Vielleicht beim Kochen, beim Schreiben, im Garten oder in einem Gespräch, bei dem du wirklich zugehört hast.
Vielleicht geschah es sogar ganz unbewusst und selbstverständlich.
Im Ayurveda sagt man, dass es einen Unterschied macht, mit welcher inneren Haltung wir eine Mahlzeit zubereiten. Ob wir nur schnell etwas auf den Tisch bringen – oder ob wir schneiden, würzen und kochen mit Aufmerksamkeit und Liebe.
Manchmal können wir Hingabe sogar schmecken.
Auch in meiner Arbeit begegnet sie mir immer wieder. Manche Massagegriffe habe ich in den vergangenen 25 Jahren vermutlich schon tausendmal ausgeführt.
Und doch möchte ich sie nicht einfach nur wiederholen.
Denn unter meinen Händen liegt jedes Mal ein anderer Mensch. Mit einem anderen Körper, einer anderen Geschichte und einem anderen Bedürfnis.
Hingabe bedeutet für mich, auch im Vertrauten aufmerksam zu bleiben. Zu spüren. Zu lauschen. Und mich ganz auf den Menschen einzulassen, der gerade vor mir liegt.
Manchmal gehen wir so sehr in unserem Tun auf, dass unsere Gedanken stiller werden und wir sogar die Zeit vergessen.
Vielleicht ist Flow eine der schönsten Formen von Hingabe.
Auch im Yoga begegnet uns Hingabe: Ishvara Pranidhana gehört zu den fünf Niyamas – den inneren Haltungen auf dem Yogaweg.
Für mich bedeutet es nicht, mich selbst aufzugeben. Es bedeutet, mein Bestes zu geben und mich dennoch nicht an das Ergebnis zu klammern. Mich ganz auf den Augenblick einzulassen – ohne alles kontrollieren zu müssen.
Disziplin schenkt meinem Tun Beständigkeit.
Hingabe verbindet mich mit dem, was ich tue.
Eine kleine Einladung für die kommende Woche:
Wähle eine alltägliche Tätigkeit, die du häufig nebenbei erledigst. Schenke ihr dieses Mal deine ganze Aufmerksamkeit.
Nicht, um sie besonders gut oder perfekt zu machen. Sondern um dich bewusst mit dem zu verbinden, was du gerade tust.
Was möchtest du in der kommenden Woche ganz bewusst mit Hingabe tun?