17/08/2026
Funktionierst du noch oder lebst du schon?
Wir leben momentan in einer verrückten Zeit.
Ich finde seit Corona dreht sich das Rad immer schneller, dann kam KI in unseren Alltag und eins fällt mir immer mehr auf:
Die Menschen verändern sich.
Keiner ist mehr bei sich (und ich nehme mich da nicht raus, ich könnte auch öfter bei mir sein).
Wir sind zunehmend immer weniger belastbar, da uns alles abgenommen wird.
Mit KI sogar das Denken.
Texte lassen sich so schneller verfassen, Fragen sind schneller beantwortet und Lösungen per Knopfdruck sofort parat.
Wir Menschen funktionieren immer besser.
Aber spüren wir uns noch?
Und dann ist da der Hund.
Der eben mal nicht so funktioniert, auf Knopfdruck.
Der laut ist, frustriert, aggressiv oder unsicher.
Der Angst hat und der uns tagtäglich aufzeigt, was wir gar nicht mehr leben. Da wir uns ständig ablenken und keine Zeit mehr fürs Wesentliche haben:
Gefühle.
Es ist kein Raum mehr da um sie wirklich zu fühlen, sie anzunehmen. Wenn sie negativ sind, sollen sie einfach nur schnell weg.
Handysucht, Alkoholmissbrauch, Drogen, aber auch Serienmarathon, Videospiele, Bücher, etc. dient alles dazu uns zu zu helfen. Mal auf Gute und weniger gute Art.
Der Hund darf aber bitte keine Hilfsmittel bekommen, der muss das auch mal ohne aushalten.
Er soll bitte genauso funktionieren wie der Mensch es tut.
Schnell, hocheffektiv, nach außen perfekt.
Wir verlangen von unseren Hunden Frust auszuhalten, Impulse zu kontrollieren, nicht zu bellen, nicht an der Leine zu ziehen und sich zurück zu nehmen.
Doch können wir das noch selber leisten? Ohne krank zu werden ? Ohne zu kompensieren?
Kann ich meinen Frust ertragen und intengrieren, nicht nur ihn unterdrücken und dann wo anders abladen?
Kann ich eine Beobachterrolle einnehmen, ohne in dem Moment zu bewerten und zu urteilen?
Kann ich meinen zappeligen, wütenden Hund emotional auffangen, regulieren, ohne mich von seinen Emotionen mitreißen zu lassen und es persönlich zu nehmen ?
Darf ich dann etwas einfordern, was ich selbst noch nicht leisten kann?
Hunde und Kindern brauchen einen Rahmen um sich entwickeln zu dürfen, Grenzen. Da geh ich absolut mit.
Inzwischen ist der Rahmen aber so eng, das kaum Zeit und Raum für eine Entwicklung mehr da ist.
Wer von klein auf funktionieren soll, nie Fehler machen darf, nie sich ausprobieren darf, Grenzen nicht in Frage stellen soll, der kann sich nicht gesund entwickeln.
Der wird nicht resilient, belastbar und selbstbewusst.
Und vielleicht ist das was wir als störendes Verhalten ansehen, etwas total lebendiges, gesundes, wünschenswertes, in einer Gesellschaft, die keine Kapazitäten mehr dafür hat....