17/09/2026
30.000 Euro für einen Tag!!!
Und was investiert ihr in die nächsten 30 Jahre?
Es gibt Hochzeiten, die werden ein Jahr lang geplant.
Man sucht die perfekte Location, probiert Torten, macht sich auf die Suche nach dem wunderschönsten Kleid, dem tollsten Anzug, den perfekten Ringen …
Organisiert den Fotografen, die Musik und die Blumen und beschäftigt sich irgendwann ernsthaft mit der Frage, ob die Servietten nun creme, ivory oder doch eher warmweiß sein sollten.
Und natürlich muss geklärt werden, neben wem Tante Ingrid sitzt. 😉
Ich habe überhaupt nichts gegen wunderschöne Hochzeiten. Im Gegenteil. Ich liebe sie!
Was mich allerdings seit Jahren beschäftigt, ist das Missverhältnis:
Für DIESEN EINEN TAG investieren Paare Monate ihrer Zeit und nicht selten eine fünfstellige Summe.
Und in das, was danach kommt? Manchmal erstaunlich wenig.
Dabei beginnt die eigentliche Geschichte doch erst, wenn die letzten Gäste gegangen sind und die Blumen längst ihre Köpfe hängen lassen. Dann beginnt die Ehe.
Und wenn alles gut läuft, dauert diese nicht nur zwölf Stunden, sondern 10, 20, 30, 40 oder 50 Jahre.
Aber wie gut bereiten wir uns eigentlich DARAUF vor?
Wissen zwei Menschen vor ihrer Hochzeit nicht nur, wann die Torte angeschnitten wird, sondern auch, was passiert, wenn einer sich im Konflikt zurückzieht und der andere genau dadurch immer verzweifelter Nähe sucht?
Wissen beide, was Treue für den jeweils anderen bedeutet?
Können sie über Geld sprechen?
Über Sexualität?
Darüber, was ihnen fehlt? Können beide Nein sagen, ohne dass daraus gleich eine Beziehungskrise wird?
Und vor allem:
Wissen sie eigentlich, WAS EINE GESUNDE BEZIEHUNG AUSMACHT?
Viele Paare gehen erstaunlich häufig davon aus:
WIR LIEBEN UNS DOCH! DAS KRIEGEN WIR SCHON HIN.
Kann klappen.
Man könnte sich allerdings auch vorher ein bisschen schlau machen. 😉
Denn Liebe ist für mich der innere Grund einer Liebesbeziehung. Aber sie bringt leider keine Bedienungsanleitung mit.
Beziehungskompetenz kann man lernen. Man kann die eigenen Muster besser verstehen, miteinander sprechen lernen, bevor Gespräche regelmäßig eskalieren, und herausfinden, wie Nähe, Freiheit, Konflikte, Verletzungen und unterschiedliche Bedürfnisse miteinander gelebt werden können.
Und dafür muss eine Beziehung nicht erst kurz vor dem Abgrund stehen.
Eigentlich finde ich den umgekehrten Gedanken viel interessanter:
WARUM BESCHÄFTIGEN WIR UNS NICHT GERADE DANN MIT UNSERER BEZIEHUNG, WENN SIE GUT IST?
Weil sie uns wichtig ist und nicht, weil wir sie zum Optimierungsprojekt machen müssen.
Denn das ist eine der schönsten Formen von Beziehungspflege überhaupt: nicht erst hinzuschauen, wenn etwas fehlt.
Ich habe darüber einen ziemlich ausführlichen Artikel geschrieben – über Hochzeiten, Liebe, Beziehungskompetenz, ausgebeulte Jogginghosen, Pro-Beziehungsrituale und die Frage, ob man den Menschen an seiner Seite nach zehn, zwanzig oder dreißig Jahren noch einmal wählen würde. 😁
„Hochzeit und dann?“
Den Link zum vollständigen Artikel findet ihr hier:
https://www.angeladolma.de/hochzeit-und-dann/
Mich würde tatsächlich interessieren:
Findet ihr den Gedanken selbstverständlich, sich auf eine gute Beziehung bewusst vorzubereiten – oder fühlt sich das für euch eher unromantisch an?