🍎🍐🐓 WILDE FRUCHTTAGE AUF DEM HIRTENHOF 🐓🍐🍎
Die Apfelsaison neigt sich dem Ende entgegen.
Doch von Ruhe kann im Hirtenhof Chicken Resort keine Rede sein.
Im Gegenteil.
Die Birnen stehen bereit.
Die Pflaumen folgen.
Und in der Logistikabteilung herrscht Ausnahmezustand.
ALLES MUSS RAUS.
Feinste Bioware. Handverlesen. Regionaler geht es kaum.
👩💻 Gisela hat bereits einen Ablaufplan erstellt.
Ernte.
Qualitätskontrolle.
Sortierung.
Verpackung.
Ausgabe.
Natürlich mit entsprechender Dokumentation.
🐔 Mehrere Damen wurden kurzerhand zu Packerinnen ernannt.
Andere bewarben sich für die Qualitätskontrolle.
Besonders begehrt ist allerdings eine neue Position:
Spezialistin für Wurmentfernung.
Die Bewerberinnen werden derzeit auf ihre Eignung geprüft.
Barbara persönlich überwacht das Auswahlverfahren.
„Ein Wurm wird vollständig entfernt.“
„Nicht halb.“
„Nicht später.“
„Und vor allem wird dabei nicht die halbe Pflaume mitgegessen.“
Betretenes Schweigen.
Offenbar hatte es bereits einen Zwischenfall gegeben.
🐓 Eine Lohmann-Dame argumentierte, das sei schließlich eine Art Naturalrabatt für Mitarbeiterinnen.
Barbara sah nur über die Brille.
Der Antrag wurde nicht weiterverfolgt.
🍐 Währenddessen stellte Sabine bereits Überlegungen zur Vermarktung an.
„Bio-Birnen vom Hirtenhof.“
„Bio-Pflaumen.“
„Bio-Äpfel.“
Kurze Pause.
„Wir könnten Obstkisten anbieten.“
Gisela nickte.
„Vorbestellung.“
„Vorkasse.“
„Abholzeiten.“
Marianne ergänzte:
„Und diesmal keine Ferien während der Ernte.“
Das Schreiben an das Ministerium liegt bekanntlich noch in der Schublade.
🐴 Bei den Pferden herrscht – wieder einmal – völliges Unverständnis.
Libertador stand unter einem Baum, kaute ausgiebig auf einem Apfel herum und verfolgte die hektischen Vorbereitungen.
Knack.
Schmatz.
Noch ein Bissen.
Dann sagte er:
„Warum dieser ganze Aufwand?“
Gisela blickte auf.
Libertador nahm vorsichtshalber noch einen Apfel.
„Wir können das doch alles selbst verwerten.“
Stille.
Gisela schob langsam ihre Brille nach oben.
Dieser Blick.
Libertador kaute etwas langsamer.
„Was?“
Noch langsamer.
„Ist doch nachhaltig.“
🐴 Aus dem Hintergrund meldete sich Cantaora:
„Er hat nicht ganz Unrecht.“
Gisela öffnete wortlos ihre Excel-Tabelle.
„Aktueller Pferdebestand.“
„Durchschnittliches Körpergewicht.“
„Mögliche tägliche Obstaufnahme.“
„Erwarteter Warenverlust.“
Libertador hörte auf zu kauen.
„Du musst jetzt nicht gleich wieder rechnen.“
Doch.
Musste sie.
Nach wenigen Minuten stand fest:
Die Pferde wurden offiziell aus der Obstlogistik ausgeschlossen.
Talento nannte das Diskriminierung.
Senador sprach von ungenutzten innerbetrieblichen Ressourcen.
Cantaora forderte zumindest eine tägliche Verkostungsquote.
Und Libertador?
Der stand noch immer unter dem Apfelbaum.
Knack.
Gisela schaute streng über den Brillenrand.
„Libertador.“
Er erstarrte.
„Was?“
„Das ist jetzt der vierte.“
Kurzes Schweigen.
Dann ein letztes Schmatzen.
„Qualitätskontrolle.“
🍎🐴🐓
Die wilden Fruchttage haben begonnen.
Die Hühner sortieren.
Die Pferde vernichten Beweismittel.
Und Gisela zählt.
Wie immer zählt Gisela alles.
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Beritt
🐓🐴 UND WIEDER WIRBEL AUF DEM HIRTENHOF … 🐴🐓
Kaum hat sich die Lage im Chicken Resort halbwegs beruhigt, gibt es schon wieder Neuzugänge.
Diesmal allerdings nicht in der Produktionsabteilung.
Drei neue Pferde sind eingezogen.
Selbstverständlich sah sich die gefiederte Geschäftsleitung verpflichtet, die Neuankömmlinge zunächst einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.
👩💻 Gisela hatte die Eckdaten bereits:
„Sportpferde.“
Kurzes Gemurmel.
„Springpferde.“
Barbara hob eine Augenbraue.
„Und was genau soll daran jetzt besonders sein?“
Schweigen.
Dann lehnte sich die Matriarchin zurück.
„Ich möchte daran erinnern, dass auch ich in meiner Jugend über beachtliche olympische Qualitäten verfügte.“
Margarete, eine der neuen Sussex, schaute beeindruckt.
„Wirklich?“
Barbara nickte würdevoll.
„Freiflug. Kurzstrecke. Und freier Fall.“
Margarete war sichtlich beeindruckt.
Bis Gisela sich zu ihr beugte und trocken gackerte:
„Na klar. Freier Fall. Sie ist vom Baum gefallen.“
😳
Barbara nahm langsam die Brille ab.
Gisela beschäftigte sich augenblicklich wieder sehr intensiv mit ihren Unterlagen.
Damit war die sportliche Qualifikation der neuen Pferde aus Sicht der Hühner weitgehend abgehandelt.
Bei den Pferden selbst gestaltet sich die Situation allerdings erheblich komplizierter.
Denn insbesondere Cantaora und Chocolate interessieren sich weniger für Abstammung, Turniererfolge oder Springvermögen.
Die entscheidende Frage lautet dort:
„Sind die Kerle tauglich?“
🐴 Cantaora hatte die drei Neuen bereits wenige Minuten nach ihrer Ankunft einer diskreten Musterung unterzogen.
Chocolate ebenfalls.
Diskret allerdings nur nach eigener Einschätzung.
Es wurde geschaut.
Geschnuppert.
Posiert.
Zufällig mehrfach am betreffenden Paddock vorbeigegangen.
Und plötzlich standen auch einige der alteingesessenen Herren auffallend aufrecht.
🐴 Libertador beobachtete die Entwicklung mit wachsendem Unbehagen.
„Seit wann interessieren die sich eigentlich für Springpferde?“
Aus der Nachbarbox kam trocken:
„Seit drei davon eingezogen sind.“
Die Stimmung kippte.
Ein Veteran erklärte, Springvermögen werde auf dem Hirtenhof ohnehin maßlos überschätzt.
Ein anderer wies darauf hin, dass Dressurpferde intellektuell deutlich anspruchsvoller seien.
Die Springfraktion ließ ausrichten, man müsse für eine gelungene Beziehung schließlich nicht gemeinsam Traversalen reiten.
😳
Im Hühnerhaus war Gisela inzwischen hellhörig geworden.
Sie öffnete einen neuen Ordner:
„Neuzugänge Pferde – soziale Auswirkungen“
Barbara verlangte zusätzlich eine Rubrik:
„Fortpflanzungsrelevante Eignung.“
Gisela sah über die Brille.
„Babs, das sind vermutlich Wallache.“
Stille.
Barbara blätterte in ihren Unterlagen.
„Dann können wir den Punkt streichen.“
🐓 Margarete wollte wissen, warum die Pferde wegen drei neuer Kollegen derart nervös seien.
Barbara antwortete mit der Lebenserfahrung einer Matriarchin:
„Meine Liebe …“
„Neue Kerle auf dem Hof bringen immer Unruhe.“
Kurze Pause.
„Das ist bei Pferden nicht anders als bei Hühnern.“
Dann wurde es für einen Moment still.
Denn früher hätte Herr Svenson vermutlich genau an dieser Stelle eingegriffen.
Er hätte Cantaora und Chocolate betrachtet.
Die plötzlich sehr aufmerksamen Veteranen.
Die drei ahnungslosen Neuankömmlinge.
Und die Hühner, die längst Wetten abschließen.
Dann hätte er wahrscheinlich gesagt:
„Können wir vielleicht erst einmal klären, ob die drei überhaupt wissen, was hier gerade los ist?“
Nein.
Wissen sie vermutlich nicht.
Aber sie werden es erfahren.
Willkommen auf dem Hirtenhof, Jungs.
Ihr seid noch keine 24 Stunden da.
Und bereits Gegenstand von Qualitätsprüfung, Eifersucht, Gerüchten und einer Excel-Tabelle.
🐴🐓
Die Veteranen beobachten.
Die Damen taxieren.
Die Hühner dokumentieren.
Es verspricht eine interessante Woche zu werden.
🐓⚡ DUNKLE WOLKEN ÜBER DEM HIRTENHOF CHICKEN RESORT ⚡🐓
Nun ja.
Neue Leute – ähm, Hühner – bringen neue Begehrlichkeiten.
Kaum sind die neuen Mitarbeiterinnen eingearbeitet, bilden sich erste Strukturen, die der Geschäftsleitung zunehmend Sorgen bereiten.
Besonders auffällig:
Die Lohmann-Gruppe.
Wie sich nämlich erst jetzt herausstellte, ist Sabine mit Anette verwandt.
Anette wiederum ist mit Gaby verschwägert.
Damit war schlagartig klar:
Das hier sind keine drei einzelnen Hennen.
Das ist eine Sippe.
Und die hält zusammen.
👩💻 Gisela hat vorsorglich ein Organigramm erstellt.
Barbara warf einen Blick darauf.
Dann noch einen.
„Warum erfahre ich das erst jetzt?“
Die Personalabteilung verwies auf fehlende Angaben im Personalfragebogen.
Seitdem prüft Gisela, ob künftig neben Familienstand auch Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb des Hühnerbestandes offengelegt werden müssen.
Denn die Lohmann-Sippe beginnt, Fragen zu stellen.
Und zwar Fragen, die Barbara überhaupt nicht gerne hört.
🐔 „Wie sind eigentlich unsere Dienstzeiten geregelt?“
🐔 „Zählt Sandbaden als Pause oder Körperpflege?“
🐔 „Warum beginnt der Dienst bereits um 6.30 Uhr?“
🐔 „Ist heftiges Scharren bis 18 Uhr wirklich arbeitsvertraglich vereinbart?“
🐔 „Und wie sieht es mit Freizeitausgleich aus?“
Stille.
Barbara nahm langsam die Brille ab.
Sehr langsam.
„Freizeit?“
😳
Selbst Gisela schaute kurz vom Laptop auf.
Doch damit nicht genug.
Denn kaum haben sich die Damen an Frühstücksbuffet, proteinreiches Mittagessen, Salate, Sättigungsbeilagen und leichtes Dinner mit Mehlwurmzugabe gewöhnt, werden bereits erste Stimmen nach Verbesserungen laut.
Sabine findet, Mehlwürmer sollten nicht nur abends gereicht werden.
Anette hält ein kleines Zwischenbuffet gegen 15.30 Uhr für ernährungsphysiologisch sinnvoll.
Gaby möchte wissen, weshalb der Pool keine separate Ruhezone besitzt.
Und aus der Lohmann-Ecke fiel erstmals das Wort:
„Snackstation.“
Barbara erstarrte.
👑 Die Veteraninnen beobachten die Entwicklung mit gemischten Gefühlen.
Margret von Königsberg zeigte sich erwartungsgemäß wenig überrascht.
„Ich habe gleich gesagt, dass diese Neuen Unruhe bringen.“
Eine Sussex erinnerte sie freundlich daran, dass sie selbst auch irgendwann einmal neu gewesen sei.
Margret erklärte daraufhin, das sei historisch etwas völlig anderes.
🐴 Auch bei den Pferden ist die Entwicklung inzwischen angekommen.
Talento lauschte eine Weile über die Stallgasse.
„Was wollen sie denn jetzt?“
Senador antwortete:
„Kürzere Arbeitszeiten, mehr Freizeit und zusätzliche Verpflegung.“
Libertador dachte kurz nach.
„Und was leisten sie dafür?“
„Ein Ei.“
„Täglich?“
„Je nach Veranlagung.“
Langes Schweigen.
Dann sagte Libertador:
„Respekt. Die verhandeln besser als wir.“
Im Resort jedenfalls verdunkeln sich die Wolken.
Barbara spricht von Disziplin.
Die Lohmann-Sippe von berechtigten Interessen.
Gisela hat vorsorglich einen neuen Ordner angelegt:
„Arbeitskampf 2026 – vertraulich“
Und irgendwo würde Herr Svenson vermutlich sitzen, tief seufzen und sagen:
„Ich hatte einen Harem. Ihr habt daraus einen Konzern mit Betriebsrat gemacht.“
Er fehlt.
Und Barbara ahnt:
Das mit der Snackstation war erst der Anfang. 🐓⚡🥚
🐓👑 MACHTVERHÄLTNISSE IM HIRTENHOF CHICKEN RESORT 👑🐓
Nachdem elf neue Produzentinnen eingezogen sind, musste nun dringend geklärt werden, wer hier eigentlich das Sagen hat.
Die Antwort fiel überraschend eindeutig aus:
Barbara.
Im engeren Kreis auch „Humpeline“ genannt.
Diesen wenig majestätischen Beinamen trägt sie, seit ihr ein Huf auf den zarten Fuß gestellt wurde.
Der Täter ist bis heute unbekannt.
Die Ermittlungen laufen offiziell noch.
Die Pferde schweigen geschlossen.
Barbara vergisst nichts.
Und Barbara verzeiht langsam.
Seitdem gilt sie jedenfalls als unangefochtene Matriarchin des Resorts.
Was Babs gackert, ist Gesetz.
👩💻 Gisela berief deshalb am Morgen eine außerordentliche Betriebsversammlung ein und verlas zunächst die Hofordnung sowie die geltenden Statuten.
Inklusive Nachträgen.
Anlagen.
Datenschutzbestimmungen.
Und einer bislang ungeklärten Ergänzung zur Nutzung gemeinschaftlicher Wellnessbereiche.
Die neuen Sussex hörten aufmerksam zu.
Die Lohmanns weniger.
Eine schlief kurz ein.
Dann übernahm Barbara.
Denn bei aller Willkommenskultur muss schließlich klar sein, dass ein funktionierender Betrieb eine Hierarchie benötigt.
Und so wurden die wirklich wichtigen Fragen geklärt:
Wer darf zuerst an den Futtertrog?
Barbara.
Wer zuerst ins Sandbad?
Barbara.
Wer zuerst an den Pool?
Barbara.
Und schließlich der sensibelste Punkt:
Wer darf zuerst zum Hahn?
😡
Hier endete die Diskussionsbereitschaft der Matriarchin vollständig.
Eine der neuen Sussex wollte offenbar eine Verständnisfrage stellen.
Gisela flüsterte nur:
„Lassen Sie es.“
Das Thema wurde daraufhin einstimmig als geklärt betrachtet.
🥚 Anschließend widmete sich Barbara der Qualitätskontrolle.
Denn einige der neuen Mitarbeiterinnen haben tatsächlich bereits geliefert.
Die ersten Eier wurden feierlich zur Begutachtung vorgelegt.
Barbara setzte ihre Brille auf.
Nahm das erste Ei in Augenschein.
Drehte es.
Prüfte Form.
Schale.
Farbe.
Größe.
Dann das zweite.
Langes Schweigen.
Schließlich dieser Blick über den oberen Brillenrand, vor dem inzwischen selbst erfahrene Hennen zusammenzucken.
„Nun ja.“
😳
Mehr sagte sie nicht.
Mehr musste sie auch nicht sagen.
In der Personalabteilung wurde vorsorglich das Wort „Nachschulung“ notiert.
Eine Sussex soll später im Sandbad leise gefragt haben:
„Was war denn mit meinem Ei?“
Die Kollegin neben ihr antwortete:
„Keine Ahnung. Aber ich würde morgen ein besseres legen.“
🐴 Im Pferdestall verfolgt man die Entwicklung mit zunehmendem Interesse.
Talento brachte es auf den Punkt:
„Elf Neue, eine Personalabteilung, eine Hausdame und jetzt eine Matriarchin.“
Senador nickte.
„Und wir wissen immer noch nicht, wer Humpeline auf den Fuß getreten hat.“
Daraufhin sahen sämtliche Pferde gleichzeitig in eine andere Richtung.
Die Ermittlungen dauern an.
Und im Chicken Resort gilt ab sofort:
All inclusive – aber nach Barbaras Regeln. 🐓👑🥚
🐴🗞️ NEUES AUS DEM PFERDE-FLURFUNK 🗞️🐓
Auch im Pferdestall wird inzwischen intensiv über die jüngsten Entwicklungen bei den Nachbarn gesprochen.
Man bekommt ja schließlich einiges mit.
Und die einhellige Meinung der Hufträger lautet:
„Diese Hühner werden langsam etwas übereifrig.“
Die Personalabteilung mit Fragebögen, Probezeit und Produktionsstatistik – gut.
Darüber kann man vielleicht noch hinwegsehen.
Aber jetzt gibt es auch noch eine Hausdame Greta.
🐴 Senador schüttelte ungläubig den Kopf:
„Hausdame???“
Ja.
Und Greta hat den elf Neuankömmlingen bereits am ersten Tag die Hausordnung des Hirtenhof Chicken Resorts vorgelegt.
Der Tagesablauf:
🕕 06:00 Uhr – Frühstück
Reichhaltiges Buffet.
Bio. Naturbelassen. Ausgewogen.
Schließlich soll niemand mit leerem Kropf in den Arbeitstag starten.
🕡 06:30 Uhr – Arbeitsbeginn
Erste Tätigkeiten im Außenbereich.
Scharren. Picken. Lagebesprechung. Sozialkontakte.
🥗 12:00 Uhr – Mittagsbuffet
All you can eat.
Proteinlastige Auswahl, verschiedene Salate, Ballaststoffe und ausgewählte Sättigungsbeilagen.
Die Mehlwurmdichte wurde von den neuen Damen ausdrücklich gelobt.
🥚 13:00 Uhr – Produktionsbeginn
Je nach persönlicher Veranlagung.
Greta legt Wert auf den Hinweis, dass Leistungsdruck im Hirtenhof Chicken Resort ausdrücklich unerwünscht ist.
Ein Ei ist willkommen.
Kein Ei wird im Rahmen der individuellen Work-Life-Balance ebenfalls respektiert.
🌿 bis 18:00 Uhr – Beschäftigungsprogramm
Intensives Scharren.
Sandbad.
Insektenkontrolle.
Garteninspektion.
Sonnenbad.
Gelegentliche Teambesprechungen.
Und andere Tätigkeiten, deren betriebswirtschaftlicher Nutzen Gisela noch untersucht.
🍽️ 18:00 Uhr – Dinner
Leicht und gut verdaulich.
Selbstverständlich mit Mehlwurm-Zugabe.
Danach Freizeit.
Die elf neuen Damen können ihr Glück kaum fassen.
Eine Sussex soll bei der Zimmerbesichtigung gefragt haben:
„Entschuldigung… wann beginnt denn eigentlich die Arbeit?“
Greta antwortete:
„Sie hatten heute bereits einen sehr anstrengenden Tag.“
🐴 Im Pferdestall herrschte daraufhin betretenes Schweigen.
Talento blickte zu Senador.
Senador zu Imperioso.
Schließlich murmelte einer:
„Moment mal…“
„Die bekommen drei Buffets, Wellness, freie Zeiteinteilung und sollen irgendwann zwischendurch ein Ei legen?“
🐴 Libertador schnaubte.
„Und über uns behaupten sie ständig, wir würden gepampert.“
Die neuen Damen hingegen sind sich bereits einig:
⭐⭐⭐⭐⭐
Hirtenhof Chicken Resort
„Ausgezeichnetes Haus. Hervorragende Küche. Angenehmes Betriebsklima. Wir verlängern.“ 🐓🥚
🐓🚨 PERSONALAUFSTOCKUNG AUF DEM HIRTENHOF 🚨🐓
Es ist – wieder einmal – Aufregung im Hühnerhaus.
Elf neue Produzentinnen sind eingetroffen.
Der Harem wurde damit deutlich erweitert und die Geschäftsleitung erwartet – nach angemessener Einarbeitungszeit – eine entsprechende Steigerung der Eierproduktion.
Die Veteraninnen?
Nun ja.
Begeisterung sieht anders aus.
Kaum waren die Neuankömmlinge ausgestiegen, begann bereits die Begutachtung.
🐔 Fünf schwarze und fünf weiße Sussex wurden kritisch von oben bis unten gemustert.
Aus der hinteren Reihe kam prompt:
„Schwarz. Weiß. Schwarz. Weiß.“
Kurze Pause.
„Wollen die hier Eier legen oder an einem Schachturnier teilnehmen?“
Hämisches Gegacker.
Dann wurde die Lohmann-Dame begutachtet.
„Aha.“
„Braun.“
Noch eine Pause.
„Sehr… unauffällig.“
👑 Besonders Margret von der Königsberger Fraktion gab sich ausgesprochen borniert.
Sie stolzierte mehrfach an den Neuen vorbei und ließ keinen Zweifel daran, dass ihrer Ansicht nach Herkunft, Erfahrung und gesellschaftliche Stellung innerhalb des Hirtenhofs durchaus eine Rolle spielen.
Jemand wagte vorsichtig anzumerken:
„Margret, nur weil du Königsbergerin bist, bist du noch lange kein Adel.“
😳
Danach herrschte für einige Sekunden absolute Stille.
Margret spricht seitdem mit dieser Henne nicht mehr.
👩💻 Währenddessen interessiert sich Gisela für Äußerlichkeiten überhaupt nicht.
Die Logistik- und Personalabteilung arbeitet bereits auf Hochtouren.
📋 Elf Personalfragebögen
📋 elf Produktionsnummern
📋 Eingliederungsplan
📋 Legestatistik
📋 Probezeit
📋 Datenschutzbelehrung
📋 PayPal-Einweisung
Außerdem möchte Gisela wissen, ob unter den Neuen jemand Excel beherrscht.
Marianne hat diesen Punkt gestrichen.
„Die sollen Eier legen, Gisela.“
Auch die Frage nach einem Betriebsrat wurde vorsorglich vertagt.
🌿 Ökohuhn Brigitte mahnt unterdessen zu Toleranz und Integration.
„Wir sollten die neuen Damen erst einmal ankommen lassen.“
Margret schnaubte.
„Natürlich.“
„Aber meinen Sitzplatz bekommen sie nicht.“
Und so beginnt auf dem Hirtenhof eine neue Ära:
11 neue Damen. Jede Menge Erwartungen. Noch mehr Meinungen.
Und irgendwo fehlt wieder diese eine besonnene Stimme.
Herr Svenson hätte vermutlich einmal in die Runde geschaut und gesagt:
„Mädels… vielleicht warten wir erst einmal ab, wer überhaupt Eier legt.“
Er fehlt.
Und die Personalabteilung dreht bereits durch. 🐓🥚
🐓📜 EINGABE AN DAS MINISTERIUM – ES REICHT! 📜🐓
Auf dem Hirtenhof bahnt sich ein politischer Konflikt an.
Die Damen befinden sich mitten in der Legesaison.
Hochsaison!
Die Produktion läuft auf Hochtouren, die Nester sind ausgelastet, Gisela führt Bestandslisten und die fünf neuen Kolleginnen wurden schließlich nicht zum Vergnügen eingestellt.
Und die Kunden?
🏖️ Fahren in Urlaub.
Fassungslosigkeit im Hühnerhaus.
👑 Marianne brachte es auf den Punkt:
„Wie kann man ausgerechnet während der Legesaison Ferien machen?“
Niemand hatte eine überzeugende Antwort.
👩💻 Gisela hat die Zahlen geprüft und bestätigt:
„Das ist betriebswirtschaftlich vollkommen unvernünftig.“
Daraufhin wurde beschlossen, eine Eingabe beim zuständigen Ministerium vorzubereiten.
Gefordert wird eine grundlegende Neuordnung der deutschen Ferienzeiten.
🐔 Erste Vorschläge liegen bereits vor:
Schulferien nur noch außerhalb der Legesaison.
Urlaubsanträge von Eierkunden müssen künftig mit mindestens vier Wochen Vorlauf bei der gefiederten Geschäftsleitung eingereicht werden.
Bei längerer Abwesenheit ist ein geeigneter Eierabnahmevertreter zu benennen.
Bereits geleistete Vorkasse entbindet ausdrücklich nicht von der Abnahmepflicht.
🌿 Ökohuhn Brigitte mahnte allerdings zur Verhältnismäßigkeit.
„Menschen brauchen auch Erholung.“
Marianne schaute sie lange an.
Sehr lange.
„Wovon?“
Damit war dieser Punkt erledigt.
🐔 Sabine schlug angesichts der Urlaubssituation erneut die weltweite Vermarktung vor.
„Wenn die Deutschen wegfahren, verkaufen wir die Eier eben dort, wo sie hinfahren.“
Mallorca wurde als erster Auslandsstandort genannt.
Gisela prüft bereits Logistik und Kühlkette.
Und wieder gab es diesen kurzen Moment, in dem alle zu dem Platz schauten, an dem früher Herr Svenson saß.
Er hätte vermutlich nur gefragt:
„Ihr wollt jetzt wegen 16 Hennen die deutschen Schulferien ändern?“
Ja, Herr Svenson.
Offenbar genau das.
Denn irgendjemand muss hier schließlich vernünftig planen. 🥚🐓🏖️
Nachdem sich Gastkater Camillo inzwischen bestens eingelebt hat und seine Streifzüge über die weitläufigen Ländereien ausgedehnt hat, sagt sein Blick eigentlich nur noch eines:
„Das gehört jetzt alles mir.“
Mit wachsendem Selbstbewusstsein sind allerdings auch seine Ansprüche an das Küchenpersonal gestiegen:
🐾 Flexible Essenszeiten
🐾 Nahrhaft und gesund
🐾 Eine ordentliche Portion Komfort wäre ebenfalls wünschenswert
🐾 Und Thunfisch? Der ist inzwischen unverzichtbarer Bestandteil des Speiseplans.
Die Gastgeberin prüft derzeit verschiedene Möglichkeiten, wie sie den begehrten Flossenträger künftig möglichst direkt und ohne Umwege beschaffen kann.
Camillo selbst sieht das völlig entspannt. Aus seiner Sicht handelt es sich dabei lediglich um die Erfüllung berechtigter Mindeststandards.
Willkommen auf dem Hirtenhof, Camillo. Manches Personal muss sich eben erst an seine neuen Aufgaben gewöhnen.
🥚🐓 Neuzugang auf dem Hirtenhof! 🐓🥚
Fünf neue Damen sind eingezogen.
Jung, motiviert und – nach kurzer Eingewöhnung – bereit für die Produktion.
Was auch dringend nötig ist.
Denn inzwischen gibt es tatsächlich Kunden mit Vorbestellung…
…und seit Neuestem sogar Vorkasse.
Die Hühnerabteilung wertet das als eindeutigen Beweis für wirtschaftlichen Erfolg.
👑 Marianne kam sofort zur Sache:
„Wir brauchen ein Amazon-Konto.“
„Das mit dem Eierhäuschen ist doch viel zu klein gedacht.“
👩💻 Gisela hatte bereits eine Karte des Rhein-Main-Gebiets auf dem Bildschirm.
„Weitere Verkaufsstandorte.“
„Abholstationen.“
„QR-Codes.“
„Automatisierte Bestandsführung.“
📦 Sabine dachte deutlich größer.
„Warum eigentlich nur Deutschland?“
„Braune Eier aus artgerechter Haltung… weltweit!“
„Wir brauchen Export, Logistik und internationales Marketing.“
Innerhalb weniger Minuten wurden Lieferketten diskutiert, Verpackungsdesign entworfen und über eine eigene App nachgedacht.
Die Euphorie kannte keine Grenzen.
Da wurde es plötzlich still.
Früher hätte sich jetzt Herr Svenson erhoben.
Ganz ruhig.
Mit seiner besonnenen Art.
Er hätte in die Runde geschaut und wahrscheinlich nur einen Satz gesagt:
„Weltweit liefern… mit 16 Hennen?“
Dann hätte er freundlich gelächelt.
Und alle hätten wieder etwas Boden unter den Füßen bekommen.
Heute fehlt diese Stimme.
Die Damen schauten einen Moment schweigend auf seinen leeren Platz.
Dann räusperte sich Marianne.
„Gut…“
„Dann müssen wir eben alle ein bisschen mehr legen.“
Der Hype ist jedenfalls kaum noch zu stoppen.
Und wer weiß…
Vielleicht beginnt jede Weltfirma irgendwann mit 16 Hennen und einem Eierhäuschen am Hirtenhof. 🥚🌻🐓
🖤🐓 Der Hirtenhof trauert. 🐓🖤
Mit tiefer Bestürzung müssen wir bekannt geben, dass unser geschätzter Stallchef,
Herr Svenson,
heute im Kampf gefallen ist.
Er war Beschützer seines Harems, Vermittler in zahllosen Stallkonflikten, Schlichter zwischen Hühnern und Pferden, Verteidiger der Sonnenblumen und unermüdlicher Optimist.
Nicht jede Diskussion gewann er.
Nicht jeder Antrag auf Klimaanlage konnte verhindert werden.
Und gegen Marianne hatte er ohnehin nur selten eine Chance.
Aber er stellte sich jeder Herausforderung.
Bis zuletzt.
👑 Marianne legte schweigend den Kamm an.
👩💻 Gisela schloss den Laptop und stellte die Videoüberwachung für eine Schweigeminute ab.
🌿 Brigitte sprach von der Vergänglichkeit und davon, dass wahre Größe nicht in der Anzahl der Kräher, sondern im Charakter liege.
Selbst Talento und Senador senkten respektvoll die Köpfe.
Lange sprach niemand.
Dann sagte Marianne leise:
„Er war vielleicht nicht immer der Lauteste …“
Kurze Pause.
„…aber er war unser Hahn.“
Ein Heldenepos wird bereits verfasst.
Die Legende von Herrn Svenson wird auf dem Hirtenhof weiterleben – in jeder Anekdote, jedem Morgenkrähen und jeder hitzigen Diskussion der Gerüchteküche.
Ruhe in Frieden, Herr Svenson.
🐓🌅
Manche Hähne krähen nur bei Sonnenaufgang.
Andere hinterlassen Spuren, die weit über ihren letzten Kräher hinausreichen. 🖤
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