Jonny Hofer

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26/11/2025

Wenn Worte zu Waffen werden.
Es gibt Momente, in denen man den Nachrichtenstrom anhält, weil man nicht glauben will, was man gerade gehört hat.
Momente, in denen ein demokratischer Diskurs Risse bekommt, nicht, weil jemand Kritik äußert, nicht, weil jemand unbequem ist, sondern weil ein Mensch mit öffentlicher Verantwortung Grenzen übertritt, die man eigentlich für unantastbar hielt.

Ein solcher Moment war es, als Bodo Ramelow, einst Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes, öffentlich darüber fabulierte, Björn Höcke beim Pilzesammeln zu vergiften.
Nicht als dunkler, privater Gedanke.
Nicht als ironische Randbemerkung unter Freunden.
Sondern im ARD-Podcast.
Offiziell.
Mit Mikrofon.
Mit Publikum.
Unterlegt mit dem Mantel des legitimierenden „politischen Gedankenspiels“.

Und plötzlich steht im Raum ein Satz, der nicht mehr zurückzuholen ist:
ein Politiker spricht darüber, einen anderen zu töten.

Die Schockstarre der Anständigen

Es gibt diese Schocksekunde, in der man nicht weiß, was schlimmer ist:
die Aussage selbst, oder die Tatsache, dass sie so vielen kaum noch einen Aufschrei wert ist.
Man nickt resigniert, runzelt die Stirn, murmelt „typisch“ und scrollt weiter.
Unsere Gesellschaft stumpft ab, weil Grenzüberschreitungen zur Gewohnheit werden.
Weil Worte, die früher undenkbar gewesen wären, heute als Satire durchgehen sollen.
Weil man sich daran gewöhnt hat, dass ausgerechnet diejenigen, die moralische Überlegenheit predigen, in Wahrheit die dunkelsten Impulse normalisieren.

Was bleibt, wenn selbst ehemalige Regierungschefs ihre Hemmungen verlieren?

Ein demokratisches Miteinander lebt vom Streit, aber nicht von der Entmenschlichung.
Es lebt vom Ringen, aber nicht vom Vernichten.
Und es lebt von dem unausgesprochenen Konsens, dass politische Gegner nicht Feinde sind.

Doch wenn ein Ex-Ministerpräsident sich öffentlich vorstellt, wie man einen politischen Konkurrenten vergiftet, dann ist das mehr als ein „Ausrutscher“.
Es ist ein Symptom.
Ein Symptom für einen politischen Raum, der seine eigene Würde verliert.
Für eine Gesellschaft, die verlernt hat, Grenzen zu setzen.
Für eine moralische Elite, die glaubt, Gewaltfantasien seien akzeptabel – solange sie gegen die „Richtigen“ gerichtet sind.

Wäre dieselbe Aussage von einem konservativen Politiker über einen Linken gefallen, das Land stünde in Flammen:
Sondersendungen,
Empörungswellen,
Distanzierungskaskaden.
Doch hier?
Schweigen.
Relativieren.
Beschwichtigen.
Als wäre es ein launiger Scherz.

Doch Worte sind nie nur Worte.

Anthropologisch betrachtet waren Worte immer die ersten Waffen des Menschen:
Sie definieren, wer dazugehört und wer ausgestoßen wird.
Sie markieren Grenzen zwischen „uns“ und „den anderen“.
Sie ebnen Wege, manchmal in den Dialog, manchmal in die Gewalt.

Psychologisch entspringen solche Fantasien selten Humor.
Sie entstehen aus Affekt, aus limbischer Impulsivität, aus moralischem Selbstüberschuss.
Neurowissenschaftlich weiß man:
Je stärker man sich selbst zu den „Guten“ zählt, desto leichter rechtfertigt man eigene Tabubrüche.

Philosophisch betrachtet ist es das alte Spiel der Entgrenzung:
Man entwertet den Gegner, nennt ihn extrem, gefährlich, bedrohlich und plötzlich wird Gewalt nicht mehr undenkbar, sondern erzählbar.
Und wenn sie erzählbar ist, ist sie normalisierbar.

Was bleibt uns?

Empörung?
Ja, aber nicht hysterisch.
Abscheu?
Ja, aber ohne Spiegelung.
Angst?
Vielleicht.
Aber vor allem eines:
Verantwortung.

Denn wenn wir solche Aussagen einfach durchwinken, wenn wir sie mit ironischem Schulterzucken abtun, dann erschaffen wir eine politische Kultur, in der Gewaltfantasien Platz haben.
Und wo Fantasien Platz haben, wachsen irgendwann auch Handlungen.

Demokratie ist zart.
Aber sie ist stark, wenn Menschen sie verteidigen, durch Haltung, nicht durch Hass.
Durch Prinzipien, nicht durch Vergeltung.

Deshalb muss man klar sagen:

Egal, wie groß die Differenzen sind, wer Mordfantasien äußert, hat die Demokratie nicht verstanden.
Und wer sie normalisiert, gefährdet sie.

Es geht nicht um Höcke.
Es geht nicht um Ramelow.
Es geht um das Fundament unseres Zusammenlebens.

Worte bauen Brücken, oder reißen sie ein.
Und manchmal entscheidet ein einziger Satz darüber, in welche Richtung wir als Gesellschaft gehen.

Wir sollten sehr genau aufpassen, wohin wir gerade unterwegs sind.

Einen gehirn-konformen Tag

Jonny Hofer

26/11/2025

Was fasziniert uns Männer eigentlich an Frauen?
Und wer bestimmt, was „schön“ ist?

Es gibt Fragen, die begleiten Männer ein Leben lang.
Eine davon lautet:
Warum ziehen uns Frauen so an und warum ganz besonders jene, die wir als „schön“ empfinden?

Wir tun oft so, als wären wir souverän, rational, über allem stehend.
Doch dann reicht ein Blick, ein Lächeln, ein bestimmter Ausdruck und plötzlich reagiert in uns etwas, das älter ist als jedes Wort.

Dieses „Etwas“ ist ein Mix aus Biologie, Psyche, Kultur und Sehnsucht.
Und genau darum geht es.

Die anthropologische Perspektive:

Männer blicken mit uralten Augen

Wenn ein Mann eine Frau sieht, sieht er nicht nur einen Menschen.
Sein Gehirn liest Signale, die es seit Hunderttausenden von Jahren liest.
Anmut, Haut, Augen, Körperhaltung, all das sind biologische Hinweisreize. Nicht bewusst, sondern automatisch.

Früher, in kleinen Stämmen, bedeutete so ein Reiz:
„Diese Frau könnte Leben schenken, könnte Bindung schaffen, könnte Stabilität bringen.“

Natürlich leben wir heute ganz anders. Aber unser Nervensystem hat kein Update bekommen.
Es reagiert immer noch wie damals.

Darum ist Faszination oft kein bewusster Entschluss.
Sie ist ein Echo der Menschheitsgeschichte.

Die psychologische Perspektive:

Frauen als Spiegel für das, was uns fehlt

Psychologisch passiert etwas Spannendes:
Frauen verkörpern häufig Eigenschaften, die Männer sich selbst nicht zugestehen, Wärme, Emotionalität, Einfühlsamkeit, Intuition.

Darum fühlen wir uns hingezogen.
Nicht nur zum Körper, sondern zu dem inneren Raum, den Frauen oft in sich tragen.

Und natürlich spielt auch der Selbstwert eine Rolle:
Wenn eine Frau, die wir als schön empfinden, uns anlächelt, entsteht in uns ein Gefühl von Bedeutung.
Es sagt: „Du bist jemand.“

Wir begehren nicht nur den Menschen.
Wir begehren das Gefühl, das wir durch ihn werden.

Die neurowissenschaftliche Perspektive:

Das Gehirn drückt auf den Turbo

Die Neurowissenschaft zeigt:
Beim Anblick einer attraktiven Frau feuern Belohnungssysteme im Gehirn sofort los.
Dopamin, Endorphine, Oxytocin, sie überfluten unser Denken.

Schönheit wird vom Gehirn schneller verarbeitet, weil sie symmetrischer ist, klarer, geordneter.
Das bedeutet:
Schönheit fühlt sich gut an, weil sie das Gehirn entlastet.

Es ist wie ein kurzer innerer Sonnenstrahl.

Die philosophische Perspektive:

Wer legt Schönheit fest?

Hier wird es wirklich spannend:

Wir glauben oft, Schönheit sei objektiv.
Sie sei einfach da.

Aber philosophisch betrachtet ist Schönheit ein Zusammenspiel von:

Kultur
Moden
Medien
Erwartungen
Sehnsüchten
eigenen Erfahrungen

Schönheit ist also kein Naturgesetz.
Sie ist ein sozialer Vertrag, dem wir alle unbewusst zustimmen.

In einer anderen Epoche hätten wir andere Menschen schön gefunden.
Weil die Normen andere waren.

Schönheit ist nicht nur das, was ist.
Es ist das, was wir gelernt haben zu sehen.

Was fasziniert uns Männer nun wirklich an Frauen?

Vielleicht ist es genau das Zusammenspiel aus allem:

– das Urzeitliche
– das Seelische
– das Neurochemische
– das Kulturelle
– das Persönliche

Frauen berühren in uns etwas, das wir selbst kaum greifen können.
Sie erinnern uns an Nähe, an Wärme, an Lebendigkeit, an Vitalität.
Sie spiegeln unsere Sehnsucht nach Verbindung und manchmal auch unsere Unsicherheiten.

Und am Ende ist Schönheit nichts anderes als ein Funke, der überspringt, wenn zwei Menschen sich gegenseitig in einem besonderen Licht sehen.

Vielleicht fasziniert uns Männer an Frauen vor allem eins:
die Möglichkeit, durch sie etwas in uns selbst zu entdecken, das wir lange vergessen haben.

Einen gehirn-konformen Tag

Jonny Hofer

Bild: Cerstin Rapske
Cerstin Rapske
Cerstinrapske.de























26/11/2025

Wenn Inkompetenz zur Regierungserfahrung erklärt wird

Es gibt Momente in der Politik, die wie ein grelles Scheinwerferlicht wirken:
Sie beleuchten schonungslos, was sonst im Halbdunkel des Berliner Regierungsbetriebs verborgen bleibt.
Der Auftritt von Bärbel Bas auf dem Arbeitgebertag war ein solcher Moment.
Ein Moment, in dem ein Saal voller Menschen Unternehmer, Steuerzahler, Arbeitgeber, Leistungsträger, kollektiv realisierte, wie groß die Lücke zwischen Realität und Regierungsrhetorik inzwischen geworden ist.

Da stand eine Sozialministerin auf der Bühne und erklärte, allen Ernstes, mit demonstrativer Regierungszuversicht:
„Wir finanzieren diese Haltelinie aus Steuermitteln.
Sie belasten damit die Beitragszahler nicht.“

Und im Raum brandete Gelächter auf.
Nicht aus Bosheit.
Nicht aus Respektlosigkeit.
Sondern aus einer tiefen, fassungslosen Erkenntnis:
Der Mensch, der diese Sätze sagt, versteht offenbar nicht, wer Steuern zahlt.

Unternehmer sind nicht nur Arbeitgeber.
Sie sind oft zugleich Beitragszahler, Steuerzahler, Risiko-tragende Mittelständler, Herzstück der Wirtschaft.
Wie kann man diese Menschen ernsthaft in die Augen schauen und behaupten, Steuermittel hätten nichts mit Beitragszahlern zu tun?

Diese Szene steht exemplarisch für ein größeres Problem:
Eine politische Elite, die meint, sie könne jede Absurdität als Wahrheit verkaufen, solange man sie mit einem ministerialen Tonfall vorträgt.

Als Bas dann die Mindestlohnerhöhung und das Tariftreuegesetz erwähnte, politische Maßnahmen, die in der Praxis für viele Unternehmen schlicht Kostenexplosion und Bürokratiehölle bedeuten, brandeten erneut höhnische Reaktionen auf.
Nicht, weil Unternehmer empathielose Kapitalisten wären, wie manche Ideologen gern behaupten.
Sondern weil hier wieder einmal ein Mensch auf einer Regierungsbühne stand, der vorgab, „Rücksicht“ auf Arbeitgeber zu nehmen, während ihre Politik das Gegenteil tut.

Die Krönung war ihr entnervtes:
„Das ist überhaupt nicht lustig!“
Ein Satz, der zum Symbol werden könnte für die völlige Realitätslosigkeit:
Nein, Frau Ministerin, für viele in diesem Land ist das, was Ihre Regierung politisch fabriziert, tatsächlich nicht mehr lustig.
Nicht für die Unternehmen, die an Überregulierung ersticken.
Nicht für die Fachkräfte, die in einem ineffizienten System verzweifeln.
Und nicht für die Bürger, die alles am Ende bezahlen.

Der Saal spiegelte nur wider, was sich im ganzen Land zusammenbraut:
Der Widerstand der Wirtschaft brodelt und diesmal brodelt er laut.

Und dann passiert etwas Bemerkenswertes:
Nach diesem Totalausfall wirkt selbst Robert Habeck plötzlich kompetent.
Ein Mann, der in den letzten zwei Jahren oft als Synonym für energiepolitische Realitätsferne herhalten musste, erscheint im direkten Vergleich plötzlich brillant.
Nicht, weil er es wäre, sondern weil jemand noch deutlicher zeigt, wie tief die Messlatte inzwischen liegt.

Das ist das eigentlich Erschreckende:
Wir haben uns an Inkompetenz so sehr gewöhnt, dass wir nur noch abstufen, wie schlimm es jeweils ist.

Der Arbeitgebertag hat einen Moment geschaffen, der bleibt.
Ein Moment, in dem ein ganzer Saal nicht mehr mitgespielt hat beim höflichen Wegnicken der politischen Fantasiegebäude.
Ein Moment, der zeigte, wie es aussieht, wenn Realität und Regierung endgültig auseinanderdriften.

Und es war ein Moment, der eine Frage in den Raum schreit:

Wie lange wollen wir uns eigentlich noch von Menschen regieren lassen, die nicht einmal die Basics verstehen?

Jonny Hofer

25/11/2025

Ethikrat im moralischen Bankrott

Buyx’ Verhalten war Machtmissbrauch.
Kimmich verdient Rehabilitierung. Und zwar jetzt.

Es gibt Fehltritte.
Es gibt Fehleinschätzungen.
Und dann gibt es moralischen Machtmissbrauch, die gefährlichste Form der Grenzüberschreitung in einer Demokratie.

Genau das geschah im Herbst 2021.

Nicht durch einen Politiker.
Nicht durch einen Populisten.
Sondern durch Alena Buyx, die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, einer Institution, die eigentlich das moralische Gewissen dieses Landes sein sollte, sich aber in diesem Moment als ihr moralisches Problem entpuppte.

Die moralische Überwältigung eines Einzelnen

Joshua Kimmich äußerte Zweifel.
Zweifel, ein zutiefst menschlicher, zutiefst demokratischer Vorgang.
Zweifel sind die Grundlage von Wissenschaft, Gewissen und Freiheit.

Doch statt diese Zweifel zu respektieren, nutzte Buyx die Reichweite ihrer Position wie ein Hebel, um Druck zu erzeugen:

„moralische Pflicht zur Impfung“,
„besondere Verantwortung“,
„schade, wenn er Falschinformationen aufsitzt“,
und schließlich: „gut für Mannschaft und Gesellschaft“.

Das war kein ethisches Argumentieren.
Das war moralisches Nudging mit Amtsautorität.
Ein Missbrauch ihrer Position, verkleidet als Fürsorge.

Stell dir vor:
Eine der wichtigsten moralischen Instanzen des Landes verwendet ihre Macht nicht, um Freiheit zu schützen, sondern um sie einzuschränken.

Das ist nicht nur problematisch.
Das ist gefährlich.

Die Unwahrheit über Langzeitfolgen und die Verantwortungslosigkeit einer Ethikratsvorsitzenden

„Es gibt keine Langzeitfolgen.“
Ein Satz, der heute wie blanker Hohn klingt.

Denn spätestens mit den vom Bundesverteidigungsministerium offiziell anerkannten Fällen, Herzmuskelentzündungen, Herzbeutelentzündungen, dauerhafte Schäden, steht fest:

Dieser Satz war falsch.
Und er wurde mit einer Selbstsicherheit ausgesprochen, die im Nachhinein nur noch eines offenbart: einen erschreckenden Verlust an Demut gegenüber wissenschaftlicher Unsicherheit.

Wenn eine Ethikratsvorsitzende etwas nicht kennt, sollte sie warnen.
Nicht behaupten.
Nicht beschwichtigen.
Und schon gar nicht öffentlich Menschen moralisch unter Druck setzen.

Vier Jahre Schweigen, ein moralisches Armutszeugnis

Der Ethikrat hat bis heute kein Wort der Distanzierung gesprochen.

Dieses Schweigen ist kein Zufall.
Es ist eine Entscheidung.

Ein Schweigen, das aus einer moralischen Instanz ein politisches Werkzeug macht.
Ein Schweigen, das die Autorität zerstört, die ein Ethikrat haben sollte.
Ein Schweigen, das zeigt:
Man schützt lieber die Ehre der Vorsitzenden als die Würde eines zu Unrecht öffentlich beschämten Bürgers.

Der widersprüchliche Auftritt vor der Enquete-Kommission und was er bedeutet

Als Buyx 2024 vor der Enquete-Kommission erklärte, sie habe 2021 „als Wissenschaftlerin, nicht als Vorsitzende“ gesprochen, war das kein Nebensatz.
Es war eine Rechtfertigung, eine Schutzbehauptung.

Denn die Aufzeichnungen von 2021 zeigen eindeutig:
Sie sprach als Vorsitzende.
Sie sagte „wir im Ethikrat“.
Sie nutzte explizit die Autorität des Amtes.

Das ist ein klarer Widerspruch zwischen öffentlicher Aussage und parlamentarischer Aussage.
Und Widersprüche dieser Art erschüttern das Vertrauen in demokratische Institutionen tiefer als jeder populistische Spruch es könnte.

Ein Ethikrat, dessen Vorsitzende öffentlich das eine sagt und parlamentarisch das andere, verliert seine Glaubwürdigkeit.
Und ein Ethikrat, der dazu schweigt, verliert sie gleich mit.

Was hier wirklich auf dem Spiel steht

Das Problem ist nicht Joshua Kimmich.
Das Problem ist nicht einmal primär Alena Buyx.

Das Problem ist das Signal an zwölf Millionen verunsicherte Bürgerinnen und Bürger:

Wenn du zweifelst,
wirst du moralisch gedemütigt.
Wenn du Fragen stellst,
wirst du sozial sanktioniert.
Wenn du nicht mitmachst,
wird dein Gewissen öffentlich zum Problem erklärt.

So funktioniert keine freie Gesellschaft.
So funktioniert sozialer Druck.
So funktioniert Manipulation.

Ein Ethikrat, der diesen Mechanismus nicht kritisiert, hat seine Existenzberechtigung verspielt.

Kimmich verdient Rehabilitierung und zwar öffentlich

Denn während Buyx geehrt wurde, im Fernsehen auftrat, Preise entgegennahm und Einfluss behielt, stand Kimmich jahrelang unter medialer Beobachtung, unter Häme, unter Verdacht.

Er wurde nicht informiert.
Er wurde moralisch markiert.

Heute wissen wir:
Er hatte recht, zu zweifeln.
Er hatte das Recht zu fragen.
Er hatte das Recht, vorsichtig zu sein.

Eine Demokratie, die dieses Recht nicht verteidigt, ist keine.

Deshalb sind meine Forderungen klar, hart und überfällig:

An Frau Buyx:

Geben Sie das Bundesverdienstkreuz zurück.
Nicht aus Rache.
Aus Anstand.

An den Deutschen Ethikrat:

DISTANZIEREN SIE SICH.
JETZT.
Mit Namen.
Mit Worten.
Mit Verantwortungsübernahme.

An die Bundesregierung:

Entschuldigen Sie sich öffentlich bei Joshua Kimmich.
Nicht hinter verschlossenen Türen.
Nicht in einem Halbsatz.
Sondern so, wie man jemanden um Verzeihung bittet, dem man Unrecht getan hat.

Denn am Ende geht es um etwas Größeres:

Die Würde des Einzelnen.

Wenn ein einzelner Mensch zum moralischen Sündenbock wird, weil Institutionen ihre Grenzen vergessen, dann ist das nicht sein Problem.

Es ist unseres.

Jonny Hofer





























25/11/2025

„Ihr habt uns erpresst und dann habt ihr uns eingeredet, wir hätten uns das nur eingebildet.“

Heute vor vier Jahren habt ihr etwas gesagt, das mich bis heute fassungslos macht.
Und nein, ich werde es euch nicht durchgehen lassen, nur weil die Zeit vergangen ist.

„Lässt du dich impfen,
spielst du.
Lässt du dich nicht impfen,
spielst du nicht.“

Das war nicht „Konsequenz“.
Das war nicht „Vernunft“.
Das war nicht „Solidarität“.

Das war moralischer Zwang, verpackt als Fürsorge.
Eine öffentliche Erpressung.
Ein Übergriff auf die persönliche Integrität eines Menschen.

Und ihr habt es gesagt, als wäre es das Normalste der Welt.

Ihr habt euch damals moralisch über uns gestellt und keinerlei Scham dabei empfunden

Da saß ein Politiker, der glaubt, über Menschenleben, über Körper, über Entscheidungen verfügen zu dürfen. Da saß ein Moderator, der die Bühne hält wie ein Priester eines neuen Glaubens.

Keiner von euch hat gezögert.
Keiner von euch hat hinterfragt.
Keiner von euch hat gemerkt, wie übergriffig, arrogant und gefährlich diese Haltung war.

Ihr habt öffentlich über die Freiheit eines Menschen gesprochen, als wäre sie ein Spielstein in eurer Argumentation.

Ihr habt uns damals gesagt:
„Du hast die Wahl.“

Und in Wahrheit war es keine Wahl.

„Freiwillig“, nennt ihr das?
Was für eine perverse Definition von Freiwilligkeit ist das?

Wenn „freiwillig“ bedeutet:

du verlierst deine berufliche Existenz,
dein Einkommen,
deinen sozialen Status,
deine Teilhabe,
deinen Ruf,

… dann ist das keine Wahl.
Dann ist das eine Pistole, die nett verpackt wurde.

Und ich soll das nicht Erpressung nennen?
Ich soll das nicht Nötigung nennen?
Ich soll das nicht moralische Gewalt nennen?

Doch, genau so war es.
Und ich stehe dazu.

Ihr habt uns gedemütigt und dann habt ihr uns pathologisiert

Wer dagegen war, war irrational.
Wer fragte, war unsolidarisch.
Wer Angst hatte, war „schwurblerisch“.
Wer selbst entscheiden wollte, war „uns vernünftig“.

Ihr habt die Grundrechte anderer Menschen nicht nur ignoriert.
Ihr habt sie aktiv verspottet.

Ihr habt uns das Gefühl gegeben, falsch zu sein.
Als wären wir das Problem, nicht der Druck, der auf uns ausgeübt wurde.

Niemand von euch hat auch nur den Hauch von Empathie gezeigt.

Und heute?
Ihr tut so, als wäre nichts gewesen.

Das ist das Allerschlimmste.
Nicht der Druck.
Nicht die Drohung.
Nicht der moralische Zeigefinger.

Sondern dass ihr heute schweigt.
Kein „wir sind zu weit gegangen“.
Kein „wir haben überreagiert“.
Kein „wir haben Grundrechte geopfert“.
Kein „wir haben Menschen gedemütigt“.

Ihr geht einfach weiter.
Unberührt von den Schäden, die ihr angerichtet habt.

Ihr wollt nicht erinnern.
Ihr wollt nicht reflektieren.
Ihr wollt nicht verantwortlich sein.

Ihr wollt vergessen.
Und ihr wollt, dass wir mitvergessen.

Aber ich vergesse nicht.
Ich vergesse niemals.

Ich vergesse nicht:

die öffentliche Drohkulisse,
die moralische Gleichschaltung,
die Besserwisserei,
die Herablassung,
die Selbstgerechtigkeit,
die Lust am Ausgrenzen,
die Arroganz der Macht,
die Kälte gegenüber denjenigen, die gezweifelt haben.

Ich vergesse nicht, wie schnell aus „Freiheit“ ein bedingter Vertrag wurde:
Unterschreibst du – oder du bist raus.

Ich vergesse nicht, wie viele Menschen mitgespielt haben.
Aus Bequemlichkeit.
Aus Angst.
Oder aus diesem ekelhaften Gefühl moralischer Überlegenheit.

Und ja, ich bin wütend.
Weil ich weiß, wie nah wir damals am moralischen Abgrund standen und immer noch stehen.

Ihr habt uns gezeigt, dass Demokratie nicht durch Diktaturen bedroht wird.
Sondern durch Angst.
Durch Herdentrieb.
Durch ein aufgeputschtes moralisches Kollektiv, das plötzlich meint, über Körperentscheidungen bestimmen zu dürfen.

Dieses „Entweder-Oder“ war kein Nebensatz.
Es war ein entlarvender Moment.

Man hat gesehen, woran manche wirklich glauben:
Die Freiheit gilt, aber sie gilt nicht für alle.

Und warum schreibe ich das?

Weil die Erinnerung unbequem bleiben muss.
Weil sich niemand damit herausreden können soll, er habe nichts gewusst.
Weil es Konsequenzen nicht geben wird aber Verantwortung trotzdem eingefordert werden muss.

Weil ich nicht noch einmal erleben will, dass Macht, Moral und Angst einen Pakt schließen und dass die, die zweifeln, unter die Räder geraten.

Ich schreibe es, weil ich damals Ohnmacht gefühlt habe.
Und weil ich auch heute nicht bereit bin, dieses Gefühl still zu ertragen.

Ich vergesse nicht.
Ich verzeihe nicht.
Ich lasse mir nicht einreden, dass das „vernünftig“ war.

Und ich lasse es euch nicht durchgehen.

Jonny Hofer

























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