09/10/2026
Habt Ihr auch eine Löffelliste? Auf meiner stand mal ein Endspiel in Wembley. Steht immer noch ein Pokalfinale in Berlin, was mit Darmstadt 98 Saison für Saison um Haaresbreite verpasst wird. Aber man bleibt ja optimistisch.
Den Tower in London sehen, ein Derby in England. Ein Spiel von Boca in La Bombonera, was das Erlebte dann leider umso enttäuschender machte. Und eine Tour mit meiner Herzensband durch Argentinien. Dies konnte man hervorragend mit Boca verbinden und so ging am 1. Oktober über Bogota nach Buenos Aires. Warum über Bogota? Auf dem Rückweg hat die Hoppetosse dort 12 Stunden Aufenthalt. Ratet mal, warum...
Diese Woche war aber erstmal, nach einem Wochenende voller Fußball, Musik und Subkultur angesagt. Eine Menge alter und enger Freunde sowie neue aus aller Welt zog es in die argentinische Hauptstadt, das letzte Hallo in diesem Land mit ihren Konzerten Nummer 48, 49 und 50 erleben wollten. Knapp ei Jahr Reisevorbereitung sollten damit in erlebbares umgesetzt werden und das Erlebbare begann mit der Busfahrt nach Tandil, was gleichzeitig das südlichste Bier und Konzert meines Lebens bedeuten sollte.
Aus geplanten 6 Stunden Busfahrt wurden dann 10, mit Pause und irgendwie typisch für Argentinien, plötzlich zu wenigen Tickets fürs Konzert. Die Siesta kurz vor Tandil verwandelte sich in eine Scheunenparty weil wegen Gewitter. Am danach ging es wieder in den Bus und die Ticketsituation wurde vor den Toren Tandils geklärt. Warum das nicht in Tandil oassierte, wo man hätte was Essen können, verstehe ich bis heute nicht. Der Einzige Kritikpunkt an 2 hervorragend organisierten Reisen!
Nach den ganzen Konzerten der Jungs von der Opel-Gang in den heomischen Stadien war die Angelegenheit hier eine ganze Nummer kleiner. Und heißer. 1500 Menschen passten in die Sporthalle, drin waren doch etwas mehr.
Aber alles, was in den Stadien erlebt wurde, stellten wir hier mal eben komplett in den Schatten! Es ist so schwer, das mit Worten zu beschreiben, aber was in Tandil und auch in Rosario 2 Tage später abging, werde ich mein Leben lang nicht vergessen!
Da ich aus menschenrechtlichen Gründen kein großer Freund der Vorband aus dem Rostocker Raum bin, wurden diese auch gerne verpasst. Die Locals danach wussten zu gefallen und pünktlich um 21 Uhr Ortszeit übernahm das Kommando Attacke aus Düsseldorf die Bühne, um den ohnehin schon heißen Saal aber mal sofort zum Überkochen zu bringen. Strom ist aber auch ein so verdammt geiles Intro! Mit vollem Tempo ging es dann weiter und im Gegensatz zu heimischen Konzerten, in denen immer mal langsamere Songs eingestreut werden, ging es hier 2 1/2 Stunden mit Vollgas zum Finale. Die Argentinier singen übrigens jeden Ton eines jeden Liedes mit, ob die Stelle einen Text hat oder nicht. Und wie sie die Band immer wieder mit Gesängen aus dem Stadion abfeiern. Man kennt es vielleicht von Videos oder DVD's, aber es ist live einfach unfassbar intensiv! Nach 2 1/2 Stunden war Konzert 1 von 3 leider auch schon vorbei und natürlich, wie sollte es auch anders sein, war nicht alles positiv.
Neben mir vermisste plötzlich eine junge Frau ihr Handy, welches ihr aus der Gürteltasche geklaut wurde. Man war gewarnt und passte auf wie nochwas, aber insgesamt wechselten über 20 Mobiltelefone unfreiwillig den Besitzer. Absolut null Verständnis habe ich dafür und erwische ich einen dabei, vergesse ich mich. Versprochen!
Ich bot der jungen Frau an, ihr mein Zweithandy zu geben. Sie lehnte aber ab. Sie befindet sich aktuell auf einer Weltreise und war fertig, weil auf diesem Telefon so viele Bilder waren, die ihr so unfassbar viel bedeuteten...
Klatschnass ging es zurück zum Bus und nachdem eine Stunde später auch endlich alle anderen da waren, ging es zurück nach Buenos Aires. Die Rückfahrt durch die Nacht dauerte ohne Pause nur etwa 4 Stunden und morgens um 6 war man wieder im Hotel. Selten war man über eine Dusche so froh. Den folgenden Tag verbrachte man mit Schlafen und am Abend das Abschiedsspiel von Messi im TV zusammen mit den Leuten aus Hamburg in einer tollen Sportsbar schauen. Wir versuchten natürlich Tickets dafür zu bekommen, aber hatten keine Chance. Mit Anpfiff leerten sich die Straßen des Landes schlagartig. Eine Einschaltquote von über 90% würde mich nicht wundern.
Dann ging es aber wieder ins Bett, weil am Mittwoch ging es direkt weiter nach Rosario. Dieses Mal war die Abfahrt zum Glück 2 Stunden später. Es regnete ziemlich stark, was die Dichtung des Busdaches an den Rand des Leistbaren und darüber hinaus brachte. Aber Busabteilung Regenrinne wusste sich mit einer Konstruktion aus Pappe und leeren Bierdosen eindrucksvoll zu helfen!
Auf dem Weg nach Rosario bekam ich eine WhatsApp der jungen Frau, der ich meine Hilfe anbot, weil ihr Handy gestohlen wurde. Sie ortete das Teil nämlich, fuhr ihm unfassbare 300 Kilometer hinterher und als klar war, wo es sein musste, wendete sie sich an die Polizei. Die holte ihr Handy und fand dort 21 weitere. Sie bedankte sich für meine Hilfe und ich gab die Info natürlich gerne weiter. Ab und zu raubt man halt eben die falsche Person aus. Hut ab vor dir, danke und bis hoffentlich bald auf ein Bier in Darmstadt liebe Natti 😉
Das hob natürlich die Laune immens und auch die Tatsache, dass man gerade so in Rosario ankam und sich ins dortige Einkaufszentrum neben dem Konzertsaal rettete, bevor die Welt einmal komplett unterging, erhellte die Laune. Gut gestärkt ging es also auf Konzert Nummer 2. Leider wieder mit blöden Support aus Deutschland, aber es wurde wieder gekonnt verpasst.
Dann heizten Zona 84 der Meute ordentlich ein. Fabsi kam dann auch noch auf die Bühne und gab den Klassiker der Mimmis "Dosenbier" zum Besten. Und dann kamen die Hosen mit einer doch etwas veränderten Setlist heraus. Auch wenn es am Ende nicht ganz an Tandil herankam, war auch Rosario ein Abriss, wie ich ihn bei den Hosen bisher nur im Gießener Wohnzimmer vor 15 Jahren erlebte. Wahnsinnig geil.
Wieder war man morgens um kurz nach 5 im Hotel, wieder war die Dusche Gold wert.
Am Samstag dann das große Finale. Die Show muss weiter gehn!