25/06/2026
Letzte Woche ist meine Tochter aus ihrem Austauschjahr zurückgekommen.
Ich habe mich riesig gefreut. Und nach zwei Tagen dachte ich: „Ach ja... jetzt weiss ich wieder.“
Drei Termine mehr. Fünfmal öfter „Mama!“. Noch eine Frage, eine Unterbrechung und wieder etwas, das schnell erledigt werden muss.
Das hört sich jetzt vielleicht nach Kleinigkeiten an, aber zusammen verändern sie meinen ganzen Tag. Fünfmal „Mama!“ mehr am Tag hören sich nach nichts an. Bis du merkst, dass du fünfmal mehr aus dem gerissen wirst, was du gerade tust.
In dem Moment musste ich an Klientinnen denken, die mir erzählen, dass sie ihr zweites Kind erwarten.
Ich freue mich jedes Mal mit ihnen. Gleichzeitig gehen bei mir innerlich die Warnglocken an, weil ich mich noch daran erinnere, wie gross der Unterschied zwischen einem und zwei Kindern für mich war.
Es war nicht das zweite Baby, sondern die vielen kleinen Dinge, die plötzlich zusätzlich da waren und jeden Tag ein bisschen mehr Energie gezogen haben.
Heute, 16 Jahre später, weiss ich genau, warum bei mir bei diesem Thema die Warnglocken läuten.
Denn Frauen, die sich schnell um alles kümmern, mitdenken und Verantwortung übernehmen, merken oft erst viel später, wie sehr diese zusätzliche Belastung an ihnen zieht. Und egal, ob dein zweites Kind gerade unterwegs ist oder schon längst durch die Wohnung rennt: Achte auf dich und auf die Signale in dir.
Sprich frühzeitig mit deinem Partner darüber, wie ihr Verantwortung neu verteilt. Überlege, wer euch entlasten kann und wie du deine Batterien regelmässig wieder auflädst.
Dieses Bewusstsein verändert den Alltag zwar noch nicht. Es hilft dir aber, die Signale früher zu erkennen und rechtzeitig etwas zu verändern, bevor dir alles über den Kopf wächst.